Modernisierung der Caracalla Therme: Architektur, Infrastruktur und Finanzierung einer Thermen-Sanierung

Einleitung

Die Sanierung und Modernisierung von Freizeit- und Kurmeileinrichtungen stellt besondere Herausforderungen an Planung, Finanzierung und Umsetzung. Die Caracalla Therme in Baden-Baden bietet ein Paradebeispiel für eine strategisch geplante Thermen-Modernisierung mit mehreren Bauphasen und erheblichen Investitionen. Die umfangreichen Umbauarbeiten umfassten sowohl infrastrukturelle Verbesserungen als auch gestalterische Maßnahmen, die sowohl Funktionalität als auch architektonische Integration berücksichtigten.

Die Modernisierung der Caracalla Therme erfolgte in mehreren Bauabschnitten und wurde durch eine Kombination aus Landesförderung und privaten Investitionen finanziert. Besonders bemerkenswert ist die gezielte Ausrichtung der Baumaßnahmen auf eine verbesserte Nutzererfahrung und architektonische Integration in die bestehende Struktur.

Bauliche Maßnahmen und infrastrukturelle Verbesserungen

Umgestaltung des Außenbereichs - Die Sonnenwiese

Eine der zentralen Baumaßnahmen war die Neugestaltung der Sonnenwiese mit einer zusätzlich nutzbaren Fläche von über 1.000 Quadratmetern. Diese Maßnahme wurde vollständig durch die Betriebsgesellschaft Carasana als Pächterin der Therme finanziert, mit einer Gesamtinvestition von rund einer halben Million Euro.

Die Neugestaltung berücksichtigte konkrete Nutzungsanforderungen und schuf "zahlreiche Sitz- und Liegemöglichkeiten, um den Sommer komfortabel im traumhaften Ambiente zu genießen". Die zusätzliche Flächenschaffung von über 1.000 Quadratmetern stellt eine erhebliche Erweiterung der bestehenden Außenterrassen dar und bietet mehr Raum für die Gäste.

Architektonische Konzeption - Terrassierung in konzentrischen Kreisen

Eine besonders innovative gestalterische Lösung wurde durch die "Terrassierung in konzentrischen Kreisen" umgesetzt. Diese Planung verfolgte mehrere Ziele gleichzeitig: Zum einen werde die Architektur der Therme aufgegriffen und harmonisch weitergeführt, zum anderen werde "die Therme an sich sowie ihre Becken in den Mittelpunkt gesetzt".

Die konzentrische Terrassierung schafft nicht nur ästhetische Qualitäten, sondern optimiert auch die funktionale Nutzung des Außenbereichs. Durch die radiale Anordnung werden natürliche Blickbezüge zum Hauptgebäude geschaffen und verschiedene Nutzungsbereiche strukturiert.

Transparenz und Wahrnehmbarkeit

Eine spezifische Anforderung der Stadt Baden-Baden war die Verbesserung der Transparenz der Caracalla Therme. Diese Vorgabe wurde "ohne dass sich Gäste gestört fühlen werden" umgesetzt, was auf eine ausgewogene Planung zwischen Sichtbarkeit und Privatsphäre hindeutet.

Die Verbesserung der Wahrnehmung von außen bei gleichzeitiger Schaffung einer angenehmen Atmosphäre für die Badegäste erforderte eine sorgfältige Abstimmung zwischen öffentlichen und privaten Interessen.

Sanierung des Innenbereichs - Umkleidebereich

Umfassende Modernisierung der Sanitäranlagen

In Zusammenarbeit mit der Verpächterin, der Bäder- und Kurverwaltung Baden-Württemberg, wurde der Umkleidebereich der Caracalla Therme "umfassend saniert". Diese Maßnahme stellt einen wesentlichen infrastrukturellen Verbesserungsbereich dar, da Umkleidebereiche in Thermen hohe Beanspruchungen durch Feuchtigkeit und intensive Nutzung erfahren.

