Renovierungskosten sparen: Wie Eigenleistung und Planung die Kosten für Handwerker reduzieren

Renovierungskosten können schnell in die Höhe schnellen, insbesondere wenn handwerkliche Arbeiten an mehreren Gewerken erforderlich sind. Doch es gibt Wege, um diese Kosten zu minimieren – durch sorgfältige Planung, Eigenleistungen und die Auswahl der richtigen Partner. In diesem Artikel werden die wesentlichen Faktoren zur Kosteneinsparung bei Renovierungsarbeiten detailliert erläutert, unter Berücksichtigung von Handwerkerkosten, Materialauswahl, Fördermöglichkeiten und rechtlichen Aspekten.


Was bedeutet Renovierung – und wann lohnt sich eine Sanierung?

Die Begriffe Renovierung, Modernisierung und Sanierung werden oft synonym verwendet, bedeuten aber in der Praxis unterschiedliche Dinge. Eine Renovierung bezieht sich auf die optische oder funktionalen Verbesserungen an einer Immobilie, wie das Tapezieren einer Wand oder das Verlegen eines neuen Bodens. Bei einer Modernisierung geht es um die Verbesserung der Energieeffizienz oder Barrierefreiheit. Eine Sanierung hingegen bezieht sich auf umfassende bauliche Maßnahmen, bei denen ein Gebäude bis auf die tragenden Strukturen auseinandergenommen wird (Kernsanierung).

Renovierungen sind in der Regel weniger aufwendig und günstiger als Sanierungen. Laut Quelle [1] bewegen sich die Renovierungskosten pro Quadratmeter in einem Bereich von 600 bis 1.600 Euro, wobei die Preisspanne stark von der Art und Tiefe der Maßnahmen abhängt. Einfache Maßnahmen wie Wände streichen oder Boden verlegen sind deutlich günstiger und bieten oft gute Gelegenheiten für Eigenleistungen.


Kostenspiegel für Renovierungsarbeiten

Um die Kosten für Renovierungsarbeiten besser abschätzen zu können, ist es hilfreich, sich über die durchschnittlichen Preise der einzelnen Handwerkerarbeiten zu informieren. Laut Quelle [2] hat das Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI) für das 4. Quartal 2024 folgende Kostensätze ermittelt:

Arbeiten Kosten pro m²
Tapete entfernen ca. 5 €
Tapezieren (Raufaser) ca. 26 €
Tapezieren (Glasfaser) ca. 41 €
Alten Putz abschlagen ca. 15 €
Verputzen, einlagig mit Gips ca. 30 €
Verputzen, einlagig mit Kalkzement ca. 31 €
Verputzen, einlagig mit Lehm ca. 45 €
Trockenputz, Gipskartonplatte 12,5 mm ca. 102 €
Malern, Dispersionsfarbe auf Putz ca. 13 €
Malern, Silikatfarbe auf Putz ca. 15 €

Diese Preise beinhalten Lohn- und Materialkosten bei Beauftragung eines Handwerkers. Sie können je nach Region und individueller Arbeitsleistung variieren. Ein weiterer Kostenfaktor ist die Entsorgung alter Materialien. Oft wird unterschätzt, dass das Entfernen und Entsorgen von alten Duschen, Wannen oder Estrichen zusätzliche Kosten verursacht.


Wie kann man Renovierungskosten sparen?

Renovierungsarbeiten sind in der Regel mit hohen Kosten verbunden, aber durch gezielte Maßnahmen lässt sich der finanzielle Aufwand reduzieren. Im Folgenden werden einige bewährte Methoden vorgestellt, die aus den bereitgestellten Quellen abgeleitet wurden.

1. Angebote vergleichen

Ein entscheidender Schritt, um Kosten zu sparen, ist die Vergleichung von Angeboten. Laut Quelle [3] ist es wichtig, mehrere Angebote von verschiedenen Handwerkerfirmen einzuholen. Dabei sollte man nicht nur auf den Preis achten, sondern auch auf Referenzen, Erfahrung und die Qualität der Leistung. Ein günstiges Angebot kann sich am Ende als teurer erweisen, wenn die Arbeit nicht ordnungsgemäß durchgeführt wird und Nacharbeiten notwendig sind.

2. Eigenleistungen durchführen

Eigenleistungen können eine große Kostenersparnis schaffen, vorausgesetzt, man hat die nötige Zeit und Fähigkeiten. Laut Quelle [3] und [5] kann jeder Mieter oder Eigentümer durch selbst durchgeführte Arbeiten Geld sparen – sei es das Streichen von Wänden, das Tapezieren oder das Mischen von Putz. Es ist jedoch wichtig, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Fehlschläge können zusätzliche Kosten verursachen, wenn die Arbeit später durch einen Profi korrigiert werden muss.

Zudem ist es nicht erforderlich, für die Arbeiten, die man selbst durchführt, neue Werkzeuge zu kaufen. Quelle [3] empfiehlt, vorhandene Geräte von Freunden oder im Baumarkt zu mieten. Dies reduziert den Einmal-Kaufpreis erheblich.

3. Auf Qualität achten

Auch wenn man Geld sparen möchte, sollte man nicht am Material sparen. Laut Quelle [4] ist eine hohe Renovierungsqualität entscheidend, um langfristige Kosten zu vermeiden. Billige Materialien können schneller verschleißen, was in der Folge wieder Kosten für Wartung oder Austausch entstehen lässt.

