Einleitung
Die Altmühltherme in Treuchtlingen, ein seit mehr als 40 Jahren bestehendes Bade- und Wellnesszentrum, unterging zwischen 2019 und 2020 einer umfassenden Sanierung. Diese Renovierung war aufgrund technischer und baulicher Alterung notwendig, um die Funktionstüchtigkeit des Badezentrums zu gewährleisten und gleichzeitig die Anforderungen moderner Wellness- und Gesundheitsanlagen zu erfüllen. Die Renovierungsarbeiten erfolgten in zwei Bauabschnitten und wurden weitgehend im laufenden Betrieb durchgeführt, um den Gästezugang nicht vollständig zu unterbrechen.
Die Sanierung umfasste zahlreiche Bereiche, darunter die Thermalhalle, das Wellenbad, die Umkleiden und das Foyer. Wichtige Funktionen wurden neu positioniert, um den wirtschaftlichen Betrieb effizienter zu gestalten. Zudem wurde in der Erneuerung auch auf architektonische und gestalterische Aspekte geachtet, um den Besuchern einen neuen, ansprechenden Raum zu bieten.
In diesem Artikel werden die Hintergründe der Renovierung, die konkreten Sanierungsmaßnahmen, die Herausforderungen während des Umbaus sowie die Resultate der Modernisierung detailliert vorgestellt. Der Fokus liegt dabei auf technischen Aspekten, baulichen Veränderungen und den Auswirkungen auf den Betrieb sowie die Kostenentwicklung.
Hintergrund und Notwendigkeit der Sanierung
Die Altmühltherme war bis 2019 bereits seit mehreren Jahrzehnten in Betrieb. Nach 40 Jahren Hallenbad- und 20 Jahren Thermenbetrieb war das Gebäude in einem Zustand, der eine umfassende Sanierung dringend erforderlich machte. Die notwendigen baulichen und technischen Arbeiten umfassten unter anderem die Sanierung des Betons, die Ertüchtigung der Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik (HLS-Technik), sowie der Badewasseraufbereitungsanlagen.
Ein weiterer Grund für die Renovierung war die unzureichende räumliche Anordnung einiger Funktionen. So lag beispielsweise die Sauna und die Küchenbereiche in einer für den wirtschaftlichen Betrieb ungünstigen Position. Diese Lage führte zu einer schlechten Auslastung und beeinträchtigte die Effizienz des Betriebs. Der Betreiber entschied sich daher, im Zuge der Sanierung diese kritischen Funktionsbereiche neu zu verlegen – eine Maßnahme, die einen tiefgreifenden Umbau im Rohbau erforderte.
Die Renovierung wurde in zwei Bauabschnitten durchgeführt, wobei der Thermen- und Hallenbadbetrieb stets gewährleistet blieb. Dies war nicht nur eine Herausforderung für die Bauherren, sondern auch für die Planer und Handwerker, da sich die Arbeiten unter schwierigen Bedingungen durchführen ließen.
Modernisierung der Badebereiche
Die Modernisierung umfasste mehrere zentrale Badebereiche, die für die Nutzung der Gäste entscheidend sind. Im Einzelnen wurden folgende Bereiche erneuert:
- Thermalaußenbecken: Die Thermalaußenbecken wurden komplett überarbeitet, um den Anforderungen an Sanierung und Funktionstüchtigkeit gerecht zu werden.
- Thermalhalle 1: Diese Halle erhielt eine umfassende Sanierung, um den aktuellen Sicherheits- und Komfortstandards zu entsprechen.
- Thermalhalle 2 (EG+OG): Sowohl das Erdgeschoss als auch das Obergeschoss dieser Halle wurden modernisiert, wobei besondere Aufmerksamkeit auf die Wartung und Ertüchtigung der Technik gelegt wurde.
- Thermalhalle 3: Auch hier fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten statt, um die Funktionstüchtigkeit und den Komfort der Anlage sicherzustellen.
- Wellenbad: Das Wellenbad wurde umgestaltet und in ein Sportbad überführt. Diese Veränderung diente nicht nur der besseren Nutzung, sondern auch der Erweiterung des Sportangebots.
- Lehrschwimmbecken: Das Lehrschwimmbecken wurde in ein Kursbecken umgewandelt, wodurch ein besseres Angebot für Schwimmkurse und andere sportliche Aktivitäten ermöglicht wurde.
