Die Sanierung einer Dachfläche ist ein essentieller Schritt in der energetischen Modernisierung von Gebäuden. Nicht nur, dass ein gut isoliertes Dach die Wohnkomfortverbesserung fördert, es senkt auch den Energieverbrauch und die Heizkosten. In Deutschland bieten staatliche Förderprogramme wie die der Bundesagentur für Arbeit und Wirtschaft (BAFA) oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanzielle Unterstützung für solche Maßnahmen. Doch Voraussetzungen, Fristen, Formulare und die richtige Zusammenarbeit mit Energieberatern und Handwerkbetrieben sind entscheidend dafür, ob und wie viel Förderung erhalten wird.
Dieser Artikel erklärt detailliert, unter welchen Bedingungen eine Dachsanierung staatlich gefördert wird, wie der Förderantrag gestellt wird, welche Kosten entstehen und welche Vorteile sich durch die Kombination mit regionalen Förderungen ergeben können.
Voraussetzungen für eine Dachsanierung mit Förderung
Eine Dachsanierung ist nur dann förderfähig, wenn sie in direktem Zusammenhang mit einer Dachdämmung steht. Das bedeutet, dass eine energetische Modernisierung durch die Installation einer Dämmung Voraussetzung ist. Rein äußerliche Maßnahmen wie das Neueindecken des Daches, ohne Dämmung, bleiben von den Förderungen ausgenommen.
Diese Regel gilt sowohl für die BAFA-Förderung im Rahmen der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG EM) als auch für KfW-Programme. Nur bei Kombination mit einer förderfähigen Dämmung können Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite in Anspruch genommen werden.
BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen
Bei der BAFA-Förderung im Rahmen der BEG EM ist die Installation einer Dachdämmung zwingend erforderlich. Für eine Einzelmaßnahme wie die Dachsanierung wird eine Förderung von bis zu 15 Prozent der Gesamtinvestition gewährt, sofern diese zwischen 2.000 und 30.000 Euro beträgt. Ein individueller Sanierungsfahrplan kann den Fördersatz auf 20 Prozent erhöhen und die förderfähigen Kosten auf bis zu 60.000 Euro ausweiten. Das bedeutet, dass bis zu 12.000 Euro Zuschuss möglich sind.
Ein Energieberater ist bei der BAFA-Förderung entscheidend. Er muss eine technische Projektbeschreibung (TPB) erstellen, die die Dämmung und die damit verbundenen Maßnahmen beinhaltet. Nur mit dieser TPB-ID kann der Förderantrag online gestellt werden.
KfW-Förderprogramme für Dachsanierungen
Die KfW bietet verschiedene Programme für Dachsanierungen an. Das KfW-Programm 358/359 ist ein sogenannter Ergänzungskredit, der in Kombination mit der BAFA-Förderung genutzt werden kann. Er kann bis zu 120.000 Euro umfassen und ist besonders für Eigentümer mit einem Bruttojahreseinkommen bis 90.000 Euro attraktiv, da eine Zinsvergünstigung von 2,5 Prozent gewährt wird.
Ein weiteres Programm ist der Wohngebäudekredit (KfW-Programm 261), der für eine Gesamtsanierung mit energetischer Modernisierung genutzt werden kann. Hier ist der Erreichen des KfW-Effizienzhaus-Standard EH 40 erforderlich, um den maximalen Tilgungszuschuss zu erhalten. Die Kredithöhe beträgt bis zu 150.000 Euro, wobei bis zu 45 Prozent der Kreditsumme als Tilgungszuschuss gewährt werden können.
Allerdings ist in der Praxis zu beobachten, dass viele Dachsanierungen diesen Standard nicht erreichen. Daher ist der Tilgungszuschuss in der Praxis meist nicht in vollem Umfang nutzbar.
Antragstellung und Vorgaben
Die Antragstellung bei BAFA und KfW hat sich seit 2024 verändert. Ein Handwerkerangebot ist nun zwingend erforderlich, bevor ein Förderantrag für eine Einzelmaßnahme gestellt werden kann. Dieses Angebot muss entweder auflösende oder aufschiebende Bedingung enthalten – das bedeutet, dass die Durchführung der Maßnahme an die Zusage der Förderung geknüpft ist.
Die Maßnahme muss innerhalb von 36 Monaten nach Bewilligung umgesetzt werden. Für KfW-Förderungen gilt diese Regelung nicht, sofern es sich nicht um die Kategorie „BEG EM Wärmeerzeugung“ handelt.
Die Rolle des Energieberaters
Ein Energieberater ist bei der Förderung von Dachsanierungen unerlässlich. Er erstellt die notwendigen Dokumente wie die technische Projektbeschreibung (TPB), die für die BAFA-Förderung erforderlich ist. Zudem kann er den gesamten Antragstellungsprozess übernehmen, was den Antragsteller entlastet und Fehler minimiert.
Ein Energieberater, der in der dena-Expertenliste gelistet ist, ist berechtigt, die TPB auszustellen. Mit der TPB-ID-Nummer, die anschließend vom BAFA vergeben wird, kann der Förderantrag online gestellt werden. Dieser Schritt kann zwar auch vom Eigentümer selbst durchgeführt werden, eine professionelle Unterstützung ist jedoch empfehlenswert.
