Geothermie-Infrastrukturprojekt am Michaelibad: Münchens größter Beitrag zur Wärmewende

Einleitung

Die Stadtwerke München (SWM) haben im September 2024 mit dem Spatenstich für die größte Geothermieanlage Kontinentaleuropas am Michaelibad im Münchner Südosten begonnen. Dieses bedeutende Klimaschutzprojekt stellt einen Meilenstein in der deutschen Energiewende dar und zeigt beispielhaft, wie kommunale Infrastrukturprojekte zur CO2-Neutralität beitragen können. Die Anlage, die voraussichtlich 2033 fertiggestellt wird, soll Wärme für rund 75.000 Münchnerinnen und Münchner liefern und dabei vollständig klimaneutral arbeiten.

Das Projekt verdeutlicht die Komplexität moderner Geothermie-Infrastrukturprojekte und bietet wertvolle Einblicke für Bauprofis und Haushalte, die sich für nachhaltige Energiesysteme interessieren. Die umfangreichen Baumaßnahmen, die Integration in bestehende Infrastruktur und die langfristige Planung machen dieses Projekt zu einem Paradebeispiel für nachhaltigen Infrastrukturbau in urbanen Gebieten.

Projektüberblick und technische Spezifikationen

Standort und bauliche Herausforderungen

Der Standort auf der Liegewiese des Münchner Michaeli-Freibads wurde aufgrund mehrerer entscheidender Faktoren gewählt. Der Untergrund bietet ein hohes Wärmepotenzial, was für die Effizienz der Geothermieanlage entscheidend ist. Gleichzeitig ermöglicht die vorhandene Infrastruktur eine optimale Anbindung an das bestehende Fernwärmenetz der Stadt.

Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass der Freibadbetrieb während der gesamten Bauzeit weiterläuft. Dies erfordert eine präzise Koordination der Baumaßnahmen und eine räumliche Trennung der Bau- von den Betriebsbereichen. Die westliche Liegewiese wurde als Bauareal ausgewählt, während der restliche Bereich des Michaelibads für den öffentlichen Badebetrieb erhalten bleibt.

Technische Ausstattung der Geothermieanlage

Die Anlage wird mit acht Tiefbohrungen ausgestattet: vier Förderbohrungen und vier Reinjektionsbohrungen. Diese Konfiguration ermöglicht es, Thermalwasser aus großer Tiefe zu fördern und nach Wärmeentnahme wieder in den Untergrund zurückzuführen. Die Temperatur des geförderten Thermalwarmes wird über Wärmetauscher an das Fernwärmenetz übertragen.

Ein zentrales technisches Element ist die Installation einer Großwärmepumpe direkt am Standort der Geothermieanlage. Diese Technologie erhöht die Wärmeausbeute erheblich, indem sie auch die Wärme aus dem Rücklauf des Fernwärmenetzes nutzbar macht. Dadurch wird die Effizienz der gesamten Anlage optimiert und die Wärmeausbeute aus dem geothermischen Potenzial maximiert.

Infrastrukturelle Komponenten

Neben den Bohrungen entsteht auf dem Bauareal eine moderne Wärmestation, in der die gewonnene Erdwärme aufbereitet wird. Diese Station dient als Schnittstelle zwischen der geothermischen Energiegewinnung und dem städtischen Fernwärmenetz. Die Wärmeübertragung erfolgt über hochmoderne Wärmetauscher, die eine effiziente Energieübertragung bei minimalen Verlusten gewährleisten.

Die Anbindung an das bestehende Fernwärmenetz wurde bereits im Vorfeld vorbereitet, was den späteren Integrationprozess erheblich erleichtern wird. Diese vorbereitenden Maßnahmen zeigen die komplexe Planung, die solchen Großprojekten zugrunde liegt.

Zeitlicher Ablauf und Bauphasen

Bereits abgeschlossene Maßnahmen

Die Vorbereitungsarbeiten begannen bereits vor dem eigentlichen Spatenstich. Durchgeführt wurden umfangreiche Rückbauarbeiten nicht mehr benötigter Gebäude, auf deren Flächen die neue Wärmestation erected wird. Ebenso erfolgte die Vorbereitung der Einbindung der zukünftigen Geothermieanlage in das Fernwärmenetz.

Besonders erwähnenswert sind die durchgeführten Baumersatzpflanzungen, bei denen 53 neue Bäume auf dem östlichen Gelände des Michaelibads gepflanzt wurden. Diese Maßnahme zeigt das Engagement für ökologische Nachhaltigkeit und Kompensation der Eingriffe in die Natur.

