Elektro-Sanierung: Kosten, Sparpotenziale und Förderungen bei der Renovierung der Elektrik

Die Erneuerung der Elektroinstallation ist eine zentrale Maßnahme in der Sanierung von Immobilien. Gerade in älteren Gebäuden können veraltete Stromleitungen, fehlende Schutzvorrichtungen oder ungenügende Steckdosenanzahl ein Risiko für die Sicherheit und den Komfort der Bewohner darstellen. Eine durchdachte und geplante Elektro-Sanierung verbessert nicht nur die Energieeffizienz, sondern kann auch den Wert der Immobilie steigern. In diesem Artikel wird detailliert auf die Kosten, die Sparpotenziale durch Eigenleistungen, die Anzeichen einer notwendigen Sanierung sowie die zur Verfügung stehenden Förderprogramme eingegangen.

Warum eine Elektro-Sanierung notwendig ist

Die Elektroinstallation in einem Gebäude ist ein essentieller Bestandteil der baulichen Infrastruktur. Sie gewährleistet die sichere und zuverlässige Versorgung mit elektrischer Energie. Experten empfehlen, die Elektroinstallation spätestens alle 15 bis 20 Jahre zu prüfen und gegebenenfalls zu erneuern. In Altbauten, in denen die Installationen oft mehr als 30 bis 40 Jahre alt sind, ist eine Sanierung oft unumgänglich. Typische Anzeichen, die auf eine notwendige Elektro-Sanierung hinweisen, sind:

  • Oft springende Sicherungen – dies kann auf Überlastungen oder Schäden in der Installation hindeuten.
  • Veraltete Schutzvorrichtungen – Fehlende FI-Schalter (Fehlerstromschutzschalter) oder brüchige Steckdosen sind ein Sicherheitsrisiko.
  • Aluminiumleitungen – diese wurden bis in die 1970er Jahre verbreitet verwendet und gelten heute als unzuverlässig.

Moderne Anforderungen wie die Einrichtung von Smart-Home-Systemen, Elektromobilität oder Energiemanagementsysteme können zudem eine Sanierung der Elektroinstallation erforderlich machen, da die bestehende Infrastruktur oft nicht mehr ausreicht.

Kosten für eine Elektro-Sanierung

Die Kosten einer Elektro-Sanierung hängen stark vom Zustand der bestehenden Installation, der Größe des Hauses, der Art der Sanierung (Teilsanierung oder Vollsanierung) sowie von der Region ab. Generell lässt sich sagen, dass die Kosten in Altbauten höher sind als in Neubauten.

Kosten pro Quadratmeter

  • Altbau: Die Kosten für eine Elektro-Sanierung in einem Altbau liegen zwischen 80 und 150 Euro pro Quadratmeter.
  • Neubau: Im Neubau fallen die Kosten niedriger aus, da die Installationen in der Regel bereits modern und planbar sind. Hier kosten die Arbeiten zwischen 50 und 100 Euro pro Quadratmeter.

Für ein typisches Einfamilienhaus mit einer Fläche von 120 Quadratmetern bedeutet dies einen Kostenrahmen von etwa 9.600 bis 18.000 Euro bei einer Vollsanierung im Altbau.

Vollsanierung vs. Teilsanierung

Je nach Ausmaß des Schadens oder der geplanten Modernisierung kann es sinnvoll sein, nur einzelne Komponenten der Elektroinstallation zu erneuern, anstatt die gesamte Installation zu ersetzen. Eine Teilsanierung beinhaltet beispielsweise das Austauschen von Steckdosen, Schaltern oder die Installation von FI-Schaltern. Die Kosten hierfür sind deutlich niedriger als bei einer Vollsanierung, bei der alle Leitungen und Verteiler erneuert werden.

Eine komplette Elektroinstallation in einem Einfamilienhaus kann insgesamt 8.000 bis 25.000 Euro kosten. Dieser Preis umfasst die Materialkosten, die Arbeitskosten und ggf. die Kosten für Smart-Home-Komponenten oder Energiemanagementsysteme.

Kostenaufteilung: Arbeitskosten vs. Materialkosten

Die Kosten einer Elektro-Sanierung setzen sich in der Regel wie folgt zusammen:

  • Arbeitskosten: ca. 60 Prozent
  • Materialkosten: ca. 40 Prozent

Das bedeutet, dass durch die Übernahme von vorbereitenden Arbeiten wie Schlitze stemmen, Leerrohre verlegen oder Unterputzdosen setzen, eine beträchtliche Einsparung möglich ist. Es wird empfohlen, bis zu 30 Prozent der Gesamtkosten durch Eigenleistungen zu reduzieren.

Sparpotenziale durch Eigenleistung

Eine der effektivsten Methoden, die Kosten einer Elektro-Sanierung zu senken, ist die Übernahme von vorbereitenden Tätigkeiten durch den Eigentümer oder die Eigentümerin. Experten zufolge können bis zu 40 Prozent der Arbeitskosten eingespart werden, wenn folgende Aufgaben selbst übernommen werden:

  • Schlitze fräsen oder stemmen
  • Leerrohre verlegen
  • Unterputzdosen setzen
  • Kabel einziehen
  • Schaltkästen anbringen

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass sicherheitsrelevante Arbeiten wie die Montage des Sicherungskastens, die Prüfung der Installation und die Endabnahme immer von einem Elektrofachbetrieb durchgeführt werden müssen. Nur so kann die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften gewährleistet sein.

