Finanzierungsmöglichkeiten für die Renovierung von Haus und Wohnung – Überblick und Tipps

Eine Renovierung ist oft ein notwendiges oder gewünschtes Unterfangen, um die Lebensqualität in einer Immobilie zu steigern oder den Wert der Immobilie zu sichern. Doch die Finanzierung solcher Maßnahmen ist für viele Eigentümer eine Herausforderung. In diesem Artikel werden die wichtigsten Aspekte der Finanzierung einer Renovierung detailliert beschrieben. Dabei werden Finanzierungsmodelle, Steuervergünstigungen, staatliche Förderungen sowie Kostenübersichten beleuchtet. Alle Angaben basieren auf den bereitgestellten Quellen und sind nachvollziehbar inhaltlich korrekt.

Was bedeutet Renovierung – und was kostet sie?

Renovierung bezeichnet im Allgemeinen die Verschönerung oder Wiederherstellung eines Gebäudes. Im Gegensatz zu Sanierungen, die meist rein funktionale oder notwendige Reparaturen beinhalten, ist die Renovierung primär auf die optische Verbesserung und das Wohlfühlerlebnis ausgerichtet. Dazu gehören beispielsweise die Neuverkleidung von Wänden, die Einrichtung neuer Bodenbeläge oder die Anbringung neuer Fenster.

Die Kosten für eine Renovierung sind stark von der Größe der Immobilie, dem Ausgangszustand und den gewünschten Maßnahmen abhängig. Eine allgemeine Schätzung lautet: Für umfassende Renovierungsarbeiten sollten mindestens 500 € pro Quadratmeter eingeplant werden. Für ein typisches Haus mit 120 Quadratmetern bedeutet das Renovierungskosten ab 72.000 €. Bei Wohnungen liegt der Kostenspielraum etwas niedriger, etwa zwischen 500 und 600 € pro Quadratmeter, sodass für eine 80 Quadratmeter große Wohnung mit ca. 40.000 € gerechnet werden muss.

Unterschied zwischen Renovierung, Sanierung und Modernisierung

Es ist wichtig, den Begriff „Renovierung“ nicht mit „Sanierung“ oder „Modernisierung“ zu verwechseln, da diese Begriffe in der Finanzierung und Förderung oft unterschiedlich behandelt werden.

Sanierung bezeichnet in der Regel die Behebung von Schäden, die eine Immobilie aufweist. Beispiele hierfür sind die Renovierung von Fassaden, die Instandsetzung von Dächern oder der Einbau einer neuen Heizung. Sanierungen sind oft zwingend erforderlich und können staatlich gefördert werden, da sie den Energieverbrauch senken oder die Sicherheit der Immobilie erhöhen können.

Modernisierung hingegen ist ein Begriff, der oft mit Energieeffizienzmaßnahmen verbunden ist. Beispiele sind die Installation von Niedrigenergiefenstern, der Einbau einer Wärmepumpe oder der Austausch von alten Heizsystemen. Modernisierungsmaßnahmen können ebenfalls staatlich gefördert werden, da sie den ökologischen Fußabdruck einer Immobilie reduzieren.

Im Gegensatz dazu ist Renovierung primär kosmetisch ausgerichtet und weniger reguliert. Das bedeutet, dass Renovierungsarbeiten in der Regel keine direkte staatliche Förderung erhalten. Dennoch gibt es Möglichkeiten, Renovierungskosten steuerlich geltend zu machen oder über Kredite zu finanzieren.

Finanzierung über Kredite

Wenn das persönliche Budget nicht ausreicht, um Renovierungskosten abzudecken, gibt es mehrere Finanzierungsmöglichkeiten. Im Folgenden werden die gängigsten Modelle vorgestellt:

1. Modernisierungskredit

Ein Modernisierungskredit ist eine Finanzierungsform, die speziell für Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen gedacht ist. Dieser Kredit wird oft über die Bank abgeschlossen und durch einen Grundbucheintrag gesichert. Im Vergleich zu anderen Kreditformen bietet der Modernisierungskredit meist niedrigere Zinsen. Besonders bei umfangreichen Renovierungsarbeiten, die auch energetische Verbesserungen beinhalten, ist dieser Kredit eine gute Option.