Kosten einer Dachsanierung
Die Kosten einer Dachsanierung hängen stark von der Ausmaß der Arbeiten, der Materialwahl und der Dachfläche ab. Eine pauschale Kostenschätzung ist daher schwierig. Grundlegende Ausbesserungen wie die Sanierung von Dachrinnen oder der Einbau von Dachgauben sind deutlich günstiger als ein komplett neuer Dachstuhl mit Dämmung und Neueindeckung.
Eine Zwischensparren-Dämmung kann beispielsweise zwischen 4.000 und 8.000 Euro kosten, wobei die Förderung hier je nach Region und Kombination mit regionalen Programmen bis zu 4.250 bis 4.850 Euro umfassen kann. In Hamburg oder Bremen sind beispielsweise zusätzliche Förderungen durch regionale Stellen wie die IFB (Investitions- und Förderbank Hamburg) oder Bremo möglich.
Regionale Förderungen
Neben den staatlichen Förderungen der BAFA und KfW gibt es in Deutschland zahlreiche regionale Förderprogramme, die je nach Bundesland oder Stadt unterschiedlich ausgestaltet sind. Diese Programme sind oft kombinierbar mit den staatlichen Förderungen, was die finanzielle Unterstützung erheblich erhöhen kann.
Ein Beispiel: In Hamburg ist es möglich, die BAFA-Förderung mit einer Förderung der IFB zu kombinieren, wodurch sich die Gesamtförderung auf bis zu 15 Prozent der Gesamtkosten (BAFA) und 36,50 Euro pro Quadratmeter (IFB) erhöht. In Bremen gibt es einen zusätzlichen Zuschuss von 6 Euro pro Quadratmeter durch den Bremo-Fonds.
Die Voraussetzungen für regionale Förderungen sind meist ähnlich wie bei den staatlichen Programmen: Eine energetische Verbesserung, also die Installation einer Dämmung, ist zwingend erforderlich. Nur Maßnahmen, die direkt mit dieser Dämmung zusammenhängen, werden gefördert.
Die Höhe der regionalen Förderungen variiert stark. In manchen Regionen ist die Förderung geringer, in anderen können zusätzliche Zuschüsse gewährt werden. Ein Energieberater oder ein Energiedienstleister wie RENEWA kann hierbei helfen, die passenden Förderungen zu finden und die Kombination mit staatlichen Programmen zu optimieren.
Tipps für eine erfolgreiche Dachsanierung
Eine Dachsanierung ist eine komplexe Maßnahme, die viele Details berücksichtigt. Um die Förderung zu erhalten und die Kosten zu minimieren, sind folgende Punkte besonders wichtig:
- Energieberater beauftragen: Ein zertifizierter Energieberater hilft bei der Erstellung der notwendigen Dokumente, der Beantragung der Förderung und der Koordination mit Handwerkbetrieben.
- Handwerkerangebot einholen: Für BAFA-Förderungen ist ein unterschriebenes Handwerkerangebot zwingend erforderlich. Dieses Angebot muss auflösende oder aufschiebende Bedingungen enthalten.
- Dämmung nicht vergessen: Ohne Dämmung ist keine Förderung möglich. Die Dämmung muss förderfähig sein und in direktem Zusammenhang mit der Dachsanierung stehen.
- Regionale Förderungen nutzen: Viele Bundesländer und Städte bieten zusätzliche Zuschüsse oder Kredite an. Diese sollten geprüft und, sofern möglich, in die Förderplanung einbezogen werden.
- Fristen beachten: Die Maßnahme muss innerhalb von 36 Monaten nach Bewilligung umgesetzt werden, um die Förderung zu erhalten.
- Individueller Sanierungsfahrplan nutzen: Ein Sanierungsfahrplan erhöht den Fördersatz auf 20 Prozent und erweitert die förderfähigen Kosten auf bis zu 60.000 Euro.
Vorteile der Dachsanierung mit Förderung
Eine Dachsanierung mit Förderung bietet zahlreiche Vorteile:
- Energiekosten senken: Durch die Dämmung wird der Wärmeverlust reduziert, was die Heizkosten mindert.
- Wohnkomfort verbessern: Ein gut isoliertes Dach sorgt für ein konstantes Raumklima und minimiert Schimmelbildung.
- Finanzielle Entlastung: Mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten können die Kosten der Sanierung stark reduziert werden.
- Langlebigkeit steigern: Eine fachgerechte Dachsanierung verlängert die Lebensdauer der Dachfläche und schützt das Gebäude vor Schäden.
- Umweltfreundlichkeit: Durch die Reduzierung des Energieverbrauchs wird auch der CO₂-Ausstoß verringert.
Fazit
Eine Dachsanierung kann mit staatlichen und regionalen Förderungen finanziell attraktiv umgesetzt werden. Die Voraussetzung ist, dass sie in Kombination mit einer förderfähigen Dämmung durchgeführt wird. Der Antragstellungsprozess ist seit 2024 verändert und erfordert die Einholung eines unterschriebenen Handwerkerangebots. Ein Energieberater ist unerlässlich, um die notwendigen Dokumente wie die TPB zu erstellen und den Förderantrag zu stellen.
Regionale Förderungen sind oft kombinierbar mit den staatlichen Programmen und können die finanzielle Unterstützung erheblich erhöhen. Zudem ist es wichtig, Fristen einzuhalten und die Maßnahme innerhalb von 36 Monaten umzusetzen.
Mit dem richtigen Vorgehen, der Unterstützung durch Experten und der Kombination von Förderprogrammen kann eine Dachsanierung nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch finanziell vorteilhaft sein.