Einleitung: Städtebauliche Notwendigkeit und umfassende Sanierung
Das Hallenbad Rinteln, erbaut 1977, steht vor einer umfassenden Modernisierung. Nach 46 Jahren entspricht das Objekt nicht mehr den aktuellen Standards für Energieeffizienz, Sicherheit und Nutzerkomfort. Der Stadtrat von Rinteln hat am 21. Dezember die komplette Sanierung und Neugestaltung des Bades sowie deren Finanzierung beschlossen. Die Maßnahme wird von der Bäderbetriebe Rinteln GmbH durchgeführt, die das Hallenbad seit 2017 betreibt. Die Sanierung, die sich über mehrere Jahre erstreckt, adressiert die technische Veraltung des Gebäudes und его технических систем durch einen nahezu vollständigen Rückbau. Die Wiedereröffnung des modernisierten Hallenbads ist für September 2026 geplant.
Projektziele und Finanzierung: Förderanträge und gesicherte Mittel
Der vordringlichste Grund für die Sanierung ist die Erfüllung aktueller Normen und Richtlinien. Die Modernisierung zielt darauf ab, das Hallenbad zu einem komplett barrierefreien Grundbedarfsbad zu entwickeln, dessen Energieverbrauch durch eine umfassende Sanierung signifikant reduziert wird.
Zur Finanzierung der Maßnahme haben sich die Verantwortlichen der Stadt und der Bäderbetriebe erfolgreich für Fördermittel aus dem Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" beworben. Die Förderung wurde jedoch trotz der Erfüllung der Aufnahmekriterien abgelehnt, da das Programm mit Anträgen im Wert von etwa 2,7 Milliarden Euro überzeichnet war, während nur 476 Millionen Euro zur Verfügung standen. Der Prozess zur Finanzierung der Sanierung war eine komplexe Aufgabe. Der Aufsichtsrat der Bäderbetriebe hatte bereits zuvor einen Beschluss gefasst, der vom Rat der Stadt bestätigt wurde. Die für die Sanierung ermittelten Kosten liegen bei rund 16,5 Millionen Euro. Der Beschluss legte die Rahmenbedingungen für die Finanzierung des Projekts fest und sicherte deren Deckung ab, auch ohne die Bundesförderung. Die Finanzierung ist gewährleistet, und der Projektfortschritt ist unabhängig von den Förderentscheidungen planmäßig verlaufen.
Technische und energetische Modernisierung: Effizienz und Nachhaltigkeit im Fokus
Die energetische Modernisierung bildet einen der Kernpfeiler der Sanierung. Das Dach und die Fassade erhalten eine neue, zeitgemäße Wärmedämmung, um den Wärmeverlust zu minimieren und den Heizenergiebedarf zu senken. Ein Teil des Daches muss statisch ertüchtigt werden, um den neuen Anforderungen zu genügen. Die Beleuchtung wird vollständig auf moderne LED-Technik umgestellt, was zu erheblichen Energieeinsparungen führt. Zusätzlich wird dieDecke durch den Einbau von Lichtkuppeln aufgehellt, was eine Reduktion der künstlichen Beleuchtung in den Tagesstunden ermöglicht. Die Lüftungsanlage, ein kritischer Faktor für das Raumklima in Hallenbädern, wird komplett erneuert. Alle Elektro- und Rohrleitungen werden durch aktuelle Systeme ersetzt, um Sicherheit und Effizienz zu gewährleisten. Die Wasseraufbereitung wird auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Das 2020 modernisierte Blockheizkraftwerk und der Spitzenheizkessel bleiben bestehen, da sie bereits den aktuellen Effizienzstandards entsprechen. Brandschutz und Sicherheit werden durch den Ausbau der Flucht- und Rettungswege nach aktuellen Standards sowie die Installation einer neuen Brandschutzmeldeanlage erheblich verbessert. Diese umfassende Modernisierung der technischen Ausstattung wird das Hallenbad zu einem Beispiel für energieeffiziente und nachhaltige Kommunalarchitektur machen.
Barrierefreiheit und Nutzungssicherheit: Inklusion im Fokus
Die Sanierung verfolgt das Ziel, das Hallenbad für Menschen mit Behinderungen und altersbedingten Einschränkungen komplett barrierefrei zu gestalten. Dies wird durch die Planung von Aufzügen, stufenlosen Zugängen und den Einbau barrierefreier Toiletten und Duschen sichergestellt. Die Barrierefreiheit beginnt bereits beim Haupteingang und erstreckt sich über alle Bereiche des Bades, um allen Besuchern einen ungehinderten Zugang zu ermöglichen. Das Konzept berücksichtigt die Bedürfnisse verschiedener Nutzergruppen und schafft ein inklusives Umfeld für die Ausübung von Wassersport und Erholung. Parallel zur Barrierefreiheit wird ein besonderer Fokus auf die Sicherheit im Betrieb gelegt. Die Modernisierung der Elektro- und Brandschutzanlagen sowie die Erneuerung der Rettungswege tragen zu einem sicheren Badebetrieb bei.