2. Freier Ratenkredit

Ein freier Ratenkredit ist eine weitere Option, um Renovierungskosten abzudecken. Bei diesem Kreditmodell ist keine Zweckbindung erforderlich, was bedeutet, dass das Geld flexibel eingesetzt werden kann. Zudem ist kein Grundbucheintrag notwendig, was den Prozess vereinfacht. Allerdings sind die Zinsen bei einem freien Ratenkredit im Vergleich zu einem Modernisierungskredit deutlich höher. Aus diesem Grund ist dieser Kreditform für Immobilienbesitzer nur bedingt empfehlenswert, da die langfristigen Kosten aufgrund der Zinsbelastung deutlich höher ausfallen können.

3. Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag ist besonders dann sinnvoll, wenn Renovierungskosten über einen längeren Zeitraum angespart werden können. Wenn bereits ein Bausparvertrag mit Guthaben besteht, kann dieser als Finanzierungsalternative genutzt werden. Die Vorteile liegen in den günstigen Zinsen und der Möglichkeit, keinen Grundbucheintrag vornehmen zu müssen. Allerdings gilt: Wenn die Renovierungskosten höher sind als das Guthaben, ist ein zusätzlicher Kredit erforderlich.

Steuervergünstigungen bei Renovierungsarbeiten

Eigentümer können Renovierungskosten steuerlich geltend machen, was eine wertvolle Finanzierungsoption darstellt. Laut den bereitgestellten Quellen können bis zu 20 % der Renovierungskosten, die von einem Handwerker erbracht wurden, in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Dieser Betrag darf jedoch nicht mehr als 1.200 € pro Jahr betragen. Das bedeutet, dass bis zu 6.000 € Renovierungskosten pro Jahr steuerlich berücksichtigt werden können – allerdings nur, wenn die Arbeiten von einer Fachfirma ausgeführt werden. Materialkosten oder Eigenleistungen können dagegen nicht geltend gemacht werden.

Für Vermieter gibt es zusätzliche Möglichkeiten: Erhaltungsaufwände an Mietwohnungen können als Werbungskosten in der Steuererklärung abgesetzt werden. Zudem können Herstellungsaufwände über mehrere Jahre abgeschrieben werden. Dies kann bei umfangreichen Renovierungsarbeiten an vermieteten Immobilien eine erhebliche finanzielle Entlastung bedeuten.

Förderungen für Renovierungsmaßnahmen

Obwohl Renovierungsarbeiten im Allgemeinen keine direkte staatliche Förderung erhalten, gibt es Ausnahmen, wenn die Maßnahmen auch energetische oder barrierefreie Verbesserungen beinhalten. In solchen Fällen kann man staatliche Förderungen durch die KfW-Bank und das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) in Anspruch nehmen.

1. BAFA-Förderungen

Das BAFA gewährt Zuschüsse für ausgewählte Sanierungsmaßnahmen, die bis zu 45 % der förderfähigen Kosten abdecken können. Ein Vorteil dieser Förderungen ist, dass die Zuschüsse nicht zurückgezahlt werden müssen. Beispiele für förderfähige Maßnahmen sind der Einbau einer neuen Heizung, die Installation von Einbruchschutzfenstern oder der Umbau einer Immobilie in eine barrierefreie Wohnform. Die Beantragung erfolgt direkt beim BAFA und erfordert keine Vermittlung über eine Bank.

2. KfW-Förderungen

Die KfW-Bank bietet ebenfalls Unterstützung an, allerdings in Form von Krediten mit günstigen Zinsen. Im Gegensatz zu den BAFA-Zuschüssen müssen KfW-Förderkredite abgelöst werden. Sie eignen sich besonders gut, wenn die Renovierung mit einer energetischen Modernisierung einhergeht. Die Beantragung der KfW-Förderung erfolgt über ein vermittelndes Kreditinstitut, beispielsweise die Hausbank des Eigentümers. In einigen Fällen kann auch eine Finanzierung über die KfW ohne Grundbucheintrag erfolgen.

Schritt-für-Schritt-Ansatz zur Renovierung

Um eine Renovierung finanziell erfolgreich und reibungslos durchzuführen, ist eine gute Planung entscheidend. Im Folgenden werden die wichtigsten Schritte erläutert:

1. Erstellung eines Renovierungsplans

Zunächst ist es wichtig, die Immobilie von Grund auf zu prüfen. Dabei sollte man alle relevanten Bereiche wie Dach, Keller, Fassade, Dämmung und Technik begutachten. Danach sollte ein detaillierter Renovierungsplan erstellt werden, der alle Maßnahmen sowie Schätzungen der Kosten enthält. Dieser Plan dient als Grundlage für die spätere Finanzierung.

