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Neubauprojekt Diesterwegstraße: Gemischte Nutzung am historischen Rande des Ernst-Thälmann-Parks

Einleitung

Die vorliegenden Daten beleuchten ein aktives Bauprojekt der Gewobag in Berlin, das sich im Stadtteil Prenzlauer Berg befindet und sich in unmittelbarer Nähe zum Ernst-Thälmann-Park und dem historischen Ensemble des Krankenhauses Prenzlauer Berg erstreckt. Das Projekt zeichnet sich durch seine gemischte Nutzung aus, die modernen Wohnraum, gewerbliche Büroflächen und gemeinnützige Unterkünfte kombiniert. Es stellt einen zeitgenössischen architektonischen Kontrapunkt zum denkmalgeschützten Umfeld dar, das durch die Baugeschichte der DDR geprägt ist, insbesondere durch die Entstehung des angrenzenden Ernst-Thälmann-Parks als Prestigeprojekt anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins. Die Bauarbeiten begannen Anfang 2024 und sollen voraussichtlich im August 2025 abgeschlossen werden.

Historischer Kontext und Standortbezug

Das Baugrundstück der Gewobag liegt am nordwestlichen Rand des Ernst-Thälmann-Parks und wird von den Straßen Danziger Straße, Greifswalder Straße und Prenzlauer Allee eingerahmt. Die Geschichte dieses Quartiers ist eng mit der industriellen und städtebaulichen Entwicklung Berlins verknüpft. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Areal gewerblich und öffentlich genutzt; hier befanden sich das Gaswerk Prenzlauer Berg sowie ein errichtetes Obdachlosenheim.

Während des Zweiten Weltkriegs erfolgte die Umnutzung des Obdachlosenheimes in ein Krankenhaus. In den 1980er Jahren wurde das Gaswerk stillgelegt und anschließend abgerissen. An seiner Stelle entstand die Wohnanlage Ernst-Thälmann-Park. Dieses Bauvorhaben stellt eines der bedeutendsten prestigegeprägten Wohnprojekte der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) dar, das speziell zur Feier des 750-jährigen Jubiläums Berlins realisiert wurde. Die markanten Gebäude des ehemaligen Krankenhauses im nordwestlichen Bereich des Areals sind weitgehend unverändert erhalten und werden heute größtenteils als Bezirksamt genutzt. Das neue Bauprojekt der Gewobag grenzt direkt an dieses historische Ensemble an und schafft mit fünf neuen Gebäuden einen bewussten modernen Kontrast.

Das Bauprojekt im Detail

Das Gesamtprojekt gliedert sich in drei wesentliche Komponenten: ein Wohngebäude, ein Bürohaus und modulare Unterkünfte.

Wohngebäude

Das sechsgeschossige Wohngebäude wird über ein zentrales Treppenhaus mit Aufzug erschlossen. Pro Geschoss sind vier Wohnungen geplant, was eine Gesamtzahl von 24 Mietwohnungen ergibt.

Die Aufteilung der Wohnungen ist wie folgt: - 12 Wohnungen mit 3 Zimmern - 12 Wohnungen mit 4 Zimmern

Jede Wohnung ist mit einer eigenen Terrasse oder einem Balkon ausgestattet. Die Ausstattung der Einheiten umfasst Fußbodenheizung, eine offene Küche, ein Bad mit einem separaten Gäste-WC sowie einen Abstellraum innerhalb der Wohnung. Sämtliche 24 Mietwohnungen werden durch das Land Berlin gefördert, was zur Folge hat, dass sie sowohl mietpreisgebunden als auch belegungsgebunden sind.

Im Untergeschoss des Wohngebäudes sind neben Haustechnikräumen Mietkellerabteile vorgesehen. Zusätzlich entsteht hier ein großer Fahrradabstellraum, der mit einer Dusche und einer Umkleidemöglichkeit ausgestattet ist, um den Anforderungen moderner und nachhaltiger Mobilität gerecht zu werden.