Detailplanung der Bauetappen

Die detaillierte Zeitplanung des Projekts erstreckt sich über fast ein Jahrzehnt und zeigt die Komplexität solcher Infrastrukturprojekte:

Herbst 2024: - Fertigstellung der Zuwegung und infrastrukturellen Anbindung - Vorbereitung des Baustellenfelds und Baufeldfreimachung für den Bohrplatz

Sommer 2025: - Errichtung eines Informationscontainers für Bürgerinnen und Bürger

Herbst 2025: - Durchführung der Standrohrbohrungen für das Bohrprojekt

Ab Mitte 2026: - Start der Tiefbauarbeiten für das Bohrkellergebäude

Mitte 2027: - Beginn der Tiefbauarbeiten für die Wärmestation

Frühjahr 2028: - Start des Bohrplatzbaus und Errichtung einer Container-Lärmschutzwand - Beginn der Hochbauarbeiten für die Wärmestation

Ende 2030 bis 2032: - Durchführung der Bohrarbeiten - Abbau des Bohrturms (voraussichtlich 2032)

Voraussichtlich 2033: - Abschluss des Rückbaus des Bohrplatzes - Inbetriebnahme der Geothermieanlage

Diese langfristige Planung zeigt, dass Geothermie-Projekte nicht nur technisch, sondern auch zeitlich anspruchsvoll sind und eine sorgfältige Koordination über viele Jahre erfordern.

Standortwahl und geothermische Potenzialanalyse

Geologische und städtebauliche Vorteile

Die Standortwahl am Michaelibad im Münchner Südosten beruht auf einer umfassenden Analyse verschiedener Faktoren. Der Untergrund verfügt über ein hohes Wärmepotenzial, was für die wirtschaftliche Rentabilität der Anlage entscheidend ist. Geothermische Anlagen benötigen eine stabile Wärmequelle in ausreichender Tiefe, um eine kontinuierliche und effiziente Energiegewinnung zu gewährleisten.

Die städtebauliche Integration spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Durch die Einbindung in das bestehende Fernwärmenetz können Synergien genutzt und Investitionskosten optimiert werden. Das hohe Wärmebedarfsniveau im Umfeld, einschließlich des Michaelibads selbst, sorgt für eine kontinuierliche Auslastung der Anlage.

Klimaschutz und CO2-Neutralität

Das Michaelibad wird durch das neue Geothermie-System zukünftig CO2-neutral mit Wärme versorgt. Dies bedeutet, dass der für den Badebetrieb benötigte Energiebedarf vollständig aus erneuerbaren Quellen gedeckt wird. Die Anlage trägt somit direkt zur Erreichung der Klimaschutzziele der Stadt München bei.

Die langfristige Vision der SWM sieht vor, bis spätestens 2040 den gesamten Münchner Fernwärmebedarf CO2-neutral zu decken. Die Geothermieanlage am Michaelibad ist ein wichtiger Baustein zur Erreichung dieses ambitionierten Ziels.

Integrationsstrategie und Bürgerbeteiligung

Minimierung der Betriebsbeeinträchtigung

Eine besondere Herausforderung besteht in der Aufrechterhaltung des Freibadbetriebs während der gesamten Bauzeit. Die Planer haben daher eine räumliche und zeitliche Trennung der verschiedenen Bauphasen entwickelt, um die Beeinträchtigungen für die Badegäste zu minimieren.

Nach Abschluss der Bauarbeiten wird die Liegewiese zu großen Teilen wieder für die Freibadgäste zur Verfügung stehen. Die betrieblich notwendigen Bereiche werden wesentlich kleiner sein als die ursprüngliche Baufläche, was eine nahezu vollständige Wiederherstellung der ursprünglichen Freiflächen ermöglicht.

Bürgerbeteiligung und Transparenz

Bereits im Vorfeld des Projekts wurde eine umfassende Bürgerbeteiligung durchgeführt. Im Rahmen einer Projektwerkstatt wurden Ideen und Anregungen aus der Bevölkerung gesammelt, die in die zukünftige Freiflächengestaltung einfließen werden. Diese Vorgehensweise zeigt, dass moderne Infrastrukturprojekte verstärkt auf die Einbindung der Öffentlichkeit setzen.