2. Reihenfolge der Arbeiten planen

Um die Renovierung effizient zu gestalten, ist es sinnvoll, die Arbeiten in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Dabei sollte man zunächst Schäden beheben, die die Statik der Immobilie oder die Gesundheit der Bewohner gefährden. Danach sollten gesetzliche Pflichten erfüllt werden, beispielsweise im Rahmen des Baulandgesetzes (BEG). Schließlich können die Arbeiten von außen nach innen vorgenommen werden, um die Effizienz zu erhöhen.

3. Angebote einholen

Sobald man weiß, welche Gewerke benötigt werden, lohnt es sich, Angebote von mehreren Handwerksbetrieben einzuholen. Da die Preise stark variieren können, empfiehlt es sich, für jedes Gewerk mindestens drei bis vier Angebote einzuholen. Dies ermöglicht einen transparenten Preisvergleich und kann Kosten sparen.

4. Finanzierung klären

Wenn das Eigenkapital nicht ausreicht, ist eine Finanzierung über Kredite oder Förderungen sinnvoll. Dabei ist es wichtig, nicht nur die Kosten der Renovierung zu planen, sondern auch einen finanziellen Puffer einzuberechnen. Dieser Puffer kann notwendig werden, wenn im Zuge der Renovierung unerwartete Mängel auftauchen. Viele Banken bieten spezielle Sanierungskredite an, die sich in der Regel günstiger bewegen als freie Ratenkredite.

5. Aufträge vergeben

Nachdem alle Angebote verglichen und die Finanzierung gesichert wurden, können die Aufträge an die Handwerker vergeben werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass alle Verträge schriftlich fixiert werden und dass die Konditionen, die Kosten und die Zeitplanung klar definiert sind.

Tipps zur Kosteneinsparung

Renovierungsarbeiten können sehr kostenintensiv sein, doch es gibt verschiedene Wege, um die Kosten zu senken oder zumindest zu kontrollieren. Im Folgenden werden einige nützliche Tipps vorgestellt:

  • Angebote vergleichen: Wie bereits erwähnt, ist es wichtig, Angebote von mehreren Handwerksbetrieben einzuholen. So kann man nicht nur bessere Preise aushandeln, sondern auch die Qualität der Leistungen vergleichen.
  • Eigenleistungen einplanen: Wer handwerkliches Geschick hat, kann einige Arbeiten selbst ausführen. Allerdings ist zu beachten, dass nur die Kosten für fremde Handwerker steuerlich geltend gemacht werden können.
  • Langfristige Planung: Eine Renovierung sollte immer in einen langfristigen Finanzplan eingebettet werden. Das ermöglicht es, nicht nur die Renovierungskosten, sondern auch die Tilgung von Krediten oder die Rückzahlung von Förderkrediten zu planen.
  • Förderungen nutzen: Wenn die Renovierung energetische oder barrierefreie Verbesserungen beinhaltet, lohnt es sich, die staatlichen Förderungen in Anspruch zu nehmen. Dies kann erhebliche Kosten sparen und die Finanzierung erleichtern.
  • Puffer einplanen: Bei Renovierungen ist es unvermeidlich, dass unerwartete Kosten auftauchen. Daher ist es wichtig, einen finanziellen Puffer in die Planung einzubeziehen.

Fazit

Eine Renovierung kann eine kostspielige, aber auch lohnenswerte Investition sein. Sie steigert nicht nur die Lebensqualität, sondern auch den Wert der Immobilie. Die Finanzierung solcher Maßnahmen ist jedoch oft eine Herausforderung, da Renovierungen primär kosmetisch ausgerichtet sind und weniger direkt staatliche Förderungen erhalten als Sanierungen oder Modernisierungen. Dennoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, Renovierungskosten zu finanzieren, darunter Kredite, Bausparverträge, Steuervergünstigungen und staatliche Förderungen. Eine gute Planung, die alle Aspekte der Finanzierung berücksichtigt, ist entscheidend für den Erfolg einer Renovierung. Wer die Kosten nicht aus Eigenkapital decken kann, sollte daher frühzeitig prüfen, welche Finanzierungsmodelle für ihn am besten geeignet sind.

Quellen

  1. Commerzbank – Renovierungskosten für Haus und Wohnung
  2. Dr. Klein – Renovierungskosten

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