Einleitung
Das Atomium in Brüssel, errichtet 1958 zur Weltausstellung Expo 58, wurde als temporäres Bauwerk geplant, entwickelte sich jedoch zu einem Wahrzeichen der Stadt. Es symbolisiert das Atomzeitalter und die friedliche Nutzung der Kernenergie durch eine 165-milliardenfache Vergrößerung der kristallinen Elementarzelle des Eisens. Aufgrund von Witterungseinflüssen und Alterung war es in den 1990er Jahren renovierungsbedürftig. Die umfassende Sanierung erfolgte zwischen 2004 und 2007, wobei die ursprünglichen Aluminiumverkleidungen durch rostfreie Edelstahlbleche ersetzt wurden. Diese Maßnahmen stellten das Erscheinungsbild wieder her und integrierten moderne Technologien wie LED-Beleuchtung.
Geschichte und Konstruktion des Atomiums
Das Atomium wurde vom Ingenieur André Waterkeyn entworfen und von den Architekten André und Jean Polak umgesetzt. Es hat eine Gesamthöhe von 102 Metern – ursprünglich 134 Meter geplant, aus Flugsicherheitsgründen reduziert – und wiegt etwa 2400 Tonnen. Die Struktur besteht aus neun Kugeln mit 18 Metern Durchmesser, die die Atome eines Eisenkristalls darstellen, verbunden durch Rohre mit 3,3 Metern Durchmesser. Die drei unteren Eckkugeln werden zusätzlich vom Boden gestützt. Nur sechs Kugeln sind aus sicherheitstechnischen Gründen begehbar: Die oberste Kugel beherbergt eine Aussichtsplattform und ein Restaurant, erreichbar per Aufzug in 23 Sekunden; die anderen nutzen Treppen oder Rolltreppen in den schrägen Röhren. Die Konstruktion diente als Symbol für Kernenergie, unter ihr stand zeitweise ein Nuklearreaktor AGN-211-P, der später an die Universität Basel übergeben und 2015 stillgelegt wurde.
Renovierungsarbeiten 2004–2007
Die Renovierung wurde von Conix Architekts durchgeführt und dauerte von 2004 bis 2006 bzw. 2007, je nach Quelle. Primäres Ziel war der Erhalt der Struktur gegen Witterungsschäden. Die alte Aluminiumhülle der neun Kugeln wurde vollständig durch eine neue Verkleidung aus rostfreiem Edelstahl ersetzt, der nicht oxidiert und langlebiger ist. Zusätzlich wurden 180 Fenster aus Polymethylmethacrylat durch Polycarbonat-Platten getauscht. Dieses Material wurde mit einem Lack auf Polysiloxan-Basis geschützt, um Abrieb und UV-bedingten Eigenschaftsabbau zu verhindern. LED-Leuchten wurden angebracht, um nächtliche Beleuchtung zu ermöglichen. Die Arbeiten umfassten mehr als ein Jahr und stellten das ursprüngliche Erscheinungsbild wieder her. Die Wiedereröffnung fand am 10. April 2006 statt, begleitet von einer belgischen 2-Euro-Gedenkmünze.
Technische Details der Sanierung
| Komponente | Ursprünglicher Zustand | Renoviert (2004–2007) |
|---|---|---|
| Kugelverkleidung | Aluminiumhülle | Rostfreie Edelstahlbleche |
| Fenster (180 Stück) | Polymethylmethacrylat | Polycarbonat mit Polysiloxan-Lack |
| Beleuchtung | Nicht spezifiziert | LED-Leuchten für Nachtbeleuchtung |
Die Maßnahmen priorisierten Witterungsbeständigkeit und Sicherheit. Die Edelstahlverkleidung verhindert Oxidation, während der Polycarbonat-Austausch mechanische Belastbarkeit und UV-Schutz verbessert. Heute dient das Atomium als Kulturort mit Ausstellungen zu Belgien und digitaler Kunst.
Fazit
Die Renovierung des Atomiums demonstriert effektive Sanierungsstrategien für ikonische Stahlkonstruktionen: Der Austausch alter Aluminiumverkleidungen durch rostfreien Edelstahl und die Modernisierung der Verglasung mit wetterbeständigen Materialien sichern Langlebigkeit und ästhetischen Glanz. Diese Techniken bieten Vorbild für Renovierungen großer Metallbauten, bei denen Korrosionsschutz und Beleuchtungsintegration zentral sind.