Die Sanierung umfasste wahrscheinlich Modernisierung von Sanitärinstallationen, Verbesserung der Belüftungssysteme und möglicherweise Aktualisierung der Ausstattung, auch wenn spezifische technische Details in den verfügbaren Informationen nicht genannt werden.

Finanzierung der Innensanierung

Die Gesamtkosten für die Umkleidesanierung beliefen sich auf "rund zweieinhalb Millionen Euro" und wurden vollständig "vom Land Baden-Württemberg getragen". Diese erhebliche Investition in den Innenbereich unterstreicht die Bedeutung der Infrastrukturqualität für den Betrieb einer Therme.

Die Finanzierung durch das Land Baden-Württemberg als Eigentümer zeigt eine klare Verantwortungsverteilung zwischen öffentlicher Hand und privatem Betreiber bei der Instandhaltung von Thermenanlagen.

Zukunftsplanung - Modernisierung der Saunalandschaft

Die neue Panorama-Sauna GreatSpa

Für April 2025 ist die Modernisierung der Saunalandschaft mit einem besonderen Highlight geplant: der neuen Panorama-Sauna "GreatSpa" mit "atemberaubendem Ausblick über Baden-Baden". Diese Maßnahme deutet auf eine Strategie der premium Positionierung und Differenzierung hin.

Die Fokussierung auf Panoramablick als Alleinstellungsmerkmal zeigt die Tendenz zu erlebnisorientierten Sauna-Konzepten, die über die reine Funktionalität hinausgehen und besondere Atmosphären schaffen.

Ausrichtung auf Premium-Erlebnis

Die Modernisierung der Saunalandschaft reiht sich in eine Gesamtstrategie der Qualitätssteigerung ein. Durch die Kombination aus infrastrukturellen Verbesserungen im Außenbereich, Sanierung der Grundinfrastruktur und Premium-Ausstattung der Saunalandschaft wird eine umfassende Modernisierung umgesetzt.

Finanzierungsstrategie und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

Staatsbäder-Förderprogramm

Die Sanierung der Caracalla Therme ist Teil eines größeren Förderprogramms für baden-württembergische Staatsbäder. Für die Sanierung und den Betrieb der Staatsbäder Caracalla-Therme und Friedrichsbad in Baden-Baden wurden "rund 82,5 Millionen Euro" bereitgestellt.

Diese Finanzierung erfolgt "in Form einer sogenannten Verpflichtungsermächtigung" im Haushaltsentwurf 2025/26, was auf eine mehrjährige Finanzplanung hindeutet. Die Verpflichtungsermächtigung ermöglicht es der öffentlichen Hand, Zahlungsverpflichtungen über mehrere Haushaltsjahre zu verteilen.

Gesamtkontext der Landesförderung

Die Gesamtförderung umfasst neben den beiden Baden-Badener Thermen auch die Cassiopeia-Therme in Badenweiler mit "63 Millionen Euro". Diese umfassende Förderung von 145,5 Millionen Euro für drei Thermenanlagen unterstreicht die strategische Bedeutung des staatlichen Bäderwesens in Baden-Württemberg.

Entscheidung gegen Privatisierung

Ein wichtiger Aspekt der Finanzierungsentscheidung war die Aufgabe von Verkaufsplänen. Ein "zwischenzeitlich im Raum stehender Verkauf sei damit erst einmal vom Tisch", was eine strategische Entscheidung für den Erhalt staatlicher Kontrolle über die Thermenanlagen darstellt.

Diese Entscheidung gegen die Privatisierung zeigt die gesellschaftspolitische Bewertung der Thermen als wichtige öffentliche Infrastruktur, deren Erhalt sich nicht allein an betriebswirtschaftlichen Kriterien messen lässt.

