Die Sanierung der 3. Grundschule in Riesa-Weida: Eine Analyse von Förderung, Planung und Projektstruktur

Einführung

Die Stadt Riesa steht vor einem bedeutenden infrastrukturellen Vorhaben: der umfassenden Sanierung der 3. Grundschule im Stadtteil Weida. Dieses Projekt, dessen Realisierung dringend erforderlich ist, umfasst nicht nur die Modernisierung des bestehenden Schulgebäudes aus der DDR-Zeit, sondern auch die Errichtung einer neuen Sporthalle. Der Weg zur Umsetzung war von komplexen Herausforderungen im Bereich der Finanzierung geprägt, die letztlich zu einem Anpassen des Projekts und dem Wechsel des Förderprogramms führten. Durch die erfolgreiche Akquise von staatlichen Fördermitteln in Höhe von 9,968 Millionen Euro und die Sicherstellung des städtischen Eigenanteils ist nun der erste, entscheidende Bauabschnitt gesichert. Dieser Artikel beleuchtet detailliert die einzelnen Projektphasen, die finanzielle Struktur, die beteiligten Planungspartner und den genauen Umfang der Maßnahmen, die bis zum Beginn des Schuljahres 2027/28 abgeschlossen werden sollen.

Projektübersicht und Dringlichkeit der Maßnahmen

Die 3. Grundschule in Riesa-Weida ist ein Schulgebäude, das seine Entstehung in der Ära der DDR hat und laut Aussagen von Staatsminister Christian Piwarz einen „großen Sanierungsbedarf“ aufweist. Die Substanz des Gebäudes und dessen Ausstattung entsprechen nicht mehr den modernen Anforderungen an eine zeitgemäße Lernumgebung. Die Notwendigkeit der Sanierung wird vonseiten der Stadtverwaltung und der Schulleitung als hochprioritär eingestuft, um zukünftig „hervorragende Lernbedingungen“ für Schülerinnen und Schüler以及 Lehrkräfte schaffen zu können. Das Ziel des Projekts ist eine grundlegende Modernisierung, die das Gebäude energetisch, funktional und ästhetisch auf den neuesten Stand bringt.

Die Planungen für die Sanierung sind bereits seit Längerem im Gange. Ein entscheidender Schritt war im September 2022 die Vergabe der Gesamtplanung an das Architektur- und Ingenieurbüro IPROconsult. Dieses Büro ist damit betraut, das Vorhaben in allen wesentlichen Disziplinen zu betreuen. Der ursprüngliche Zeitplan sah vor, die Sanierungsarbeiten bis zum Beginn des Schuljahres 2027/28 abzuschließen, um einen reibungslosen Schulbetrieb am sanierten Standort zu gewährleisten. Während der Baumaßnahmen wird der Schulbetrieb, einschließlich des integrativen Horts „Regenbogen“, an einem Interimsstandort in der Rudolf-Breitscheid-Straße aufrechterhalten, was die logistische Komplexität des Projekts unterstreicht.

Der komplexe Weg der Finanzierung: Von der Absage zur Zusage

Die Finanzierung eines Großprojekts wie der Sanierung der 3. Grundschule stellt für eine Kommune wie Riesa eine erhebliche Herausforderung dar. Der Prozess, der letztlich zur Sicherung der Fördermittel führte, war mehrstufig und von unvorhergesehenen Wendungen geprägt.

Der gescheiterte Antrag auf Schulinfrastrukturförderung

Zunächst wandte sich die Stadt Riesa an das Förderprogramm „Schulinfrastruktur“ (SchulinfraVO) des sächsischen Kultusministeriums und beantragte dort Mittel für die Sanierung der Schule sowie für den Neubau einer Sporthalle. Dieser Antrag, der bereits im Jahr 2023 gestellt worden war, erfuhr im Februar 2024 eine Absage. Das Kultusministerium teilte mit, dass eine Berücksichtigung des Projektes im Rahmen dieses Programms nicht möglich sei.