Bausparverträge als Finanzierungsmodell

Ein weiterer Weg, um die Kosten einer Elektro-Sanierung zu bewältigen, ist die Nutzung von Bausparverträgen. Diese ermöglichen es, das notwendige Eigenkapital über einen längeren Zeitraum anzusparen. Ein Vorteil dieser Finanzierungsform ist, dass bei der späteren Darlehensaufnahme günstigere Zinsen vergleichbar mit den Marktzinsen erzielt werden können.

Förderprogramme und steuerliche Abzüge

Die Sanierung der Elektroinstallation kann unter bestimmten Voraussetzungen staatlich gefördert werden, insbesondere wenn sie mit weiteren energieeffizienten Maßnahmen kombiniert wird. Im Folgenden werden die wichtigsten Förderprogramme und steuerlichen Abzüge vorgestellt:

1. Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM)

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) unterstützt Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz in Gebäuden. Die Elektro-Sanierung kann in Kombination mit anderen energieeffizienten Maßnahmen wie der Installation von Wärmepumpen, der Dämmung oder der Errichtung von PV-Anlagen gefördert werden.

2. KfW-Programme

Die KfW-Bank bietet mehrere Förderprogramme an, die sich auf die energetische Sanierung von Gebäuden beziehen. Einige Programme decken auch Kosten für die Erneuerung der Elektroinstallation ab, sofern sie mit anderen Sanierungsmaßnahmen kombiniert werden.

3. BAFA-Förderungen

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellt Fördermittel für den privaten Bereich bereit. Elektro-Sanierungen können unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls in diesen Fördertöpfen berücksichtigt werden.

4. Steuerliche Abzüge

Die sogenannten Handwerkerkosten können zu 20 Prozent (maximal 1.200 Euro pro Jahr) steuerlich abgesetzt werden. Dies gilt jedoch nur für Arbeitskosten, nicht für Materialkosten. Es lohnt sich daher, bei der Planung der Sanierung darauf zu achten, dass möglichst viele Arbeiten durch Fachkräfte durchgeführt werden, um von diesen steuerlichen Vorteilen zu profitieren.

Praktische Tipps für eine Elektro-Sanierung

Eine sorgfältige Planung ist entscheidend, um die Kosten einer Elektro-Sanierung zu kontrollieren und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Arbeiten den aktuellen Sicherheits- und Technologiestandards entsprechen. Im Folgenden werden einige praktische Tipps vorgestellt:

1. Prüfung der bestehenden Elektroinstallation

Bevor mit den Arbeiten begonnen wird, sollte die bestehende Elektroinstallation von einem Elektrofachbetrieb überprüft werden. Diese Prüfung kann aufzeigen, ob eine Voll- oder Teilsanierung erforderlich ist.

2. Planung der zukünftigen Anforderungen

Bei der Planung der Sanierung sollten auch zukünftige Anforderungen wie die Installation von Smart-Home-Komponenten, Elektromobilitätslösungen oder Energiemanagementsystemen berücksichtigt werden. Dies vermeidet, dass weitere Sanierungen in Kürze erforderlich werden.

3. Vergleich von Angeboten

Um die bestmögliche Kalkulation zu erhalten, sollte mindestens ein Dutzend Angebote von verschiedenen Elektrofachbetrieben eingeholt werden. Dabei ist nicht nur der Preis entscheidend, sondern auch die Qualität der Arbeit, die Erfahrung des Unternehmens und die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften.

4. Nutzung von Förderprogrammen

Es ist empfehlenswert, sich vor Beginn der Sanierung über mögliche Förderprogramme und steuerliche Abzüge zu informieren. Dies kann die Kosten erheblich reduzieren und die Sanierung finanziell attraktiver machen.

Fazit

Die Erneuerung der Elektroinstallation ist eine Investition in Sicherheit, Komfort und Energieeffizienz. Gerade in Altbauten ist eine Sanierung oft unumgänglich, um die Risiken von Schäden, Überlastungen oder Bränden zu minimieren. Die Kosten variieren stark und hängen von verschiedenen Faktoren wie dem Zustand der bestehenden Installation, der Größe des Hauses und der Art der Sanierung ab. Durch Eigenleistungen und die Nutzung von Förderprogrammen lässt sich der finanzielle Aufwand jedoch erheblich reduzieren. Eine sorgfältige Planung, eine fachgerechte Ausführung und die Berücksichtigung zukünftiger Anforderungen sind entscheidend für den Erfolg einer Elektro-Sanierung.

Quellen

  1. Elektrik im Haus erneuern – Wohnglück
  2. Elektrik im Haus erneuern – Kosten
  3. Elektrik erneuern – Kosten
  4. Elektrik im Haus erneuern – Kosten
  5. Elektrik erneuern im Altbau – Kosten

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