Elektroinstallation beim Zimmerrenovieren: Planung, Kosten und Umsetzung

Bei der Renovierung eines Zimmers ist die Überprüfung oder Erneuerung der Elektroinstallation oft ein entscheidender Faktor für Sicherheit, Komfort und Wertsteigerung. Ob es um die Verlegung neuer Steckdosen, die Installation von Beleuchtungssystemen oder die Sicherung von Großgeräten geht – die Elektroinstallation ist ein zentraler Bestandteil moderner Wohnräume. In diesem Artikel werden die wesentlichen Aspekte der Elektroinstallation im Rahmen einer Zimmerrenovierung unter Berücksichtigung von Planung, Vorgehensweise, Kosten und Sicherheitsvorschriften detailliert erläutert.

Planung der Elektroinstallation

Die Planung der Elektroinstallation ist der erste und entscheidende Schritt, der den Erfolg der Renovierung maßgeblich beeinflusst. Dabei gilt es, mehrere Faktoren zu berücksichtigen:

Anzahl der Stromkreise

Um Gefahren wie Kurzschlüsse oder Leitungsüberlastung zu vermeiden, ist es wichtig, in zeitgemäßen Anlagen mehrere einzeln abgesicherte Stromkreise zu installieren. Laut den Empfehlungen in der Norm DIN 18015 sollte jeder Raum idealerweise über einen eigenen Stromkreis verfügen. Dies gilt insbesondere für Räume, in denen elektrische Großgeräte wie Herd, Waschmaschine oder Wäschetrockner angeschlossen werden.

Elektronische Geräte mit hohem Stromverbrauch sollten zudem über einen eigenen Sicherungskreis verfügen, um die Belastung auf andere Stromkreise nicht unnötig zu erhöhen.

Anzahl der Steckdosen

Die Planung der Anzahl der Steckdosen ist entscheidend für den Alltag. Laut den Empfehlungen in der DIN 18015-3 sollte man in der Planung lieber mehr Steckdosen vorsehen, als zu wenig. Fehlende Steckdosen nach Fertigstellung können ärgerlich und kostenintensiv sein. Einige Euro mehr während der Renovierung können langfristig zusätzliche Kosten vermeiden und den Komfort erhöhen.

Positionen der Lichtanschlüsse

Die Positionen der Lichtanschlüsse können individuell geplant werden. Pro Zimmer empfiehlt sich die Einrichtung eines eigenen Stromkreises. In der Küche oder im Badezimmer, in denen oft mehrere Lichtquellen benötigt werden, ist es sinnvoll, mehrere Leuchten oder Lampen in unterschiedlichen Ebenen zu installieren.

Aufputz- oder Unterputzverlegung?

Die Wahl zwischen Aufputz- und Unterputzverlegung hängt von der baulichen Situation und den individuellen Wünschen ab. Bei der Aufputzverlegung werden die Stromkabel in speziellen Kabelkanälen verlegt, was besonders in Räumen sinnvoll ist, in denen die Wände nicht aufgestemmt werden können oder sollen. Dies ist oft bei Altbauten mit Mauerwerk der Fall.

Die Unterputzverlegung hingegen ist dann sinnvoll, wenn die Kabel nicht sichtbar sein sollen. In diesem Fall werden die Leitungen in Schutzrohren oder Estrichen verlegt. Vorteil hierbei ist, dass Leerrohre vorgelegt werden können, die später eine einfache Erweiterung der Elektroinstallation ermöglichen.

Einhaltung von Normen und Sicherheitsvorschriften

Die Planung muss stets die geltenden Normen berücksichtigen. Insbesondere die Norm DIN 18015 regelt die elektrische Installation in Wohngebäuden. Sie legt unter anderem fest, wie viele Steckdosen und Stromkreise in einem Raum mindestens vorhanden sein sollten. Ergänzend dazu bietet die RAL-Richtlinie RG 678 weitere Standards für Energieeffizienz und Komfort. Diese Vorgaben sind für eine sichere und zukunftsfähige Elektroinstallation unerlässlich.

Umsetzung der Elektroinstallation

Nach der Planung folgt die tatsächliche Umsetzung der Elektroinstallation. Hierbei sind mehrere Arbeitsschritte relevant:

Entkernung

Bei einer Vollsanierung der Elektroinstallation ist die Entkernung der Wohnung oder des Hauses notwendig. Dabei werden alle beweglichen Teile, Einbauten sowie elektrischen Systeme und Leitungen entfernt. Der Elektriker übernimmt die Aufgabe, den Stromkasten abzuklemmen.

Vorbereitung

Vor dem Beginn der Arbeiten muss geklärt werden, ob die alten Schlitze für die neuen Leitungen genutzt werden können oder ob diese verschlossen und neue gestemmt werden müssen. Alle Steckdosen, Schalter und anderen wichtigen Installationen werden auf den Wänden markiert, um die Verlegung der neuen Leitungen präzise vorzunehmen.

Schlitze stemmen

Je nach baulichem Zustand der Wände müssen Schlitze für die neuen Leitungen gestemmt werden. Bei Mauerwerk ist dies oft aufwendig, da die Schlitze mit Fräsen hergestellt und nach der Verlegung wieder verputzt werden müssen. Bei Trockenbauwänden oder abgehängten Decken ist die Arbeit hingegen schneller und einfacher durchzuführen.