Als Begründung für die Ablehnung wurde die massive Überzeichnung des Programms angeführt. Laut Aussage von Kultusminister Piwarz lag der landesweite Bedarf bei circa 300 Millionen Euro, während die verfügbaren Mittel dem sechsfachen这个 Bedarf nachkamen. Dies führte zwangsläufig zu einer strengen Priorisierung, bei der das Vorhaben in Riesa-Weida zunächst keine Berücksichtigung fand. Diese Absage war für die Stadt ein Rückschlag, da die ursprüngliche Planung eine ambitionierte Sanierung inklusive Neubau der Sporthalle vorsah.

Der erfolgreiche Wechsel zu Ganztagsinvestitionen

Nach der Absage aus dem Schulinfrastrukturprogramm zeigte das Kultusministerium der Stadt Riesa eine Alternative auf. Aufgrund der hohen Dringlichkeit der Sanierung wurde empfohlen, einen Antrag im Rahmen der „Richtlinie Ganztagsinvestitionen“ (RL GanzInvest) zu stellen. Diese Richtlinie, die ebenfalls vom Kultusministerium verwaltet und über die Sächsische Aufbaubank – Förderbank (SAB) abgewickelt wird, stellte die Finanzierung für Vorhaben bereit, die den Ausbau der Ganztagsschulen fördern.

Die Umstellung auf dieses Programm war mit erheblichem Aufwand verbunden. Die Planungs- und Antragsunterlagen mussten kurzfristig und aufwändig überarbeitet werden, um den spezifischen Anforderungen der RL GanzInvest zu genügen. Zunächst erschien eine erfolgreiche Antragstellung als unrealistisch, da auch dieses Programm stark nachfragt ist.

Der Oberbürgermeister der Stadt Riesa, Marco Müller, nahm daraufhin direkten Kontakt zu den zuständigen Staatsministerien für Kultus und für Regionalentwicklung sowie zum Innenministerium auf, um weitere Fördermöglichkeiten zu erörtern. In diesen Gesprächen wurde die hohe Priorität bekräftigt, die dem Projekt beigemessen wird. Ermutigt durch diese Signale, entschied sich die Stadtverwaltung, den kurzfristig vorbereiteten Antrag bei der SAB einzureichen. Dieser strategische Schritt sollte sich als richtig erweisen.

Bewilligung der Fördermittel

Die Anstrengungen der Stadtverwaltung und der Wechsel des Förderprogramms führten zum Erfolg. Die SAB bewilligte die beantragten Fördermittel aus der RL GanzInvest. Am 16. Juli 2024 überreichte Staatsminister Christian Piwarz symbolisch den Förderbescheid in Höhe von 9.968.000 Euro an Oberbürgermeister Marco Müller. Damit war die finanzielle Grundlage für den ersten Bauabschnitt des Projekts gelegt, worüber insbesondere die stellvertretende Schulleiterin Heike Ulbrich große Freude zum Ausdruck brachte.

Finanzierungsstruktur und städtischer Eigenanteil

Die Gesamtfinanzierung der ersten, nun gesicherten Baumaßnahme setzt sich aus staatlichen Fördermitteln und einem städtischen Eigenanteil zusammen. Die genaue Aufschlüsselung der Kosten ist für das Verständnis des Projektvolumens von zentraler Bedeutung.

  • Staatliche Förderung (RL GanzInvest): 9.968.000 Euro
  • Städtischer Eigenanteil: 6.645.000 Euro
  • Gesamtkosten des ersten Bauabschnitts: 16.613.000 Euro

Um den städtischen Eigenanteil in Höhe von 6,645 Millionen Euro zu finanzieren, musste die Stadt Riesa zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Im Juni 2024 genehmigte das Landratsamt Meißen den 2. Nachtragshaushaltsplan 2024/25 für die Stadt Riesa. Durch diesen Beschluss wurde der Eigenanteil abgesichert, wobei ein Teil der Summe durch die Aufnahme von Krediten finanziert werden wird. Diese Budgetentscheidung war eine wesentliche Voraussetzung, um die Fördermittel auch tatsächlich abrufen zu können. Oberbürgermeister Müller dankte hierfür ausdrücklich dem Stadtrat für seine „flexiblen, mutigen Entscheidungen“, die den Weg für die Sanierung frei gemacht hatten.

