Sicherungen im Sicherungskasten beim Anschluss eines Elektroherds – Was Mieter und Eigentümer wissen müssen

Die Renovierung oder der Austausch eines Elektroherds kann in Altbauten zu besonderen Herausforderungen führen, insbesondere wenn der Sicherungskasten nicht für moderne Anforderungen ausgelegt ist. Oftmals bleibt beim Anschluss des Geräts eine Sicherung im Sicherungskasten ausgelöst, was Mieter und Eigentümer gleichermaßen beunruhigen kann. In diesem Artikel wird detailliert erläutert, welche Faktoren bei der Installation eines Elektroherds im Altbau eine Rolle spielen, was die Sicherungen im Sicherungskasten betreffen, und wie Mieter und Eigentümer vorgehen sollten, um Sicherheit und Funktionssicherheit zu gewährleisten.

Sicherungskasten und Elektroherd: Grundlagen

Der Sicherungskasten (auch Verteiler oder Unterverteilung genannt) ist das zentrale Element eines elektrischen Anschlussnetzes in einem Gebäude. Er enthält Sicherungen und Schalter, die die Stromversorgung der einzelnen Verbraucherkreise überwachen und im Notfall abschalten, um Schäden oder Brandgefahr zu vermeiden.

Ein Elektroherd, insbesondere ein Drehstromherd (380 V), stellt hohe Anforderungen an die elektrische Installation. Typische Leistungswerte für Elektroherde liegen zwischen 6 und 12 kW, was bedeutet, dass eine ausreichend dimensionierte Leitung und eine passende Sicherung erforderlich sind, um eine Überlastung zu vermeiden.

Leitungsschutzschalter und FI-Schutzschalter

Im Sicherungskasten finden sich oft Leitungsschutzschalter (LS-Schalter) und FI-Schutzschalter (Fehlerstrom-Schutzschalter). Die Leitungsschutzschalter sind dafür zuständig, bei einer Überlastung der Leitung oder bei einem Kurzschluss den Stromkreis abzusichern. FI-Schutzschalter hingegen reagieren auf Fehlerströme, die auf ein Leck oder eine Unsymmetrie im Stromkreis hinweisen können, z. B. durch Feuchtigkeit oder beschädigte Isolierung.

Altbau und Sicherungstypen

In Altbauten, die in den 1970er- oder 1980er-Jahren errichtet wurden, ist es nicht unüblich, Sicherungsautomaten mit der Charakteristik „H“ zu finden. Diese Leitungsschutzschalter entsprechen älteren Normen und sind heute nicht mehr für neue Installationen zugelassen. Obwohl sie nicht verboten sind, können sie in der Praxis mit modernen Geräten wie Elektroherden in Konflikt geraten, wenn die Auslösecharakteristik nicht mehr optimal auf den Verbraucher abgestimmt ist.

Sicherung fliegt beim Anschluss des Herdes: Ursachen

Wenn beim Anschluss eines Elektroherds im Sicherungskasten eine Sicherung ausgelöst wird, kann dies mehrere Ursachen haben. Die gängigsten sind:

1. Falsch abgestimmte Sicherungscharakteristik

Elektroherde, insbesondere Drehstromherde, benötigen oft Sicherungen mit der Auslösecharakteristik „B“ oder „C“. Sicherungen mit der Charakteristik „H“ (wie in Altbauten verbaut), sind älteren Normen entnommen und können nicht mehr mit den heutigen Anforderungen an Schutz und Funktionssicherheit übereinstimmen. Ein Elektriker kann hier oft die Sicherung auf einen modernen Typ wechseln, ohne die gesamte Installation erneuern zu müssen.

2. Überlastung der Leitung

Wenn die Stromleitung im Altbau nicht für eine hohe Last ausgelegt ist, kann sie unter der Belastung eines Elektroherds überhitzen. Dies kann dazu führen, dass die Sicherung auslöst, um eine Überlastung der Leitung zu vermeiden. In solchen Fällen ist es notwendig, die Leitung zu prüfen und gegebenenfalls zu erneuern.

3. Fehlerstrom durch Feuchtigkeit oder Isolationsmangel

Ein weiterer Grund für das Auslösen der Sicherung kann ein Fehlerstrom sein, der durch Feuchtigkeit, überkochte Pfannen oder fehlende Abdichtung an der Kochstelle entsteht. In solchen Fällen ist es oft der FI-Schutzschalter, der reagiert und den Stromkreis abschaltet. Die Ursache muss dann lokalisiert und behoben werden, z. B. durch Abdichtung oder Austausch beschädigter Komponenten.

4. Kabelverlauf oder Leitungsende ohne Anschluss

Bei Renovierungsarbeiten oder dem Einbau eines neuen Herds kann es vorkommen, dass eine Leitung existiert, die jedoch nicht ordnungsgemäß angeschlossen ist. In Altbauten kann es beispielsweise eine Leitung geben, die in den Wänden verläuft, aber an einer Steckdose endet, an der nichts angeschlossen ist. In solchen Fällen ist eine Ortsbegehung durch einen Elektriker erforderlich, um den Verlauf der Leitung zu prüfen und gegebenenfalls Anschlüsse herzustellen.

