Restaurant-Renovierungskosten in Frankfurt: Herausforderungen, Förderungen und Erfahrungen aus der Region

Einleitung

Die Renovierung eines Restaurants ist ein komplexes Unterfangen, das sowohl fachliche Expertise als auch finanzielle Planung erfordert. Insbesondere in einer Metropole wie Frankfurt am Main, wo die Konkurrenz hoch und die Ansprüche an die bauliche und gestalterische Qualität steigen, ist es entscheidend, die Kosten transparent zu kalkulieren und gezielt auf Förderprogramme zurückzugreifen, die den Erhalt der regionalen Gastronomie unterstützen.

Die aktuelle Diskussion um den Umbau der Bockenheimer Landstraße und die Sanierung der Frankfurter Altstadt zeigt, wie sensibel der Zusammenhang zwischen städtischer Entwicklung, Gastronomie und Kultur ist. Gleichzeitig bieten Förderprogramme im ländlichen Raum – wie das hessische Sonderprogramm „Gaststätten“ – wertvolle Unterstützung für restauranteigene Modernisierungsmaßnahmen.

Basierend auf konkreten Beispielen und Erfahrungen aus Frankfurt und der Region wird im Folgenden ein Überblick über die Kosten, Herausforderungen und Chancen einer Restaurant-Renovierung gegeben.

Die Kosten einer Restaurant-Renovierung: Faktoren und Beispiele

Die Kosten für eine Renovierung hängen stark von der Ausgangssituation, dem Umfang der Maßnahmen und den eingesetzten Materialien ab. Im Folgenden werden typische Kostentreiber und Beispiele aus der Region detailliert beschrieben.

1. Sanierung von Dach, Elektro- und Abwassersystemen

Die Grundausstattung eines Restaurants umfasst oft notwendige Sanierungen, die nicht offensichtlich, aber dennoch kostenintensiv sind. Beispiele aus der Region zeigen, dass die Renovierung von Dach, Elektro- und Abwassersystemen oft im Vordergrund steht.

Beim Hotel-Restaurant Zur Burgruine Frauenberg in Ebsdorfergrund wurden 2021 48.423 Euro aus dem hessischen Sonderprogramm „Gaststätten“ für die Sanierung des Daches und der Elektroverteilung bewilligt. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, auch verborgene Sanierungsarbeiten in den Fokus zu rücken.

2. Modernisierung der Gastroküche

Die Gastroküche ist der Herzschlag eines Restaurants und daher oft ein Schwerpunkt bei Renovierungen. Neue Küchentechnik, wie Kombidämpfer oder professionelle Herde, ist in der Regel notwendig, um den Anforderungen an Hygiene, Effizienz und Leistungsfähigkeit gerecht zu werden.

Im Fall des Landgasthofs Zum Stern in Poppenhausen wird ein Küchenanbau geplant, um eine neue Gastroküche einzurichten. Die Kosten für solche Projekte sind meist im hohen fünfstelligen Bereich angesiedelt. Im Falle von Zum Stern wird mit Gesamtkosten im sechsstelligen Bereich gerechnet, von denen 45 Prozent durch das hessische Förderprogramm gedeckt werden.

3. Außenbereich und Fassadenmodernisierung

Die Attraktivität eines Restaurants hängt stark von der Optik ab. Der Umbau von Fassaden, Terrassen oder Biergärten kann daher entscheidend für den Geschäftserfolg sein.

Beim Landgasthof zur Post in Freiensteinau ist beispielsweise geplant, einen Nebenraum zu neugestalten und eine neue Fensterfassade zu installieren. Dazu kommen Investitionen in Mobiliar, die ebenfalls einen beträchtlichen Kostenblock ausmachen. Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 191.715 Euro, von denen 72.497 Euro durch das Förderprogramm abgedeckt werden.

4. Bauliche Umbauten und Raumaufteilung

Oft reicht es nicht aus, lediglich Einrichtung oder Technik zu ersetzen. Bauliche Veränderungen, wie der Anbau zusätzlicher Räume, die Vergrößerung der Gasträume oder die Anpassung an bauliche Vorschriften (z. B. Barrierefreiheit), sind oft unumgänglich.

Diese Arbeiten sind in der Regel kostenintensiv, da sie aufwendige Planung und meist den Einbezug von Architekten, Handwerkern und Baumeistern erfordern. Im Fall des Gasthof Erlengrund in Gersfeld-Maiersbach betragen die Gesamtkosten für den geplanten Umbau 668.587 Euro, von denen maximal 200.000 Euro durch das Förderprogramm gedeckt werden.

5. Weitere Investitionen: Kassensysteme, Transporter, Energieeffizienz

Neben der Renovierung des physischen Raumes gehören auch Investitionen in technische Ausrüstung, wie Kassensysteme, Transporter oder Energieeffizienzmaßnahmen, zur Renovierung eines Restaurants. Diese Kosten sind zwar oft geringer als die für bauliche Maßnahmen, aber dennoch entscheidend für den Betriebsablauf und das Wettbewerbsvermögen.

Die Herausforderungen einer Renovierung: Konflikte, Planung und öffentliche Interessen

Neben den reinen Kosten gibt es weitere Herausforderungen, die bei einer Restaurant-Renovierung berücksichtigt werden müssen. Diese reichen von der Planung über die Koordination mit Behörden bis hin zu möglichen Konflikten mit der lokalen Bevölkerung oder Politik.

1. Umgang mit städtischen Planungsmaßnahmen

Ein aktuelles Beispiel aus Frankfurt am Main ist der geplante Ausbau der Bockenheimer Landstraße, der auf heftigen Widerstand der dort ansässigen Gastronomen stößt. Eine Befragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) im Dornbusch ergab, dass 20 von 26 befragten Betrieben Umsätze um bis zu 40 Prozent verloren haben, seit ein neuer Radweg angelegt wurde. Neun Betriebe erwägen sogar, den Standort zu wechseln oder zu schließen.

