Holz ist ein natürlicher Baustoff, der nicht nur optisch attraktiv, sondern auch funktional vielseitig einsetzbar ist. Doch um seine Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten, bedarf es einer sorgfältigen Pflege und Schutzmaßnahmen. Insbesondere bei der Anwendung und Renovierung von Dickschichtlasur gibt es spezifische Voraussetzungen und Arbeitsschritte, die unbedingt beachtet werden müssen. In diesem Artikel wird detailliert erläutert, wann Dickschichtlasur eingesetzt werden sollte, wie sie korrekt aufgebracht wird und wie sie im Rahmen einer Renovierung behandelt werden muss.
Was ist Dickschichtlasur?
Dickschichtlasur ist ein filmbildender Anstrich, der hauptsächlich für maßhaltige Holzbauteile wie Fenster, Türen oder Terrassendielen eingesetzt wird. Im Gegensatz zu dünnschichtigen Lasuren, die tief ins Holz eindringen, bildet eine Dickschichtlasur eine schützende Schicht auf der Oberfläche des Holzes. Diese Schicht schützt das Holz vor Feuchtigkeit, UV-Licht und mechanischer Belastung. Gleichzeitig kann sie eine deckendere Farbe erzeugen, was optisch oft gewünscht wird.
Laut den Angaben von HolzDesign Walldorf eignet sich Dickschichtlasur besonders gut für Bauteile, die sich bei Feuchtigkeit oder Temperaturschwankungen nicht verformen dürfen. Das bedeutet, dass die Dimensionalstabilität des Holzes durch die Anwendung von Dickschichtlasur erhalten bleibt. Zudem ist es wichtig, dass Risse und Fehlstellen vor dem Anstrich entsprechend vorbehandelt werden, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern.
Wann Dickschichtlasur eingesetzt wird
Die Verwendung von Dickschichtlasur ist in bestimmten Fällen besonders sinnvoll. So empfiehlt Holzfarben Hahn, dass eine Dickschichtlasur nur auf vollkommen trockenes Holz aufgebracht werden sollte. Ideal ist eine Holzfeuchtigkeit von unter 17 %. Das Holz sollte nach einem Trocknungsprozess etwa 8–12 % Feuchtigkeit aufweisen. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass Holz in der Regel Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnimmt, weshalb sich die ideale Feuchtigkeit in der Praxis auf etwa 17–18 % einpendelt.
Ein weiterer Vorteil der Dickschichtlasur ist, dass sie sich besonders gut für die Renovierung von altem Holz eignet. Wenn das Holz noch in gutem Zustand ist, aber ein neuer Anstrich erforderlich ist, kann eine Dickschichtlasur alte Anstriche überdecken und optische Mängel kaschieren. So kann die Lebensdauer des Holzes deutlich verlängert werden.
Vor- und Nachteile von Dickschichtlasur
Ein Vorteil der Dickschichtlasur ist ihre Langlebigkeit. Sie bietet einen hohen Schutz vor äußeren Einflüssen und muss weniger häufig renoviert werden als dünnschichtige Lasuren. Zudem ist sie in der Regel deckender, was optisch oft erwünscht ist. Allerdings bedeutet die filmbildende Eigenschaft auch, dass eine Renovierung aufwendiger ist. Vor dem Auftrag einer neuen Dickschichtlasur muss die alte Schicht vollständig abgeschliffen werden. Dies erfordert mehr Arbeit als bei dünnschichtigen Lasuren, bei denen nur eine leichte Reinigung und Glättung der Oberfläche ausreicht.
Ein weiterer Nachteil ist, dass Dickschichtlasur nicht auf alle Holzarten gleichermaßen gut funktioniert. Sie eignet sich besonders für maßhaltige Bauteile, die sich nicht stark verformen. Für Zäune oder Verbretterungen, die nicht maßhaltig sind, sind dünnschichtige Lasuren meist die bessere Wahl.
Wie erfolgt die Anwendung von Dickschichtlasur?
Die korrekte Anwendung von Dickschichtlasur setzt eine gründliche Vorbereitung voraus. Zunächst muss das Holz gereinigt und vorbehandelt werden. Wie HolzDesign Walldorf erklärt, ist es wichtig, Risse und Fehlstellen vor dem Anstrich mit einem passenden Spachtel auszubessern. Danach sollte die Oberfläche mit Schleifpapier (meist 80er und 120er Körnung) geglättet werden. Ist die Vorbereitung abgeschlossen, kann die Dickschichtlasur aufgetragen werden.