- Umkleiden Sportbad: Die Umkleidebereiche wurden ebenfalls modernisiert, um den hygienischen und funktionalen Anforderungen gerecht zu werden.
- Teilweise Foyerbereiche: Einige Bereiche des Foyers wurden erneuert, um den Eindruck des Eingangs und der öffentlichen Bereiche zu verbessern.
Diese Maßnahmen hatten das Ziel, die Funktionstüchtigkeit der Anlage sicherzustellen und gleichzeitig den Gästen ein verbessertes Erlebnis zu bieten. Insbesondere die Umwandlung des Wellenbads in ein Sportbad und das Lehrschwimmbecken in ein Kursbecken zeigen, wie die Nutzung der Badebereiche flexibilisiert und zukunftsorientiert gestaltet wurde.
Verlegung kritischer Funktionsbereiche
Ein weiterer Schwerpunkt der Renovierung lag in der Verlegung kritischer Funktionsbereiche, die für die wirtschaftliche und touristische Nutzung der Altmühltherme von großer Bedeutung sind. In der bestehenden Anordnung lagen die Sauna- und Küchenbereiche an Positionen, die für einen effizienten Betrieb nicht ideal waren. Dies führte zu einer schlechten Auslastung und beeinträchtigte die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Therme.
Der Betreiber entschied sich daher, diese Bereiche neu zu verlegen, was einen tiefgreifenden Umbau im Rohbau erforderte. Die Entscheidung, die Mängel bei der Sanierung zu beheben, war laut den Angaben aus der Quelle „mutig“, da sie erhebliche bauliche Änderungen erforderte. Dennoch zeigte sich nach Abschluss der Arbeiten, dass diese Entscheidung von großem Wert war.
Die Verlegung der Funktionen führte zu einer besseren räumlichen Verteilung und ermöglichte eine effizientere Nutzung der vorhandenen Ressourcen. So konnten beispielsweise die Gäste schneller und bequemer in die Sauna gelangen, und die Küchenbereiche waren besser an die touristischen und gastronomischen Anforderungen angepasst.
Gestaltung und Architektur
Neben den baulichen und technischen Sanierungsmaßnahmen spielten auch gestalterische Elemente eine wichtige Rolle in der Modernisierung. Ein weiterer Baustein für eine angenehme Raumgestaltung war die Planung eines gewölbten Raumes mit warmen Hölzern. Dieser Raum sollte vor allem in der Saunalandschaft eingesetzt werden, wo eine innenliegende Holzfassade und -decke für ein besonderes Raumgefühl sorgen sollten.
Die Holzelemente wurden großflächig eingesetzt, um lichtdurchflutete Räume mit einer warmen, natürlichen Atmosphäre zu schaffen. Gleichzeitig wurde ein Blickschutz nach außen vorgesehen, um die Privatsphäre der Gäste zu wahren. Die Farbgestaltung der Oberflächen war bewusst zurückhaltend gehalten, wodurch ein klassisches und elegantes Erscheinungsbild entstand. Dieses Farbkonzept war laut den Angaben aus der Quelle „gering polarisierend“ und damit zeitlos, wodurch es mit anderen erfolgreichen Einrichtungen vergleichbar sei.
Die Gestaltung war nicht nur ästhetisch motiviert, sondern auch darauf ausgerichtet, die Wohlfühlatmosphäre der Therme zu steigern. Die Kombination aus Holz, Licht und zurückhaltender Farbgestaltung trug dazu bei, den Besuchern ein angenehmes und harmonisches Erlebnis zu bieten.
Herausforderungen während der Renovierung
Trotz der sorgfältigen Planung stellten sich während der Renovierung mehrere Herausforderungen, die sowohl den Zeitplan als auch die Kosten beeinflussten.
Zeitverzögerungen
Ein zentrales Problem war die zeitliche Planung. Der Bäderchef, Ulrich Schumann, gab an, dass der genaue Eröffnungstermin nicht fixiert werden könne, da sich die Eröffnung des Aktivbads bereits mehrfach verschoben habe. Diese Verzögerungen waren auf unvorhergesehene Probleme bei der Bauausführung zurückzuführen. Laut Schumann sei die Eröffnung des Thermal- und Saunabereichs für November oder Dezember 2019 geplant, wobei das Ziel sei, den Betrieb auch in den Weihnachtsferien 2019/2020 aufzunehmen.