Bürohauskomplex

Der Neubau des Bürohauses ist mit fünf Geschossen geplant und wird eine Gesamtfläche von ca. 4.000 m² an Büro- und Nutzflächen umfassen. Die einzelnen Etagen weisen jeweils eine Größe von ca. 800 m² auf. Ein besonderes Merkmal des Bürogebäudes ist die flexible Raumstruktur, die es ermöglicht, die Flächen individuell an die Wünsche der Mieter anzupassen. Die Konzeption eignet sich gleichermaßen für die Einrichtung als Großraumbüro, als Teambüro oder als Kombibüro, das verschiedene Arbeitswelten vereint.

Die Ausstattung der Büroräume ist auf einem hohen Niveau angesetzt und beinhaltet folgende Merkmale: - Einzelstabparkett oder hochwertiger Teppichboden - Glastrennwände zu den Fluren zur Schaffung offener und heller Arbeitsbereiche - Klimaböden, die sowohl eine Beheizung als auch eine Kühlung der Flächen ermöglichen

Für jede Etage ist ein separater Serverraum vorgesehen, um die technologische Infrastruktur für Unternehmen bereitzustellen.

Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge (MUF)

Als dritter Baustein entstanden auf dem Grundstück drei modulare Unterkünfte. In diesen sind insgesamt 70 Wohnungen für Flüchtlinge untergebracht. Diese Bauweise ermöglicht eine schnelle und effiziente Realisierung von benötigtem Wohnraum.

Infrastruktur und Außenanlagen

Neben den Gebäuden selbst umfasst das Projekt auch eine durchdachte Infrastruktur und die Gestaltung der Außenanlagen.

Stellplätze und Lagerflächen

Die Parkplatzsituation wird wie folgt geregelt: - Im Untergeschoss des Bürohausneubaus entsteht eine Tiefgarage mit 21 Personalwagen-Stellplätzen, die ausschließlich den Mietern des Bürohauses zur Verfügung stehen. - An der Ella-Kay-Straße werden fünf Pkw-Stellplätze speziell für Menschen mit Behinderung geschaffen.

Für die Mieter des Wohngebäudes sind im Untergeschoss 11 separate Lagerräume geplant, deren jeweilige Nutzfläche ca. 20 m² beträgt.

Gestaltung der Außenanlagen

Die Konzeption für den Außenraum zielt auf eine einheitliche Gestaltung ab, die alle fünf Gebäude – Wohn- und Bürogebäude sowie die modulen Unterkünfte – zusammenfasst. Eine Trennung der Bereiche ist nur dort vorgesehen, wo es aus funktionalen Gründen zwingend erforderlich ist; hierfür kommen Hecken und niedrige Toranlagen zum Einsatz. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Integration des vorhandenen Baumbestands in die Gestaltung. Zudem sollen die historischen Wegbeziehungen zum angrenzenden Innenhofpark wieder aufgenommen und so eine Verbindung zur historischen Struktur des Ortes hergestellt werden.

Fazit

Die bereitgestellten Informationen zeichnen das Bild eines umfassenden städtebaulichen Projekts in Berlin-Prenzlauer Berg, das modernen Wohn- und Gewerbebedarf mit sozialen Aufgaben verbindet. Das Vorhaben der Gewobag setzt einen klaren architektonischen Akzent gegenüber dem historisch geprägten Umfeld des Ernst-Thälmann-Parks, dessen Entstehungsgeschichte untrennbar mit dem 750-jährigen Jubiläum Berlins in der DDR verbunden ist. Durch die Schaffung von gefördertem Wohnraum, flexiblen Gewerbeflächen und temporärem Wohnraum in modularer Bauweise reagiert das Projekt auf aktuelle städtische Anforderungen und integriert sich gleichzeitig bewusst in die bestehende Stadt- und Grünstruktur.

Quellen

  1. Gewobag - Projekt Diesterwegstraße

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