Projektorganisation und Stakeholder-Management

Kooperation zwischen öffentlichen und privaten Akteuren

Die Realisierung der verschiedenen Baumaßnahmen erforderte eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Stakeholdern: der Bäder- und Kurverwaltung Baden-Württemberg als Eigentümerin, der Stadt Baden-Baden als Kommunalverwaltung, der Carasana als Betreiberin sowie dem Finanzministerium des Landes.

Die Pächterin Carasana dankte ausdrücklich dem Finanzministerium, der Bäder- und Kurverwaltung, der Stadt Baden-Baden und weiteren Projektbeteiligten für deren Unterstützung bei den "für die Entwicklung der Caracalla Therme wichtigen Projekten".

Verantwortlichkeitsverteilung bei der Finanzierung

Die Finanzierung der verschiedenen Baumaßnahmen zeigt eine klare Aufgabenteilung: Infrastrukturmaßnahmen im Inneren (Umkleidebereich) wurden staatlich finanziert, während improvements im Außenbereich (Sonnenwiese) privat finanziert wurden.

Diese Aufteilung deutet auf ein Konzept hin, bei dem die öffentliche Hand die Grundinfrastruktur sicherstellt und der private Betreiber zusätzliche attraktivitätssteigernde Maßnahmen finanziert.

Architektonische und städtebauliche Integration

Harmonische Einbindung in die bestehende Struktur

Die Planung der Außenanlagen berücksichtigte explizit die bestehende Architektur der Therme. Die konzentrische Terrassierung "greift die Architektur der Therme auf" und schafft somit eine harmonische Verbindung zwischen Bestand und Erweiterung.

Diese Herangehensweise zeigt den wichtigen Grundsatz der städtebaulichen Integration bei der Erweiterung bestehender Bauwerke. Anstatt neue Strukturen antagonistisch zu positionieren, wurde eine Lösung entwickelt, die die vorhandene Architektur respektiert und weiterführt.

Funktionale Verbesserungen durch Gestaltung

Die terrassenförmige Anlage schafft nicht nur ästhetische Qualitäten, sondern ermöglicht auch funktionale Verbesserungen: "Die Ausblicke aus dem Badebereich sowie die neuen Liegeflächen seien ein absoluter Mehrwert für die Gäste."

Diese Verbindung von Form und Funktion zeigt eine durchdachte Planung, bei der gestalterische Qualitäten direkt zu einer verbesserten Nutzererfahrung beitragen.

Betriebswirtschaftliche Aspekte

Investitionszyklen in der Thermenwirtschaft

Die Caracalla Therme demonstriert die typischen Investitionszyklen in der Thermenwirtschaft. Nach einer größeren Modernisierung werden kontinuierlich weitere Verbesserungen umgesetzt, um die Attraktivität zu erhalten und zu steigern.

Die Kombination aus verschiedenen Finanzierungsquellen (staatliche Mittel für Grundinfrastruktur, private Mittel für Zusatzqualitäten) zeigt ein nachhaltiges Finanzierungsmodell für Thermenanlagen.

Wertschöpfung durch Infrastrukturverbesserungen

Die umfangreichen Investitionen in die Infrastruktur dienen nicht nur der Instandhaltung, sondern schaffen neue Wertschöpfungsmöglichkeiten. Die erweiterte Außenfläche von über 1.000 Quadratmetern bietet zusätzliche Nutzungsoptionen und kann die Attraktivität der Anlage deutlich steigern.

Herausforderungen bei der Sanierung

Koordination verschiedener Bauphasen

Die Realisierung der verschiedenen Baumaßnahmen erforderte eine sorgfältige Koordination, um den laufenden Betrieb der Therme zu gewährleisten. Die Sanierung des Umkleidebereichs sowie die Umgestaltung der Außenanlagen mussten wahrscheinlich in verschiedenen Bauabschnitten umgesetzt werden, um Betriebsunterbrechungen zu minimieren.

Integration neuer Standards bei bestehender Infrastruktur

Die Sanierung bestehender Anlagen bringt spezifische technische Herausforderungen mit sich, da neue Standards mit vorhandener Infrastruktur harmonisiert werden müssen. Dies betrifft insbesondere Brandschutzbestimmungen, barrierefreie Erschließung und moderne Sanitärstandards.