Einige Bereiche, wie das Therapiebecken von Altmühlvital, waren bereits für April oder Mai 2019 geöffnet worden, da die Arbeiten dort nur kosmetischer Natur waren. Die Arbeiten an der Decke, in der die Technik der Sauna untergebracht wurde, hingegen, verliefen langsamer und führten zu weiteren Verzögerungen.
Kostenentwicklung
Auch hinsichtlich der Kosten stellten sich unerwartete Herausforderungen. Die Kosten lagen höher als ursprünglich berechnet, was hauptsächlich auf neue Entsorgungsrichtlinien zurückzuführen war. Laut Schumann seien die gesetzlichen Bestimmungen zur Endlagerung von Estrich nach der Planung geändert worden, was die Entsorgungskosten erhöhte. Diese Entwicklung betraf laut Angaben Schumann die gesamte Baubranche.
Ein weiterer Kostenfaktor war die Erneuerung der Brandschutzanlage. Die 20 Jahre alte Anlage entsprach nicht mehr den aktuellen gesetzlichen Anforderungen und musste daher erneuert werden. Da es sich bei der Altmühltherme nicht um einen Komplettneubau handelte, sondern um eine Sanierung, musste der Betreiber entscheiden, was behalten und was ersetzt werden sollte. Schumann betonte, dass „was gut ist – wie etwa die Becken –, bleiben solle“.
Ergebnisse der Modernisierung
Die Modernisierung der Altmühltherme war nach Angaben des Betreibers erfolgreich abgeschlossen. Die Therme bot nach Fertigstellung 2020 ein umfassendes Angebot an Gesundheits- und Wellnessleistungen. Die Gäste konnten unter anderem auf das 18.000 Jahre alte Heilwasser zurückgreifen, das aus einer Tiefe von 800 Metern aus staatlich zertifizierten Heilquellen sprudelte. Dieses Wasser wurde in die Thermalbecken geführt und trug zur Stärkung der Gesundheit und zum Wohlbefinden der Besucher bei.
Zu den neuen Highlights gehörten:
- Thermalaußenbecken mit Thermengarten und Kneippanlage
- Hotwhirlpools und Wasserbar
- Saunalandschaft direkt an der Altmühl
- Schwitzkabine im Schienenbus
Diese Angebote zeigten, dass die Modernisierung nicht nur baulich notwendig, sondern auch touristisch und wirtschaftlich vorteilhaft war. Die Altmühltherme stellte sich mit der Sanierung als modernes und attraktives Wellnesszentrum vor, das sowohl für Einheimische als auch für Urlauber interessant war.
Zudem war die Therme weiterhin ohne Reservierung nutzbar, wodurch der Betreiber auf eine flexible und gastfreundliche Nutzung setzte. Gleichzeitig bot die Therme eine Onlinebuchung an, um den Besuchern die Planung zu erleichtern.
Fazit
Die Renovierung der Altmühltherme in Treuchtlingen war eine umfassende und tiefgreifende Sanierung, die notwendig war, um die Funktionstüchtigkeit des Badezentrums zu gewährleisten und gleichzeitig die Anforderungen moderner Wellness- und Gesundheitsanlagen zu erfüllen. Die Modernisierung umfasste zahlreiche Bereiche, darunter Thermalhalle, Wellenbad, Umkleiden und Foyer. Wichtige Funktionen wurden neu verlegt, um den wirtschaftlichen Betrieb effizienter zu gestalten.
Die Herausforderungen während der Renovierung, wie Zeitverzögerungen und erhöhte Kosten, zeigten die Komplexität solcher Sanierungsprojekte. Dennoch war der Umbau insgesamt erfolgreich, und die Altmühltherme präsentierte sich nach Abschluss als modernes und attraktives Wellnesszentrum mit breitem Angebot an Gesundheits- und Freizeitaktivitäten.
Die Gestaltung der Räume, insbesondere die Verwendung von Holz und warmen Materialien, trug dazu bei, eine angenehme und harmonische Atmosphäre zu schaffen. Die Farbgestaltung war zurückhaltend und zeitlos, wodurch die Therme ein elegantes Erscheinungsbild erhielt.
Insgesamt war die Renovierung ein Erfolg, der nicht nur die technischen und baulichen Anforderungen erfüllte, sondern auch die touristische und wirtschaftliche Attraktivität der Altmühltherme steigerte.