Ab Sommer 2025 wird ein Informationscontainer für Bürgerinnen und Bürger am Standort aufgestellt. Dieser dient der kontinuierlichen Information über den Baufortschritt und ermöglicht es der interessierten Öffentlichkeit, sich über die technischen Details und den Fortschritt des Projekts zu informieren.

Wirtschaftliche Aspekte und Förderung

Fördermitteleinwerbung

Das Projekt wird durch die Bundesförderung "Effiziente Wärmenetze" unterstützt. Dr. Karin Thelen, SWM-Geschäftsführerin Regionale Energiewende, betonte die Bedeutung dieser Förderung für die Realisierung kommunaler Wärmewende-Projekte. Ohne diese staatliche Unterstützung wäre ein derartiges Großprojekt für kommunale Unternehmen kaum realisierbar.

Die Förderung verdeutlicht die strategische Bedeutung der Geothermie für die deutsche Energiewende und zeigt, dass staatliche Unterstützung ein wichtiger Treiber für die Skalierung nachhaltiger Energiesysteme ist.

Skalierung der Geothermie

Mit diesem Projekt positionieren sich die SWM als Motor für die industrielle Skalierung der Geothermie in Deutschland. Bereits seit 20 Jahren betreiben die SWM Geothermieanlagen in und um München und sind damit Deutschlands größter Geothermiebetreiber.

Die langfristige Strategie sieht vor, zehn Geothermievorhaben mit mehr als 50 neuen Tiefbohrungen in und um München zu realisieren. Zusätzlich sollen die bestehenden Anlagen durch zusätzliche Bohrungen leistungsfähiger gemacht werden.

Technische Innovation und Effizienzsteigerung

Großwärmepumpen-Integration

Eine innovative technische Lösung ist die Installation von Großwärmepumpen direkt am Standort der Geothermieanlage. Diese Technologie nutzt nicht nur die Wärme aus dem geförderten Thermalwasser, sondern auch die Rücklaufwärme aus dem Fernwärmesystem. Durch diese intelligente Kopplung wird die Gesamteffizienz der Anlage erheblich gesteigert.

Die Wärmepumpentechnologie ermöglicht es, die verfügbaren Temperaturdifferenzen optimal zu nutzen und die Wärmeausbeute zu maximieren. Dies führt zu einer höheren Energieeffizienz und reduziert die Kosten pro Kilowattstunde Wärme.

Wärmetauscher-Technologie

Die Übertragung der gewonnenen Erdwärme an das Fernwärmenetz erfolgt über moderne Wärmetauscher-Systeme. Diese Technologie gewährleistet eine effiziente Wärmeübertragung bei minimalen Verlusten und ermöglicht es, die geothermische Energie optimal zu nutzen.

Die Wärmetauscher müssen dabei verschiedene technische Anforderungen erfüllen: Sie müssen eine hohe Wärmeübertragungsrate haben, gleichzeitig aber auch wirtschaftlich und wartungsfreundlich sein. Die spezielle Auslegung für geothermische Anwendungen berücksichtigt die besonderen Eigenschaften des Thermalwassers und der Wärmeträgerflüssigkeiten.

Vergleich mit bestehenden Anlagen

SWM Geothermie-Portfolio

Die Geothermieanlage am Michaelibad wird die siebte Anlage der SWM. Die ersten Erfahrungen wurden vor 20 Jahren mit der Geothermieanlage an der Messe in Riem gesammelt. Diese langjährige Erfahrung ermöglicht es, bewährte Techniken zu nutzen und gleichzeitig neue Innovationen zu implementieren.

Bereits bestehende Anlagen der SWM erzeugen klimaneutrale Fernwärme für viele zehntausende Haushalte. Das Portfolio zeigt, dass Geothermie nicht nur technisch machbar ist, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich betrieben werden kann.

Standort Virginia-Depot

Als weitere Geothermie-Anlage planen die SWM ein Projekt auf dem Gelände des früheren Virginia-Depots im Münchner Norden. Zusätzliche Standorte werden derzeit mit der Stadtverwaltung sondiert. Diese Planungen zeigen, dass München sich zu einem wichtigen Zentrum für geothermische Energiegewinnung entwickelt.

Die Diversifikation der Standorte reduziert Risiken und ermöglicht es, verschiedene geologische Bedingungen zu nutzen. Dies erhöht die Versorgungssicherheit und reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Anlagen.

