Eine Renovierung erfordert nicht nur sorgfältige Planung, sondern auch eine klare Reihenfolge der einzelnen Arbeitsschritte. Besonders die Frage, ob zuerst der Boden oder die Wände renoviert werden sollen, hängt von mehreren Faktoren ab. In diesem Artikel wird detailliert aufgezeigt, welche Aspekte bei der Entscheidung über die Reihenfolge berücksichtigt werden müssen und welche Vorteile sich aus der richtigen Planung ergeben.
Einführung
Bei der Renovierung eines Raumes oder einer ganzen Wohnung ist die Reihenfolge der Arbeitsschritte entscheidend. Einerseits geht es darum, den Schmutz und die Verschmutzungsgefahr möglichst gering zu halten. Andererseits ist es wichtig, die Arbeiten so zu planen, dass sie sich gegenseitig nicht beeinträchtigen und das Endergebnis optimal aussieht.
Zwei zentrale Punkte sind dabei:
- Von oben nach unten arbeiten – Dies ist die allgemeine Faustregel in der Renovierungsbranche.
- Grobe Arbeiten vor Feinarbeiten – Um Schmutz oder Staub nicht auf frisch gestrichene oder tapezierte Flächen zu bringen.
Die folgenden Abschnitte erklären, warum diese Regeln gelten, und wie sie sich in der Praxis anwenden lassen, besonders wenn es darum geht, ob Boden oder Wand zuerst renoviert werden sollten.
Vorteile der Reihenfolge: Decke – Wände – Boden
Die gängigste und empfohlene Vorgehensweise beim Renovieren ist, mit der Decke zu beginnen, gefolgt von den Wänden und schließlich vom Boden. Dieser Ansatz hat mehrere Vorteile:
- Verschmutzungsvermeidung: Bei der Arbeit an der Decke entstehen oft Farbspritzer, die auf Wände oder Boden gelangen können. Wenn die Wände und der Boden bereits renoviert sind, könnten sie unabsichtlich verunreinigt werden.
- Leiter- und Gerüstbedarf: Oft wird beim Renovieren eine Leiter oder ein Gerüst benötigt, um beispielsweise die Decke zu streichen. Diese Geräte können Druckstellen oder Kratzer auf dem Boden verursachen, weshalb es sinnvoll ist, den Boden am Ende der Renovierung zu verlegen.
- Schutz vor Schäden: Ein neuer Bodenbelag ist besonders empfindlich. Wird er vor den Wänden verlegt, kann Staub oder Schmutz von den Wandarbeiten auf ihn gelangen oder er wird möglicherweise beschädigt, wenn Geräte oder Materialien über ihn transportiert werden.
Ein Beispiel für diese Vorgehensweise wäre:
- Decke streichen – Dabei entstehen Farbspritzer, die auf dem alten Boden landen.
- Wände tapezieren oder streichen – Altmaterialien wie Kleister oder Farbe können auf dem alten Boden bleiben.
- Bodenbelag verlegen – Der neue Boden wird als letzter Arbeitsschritt eingebracht und ist somit vor Schmutz und Schäden geschützt.
- Fußleisten montieren – Am Ende der Renovierung werden die Fußleisten angeschraubt oder angeklebt.
Diese Reihenfolge ist besonders dann vorteilhaft, wenn der Bodenbelag komplett erneuert wird – zum Beispiel durch den Einbau von Laminat oder Parkett.
Ausnahmen: Wenn der Boden renoviert oder abgeschliffen wird
Wenn es nicht um einen neuen Bodenbelag geht, sondern um die Renovierung des bestehenden Bodens, ändert sich die Reihenfolge. Insbesondere dann, wenn ein Holzboden abgeschliffen und geölt oder versiegelt werden muss, ist es sinnvoller, diese Arbeiten vor oder zwischen den Wandarbeiten durchzuführen.
Schleifen des Parketts vor Wandarbeiten
Wenn der Parkettboden abgeschliffen wird, entsteht viel Staub. Dieser Staub kann sich auf frisch gestrichenen Wänden absetzen, was zu Verschmutzungen führt. Aus diesem Grund ist es ratsam, das Schleifen des Parketts vor dem Streichen der Wände durchzuführen.
Ein möglicher Ablauf wäre:
- Grobe Arbeiten an den Wänden: Verspachteln, Neuverputzen, Anbringen von Raufasertapete.
- Parkett abschleifen und versiegeln: Der Boden wird sorgfältig bearbeitet und anschließend geölt oder versiegelt.
- Wände streichen: Erst nachdem der Parkettboden wieder voll belastbar ist, beginnen die Wandarbeiten.
- Fußleisten montieren: Als letzter Arbeitsschritt werden die Fußleisten angeschraubt.
Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass der Staub vom Schleifen nicht auf die frisch gestrichenen Wände gelangt. Zudem kann sichergestellt werden, dass der Bodenbelag vollständig getrocknet und belastbar ist, bevor mit den nächsten Arbeiten begonnen wird.