Ein Beispiel hierfür sind Farben: Dispersionsfarben sind günstiger als Silikatfarben, aber die Haltbarkeit kann sich unterscheiden. Bei einer Renovierung mit Streichen oder Tapezieren ist es oft sinnvoll, hochwertige Materialien zu verwenden, um die Dauerhaftigkeit der Arbeiten zu erhöhen.


Fördermöglichkeiten und Finanzierung

Ein weiterer Aspekt, der zur Kosteneinsparung beitragen kann, sind staatliche Förderungen. Laut Quelle [1] und [4] bietet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Förderungen für energetische Sanierungsmaßnahmen an. Diese beinhalten Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite, die die Kosten für Renovierungen verringern können.

Zudem kann man als Mieter oder Eigentümer 20 % der Handwerkerkosten in der Einkommensteuererklärung geltend machen. Allerdings gilt dies nur für den Arbeitsaufwand, nicht für Materialkosten. Mieter, die Renovierungsarbeiten an Mietwohnungen durchführen, können diese als Werbungskosten steuerlich absetzen, wodurch der finanzielle Aufwand für die Renovierung reduziert wird.


Rechtliche Aspekte bei Renovierungsarbeiten

Je nach Vertragslage und Wohnform können rechtliche Aspekte eine Rolle spielen. Laut Quelle [4] sind Mieter berechtigt, einfache Renovierungsarbeiten ohne Zustimmung durchzuführen, sofern diese später rückgängig gemacht werden können. Dazu gehören z. B. Streichen, Tapezieren oder das Verlegen von Tapeten.

Bei bauen Veränderungen, wie das Einbauen einer neuen Küche oder das Anbringen von Schränken, ist hingegen die Zustimmung des Vermieters erforderlich. Laut Quelle [4] müssen Mieter sich auf die im Mietvertrag festgelegten Klauseln verlassen. Diese können unter Umständen Einschränkungen hinsichtlich der Farbgestaltung, der Materialien oder der Art der Arbeiten beinhalten.


Tipps für eine effektive Renovierung

Einige zusätzliche Tipps, die aus den bereitgestellten Quellen abgeleitet wurden, können die Renovierungskosten weiter minimieren:

1. Planung vor Auftragsvergabe

Eine gute Planung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Renovierung. Laut Quelle [3] ist es wichtig, bereits vor der Auftragsvergabe zu überlegen, welche Maßnahmen durchgeführt werden sollen, welche Prioritäten gesetzt werden und wie man die Arbeiten organisiert. Ein zeitlicher Puffer für unvorhergesehene Verzögerungen kann ebenfalls nützlich sein.

2. Prioritäten setzen

Nicht jede Renovierung muss in einem Zug durchgeführt werden. Quelle [5] empfiehlt, die Sanierungsarbeiten in Phasen einzuteilen, um den finanziellen Druck zu verringern. Zudem ist es sinnvoll, die Renovierungsbedarfe regelmäßig zu überprüfen, um teure Reparaturen vorzubeugen.

3. Empfehlungen nutzen

Persönliche Empfehlungen von Freunden oder Bekannten können bei der Auswahl von Handwerkerfirmen hilfreich sein. Laut Quelle [4] können Erfahrungsberichte Aufschluss über die Zuverlässigkeit, Qualität und Preisgestaltung der jeweiligen Handwerker liefern.


Eigenleistungen vs. Handwerkerarbeiten: Was ist sinnvoll?

Es gibt einige Renovierungsarbeiten, die man leicht selbst durchführen kann, ohne dass dadurch die Qualität oder Sicherheit gefährdet wird. Laut Quelle [5] zählen dazu:

  • Wände streichen
  • Tapete entfernen oder tapezieren
  • Bodenfliesen verlegen (bei einfachen Designs)
  • Grundreparaturen an Möbeln oder Schränken

Andere Arbeiten hingegen sollten nur von Profis durchgeführt werden, insbesondere wenn es um Elektroinstallationen, Heizung oder Dacharbeiten geht. Laut Quelle [4] ist es zudem wichtig, dass man nicht übernimmt, was man nicht beherrscht. Fehler in solchen Bereichen können teuer werden, da sie oft erst nach einiger Zeit sichtbar werden.


Fazit

Renovierungen sind notwendig, um Immobilien in einem guten Zustand zu halten und den Wert zu sichern. Die Kosten können jedoch erheblich sein, insbesondere wenn mehrere Handwerker beauftragt werden. Durch sorgfältige Planung, die Vergleichung von Angeboten, die Durchführung von Eigenleistungen und die Nutzung staatlicher Förderprogramme lässt sich der finanzielle Aufwand deutlich reduzieren.

Es ist wichtig, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen, um Unfälle oder Fehlbauten zu vermeiden. Zudem ist Qualität entscheidend – gerade bei Materialien und Verarbeitung. Wer die richtigen Entscheidungen trifft, kann seine Renovierung nicht nur kostengünstig, sondern auch langfristig erfolgreich umsetzen.


Quellen

  1. Wohnglück.de: Was kostet die Modernisierung meines Hauses?
  2. Schwäbisch Hall: Kosten Sanieren & Renovieren
  3. Dr. Klein: Renovierungskosten
  4. Commerzbank: Renovierungskosten für Haus und Wohnung
  5. Schwäbisch Hall: Renovierungskosten berechnen

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