Ökologische Auswirkungen und Nachhaltigkeit

Ersatzaufforstung und Umweltmanagement

Die bereits durchgeführten Baumersatzpflanzungen mit 53 neuen Bäumen zeigen das Engagement für ökologische Nachhaltigkeit. Diese Maßnahme kompensiert nicht nur den Eingriff in die Natur, sondern trägt sogar zur Verbesserung der städtischen Umweltqualität bei.

Zusätzlich zu den Ersatzpflanzungen wird bei allen Baumaßnahmen darauf geachtet, die Umweltauswirkungen zu minimieren. Dies umfasst Maßnahmen zur Lärmreduktion, Staubvermeidung und den Schutz von Boden und Grundwasser.

Ressourcenschonung

Geothermie nutzt eine praktisch unerschöpfliche Energiequelle. Die durchschnittliche geothermische Energiemenge übersteigt den menschlichen Energieverbrauch um ein Vielfaches. Dies macht Geothermie zu einer der nachhaltigsten Energiequellen überhaupt.

Die Reinjektion des Thermalwassers nach der Wärmeentnahme gewährleistet, dass die geothermischen Ressourcen nachhaltig genutzt werden. Es erfolgt keine Entleerung der Wärmespeicher, sondern nur eine Nutzung der постоянно verfügbaren Erdwärme.

Technische Herausforderungen und Lösungsansätze

Bohrtechnik und Tiefbau

Die Errichtung von acht Tiefbohrungen stellt erhebliche technische Anforderungen. Bohrtiefen von mehreren Kilometern sind erforderlich, um an ausreichend warmes Thermalwasser zu gelangen. Die Bohrtechnik muss dabei verschiedene geologische Formationen durchdringen und gleichzeitig die Stabilität der Bohrlochwände gewährleisten.

Die verschiedenen Bauphasen (Bohrkellergebäude, Bohrplatz, Tiefbauarbeiten) müssen präzise koordiniert werden. Jede Phase baut auf der vorherigen auf, wodurch ein reibungsloser Projektablauf gewährleistet werden muss.

Lärmschutz und Nachbarschaftsschutz

Ab Frühjahr 2028 ist die Errichtung einer Container-Lärmschutzwand geplant. Diese Maßnahme zeigt, dass die Bedürfnisse der Nachbarschaft ernst genommen werden und dass bei Großprojekten entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Die langfristige Bauzeit von neun Jahren erfordert eine kontinuierliche Kommunikation mit der Nachbarschaft und anderen Stakeholdern. Transparente Information und proaktive Kommunikation sind entscheidend für die Akzeptanz solcher Projekte.

Zukunftsperspektiven der Geothermie

Transformationsplan München

2023 haben die SWM einen umfassenden Transformationsplan zur Umstellung des Münchner Fernwärmesystems auf klimaneutrale Technologien erarbeitet. Dieser Plan sieht vor, die Geothermienutzung konsequent weiter auszubauen.

Die Vision, bis 2040 eine CO2-neutrale Fernwärmeversorgung zu erreichen, ist ambitioniert, aber technisch machbar. Die Erfahrungen aus dem Michaelibad-Projekt werden für die Planung und Realisierung weiterer Geothermie-Anlagen wertvoll sein.

Industrielle Skalierung

Dr. Florian Bieberbach, Vorsitzender der SWM-Geschäftsführung, bezeichnete den Standort Michaelibad als "weiteren 'Hotspot' für das Gelingen der Wärmewende". Mit diesem und weiteren Projekten wollen die SWM der Motor für die industrielle Skalierung der Geothermie in Deutschland sein.

Die systematische Erweiterung des Geothermie-Portfolios zeigt, dass kommunale Unternehmen eine wichtige Rolle bei der Energiewende spielen können. Durch kontinuierliche Investitionen und technologische Weiterentwicklung wird Geothermie zu einer zentralen Säule der nachhaltigen Energieversorgung.

Qualitätssicherung und Überwachung

Monitoring und Kontrolle

Geothermie-Anlagen erfordern ein kontinuierliches Monitoring verschiedener Parameter. Dies umfasst die Überwachung der Förderraten, Temperaturen, Druckbedingungen und chemischen Zusammensetzung des Thermalwassers.

Die gewonnenen Daten dienen nicht nur der optimalen Betriebsführung, sondern auch der langfristigen Sicherstellung der Nachhaltigkeit. Regelmäßige Kontrollen und Wartungsmaßnahmen gewährleisten eine hohe Anlagenverfügbarkeit und Effizienz.