Vorgehensweise bei der Renovierung oder dem Einbau eines Elektroherds

1. Prüfung der Sicherungsinstallation

Bevor ein Elektroherd angeschlossen wird, sollte der Sicherungskasten geöffnet und der Zustand der Sicherungen geprüft werden. Ist die Sicherung mit der Charakteristik „H“ veraltet oder nicht für die Anschlussleistung des Herds geeignet, kann ein Wechsel auf einen modernen Typ (z. B. B16A oder B25A) erforderlich sein. Hierbei ist Vorsicht geboten: Der Sicherungstausch darf nur durch fachmännisches Personal erfolgen.

2. Prüfung der Leitungsdimensionierung

Die Stromleitungen im Altbau sind oft nicht für die heutigen Leistungsbeträge ausgelegt. Ein Elektriker kann die Leitungsdimensionierung prüfen und gegebenenfalls erneuern, um eine Überlastung zu vermeiden.

3. Einbau eines FI-Schutzschalters

Ein FI-Schutzschalter ist besonders in der Küche empfehlenswert, da hier durch Feuchtigkeit oder Unachtsamkeit Gefahr besteht. Der FI-Schutzschalter kann als Summenschalter oder als Leitungsschutzschalter (FI-LS) eingesetzt werden. Letzterer ist in der Regel für den Herdkreis geeignet, da er den Fehlerstrom direkt im Kreis überwacht.

4. Anschluss des Herds durch fachmännisches Personal

Der Anschluss eines Elektroherds, insbesondere eines Drehstromgeräts, ist keine Tätigkeit, die Mieter selbst durchführen können. Es handelt sich um eine elektrische Installation, die nur durch einen Elektriker oder ein Elektrobüro durchgeführt werden darf. Zudem muss ein Mieter sich bei Eingriffen in die Elektrik an den Vermieter wenden, da diese Verantwortung im Mietvertrag oft dem Vermieter zugeordnet ist.

5. Abdichtung und Feuchtigkeitskontrolle

Ein häufiger Grund für das Auslösen der Sicherung in der Küche ist Feuchtigkeit, die durch überkochende Gerichte oder undichte Rohrleitungen entsteht. Eine gute Abdichtung der Kochstelle, der Dunstabzug und eine regelmäßige Kontrolle auf Feuchtigkeit können hier Schäden vermeiden.

Was Mieter und Eigentümer wissen sollten

1. Vermieter haftet für Sicherheitsmängel

Nach deutschem Mietrecht ist der Vermieter verpflichtet, die Elektroinstallation sicher und funktionsfähig zu halten. Das bedeutet, dass Mieter nicht verpflichtet sind, Sicherungen oder Schalter zu erneuern, wenn diese veraltet sind. Sollte ein Elektriker beim Anschluss des Herds auf mangelhafte Sicherungen hinweisen, muss der Vermieter entscheiden, ob eine Erneuerung notwendig ist.

2. Einige Elektriker sind nicht fachgerecht

Im Rahmen der Renovierung kann es vorkommen, dass angehende Elektriker oder Elektrik-Vertragsunternehmen, die für andere Aufgaben ausgebildet sind (z. B. bei der Anlieferung von Geräten), den Einbau ablehnen, wenn die Installation nicht ihren Erwartungen entspricht. In solchen Fällen ist es empfehlenswert, einen Meisterbetrieb hinzuzuziehen, der die Installation fachgerecht prüft und ggf. korrigiert.

3. Keine Verpflichtung zur periodischen Elektroprüfung

Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, die Elektroinstallation in einem bestimmten Zeitraum zu prüfen. Dennoch ist es empfehlenswert, bei Renovierungen oder bei der Installation stromintensiver Geräte eine Prüfung durch einen Elektriker durchzuführen, um potenzielle Gefahren zu erkennen.

4. Fehlerströme und Brandgefahr

Wenn eine Sicherung nicht auslöst, obwohl die Leitung überlastet ist, kann dies zu einer Erhitzung der Isolierung führen. Hier besteht die Gefahr von Schwelbränden, die schwer zu erkennen und gefährlich sind. Sicherungen und FI-Schutzschalter sind daher nicht nur für den Herd, sondern für das gesamte Haushaltsnetz wichtig.

Fazit

Der Anschluss eines Elektroherds in Altbauten kann aufgrund veralteter Sicherungscharakteristiken, ungenügender Leitungsdimensionierung oder fehlender FI-Schutzschalter zu Problemen führen. Wenn eine Sicherung beim Anschluss des Geräts auslöst, ist dies kein unbedingter Grund zur Panik, sondern eine Warnung, dass etwas nicht optimal ist. Mieter sollten sich nicht selbst an der Elektroinstallation betätigen, sondern fachmännische Hilfe hinzuziehen. Eigentümer sollten dafür sorgen, dass die Installationen sicher und aktuell sind, insbesondere wenn sie für moderne Geräte genutzt werden. Bei Renovierungen oder Anschlüssen von Elektroherden ist es daher empfehlenswert, den Sicherungskasten und die Stromleitungen fachgerecht prüfen zu lassen, um Gefahren zu vermeiden und die Funktionssicherheit zu gewährleisten.

Quellen

  1. Was ist das für ein Sicherungskasten – Was muss ich beachten, wenn ich neue Elektrogeräte anschliesse?
  2. Neue Sicherungen Altbau notwendig?
  3. Sicherungskasten E-Herd Sicherung fliegt raus
  4. Sicherung fliegt raus: Was bedeutet das?
  5. Ende von stromloser Leitung finden

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