Technische Aspekte der Außenanlagen

Konstruktive Anforderungen der Terrassierung

Die Ausführung der "Terrassierung in konzentrischen Kreisen" stellt spezifische konstruktive Anforderungen. Solche geometrischen Systeme erfordern präzise Planung und Ausführung, da Toleranzen in der Bestimmung der Radien sich auf die Gesamtwirkung auswirken können.

Die kreisförmige Anordnung ermöglicht sowohl statische als auch gestalterische Vorteile durch die radialen Kräfteübertragungen, die bei richtiger Planung konstruktiv vorteilhaft genutzt werden können.

Materialwahl für Außenanlagen

Thermenaußenanlagen müssen besonderen Anforderungen genügen: Witterungsbeständigkeit, rutschhemmende Eigenschaften bei Nässe, UV-Beständigkeit und Widerstand gegen Chlor- oder Soleeintrag. Die Materialwahl für die Terrassenflächen und Sitzgelegenheiten muss diese funktionalen Anforderungen mit ästhetischen Gesichtspunkten vereinen.

Ausblick und zukünftige Entwicklungen

Nachhaltige Modernisierungsstrategie

Die Caracalla Therme verfolgt eine nachhaltige Modernisierungsstrategie, die kontinuierliche Verbesserungen in verschiedenen Bereichen umfasst. Die langfristige Planung mit erheblichen Investitionen in den kommenden Jahren zeigt eine langfristige Perspektive.

Positionierung im Wettbewerb

Die Modernisierungsmaßnahmen zielen darauf ab, die Caracalla Therme im wettbewerbsintensiven Markt der Thermen und Wellnesseinrichtungen zu positionieren. Die Investitionen in Panorama-Erlebnisse und erweiterte Außenanlagen sollen Differenzierungsvorteile schaffen.

Fazit

Die Sanierung und Modernisierung der Caracalla Therme in Baden-Baden zeigt beispielhaft, wie komplexe Bauprojekte bei bestehenden Freizeiteinrichtungen umgesetzt werden können. Die Kombination aus staatlicher Finanzierung für Grundinfrastruktur und privaten Investitionen für Zusatzqualitäten schafft ein nachhaltiges Finanzierungsmodell.

Besonders bemerkenswert ist die architektonische Integration der Neubaumaßnahmen, die durch die konzentrische Terrassierung eine harmonische Verbindung zwischen Bestand und Erweiterung schafft. Die strategische Entscheidung gegen eine Privatisierung und für den Erhalt der öffentlichen Kontrolle unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung solcher Einrichtungen.

Die Investitionen von über 2,5 Millionen Euro für die Umkleidesanierung und 500.000 Euro für die Außenanlagenerweiterung sind Teil einer größeren Gesamtstrategie, die durch die staatliche Förderung von 82,5 Millionen Euro für die Baden-Badener Staatsbäder flankiert wird. Die für 2025 geplante Eröffnung der neuen Panorama-Sauna GreatSpa setzt diese Modernisierungsstrategie fort.

Die Caracalla Therme demonstriert, dass erfolgreiche Thermenmodernisierung nicht nur technische Kompetenz, sondern auch strategische Planung, Stakeholder-Management und eine klare Vision für die zukünftige Positionierung erfordert. Das Projekt bietet wichtige Erkenntnisse für vergleichbare Sanierungsmaßnahmen in der Thermenwirtschaft und zeigt, wie öffentliche und private Interessen erfolgreich koordiniert werden können.

Quellen

  1. Baden-Badener Caracalla Therme in neuem Glanz
  2. Land gibt Geld für die Sanierung von Staatsbädern
  3. 2025 Modernisierung der Saunalandschaft in der Caracalla Therme
  4. Land gibt Geld für die Sanierung von Staatsbädern

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