Eine Terrasse ist mehr als nur ein Aushilfsraum für Sommerabende – sie ist eine Erweiterung des Wohnraums und eine Investition in den Wert und die Lebensqualität des eigenen Heims. Doch im Laufe der Zeit kann eine Terrasse im Zuge von Witterungseinflüssen, Materialverschleiß oder gestalterischen Wünschen Sanierungsbedarf aufweisen. Glücklicherweise lässt sich eine Terrasse oftmals mit etwas Planung, handwerklichem Geschick und der richtigen Ausstattung auch im Eigenbau erfolgreich renovieren.
Dieser Artikel bietet eine umfassende Übersicht über die wichtigsten Aspekte, Techniken und Materialien, um Terrassen selbst zu renovieren, wobei alle Angaben sich auf verfügbare, vertrauenswürdige Quellen stützen.
Planung: Voraussetzung für eine langlebige Terrasse
Eine sorgfältige Planung ist der Schlüssel zu einer stabilen und funktionalen Terrasse. Dabei sollten mehrere Faktoren berücksichtigt werden, insbesondere die Gestaltung, das Material und die technischen Voraussetzungen. Einige zentrale Punkte sind:
- Gefälleplanung: Um Wasseransammlungen zu vermeiden, ist ein Gefälle von mindestens 2 % erforderlich. Dies bedeutet, dass die Terrasse sich vom Haus weg absenkt – bei einer Terrasse von 3 Metern Länge beispielsweise um insgesamt 6 Zentimeter. Das Gefälle muss jedoch stufenweise erfolgen, damit die Terrasse optisch flach bleibt.
- Abdichtung und Entwässerung: Wenn die Terrasse nicht auf einem Rasen liegt, ist eine Entwässerung unerlässlich. Dies gilt insbesondere für Dachterrassen, wo eine fachgerechte Abdichtung notwendig ist, um Schäden an der Dachkonstruktion zu vermeiden.
- Materialauswahl: Die Wahl des Bodenbelags hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel Nutzungshäufigkeit, Wetterbeständigkeit und ästhetischem Eindruck. Stabile Materialien wie Naturstein, Klinker oder WPC-Dielen sind für häufig genutzte Terrassen empfehlenswert, während weichere Materialien wie Kies oder Holzhäckseln eher für geringere Nutzung geeignet sind.
Die DIN-Norm 18531 legt hier weitere Vorgaben fest, die bei der Planung berücksichtigt werden sollten. Für Dachterrassen ist es zudem wichtig, die Stabilität des Daches durch einen Statiker überprüfen zu lassen.
Materialien für Terrassen: Vorteile und Anwendung
Die Wahl des richtigen Materials für die Terrassenfläche ist entscheidend für die Langlebigkeit und die optische Wirkung. Je nach Vorliebe und Nutzung können verschiedene Materialien in Betracht gezogen werden:
Terrassenplatten aus Naturstein
Natursteinplatten sind eine beliebte Wahl, da sie robust, witterungsbeständig und optisch ansprechend sind. Sie speichern tagsüber Sonnenwärme und geben diese in der Abenddämmerung langsam ab, was besonders bei abendlicher Nutzung angenehm ist.
Klinkersteine
Klinkersteine verleihen der Terrasse ein mediterranes Flair. Sie passen gut zu rustikalen Einrichtungsstilen und lassen sich mit Holzmöbeln kombinieren. Auf Dachterrassen sind sie jedoch weniger empfehlenswert, da sie optisch überladen wirken können.
Betonwerksteine
Betonwerksteine sind vielseitig einsetzbar und in zahlreichen Formen und Farben erhältlich. Sie lassen sich wie Fliesen verlegen und sind besonders bei Terrassen mit individuellem Gestaltungswunsch beliebt. Wichtig ist, dass die Oberfläche glatt und die Steine zweischichtig sind, um Schmutz und Abnutzung abzuwehren.
WPC-Terrassendielen
WPC-Dielen (Wood Plastic Composite) bestehen aus einer Kombination aus Holzfasern, Kunststoff und Additiven. Sie vereinen die Optik von Holz mit den Vorteilen von Kunststoff: wasserfest, rutschfest und splitterfrei. WPC-Terrassendielen sind zu 100 % recyclingfähig und erfordern kaum bis keine Pflege – eine Reinigung mit Hochdruckreiniger oder Bürste genügt.
Ein weiterer Vorteil ist die Nachhaltigkeit: WPC-Dielen bestehen oftmals aus Hölzern aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Sie eignen sich gut für Terrassen, die eine holzige Optik wünschen, aber mit weniger Wartung verbunden sein sollen.
