Die Renovierung von Rigipswänden ist eine zentrale Aufgabe im Bereich der Innenraumgestaltung und Bauplanung. Rigipsplatten, die heute in fast allen Bauprojekten im Innenbereich Verwendung finden, erfordern spezielle Kenntnisse und Vorgehensweisen bei der Vorbereitung und der Renovierung. Im Folgenden wird anhand verlässlicher Quellen ein umfassender Überblick über die verschiedenen Aspekte der Renovierung von Rigipswänden gegeben – von der Entfernung bis hin zur Beschichtung und Dämmung.
Was ist eine Rigipswand?
Rigipsplatten sind Gipskartonplatten, die sich durch einen Gipskern und umgebende Kartonlagen auszeichnen. Der Name „Rigips“ stammt historisch von einem Hersteller, der diese Platten in Deutschland eingeführt hat. Heute sind Rigipsplatten ein Standard im sogenannten Trockenbau, also dem Bauen ohne Verwendung von Mörtel oder Beton. Sie werden hauptsächlich für nicht tragende Wände, abgehängte Decken oder Dachschrägen verwendet.
Es gibt zwei Standardtypen von Rigipsplatten: hellgraue Platten für normale Räume und grüne, kernimprägnierte Platten für feuchte Räume wie Badezimmer oder Küchen. Die Standardgröße der Platten beträgt 12,5 mm Dicke bei einer Länge von 2.000 mm und einer Breite von 600 mm.
Warum Rigipswände renovieren?
Rigipswände bieten in der Regel eine glatte, gleichmäßige Fläche, die sich ideal für Renovierungsarbeiten eignet. Mit der Zeit können jedoch Schäden entstehen – durch Feuchtigkeit, mechanische Einwirkungen oder einfach durch den Verschleiß der Zeit. Eine Renovierung ist dann notwendig, um die Funktion und das Erscheinungsbild der Wände wiederherzustellen.
Außerdem kann eine Renovierung auch mit Optimierungen verbunden sein. Beispielsweise kann eine zweilagige Beplankung den Schallschutz verbessern oder eine Dämmung hinzugefügt werden, um den Energiebedarf zu reduzieren. Im Folgenden wird der Renovierungsprozess Schritt für Schritt beschrieben.
Entkernung und Vorbereitung der Räume
Bevor mit der Renovierung der Rigipswände begonnen werden kann, ist meist eine Entkernung des Raumes notwendig. Diese umfasst die Entfernung bestehender Bodenbeläge, Wandverkleidungen, Türen, Fensterzargen und ggf. Einbauten wie Küchen oder Bäder. Die Kosten für solche Arbeiten sind variabel und hängen von der Größe der Fläche und dem Umfang der Arbeiten ab. Nachfolgend sind einige typische Preissegmente aus einer Quelle zusammengefasst:
| Leistung | Kosten (ohne Mehrwertsteuer) |
|---|---|
| Tapete entfernen | ab ca. 4 €/m² |
| PVC-Bodenbelag entfernen | ab ca. 7 €/m² |
| Teppichboden (verklebt) entfernen | ab ca. 60 €/Raum |
| Türen/Türzargen demontieren | ab ca. 30 €/Tür |
| Küche ausbauen | ab ca. 70 €/lfd. Meter |
| Rigips-Wände und -decken entfernen | ab ca. 14,50 €/m² |
| Fliesen entfernen | ab ca. 20 €/m² |
| Putz abstemmen | ab ca. 9,50 €/m² |
Diese Arbeiten sind oft unerlässlich, um die bestehenden Wände freizulegen und eventuell beschädigte Rigipsplatten auszutauschen. Besonders bei Renovierungsprojekten, bei denen Räume neu aufgeteilt werden sollen, ist eine gründliche Entkernung entscheidend für das Ergebnis.
Einfach- oder doppelbeplankte Rigipswände: Was ist besser?
Bei der Renovierung von Rigipswänden ist es wichtig zu entscheiden, ob eine einfache oder eine doppelbeplankte Konstruktion verwendet wird. Eine einfach beplankte Wand besteht aus einer Lage Rigipsplatten, während eine doppelbeplankte Wand aus zwei Lagen besteht, wodurch sich die Schall- und Brandschutzeigenschaften verbessern.
Laut einer Quelle sind die Kosten für eine zweilagige Trennwand ohne Dämmung zwischen 50 und 80 €/m², mit Dämmung zwischen 63 und 104 €/m². Ein Praxisbeispiel: Ein Renovierungsprojekt für ein Schlafzimmer wurde mit 125 mm dicken Wänden und Mineralwolldämmung durchgeführt, was einen deutlichen Schallschutz erzielte.