Neues Raum- und Nutzungskonzept: Flexibilität und Komfort
Das bestehende Schwimmbecken wird durch ein neues, durchdachtes Konzept ersetzt. Das Herzstück bilden zwei separate Becken: ein Schwimmerbecken für sportliche Aktivitäten und ein Kursbecken mit einer stufenlosen Hubboden. Der Hubboden des Kursbeckens ermöglicht eine stufenlose Anpassung der Wassertiefe an die jeweiligen Bedürfnisse von Kursen für Kinder, Senioren oder therapeutische Anwendungen. Diese Flexibilität wird die Nutzungsmöglichkeiten des Hallenbads erheblich erweitern. Eine weitere Neuerung ist die Trennung der Becken durch eine aufschiebbare Glaswand. Diese Maßnahme verbessert die Akustik im Raum, da Geräusche aus einem Beckenbereich gedämpft werden, wenn im anderen Bereich Ruhe herrscht. Sie ermöglicht gleichzeitig mehr Aktivitäten, da beide Bereiche unabhängig voneinander genutzt werden können. Für die kleineren Besucher ist ein Kleinkinderbereich vorgesehen, der sich in der Nähe des flacheren Kursbeckens befindet und so für Sicherheit und Komfort sorgt. Die Sprunganlage für die Abnahme von Schwimmabzeichen wird weiterhin zur Verfügung stehen und in das neue Konzept integriert. Der Innenbereich des Hallenbads wird durch einen neuen Anstrich, neue Fliesen, Lichtkuppeln und die neue LED-Beleuchtung nicht nur heller und freundlicher gestaltet, sondern auch optisch an die neue Funktionalität angepasst.
Bauablauf und aktueller Projektstand: Rohbau beginnt
Die Sanierung des Rintelner Hallenbads folgt einem detaillierten Zeitplan. Der Beginn der vorbereitenden Maßnahmen war für Mai 2024 geplant. Die Planungsarbeiten wurden in mehreren Leistungsphasen durchgeführt, die den Fortschritt von der ersten Idee bis zur technischen Ausführung dokumentieren. Nach der Vorstellung der Kostenschätzung in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen wurden die Ergebnisse dem Aufsichtsrat, dem Verwaltungsausschuss und dem Rat der Stadt zur Beschlussfassung vorgelegt. Nachdem alle erforderlichen Genehmigungen vorlagen, wurde im Rahmen der Leistungsphase 4 mit der Genehmigungsplanung begonnen. Die Baugenehmigung für die Sanierung wurde Anfang Februar von der Stadt Rinteln erteilt. Anschließend wurden die verschiedenen Bauleistungen öffentlich ausgeschrieben. Der eigentliche Baubeginn der Rohbauarbeiten war für September 2024 geplant. Die Umbaumaßnahmen sollen planmäßig im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen sein. Die Baufirma hat mit den Rohbauarbeiten begonnen. Die ersten Wände wurden gesetzt und die Betonarbeiten vorbereitet. Bereits jetzt lässt sich die neue Raum- und Beckengeometrie erahnen. Bis zum April nächsten Jahres soll der Baukörper geschlossen sein. Die Außenwände mit den Glaselementen und das Dach sollen bis dahin fertiggestellt werden. Der Zeitplan wird strikt eingehalten, was die erfolgreiche Zusammenarbeit aller Beteiligten unterstreicht.
Öffentlichkeitsarbeit und Information: Transparenz und Bürgerbeteiligung
Die Bäderbetriebe Rinteln haben den Planungsstand der Öffentlichkeit auf breiter Basis vorgestellt. Aufgrund des großen Interesses wurde das Projekt im Rahmen der Veranstaltung "Rinteln Erleben – 20 Jahre Fußgängerzone" erneut öffentlich präsentiert. Um die Bürger über den Projektfortschritt zu informieren und direkt Feedback einzuholen, haben Führungen durch das Hallenbad stattgefunden. Diese wurden in drei Zeitfenstern von den Badmeistern geleitet. Die Führungen boten die Möglichkeit, die geplanten Maßnahmen zu erklären und Fragen zu beantworten. Die Teilnahme war auf eine begrenzte Anzahl von Personen beschränkt, und die Anmeldung war im Vorfeld erforderlich. Die Führungen waren ein wichtiger Baustein der Öffentlichkeitsarbeit und stärkten die Transparenz des Projekts.
Fazit: Zukunftssichere Investition in die kommunale Infrastruktur
Die umfassende Sanierung des Hallenbads Rinteln stellt eine zukunftssichere Investition in die kommunale Infrastruktur dar. Das Projekt adressiert die technische Veraltung und die Energieineffizienz des 1977 erbauten Bades durch eine tiefgreifende Modernisierung. Die Schaffung von Barrierefreiheit durch den Einbau von Aufzügen und stufenlosen Zugängen, das neue Nutzungskonzept mit zwei flexiblen Becken sowie die umfassende energetische Sanierung werden das Hallenbad zu einem modernen, inklusiven und nachhaltigen Sport- und Freizeitort machen. Der strikt eingehaltene Zeitplan, die gesicherte Finanzierung trotz des Ausfalls der Bundesförderung und die transparente Kommunikation mit der Öffentlichkeit zeugen von der professionellen Planung und Durchführung. Die Wiedereröffnung im September 2026 wird den Bürgern Rintelns ein komplett erneuertes Hallenbad bieten, das den Anforderungen der Gegenwart entspricht und sich optimal für die Bedürfnisse aller Nutzergruppen eignet. Die Maßnahme setzt einen Maßstab für die Sanierung kommunaler Sportstätten.