Wichtige Vorbereitungen
Um den Schmutz durch Schleif- und Streifarbeiten so gering wie möglich zu halten, ist es wichtig, die Räume entsprechend abzudichten. Dazu gehören:
- Abdeckfolien für Möbel, Türen und Fensterrahmen.
- Staubsauger mit HEPA-Filter zur Staubentfernung.
- Ventilation durch offene Türen oder Fenster, um den Staub schneller abzutragen.
Diese Maßnahmen helfen dabei, die Reinigungsarbeiten nach der Renovierung zu minimieren.
Eigenleistung versus Fachbetrieb
Ein weiterer Faktor, der die Reihenfolge beeinflussen kann, ist die Frage, ob die Renovierungsarbeiten selbst durchgeführt werden oder von Fachbetrieben übernommen werden.
Eigenleistung
Wenn die Renovierung selbst durchgeführt wird, ist es oft sinnvoll, die Arbeiten in mehreren Etappen zu planen. Dabei kann man Fehler, die sich in einem Arbeitsschritt ergeben, im nächsten Schritt korrigieren. So kann beispielsweise ein Streicherfehler auf der Wand durch den nächsten Arbeitsschritt beim Parkett abschleifen oder beim Streichen der Decke kaschiert werden.
Fachbetrieb
Fachbetriebe verfolgen oft eine klare Arbeitsabfolge, die von den Materialien und der Art der Renovierung abhängt. Oft wird der Boden vor den Wänden renoviert, um Schmutz und Staub nicht auf frisch gestrichene Flächen zu bringen. Allerdings ist dies nicht immer der Fall – es kommt auch darauf an, welche Art von Arbeiten durchgeführt wird.
Es ist daher wichtig, sich vor Beginn der Renovierung mit den Handwerkern abzusprechen und sich über die empfohlene Reihenfolge der Arbeitsschritte zu informieren.
Zeitplanung und Trocknungszeiten
Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Planung der Renovierung ist die Einhaltung der Trocknungszeiten. Bestimmte Materialien benötigen nach der Bearbeitung einige Stunden oder sogar Tage, um vollständig zu trocknen. Dazu gehören:
- Farben und Lacke für Wände und Decken.
- Versiegelungen oder Öle für Holzböden.
- Verputz oder Spachtelmassen an Wänden.
Wenn die nächste Arbeitsschritt bereits vor der Trocknungszeit begonnen wird, kann dies zu Defekten führen. Beispielsweise kann eine frisch gestrichene Wand durch das Tragen von Schuhen oder das Bewegen von Möbeln beschädigt werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Trocknungszeiten in die Planung einzubeziehen und den nächsten Arbeitsschritt erst nach Ablauf dieser Zeit zu starten.
Praktische Tipps zur Planung
Um die Renovierung möglichst stressfrei und effizient zu gestalten, sind einige praktische Tipps hilfreich:
- Checkliste erstellen: Erstellen Sie vor Beginn der Renovierung eine Liste aller Arbeitsschritte und Materialien.
- Zeitplan erstellen: Gehen Sie bei der Planung von mehreren Tagen aus, um ausreichend Zeit für die Trocknungs- und Reinigungsarbeiten einplanen zu können.
- Materialien vorkaufen: Bestellen Sie alle benötigten Materialien rechtzeitig, damit sie vor Ort sind, wenn sie gebraucht werden.
- Abdeckmaterialien bereithalten: Um die Räume vor Schmutz zu schützen, sollten genügend Abdeckfolien, Kantenbänder und Staubfilter bereitgelegt werden.
- Handwerker frühzeitig beauftragen: Bei größeren Renovierungsarbeiten ist es sinnvoll, die Handwerker frühzeitig zu kontaktieren, um einen Termin zu vereinbaren.
Diese Tipps helfen dabei, die Renovierung strukturiert und ohne unvorhergesehene Probleme durchzuführen.
Fazit
Die Frage, ob zuerst der Boden oder die Wände renoviert werden sollen, hängt von mehreren Faktoren ab. Die allgemeine Empfehlung lautet, von oben nach unten zu arbeiten, also Decke – Wände – Boden. Dies hat den Vorteil, dass Schmutz und Staub nicht auf frisch renovierten Flächen landen. Wenn jedoch ein bestehender Bodenbelag renoviert oder abgeschliffen werden muss, ist es sinnvoller, das Schleifen des Bodens vor oder zwischen den Wandarbeiten durchzuführen, um Staub und Verschmutzungen zu vermeiden.
Die richtige Planung und die Einhaltung der Trocknungszeiten sind entscheidend für das Gelingen einer Renovierung. Ebenso wichtig ist es, sich vor Beginn der Arbeiten mit den Handwerkern abzusprechen und sich über die empfohlene Reihenfolge der Arbeitsschritte zu informieren.
Mit einer sorgfältigen Planung und der richtigen Vorgehensweise kann die Renovierung erfolgreich und ohne grobe Fehler durchgeführt werden.