Planungsdetails und Verantwortlichkeiten

Die technische und konzeptionelle Leitung des Projekts liegt in den Händen eines professionellen Planungsbüros. Bereits im September 2022 führte die Stadt Riesa ein Verhandlungsverfahren durch, um die Gesamtplanung für die Sanierung der Schule und den Neubau der Sporthalle zu vergeben.

Der Zuschlag für diese umfassende Aufgabe ging an das Unternehmen IPROconsult. Der definierte Leistungsumfang des Büros umfasst diverse Fachdisziplinen, um eine koordinierte und integrale Planung zu gewährleisten. Die Aufgaben von IPROconsult erstrecken sich auf:

  • Objektplanung und Freianlagenplanung: Konzeption und Gestaltung des Gebäudes und des Außengeländes.
  • Tragwerksplanung: Statische Berechnung und Dimensionierung der tragenden Bauteile.
  • Planung der technischen Ausrüstung: Planung der Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Elektroanlagen (TGA).
  • Bauphysikberatung: Beratung zur Energieeffizienz, Wärmeschutz, Schallschutz und Feuchteschutz.
  • Brandschutzplanung: Erstellung von Brandschutzkonzepten zur Sicherstellung des vorbeugenden baulichen Brandschutzes.
  • Planung der Ausstattung: Planung der Möblierung und der sonstigen festen Ausstattung für Schule und Sporthalle.

Zunächst wurde die IPROconsult mit der Erbringung dieser Leistungen für die Leistungsphasen 1 bis 4 nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) beauftragt. Diese Phasen umfassen die Grundlagenermittlung, Vorplanung, Entwurfsplanung und Genehmigungsplanung. Die frühzeitige Vergabe der Gesamtplanung war eine strategische Entscheidung, um das Projekt von Anfang an mit allen notwendigen fachlichen Kompetenzen zu steuern.

Umfang des ersten Bauabschnitts und Ausblick auf Folgephasen

Die Förderung aus dem Programm Ganztagsinvestitionen bezieht sich, wie es für komplexe Vorhaben typisch ist, auf einen definierten ersten Bauabschnitt. Die Visualisierungen des Projekts zeigen eine modernisierte Schule mit heller Fassade, einem neuen Verbindungsgang zur Sporthalle und attraktiven Außenanlagen. Ein Teil dieser Vision kann nun realisiert werden.

Geförderte Maßnahmen im ersten Bauabschnitt

Der erste, nun finanziell gesicherte Bauabschnitt konzentriert sich auf das Kernstück des Vorhabens: die Sanierung des Schulgebäudes selbst. Die Fördermittel werden für folgende konkrete Maßnahmen verwendet:

  • Umfassende Sanierung des Schulgebäudes: Dies umfasst alle notwendigen Arbeiten an der Gebäudehülle, im Innenbereich und an der technischen Infrastruktur, um den Sanierungsbedarf zu beheben und einen modernen Schulbetrieb zu ermöglichen.
  • Neubau eines Foyers: Der Eingangsbereich der Schule wird neu gestaltet, um einen zeitgemäßen und funktionalen Erschließungsbereich zu schaffen.
  • Grundstücksentwässerung: Die Entwässerung des gesamten Schulgrundstücks wird erneuert oder saniert, um hydraulische Probleme zu beheben und die Bausubstanz langfristig zu schützen.

Die Arbeiten für diesen ersten Abschnitt sollen voraussichtlich ab dem Jahr 2025 starten. Die Visualisierungen, die Schulleiterin Heike Ulbrich präsentierte, geben einen Eindruck von der zukünftigen Gestalt, wobei die Gesamtvision noch nicht vollständig abgedeckt ist.

Nicht geförderte Projektteile und zukünftige Herausforderungen

Es ist wichtig zu erkennen, welche Teile des ursprünglichen Gesamtkonzepts nicht durch die jetzige Förderung abgedeckt sind. Die Anpassung an das Förderprogramm RL GanzInvest erforderte eine Abspeckung des Vorhabens. Die folgenden Maßnahmen sind explizit nicht Teil der aktuellen Finanzierung:

  • Rückbau der alten Sporthalle: Die Demontage des bestehenden, maroden Turnhallengebäudes.
  • Neubau einer Sporthalle: Die Errichtung einer neuen Ein-Feld-Sporthalle, die ursprünglich Teil des Antrags im Schulinfrastrukturprogramm war.
  • Neugestaltung der Freianlagen: Die umfassende Gestaltung des Schulhofs und der Außenflächen.