Unterputzdosen setzen

Für die Steckdosen werden Löcher in die Wände gebohrt und die Unterputzdosen eingesetzt. Dies ist ein entscheidender Schritt, da die Dosen die Grundlage für eine ordnungsgemäße Funktion der Elektroinstallation bilden.

Leitungen verlegen

Die Leitungen werden zu allen Steckdosen, Schaltern und Lampen gelegt. Zudem müssen sie zu weiteren elektrischen Systemen wie Lüftungsanlagen oder Warmwasserbereitern verlegt werden. Leerrohre sind hierbei praktisch, da sie den späteren Anschluss weiterer Geräte ermöglichen, ohne dass die Wände erneut geöffnet werden müssen.

Verputzen

Nachdem die Leitungen verlegt wurden, müssen alle Löcher und Schlitze zugespachtelt und die Wände wieder verputzt werden. Dieser Schritt ist wichtig, um die bauliche Integrität der Räume wiederherzustellen und die Elektroinstallation optisch unauffällig zu integrieren.

Fertigstellung

Die abschließende Phase besteht darin, alle Steckdosen, Schalter und weiteren Bedienelemente anzubringen. Hierbei ist darauf zu achten, dass alle Funktionen korrekt arbeiten und die Installation den Sicherheitsvorschriften entspricht.

Eigenleistungen und Tätigkeiten für Laien

Nicht alle Arbeiten bei der Elektroinstallation müssen von einem Elektriker übernommen werden. Ein großer Teil der Tätigkeiten kann von Laien in Eigenregie durchgeführt werden, was die Kosten erheblich senkt. Laut Angaben aus den Quellen können bis zu 50 bis 60 Prozent der Arbeiten von unerfahrenen Heimwerkern übernommen werden, wenn sie die Vorschriften und Sicherheitsrichtlinien einhalten.

Eingeschränkte Tätigkeiten

Laien dürfen beispielsweise:

  • Schlitze aufstemmen oder verschließen
  • Unterputzdosen setzen
  • Rohre und Leitungen verlegen
  • Unterverteiler und Zählerschrank einsetzen, befestigen und einmauern

Tätigkeiten, die nur von Fachpersonal erledigt werden dürfen

Bestimmte Arbeiten dürfen jedoch nur von qualifiziertem Fachpersonal durchgeführt werden. Dazu gehören:

  • Das Anschließen der einzelnen Dosen, Schalter und Anlagen
  • Die Planung und Sicherung komplexer Stromkreise
  • Die Prüfung der gesamten Installation auf Funktion und Sicherheit

Diese Arbeiten sind aufgrund des hohen Sicherheitsrisikos nur von Elektrikern mit der entsprechenden Qualifikation erlaubt.

Kosten der Elektroinstallation

Die Kosten für die Sanierung oder Erneuerung der Elektroinstallation variieren je nach Arbeitsumfang, Materialkosten und der Region. Laut den Angaben der Quellen können sich die Kosten für die Elektroinstallation in einem Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 125 Quadratmetern auf bis zu 20.000 Euro belaufen.

Faktoren, die die Kosten beeinflussen

Die Kosten setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen:

  • Umfang der Arbeiten: Eine Vollsanierung ist deutlich aufwendiger und teurer als eine Teilsanierung.
  • Materialqualität: Hochwertige oder smarte Komponenten erhöhen die Kosten.
  • Arbeitsaufwand: Komplexe Arbeiten oder der Einbau spezieller Systeme wie Smart-Home-Lösungen erhöhen den Aufwand.
  • Regionale Unterschiede: Die Lohnkosten für Handwerker und die Materialkosten können je nach Region stark variieren.

Beispiele für Kosten

Ein Beispiel für eine Vollsanierung in einem Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Altbau:

  • Maßnahmen: Austausch der alten Elektroinstallation, Verlegung neuer Kabel, Installation eines neuen Sicherungskastens, Einbau von Steckdosen, Lichtschaltern und Beleuchtungssystemen
  • Kostenrahmen: ca. 12.000 – 18.000 Euro

Bei einer Teilsanierung, bei der nur einzelne Komponenten wie der Sicherungskasten oder bestimmte Stromkreise erneuert werden, können die Kosten deutlich niedriger ausfallen.

Fazit

Die Elektroinstallation ist ein entscheidender Bestandteil jeder Zimmerrenovierung. Eine sorgfältige Planung, die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften und die Auswahl der richtigen Verlegemethoden sind unerlässlich, um eine funktionsfähige und zukunftsfähige Installation zu gewährleisten. Ob Aufputz- oder Unterputzverlegung, ob Voll- oder Teilsanierung – die Wahl der Maßnahmen hängt vom individuellen Bedarf, der baulichen Situation und dem Budget ab. Durch die Kombination von Eigenleistungen und professioneller Unterstützung kann die Renovierung der Elektroinstallation sowohl sicher als auch kosteneffizient durchgeführt werden.

Quellen

  1. Elektrosanierung: Wie läuft die Sanierung ab?
  2. Elektrik erneuern: Kosten und Planung
  3. Elektrik im Haus erneuern: Tipps zur Planung
  4. Elektroinstallation: Wissenswertes zur Renovierung

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