Wartung und Instandhaltung

Die komplexe Technik erfordert eine spezialisierte Wartung. Große Wärmepumpen, Wärmetauscher, Bohrsysteme und Fernwärmeanschlüsse müssen regelmäßig gewartet werden, um eine optimale Leistung zu gewährleisten.

Die langfristige Verfügbarkeit der Anlage ist entscheidend für die Wirtschaftlichkeit. Präventive Wartungsmaßnahmen reduzieren Ausfallzeiten und erhöhen die Lebensdauer der Anlagenkomponenten.

Beschaffungs- und Logistikmanagement

Materialbeschaffung

Große Infrastrukturprojekte erfordern die Beschaffung spezialisierter Materialien und Komponenten. Dies umfasst Bohrgeräte, Wärmetauscher, Wärmepumpen, Rohrleitungssysteme und Mess- und Regeltechnik.

Die Koordination verschiedener Lieferanten und die Sicherstellung der Materialqualität stellen logistische Herausforderungen dar. Eine sorgfältige Planung und frühzeitige Bestellungen sind erforderlich, um Verzögerungen zu vermeiden.

Baustellenlogistik

Die Koordination verschiedener Gewerke und die Aufrechterhaltung des Freibadbetriebs erfordern eine komplexe Baustellenlogistik. Material- und Gerätetransporte müssen koordiniert werden, ohne den Badbetrieb zu beeinträchtigen.

Die Container-Lärmschutzwand und andere Schutzmaßnahmen müssen installiert werden, ohne die Zugänglichkeit zu beeinträchtigen. Diese logistischen Herausforderungen erfordern eine detaillierte Planung und kontinuierliche Anpassung während der Bauphase.

Regulierung und Genehmigungsverfahren

Rechtliche Rahmenbedingungen

Große Geothermie-Projekte unterliegen umfangreichen Genehmigungsverfahren. Dies umfasst Umweltverträglichkeitsprüfungen, Wasserrechte, Baugenehmigungen und verschiedene altrechtliche Genehmigungen.

Die Einhaltung aller rechtlichen Anforderungen ist entscheidend für den Projekterfolg. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen technischen Experten, Juristen und Behörden.

Sicherheitsstandards

Geothermie-Anlagen müssen höchsten Sicherheitsstandards entsprechen. Dies umfasst den Schutz von Boden und Grundwasser, die Verhinderung von Erdbeben und die Gewährleistung der Betriebssicherheit.

Regelmäßige Sicherheitsprüfungen und -zertifizierungen sind erforderlich. Die Integration in bestehende Infrastruktur muss alle relevanten Sicherheitsstandards erfüllen.

Fazit

Die Geothermieanlage am Michaelibad in München stellt ein wegweisendes Projekt für die Energiewende in Deutschland dar. Mit ihrer Fertigstellung 2033 wird sie als größte Geothermieanlage Kontinentaleuropas rund 75.000 Menschen mit klimaneutraler Wärme versorgen. Das Projekt zeigt, wie kommunale Unternehmen durch langfristige Planung, technische Innovation und nachhaltige Bauweise einen entscheidenden Beitrag zur CO2-Reduktion leisten können.

Die technischen Spezifikationen mit acht Tiefbohrungen, modernster Wärmetauscher-Technologie und integrierten Großwärmepumpen verdeutlichen den hohen technischen Standard der Anlage. Die langfristige Zeitplanung von neun Jahren zeigt die Komplexität solcher Infrastrukturprojekte und erfordert eine sorgfältige Koordination verschiedener Bauphasen.

Besonders bemerkenswert ist die Integration in den laufenden Freibadbetrieb und die umfassende Bürgerbeteiligung, die Modernität und Nachhaltigkeit in der Projektplanung demonstriert. Die bereits durchgeführten Ersatzpflanzungen und die geplanten Umweltmaßnahmen unterstreichen das Engagement für ökologische Nachhaltigkeit.

Für die Bau- und Energiewirtschaft bietet dieses Projekt wertvolle Erkenntnisse über die Skalierung von Geothermie-Anlagen, die Integration erneuerbarer Energien in städtische Infrastruktur und die Bedeutung staatlicher Förderung für die Energiewende. Die Erfahrungen aus München könnten als Modell für ähnliche Projekte in anderen deutschen Städten dienen und einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele bis 2045 leisten.

Quellen

  1. Spatenstich am Michaelibad: Baustart für die größte Geothermieanlage in Kontinentaleuropa

  2. SWM: Geothermie Michaelibad

  3. SWM starten Bau der größten Geothermieanlage Kontinentaleuropas

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