Wandputz renovieren: Schritte, Materialien und Tipps für eine dauerhafte Fassade

Die Renovierung von Wandputz, insbesondere an der Fassade oder in Innenräumen, ist ein entscheidender Schritt, um den Wert eines Gebäudes zu erhalten und langfristig Schutz vor Witterungseinflüssen zu gewährleisten. Ob es um die Sanierung von Altbauputz geht oder um eine Neuputzung im Zuge von Renovierungsarbeiten – die korrekte Vorgehensweise, die passenden Materialien und die richtigen Vorbereitungen sind entscheidend für das Endergebnis. In diesem Artikel werden die wesentlichen Aspekte der Wandputz-Renovierung detailliert beschrieben, basierend auf den Empfehlungen von Experten, Handwerkermeistern und Produktherstellern, wie SAKRET, Henry Schweizer und Gebrüder Hashani.

Vorbereitung der Fassade oder Wand

Eine gründliche Vorbereitung der zu renovierenden Fläche ist unerlässlich, um eine dauerhafte Putzschicht zu gewährleisten. Die Fassade oder Wand sollte vor Beginn der Arbeiten vollständig trocken sein, um Schäden durch Kälte, Feuchtigkeit oder Schimmelbildung zu vermeiden. Besonders bei Altbauputz ist es wichtig, den Zustand des Untergrundes zu prüfen. Alte Putzschichten, die sich lösen oder abblättern, müssen entfernt werden, um eine feste und tragfähige Grundlage für den neuen Putz zu schaffen.

Im Fall von Fassaden, die über mehrere Jahre mit nicht diffusionsoffenen Lacken oder Rollputzen überstrichen wurden, kann es zu Feuchtigkeitsansammlungen im Putz kommen, die den Altanstrich destabilisieren. So ein Szenario ist in einem Fall aus Hannover beschrieben, bei dem über mehrere Jahre kostengünstige, aber nicht fachgerechte Renovierungsversuche durchgeführt wurden. In diesem Fall war eine Neuputzung mit Armierungsschicht und Tiefgrund notwendig, um die Dauerhaftigkeit der Fassade zu gewährleisten.

Die Vorbereitung umfasst daher in der Regel folgende Schritte:

  • Entfernen des losen Altputzes: Verwitterte, abblätternde oder schimmelbelastete Putzschichten sollten mit Schleif- oder Spachtelarbeiten beseitigt werden.
  • Reinigen der Oberfläche: Die Wand sollte gründlich gereinigt werden, um Schmutz, Algen oder Schmutzpartikel zu entfernen.
  • Trocknen: Vor dem Auftragen von Putz oder Grundierung muss die Wand vollständig trocken sein.
  • Grundierung: Eine passende Grundierung, die auf die Saugfähigkeit des Untergrundes abgestimmt ist, sorgt für eine bessere Anbindung des Putzes an die Wand.

Putzarten und Materialien

Beim Renovieren von Wandputz spielt die Wahl des richtigen Materials eine entscheidende Rolle. Je nach Anwendungsgebiet (Innen- oder Außenbereich), den ästhetischen Vorlieben und den technischen Anforderungen können verschiedene Putzarten zum Einsatz kommen. Im Innenbereich sind mineralische und organische Putze verbreitet, während im Außenbereich oft Kalkzementputze, Silikatputze oder Wärmedämmputze eingesetzt werden.

Im Rahmen der Renovierungsarbeiten können folgende Putzarten in Betracht gezogen werden:

  • Mineralische Putze: Diese Putze bestehen aus Kalk, Zement oder Gips und sind besonders atmungsaktiv. Sie eignen sich gut für Innenwände und sind ökologisch wohngesund.
  • Kunstharz- oder Silikonharzputze: Diese Putze sind wasserabweisend und besonders für Außenfassaden geeignet, da sie Schlagregen und UV-Licht standhalten.
  • Sanierputze: Spezielle Putze zur Renovierung von Altbauputz, die Feuchtigkeit ableiten und den Untergrund stabilisieren.
  • Entfeuchtungsputze: Diese Putze werden eingesetzt, wenn ein Feuchtigkeitsproblem vorliegt, um die Diffusion der Feuchtigkeit nach außen zu fördern.
  • Wärmedämmputze (WDVS): In Kombination mit Dämmmaterialien sorgen diese Putze für eine bessere Wärmedämmung und Energieeinsparung.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Diffusionsfähigkeit des Putzes. Diffusionsoffene Putze ermöglichen es, dass Feuchtigkeit, die in die Wand eindringt, nach außen abdiffundieren kann, ohne sich im Putz zu stauen. Dies ist besonders wichtig bei Altbausubstanzen, die oft mit nicht diffusionsoffenen Lacken oder Putzen überstrichen wurden.