Die Gastronomen kritisieren, dass sie im Vorfeld nicht in die Planung eingebunden wurden. Laut Mook, einem der betroffenen Betreiber, handele es sich um einen „teuren und kontraproduktiven Umbau“, der den überwiegenden Teil der Gastronomen negativ beeinflusse.

Die Stadt Frankfurt betont hingegen, dass zusätzliche Radwege aus Sicht des Verkehrsdezernats notwendig seien, da die bestehenden Wege als unsicher gelten. Die Planung sei demokratisch abgesegnet worden und solle in einer Infoveranstaltung nochmals erklärt werden.

2. Planung und Koordination mit Behörden

Eine Restaurant-Renovierung erfordert oft die Einbeziehung mehrerer Behörden, darunter Bauamt, Feuerwehr, Sanitäre Dienste und den zuständigen Ortsbeirat. Die Koordination dieser Akteure ist oft aufwendig und kann sich in Verzögerungen niederschlagen, was wiederum die Kosten erhöhen kann.

3. Kommunikation mit der Öffentlichkeit

Die Renovierung eines Restaurants kann auch in der Öffentlichkeit diskutiert werden, insbesondere wenn sie sich in einer historischen oder kulturell bedeutenden Gegend abspielt. Die Rekonstruktion der Frankfurter Altstadt ist ein solches Beispiel. Obwohl der Umbau anfangs umstritten war, hat sich das Quartier zwischen Dom und Römer mittlerweile als Kulturmeile etabliert.

Die Erfahrung zeigt, dass es wichtig ist, mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren und die geplanten Maßnahmen transparent darzustellen, um Mißverständnisse vorzubeugen und das Projekt in seiner Gesamtheit zu erklären.

Förderprogramme im ländlichen Raum: Chancen nutzen

Obwohl die Renovierung eines Restaurants oft mit hohen Kosten verbunden ist, bietet das hessische Sonderprogramm „Gaststätten“ wertvolle Unterstützung für Betreiber im ländlichen Raum.

1. Förderung von Investitionen ab 15.000 Euro

Das Programm unterstützt Investitionen ab 15.000 Euro, darunter:

  • Renovierung von Gasträumen
  • Bau oder Modernisierung von Außenterrassen
  • Modernisierung der Gastroküche
  • Anschaffung von Technik wie Kassensystemen oder Transportern

Die Förderquote beträgt 45 Prozent, wobei die Höchstfördersumme 200.000 Euro beträgt.

2. Praktische Beispiele aus der Region

Die Region bietet mehrere Beispiele, wie das Förderprogramm genutzt werden kann:

  • Landgasthof Zum Stern in Poppenhausen: Küchenanbau und Sanierung der Gebäudeinfrastruktur. Die Förderung beträgt 153.662 Euro.
  • Hotel-Restaurant Zur Burgruine Frauenberg in Ebsdorfergrund: Sanierung von Dach und Elektroverteilung. Förderung: 48.423 Euro.
  • Landgasthof Zur Post in Freiensteinau: Neugestaltung eines Nebenraums und Fensterfassade. Förderung: 72.497 Euro.
  • Gasthof Erlengrund in Gersfeld-Maiersbach: Gesamtkosten: 668.587 Euro. Förderung: 200.000 Euro (Maximalzuschuss).

Diese Beispiele zeigen, wie vielseitig und effektiv das Förderprogramm genutzt werden kann, um Investitionen in der Gastronomie zu unterstützen.

3. Zielsetzung des Programms

Laut Gerald Kink, Präsident des DEHOGA Hessen, zielt das Sonderprogramm darauf ab, das Kulturgut „Gasthaus“ im ländlichen Raum zu erhalten und Betriebe abseits der urbanen Räume bei Investitionen zu unterstützen. Dazu gehören Maßnahmen, die die Aufenthaltsqualität, das Serviceangebot und die Nachhaltigkeit verbessern.

Fazit

Die Renovierung eines Restaurants in Frankfurt oder der umliegenden Region ist ein aufwendiges Projekt, das sowohl fachliche als auch finanzielle Planung erfordert. Die Kosten können sich auf mehrere Bereiche erstrecken – von der Sanierung von Dach, Elektro und Abwasser bis hin zu baulichen Umbauten, Modernisierungen der Gastroküche und Investitionen in Technik und Mobiliar.

Zudem spielen externe Faktoren wie städtische Planungsmaßnahmen, Koordinationsaufwand mit Behörden und der Umgang mit der Öffentlichkeit eine Rolle. Gleichzeitig bieten Förderprogramme wie das hessische Sonderprogramm „Gaststätten“ wertvolle Unterstützung, insbesondere für Betreiber im ländlichen Raum.

Die Erfahrungen aus Frankfurt und der Region zeigen, dass eine sorgfältige Planung, die Einbindung von Fachleuten und die Nutzung staatlicher Förderungen entscheidend für den Erfolg einer Renovierung sind. Mit der richtigen Strategie ist es möglich, nicht nur die Anforderungen an die bauliche und technische Ausstattung zu erfüllen, sondern auch die Kultur und das kulturelle Angebot der Region zu stärken.

Quellen

  1. Altstadt-Rekonstruktion in Frankfurt am Main – Von der umstrittenen Sanierung zur beliebten Kulturmeile
  2. Bockenheimer Gastronomen protestieren gegen Umbau
  3. Rund 525.000 Euro für vier Gaststätten im ländlichen Raum
  4. cro-bau.de

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