Technische Vorbereitung: Fundament, Drainage und Verlegung
Eine sorgfältige technische Vorbereitung ist die Grundlage für eine langlebige Terrasse. Dazu zählen:
Bodengestaltung und Drainage
Bevor die Terrassenplatten oder Dielen verlegt werden können, muss der Untergrund entsprechend vorbereitet werden. Dies umfasst das Ausheben des Geländes, das Einbringen eines stabilen Unterbaus sowie eines Sandbetts. Bei nicht belüfteten Terrassenflächen ist zudem eine Drainage erforderlich, um Wasserabfluss sicherzustellen.
Terrassenablauf
Wenn der Abstand von der Terrassentür bis zur Oberkante des Bodenbelags weniger als 15 Zentimeter beträgt, ist eine Entwässerungsrinne an der Fassade erforderlich. Dies ist besonders bei nassen Wetterperioden wichtig, um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden.
Schwimmende Verlegung
Ein innovatives Verfahren ist die schwimmende Verlegung von Terrassenbelägen, wie sie beispielsweise das terralastic-System anbietet. Dabei werden die Beläge auf einer wasserdurchlässigen Trägerplatte montiert, die auf der Abdichtung liegt. Dieses System garantiert eine langlebige und wasserdichte Terrassenfläche.
Gestaltung: Von der Einrichtung bis zur Ergänzung
Eine Terrasse ist nicht nur eine funktionale Fläche, sondern auch ein wichtiges Gestaltungselement im Außenbereich. Bei der Renovierung oder Neuanlage einer Terrasse ist es daher sinnvoll, auch die Einrichtung und ergänzende Elemente in die Planung einzubeziehen.
Möbel und Einrichtung
- Esstisch und Sitzmöbel: Die Größen der Möbel sollten an die Fläche angepasst sein. Bei Familien mit Kindern ist eine Spielecke oft sinnvoll, besonders auf Dachterrassen, wo zusätzliche Sicherungen erforderlich sind.
- Grill und Outdoor-Küche: Ein gemauerter Grill oder eine Outdoor-Küche kann die Nutzung der Terrasse deutlich erweitern. Wichtig ist, dass die Terrassenstruktur stabil genug ist, um solche Anbauten zu tragen.
- Relaxbereich: Liegen, Hängematten, Chaiselongs oder Ottomanen sind beliebte Ergänzungen. Ein selbstgebauter Hollywoodschaukel ist eine schöne, kreative Alternative.
Pflanzen und Gestaltung
Pflanzen verleihen der Terrasse ein frisches und lebendiges Ambiente. Sie können in Töpfen oder direkt in den Boden integriert werden. Wichtig ist, dass die Pflanzen für die Terrassenumgebung geeignet sind und nicht übermäßig Wasser benötigen.
Beleuchtung
Auch die Beleuchtung ist ein entscheidender Faktor. Sowohl funktional als auch gestalterisch können LED-Beleuchtung, Hängelampen oder Solarlichter eingesetzt werden, um die Terrasse auch abends nutzbar zu machen.
Renovierung im Eigenbau: Machbarkeit und Tipps
Eine Terrasse lässt sich in vielen Fällen im Eigenbau renovieren, vorausgesetzt, die technischen Voraussetzungen sind bekannt und die Arbeiten sorgfältig geplant sind. Einige Tipps für die Renovierung im Eigenbau:
- Planung: Zunächst ist eine sorgfältige Planung erforderlich – inklusive Materialkalkulation, Abmessungen und Abwässerung.
- Materialien: Wählen Sie Materialien, die einfach zu verarbeiten sind und keine aufwendige Pflege erfordern.
- Handwerkerfahrung: Bei komplexeren Arbeiten wie der Installation eines selbst gebauten Grills oder einer Dachterrasse ist die Unterstützung durch Profis empfehlenswert.
- Pflege: Wichtig ist auch die langfristige Pflege. WPC-Dielen lassen sich beispielsweise einfach reinigen, während Holzterrassen periodisch gespachtelt oder geschützt werden müssen.
Vorteile der Renovierung im Eigenbau
Eine Selbstrenovierung hat mehrere Vorteile:
- Kosteneinsparungen: Durch die eigene Arbeit können erhebliche Kosten gespart werden.
- Individuelle Gestaltung: Die Terrasse kann individuell nach eigenen Vorstellungen gestaltet werden.
- Zufriedenheit: Die persönliche Beteiligung an der Erstellung oder Renovierung der Terrasse kann zu einem hohen Maß an Zufriedenheit führen.
Fazit
Eine Terrasse ist eine wertvolle Erweiterung des eigenen Heims und lässt sich in vielen Fällen mit etwas Planung und handwerklichem Geschick auch im Eigenbau renovieren. Wichtige Aspekte wie das Gefälle, die Entwässerung, die Materialwahl und die technischen Voraussetzungen müssen jedoch berücksichtigt werden, um eine langlebige und funktionale Terrasse zu schaffen. Mit den richtigen Materialien wie WPC-Dielen, Naturstein oder Klinker sowie einem sorgfältigen Planungsvorlauf kann die Renovierung einer Terrasse eine lohnenswerte Investition in Wohnqualität und Immobilienwert werden.