SAKRET bietet beispielsweise ein breites Spektrum an diffusionsoffenen, wasserabweisenden und hydrophilen Anstrichsystemen an, die sich individuell an den Untergrund, die ästhetischen Wünsche und die Bewitterungsbedingungen anpassen lassen. Bei der Anwendung solcher Putze ist es wichtig, die Herstellerangaben zu Grundierung, Verdünnung und Trockenzeiten zu beachten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Putzrenovierung

Die Renovierung von Wandputz kann im Selbstbau durchgeführt werden, ist aber aufgrund der handwerklichen Anforderungen oftmals besser an Fachbetriebe delegiert. Im Folgenden sind die üblichen Schritte einer Putzrenovierung detailliert beschrieben:

  1. Untersuchung der Wand: Vor Beginn der Arbeiten sollte die Wand auf Schäden, Feuchtigkeit, Risse oder Schimmel untersucht werden. Bei Schäden ist eine Sanierung der Bausubstanz vorzunehmen.
  2. Entfernen des Altputzes: Lose oder abblätternde Putzschichten sollten mechanisch oder mit Putzspachteln entfernt werden. Bei stark verwitterten Wänden kann es sinnvoll sein, den gesamten Altputz zu entfernen.
  3. Reinigung der Oberfläche: Die Wand sollte mit Wasser oder Reinigungsmitteln gründlich gereinigt werden, um Schmutz, Algen oder Fettreste zu entfernen.
  4. Trocknen: Nach der Reinigung muss die Wand vollständig trocken sein, bevor die nächsten Schritte erfolgen. Die Trockenzeit hängt von der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur ab.
  5. Grundierung auftragen: Eine Grundierung sorgt für eine bessere Anbindung des neuen Putzes an die Wand. Die Verdünnung und das Verfahren hängen von der Saugfähigkeit des Untergrundes ab.
  6. Putz auftragen: Der Putz wird in mehreren Schichten aufgetragen, wobei jede Schicht vollständig getrocknet werden muss, bevor die nächste Schicht aufgebracht wird. Die Schichtdicke und das Verfahren hängen vom gewählten Putztyp ab.
  7. Armierung (bei Bedarf): Bei Außenputzen oder bei stark beanspruchten Fassaden kann eine Armierungsschicht mit Glasfasergewebe sinnvoll sein, um Rissbildung zu verhindern.
  8. Fertigstellen und Nachbehandlung: Nach dem Aushärten des Putzes können weitere Schritte wie eine Oberflächenbearbeitung oder eine Endbeschichtung erfolgen.

Wichtige Faktoren bei der Planung

Die Planung einer Putzrenovierung sollte immer unter Berücksichtigung folgender Faktoren erfolgen:

  • Klimatische Bedingungen: Putzarbeiten sollten nicht bei Temperaturen unter +5 °C durchgeführt werden. Bei Silikatprodukten ist sogar eine Mindesttemperatur von +8 °C erforderlich.
  • Wetterbedingungen: Direkte Sonneneinstrahlung oder Regen während des Trocknungsprozesses können die Qualität des Putzes beeinträchtigen. Arbeiten sollten daher in trockenen, milden Wetterbedingungen durchgeführt werden.
  • Zugänglichkeit der Fläche: Bei Fassadenarbeiten ist es oft notwendig, Gerüste oder Arbeitsbühnen zu montieren, um den gesamten Putzbereich erreichen zu können.
  • Handwerkerkosten: Bei professionellen Putzarbeiten variieren die Kosten je nach Region, Material und Umfang der Arbeiten. Ein Kostenrechner oder eine Anfrage an mehrere Fachbetriebe kann helfen, einen fairen Preis zu erhalten.

Vorteile einer fachgerechten Putzrenovierung

Eine fachgerechte Renovierung von Wandputz bringt zahlreiche Vorteile mit sich:

  • Schutz vor Witterung: Ein gut verarbeiteter Putz schützt die Bausubstanz vor Regen, Schnee, Frost und UV-Licht.
  • Verbesserung der Dämmung: Bei der Verwendung von Wärmedämmputzen kann die Energieeffizienz des Gebäudes gesteigert werden.
  • Langlebigkeit: Ein fachgerecht aufgetragener Putz hält oft Jahrzehnte, wenn er regelmäßig gewartet wird.
  • Ästhetik: Der Putz kann individuell gestaltet werden, um die Optik des Gebäudes zu verbessern.
  • Feuchtigkeitsregulation: Diffusionsoffene Putze tragen dazu bei, Feuchtigkeit aus der Bausubstanz abzuleiten, was Schimmelbildung vorbeugt.

Fazit

Die Renovierung von Wandputz ist ein entscheidender Schritt in der Sanierung von Gebäuden, die sowohl aus ästhetischen als auch funktionellen Gründen unerlässlich ist. Eine gründliche Vorbereitung, die Wahl des richtigen Materials und die Einhaltung der Herstellerangaben sind entscheidend für die Dauerhaftigkeit der Putzschicht. Ob im Innen- oder Außenbereich, eine fachgerechte Putzrenovierung trägt dazu bei, die Bausubstanz zu schützen, Energie zu sparen und den Wert des Gebäudes zu erhalten. Mit den richtigen Schritten und Materialien kann eine Putzrenovierung nicht nur die Optik verbessern, sondern auch langfristige Schutzfunktionen erfüllen.

Quellen

  1. SAKRET – Verarbeitungshinweise für Altbausanierung
  2. Sanier.de – Malerarbeiten und Putz
  3. Gebrüder Hashani – Innen- und Außenputz
  4. Henry Schweizer – Außenputz und Verputzarbeiten
  5. 1A Fassadenrenovierung – Fassaden verputzen in Hannover

Ähnliche Beiträge