Die Verhältnisse zwischen Leinöl Holzöl Außenlasur und Leinöl Lack sollten idealerweise 50:50 betragen, um eine optimale Dickschicht zu erzeugen. Dies ist laut Sehestedter Naturfarben ein bewährtes Verhältnis, das sich in der Praxis gut bewährt hat. Zudem können verschiedene Farbtöne erzeugt werden, indem Leinöl Lasur mit Leinöl Lackfarbe in unterschiedlichen Mischverhältnissen kombiniert werden.
Renovierung von Dickschichtlasur: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die Renovierung einer Dickschichtlasur erfordert mehr Aufwand als bei dünnschichtigen Lasuren. Ein ausführliches Beispiel aus dem Forum Woodworker.de zeigt, wie man systematisch vorgehen kann:
- Alte Silikonfugen entfernen: Da sich das Silikon mit der alten Lasur vermischt hat, muss es vorsichtig abgetragen werden.
- Alte Lasur abschaben: Mit einem Spachtel oder einer Ziehklinge kann die alte Lasur bis auf das rohe Holz abgeschabt werden.
- Schleifen: Danach erfolgt das Schleifen der Oberfläche, zunächst mit 80er, später mit 120er Schleifpapier. Bei Fugen und Übergängen zwischen Bauteilen ist dies besonders aufwendig.
- Neue Lasur auftragen: Nach der Vorbereitung wird die neue Dickschichtlasur aufgetragen. In diesem Fall wurde eine dunkle Lasur mit höherem UV-Schutz gewählt. Zwischen den einzelnen Anstrichen wird die Oberfläche erneut mit 180er Schleifpapier bearbeitet.
- Fugen abdichten: Vor dem letzten Anstrich werden die V-Fugen mit einem speziellen Produkt abgedichtet, um Feuchtigkeit zu verhindern.
- Neues Silikon auftragen: Nach dem letzten Lasuranstrich wird um die Glasscheiben neues Silikon aufgetragen.
- Dichtungen zwischen Bauteilen prüfen: Oft fehlen in Übergangsfugen zwischen Holzbauelementen Dichtungen, die in den vergangenen Jahren durch Holzarbeit verloren gegangen sind. Diese müssen nachgelegt werden, um Schäden vorzubeugen.
In diesem Beispiel wird auch eine alternative Lasurzusammensetzung vorgestellt. So kann man beispielsweise mit Sikkens Cetol HLS extra beginnen und danach mit Cetol Filter 7 Plus arbeiten. Alternativ kann man GORI-Produkte wie GORI 17 Imprägniergrund und GORI 83 Fensterlasur verwenden. Wichtig ist, im Herstellersystem zu bleiben, um die Verträglichkeit der Produkte sicherzustellen.
Spezielle Tipps für die Renovierung
Die Renovierung einer Dickschichtlasur erfordert nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch einiges an Vorbereitung. Laut Sehestedter Naturfarben sollte die Renovierung alle 2 bis 3 Jahre erfolgen, wobei an stark beanspruchten Stellen die Renovierungsintervalle kürzer sein können. Vor dem Anstrich muss die Fläche gründlich gereinigt werden. Dazu kann man Wasser und Bürste oder einen Hochdruckreiniger verwenden. Es ist wichtig, die Ablagerungen durch verschmutzte Luft, Algen oder Schmutz nicht überölen, da dies die Haftung der neuen Lasur beeinträchtigen kann.
Nach der Reinigung erfolgt der Anstrich mit einer selbstgemischten Dickschichtlasur. Dabei ist es wichtig, dass die Holzoberfläche trocken und sauber ist. Einige Quellen empfehlen eine Holzfeuchtigkeit von 12–14 %, um optimale Haftung zu erzielen.
Fazit
Dickschichtlasur ist ein sinnvoller Anstrich für maßhaltige Holzbauteile. Sie bietet hohen Schutz vor Feuchtigkeit und UV-Licht, verlängert die Lebensdauer des Holzes und hat eine deckende Farbe. Gleichzeitig erfordert sie bei der Renovierung etwas mehr Aufwand als dünnschichtige Lasuren. Vor dem Anstrich muss die alte Lasur vollständig abgeschliffen werden, und die Oberfläche muss sauber und trocken sein. Bei der Renovierung ist es wichtig, die Arbeitsschritte schrittweise vorzunehmen und eventuelle Fehlstellen vorher zu beheben.
Die Wahl der richtigen Produkte ist ebenfalls entscheidend. Es gibt verschiedene Hersteller, die spezielle Dickschichtlasuren anbieten, die sich miteinander kombinieren lassen. Wichtig ist, dass die Produkte im Herstellersystem bleiben, um Kompatibilität und Langlebigkeit zu gewährleisten.
Wer sein Holz mit Dickschichtlasur schützen und renovieren möchte, sollte sich gut über die Vorbereitung, die Materialien und die Arbeitstechniken informieren. Nur so kann man sicherstellen, dass die Renovierung gelingt und das Holz langfristig bleibt.