Die Dicke der Wand hängt auch von der Art der Unterkonstruktion ab. Für die Installation schwerer Gegenstände wie Hängeschränke oder Sanitäreinrichtungen ist jedoch eine verstärkte Unterkonstruktion erforderlich, unabhängig davon, ob die Wand einfach oder doppelt beplankt ist.
Normen und Richtlinien
Es gibt verschiedene Normen und Richtlinien, die für Rigipswände relevant sind:
- DIN 4103 legt Vorgaben für nicht tragende Gipswandsysteme und hölzerne Unterkonstruktionen fest.
- DIN 18182-1 und DIN EN 14195 beziehen sich auf Metallprofile.
- DIN 18180 und DIN 18181 behandeln Arten, Anforderungen und Verarbeitung von Gipsplatten.
- DIN 4102 und DIN-EN 13501-1 sind für Brandschutz relevant.
- DIN 4109 legt Anforderungen an den Schallschutz fest.
Diese Normen sind besonders bei Renovierungen wichtig, die Brandschutz- oder Schallschutzanforderungen erfüllen müssen.
Vorbereitung der Rigipswand für die Renovierung
Nachdem die Wand freigelegt ist, muss sie gründlich vorbereitet werden. Dazu zählen:
1. Grundierung
Rigipsplatten sind sehr saugfähig, was bedeutet, dass sie Wasser aus Tapetenkleister oder Wandfarbe stark aufnehmen können. Um das zu vermeiden, ist eine Grundierung unerlässlich. Dies gilt auch vor dem Verputzen oder Tapezieren.
2. Oberflächengüte
Je nachdem, welches Endprodukt gewünscht wird, muss die Oberfläche einer bestimmten Qualitätsstufe entsprechen:
- Q2: Für grobe Struktur, z. B. Raufasertapeten.
- Q3: Für feine Struktur, z. B. dünnere Tapeten.
- Q4: Für glänzende Oberflächen, z. B. Vinyl- oder Metalltapeten.
Diese Qualitätsstufen können durch mehrere Verspachtel- und Schleifgänge erreicht werden. Professionelle Handwerker können hier oft bessere Ergebnisse erzielen, da sie die erforderliche Erfahrung und Ausrüstung haben.
Beschichtungsoptionen
Nach der Vorbereitung der Wand können verschiedene Beschichtungsoptionen gewählt werden:
1. Tapezieren
Tapezieren ist eine beliebte Methode, um Rigipswände zu veredeln. Es ist jedoch wichtig, die Wand vorher auf die richtige Qualitätsstufe zu bringen. Für feine Tapeten, wie z. B. transparente oder glänzende, ist eine höhere Qualitätsstufe erforderlich.
2. Streichen
Streichen ist eine gängige und kostengünstige Methode, um eine Rigipswand zu veredeln. Zuvor ist eine Grundierung erforderlich, um die Farbaufnahme zu regulieren und die Haltbarkeit zu erhöhen.
3. Verputzen
Verputzen ist oft notwendig, wenn die Wand nicht glatt genug ist oder besondere Anforderungen an die Oberfläche bestehen. Ein professioneller Verputz kann dazu führen, dass die Wand so glatt ist, dass selbst hauchdünne Tapeten problemlos aufgebracht werden können.
4. Fliesen
Fliesen können auf Rigipswänden angebracht werden, insbesondere in Nassbereichen. Hier ist jedoch eine gründliche Vorbereitung der Wandflächen erforderlich, um Risse und Unebenheiten zu vermeiden.
Dämmung und Brandschutz
Eine Renovierung von Rigipswänden bietet auch die Möglichkeit, die Dämmung oder den Brandschutz zu optimieren.
Dämmung
Durch das Einbringen von Dämmmaterialien wie Mineralwolle zwischen die Rigipsplatten oder in die Unterkonstruktion kann die Wärmedämmung verbessert werden. Zudem sorgen dichtere Schichten und doppelbeplankte Konstruktionen für eine bessere Isolation.
Brandschutz
Bei Renovierungen, die Brandschutzanforderungen erfüllen müssen, ist eine entsprechende Planung erforderlich. Die DIN 4102 und DIN-EN 13501-1 legen hier Vorgaben fest. In der Praxis kann dies durch den Einsatz von speziellen Rigipsplatten oder zusätzliche Schutzmaßnahmen erreicht werden.
Fazit
Die Renovierung von Rigipswänden ist eine vielseitige Aufgabe, die sowohl handwerkliche als auch planerische Aspekte umfasst. Vom Entkern bis zur endgültigen Beschichtung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Wand zu optimieren – sei es durch besseren Schallschutz, Dämmung oder Brandschutz. Egal ob für den Eigenbedarf oder als Teil einer größeren Renovierung, eine sorgfältige Planung und Ausführung ist entscheidend für ein gelungenes Ergebnis.