Für diese verbleibenden Projektteile muss die Stadt Riesa eine eigenständige Lösung finden. Dies erfordert die Ausarbeitung neuer Planungen und die Sicherstellung einer separaten Finanzierung, die ebenfalls über kommunale Haushaltsmittel oder weitere Förderprogramme erfolgen muss. Der Erfolg im ersten Schritt schafft jedoch eine gute Grundlage, um auch diese Aufgaben in Angriff zu nehmen.

Betriebliche Rahmenbedingungen während der Bauzeit

Während die Sanierungs- und Neubaumaßnahmen an der Magdeburger Straße stattfinden, wird der Schul- und Hortbetrieb an einem alternativen Standort fortgeführt. Der DRK-Hort „Regenbogen“, der die 3. Grundschule integrativ begleitet, befindet sich gemeinsam mit der Schule am Interimsstandort in der Rudolf-Breitscheid-Straße 27. Dieses Provisorium, das sich im Gebäude der ehemaligen 4. Grundschule befindet, ist voraussichtlich bis ins Jahr 2027 beibehalten werden.

Der Hort „Regenbogen“ betreut in dieser Zeit rund 200 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Die Betreuung orientiert sich am Offenen Konzept mit festen Öffnungszeiten an Schultagen sowie einer durchgehenden Betreuung in den Ferienzeiten (jeweils von 06:00 bis 17:00 Uhr, mit Ausnahme weniger pädagogischer Schließtage). Diese stabile Organisation des Bildungsbetriebs während der Bauphase ist eine wichtige Voraussetzung für den reibungslosen Ablauf des Gesamtvorhabens und stellt sicher, dass die Versorgung der Kinder kontinuierlich sichergestellt ist.

Fazit

Die Sanierung der 3. Grundschule in Riesa-Weida ist ein Beispiel für die Herausforderungen und erfolgreichen Strategien bei der Finanzierung kommunaler Infrastrukturprojekte. Nach einer initialen Absage im primär angestrebten Förderprogramm gelang es der Stadt, durch Flexibilität und politischen Einsatz eine alternative, equally signifikante Finanzierungsquelle zu erschließen. Die Bewilligung von 9,968 Millionen Euro durch die Richtlinie für Ganztagsinvestitionen sichert die Finanzierung für den ersten und wichtigsten Bauabschnitt, der die umfassende Sanierung des Schulgebäudes, den Neubau des Foyers und die Grundstücksentwässerung umfasst.

Die Sicherung des städtischen Eigenanteils durch einen Nachtragshaushalt komplettiert die Finanzierung für diesen Phase, deren Baubeginn für 2025 und deren Fertigstellung für den Start des Schuljahres 2027/28 geplant ist. Während die Gesamtplanung bereits durch die IPROconsult fortgeschritten ist, bleiben mit dem Rückbau und Neubau der Sporthalle sowie der Gestaltung der Freianlagen weitere, finanziell noch nicht geklärte Aufgaben bestehen. Dennoch markiert die Zusage der Fördermittel einen entscheidenden Meilenstein, der den Weg für eine moderne und zukunftsfähige Lernumgebung für die Schülerinnen und Schüler in Riesa-Weida frei macht.

Quellen

  1. Sanierung 3. Grundschule mit Neubau einer 1-Feld-Sporthalle in Riesa Vergabe der Gesamtplanung
  2. Riesa stellt neuen Förderantrag für 3. Grundschule in Weida
  3. Riesa bekommt Fördergeld für Sanierung der 3. Grundschule in Weida
  4. Förderbescheid über 9,9 Mio. Euro: 3. Grundschule kann saniert werden
  5. Hort Regenbogen
  6. Geplante Grundschulsanierung in Riesa: Minister bringt die Millionen

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