Einleitung
Das Audimax der RWTH Aachen, ein Hörsaalgebäude aus dem Jahr 1954, steht unter Denkmalschutz innen und außen und ist sanierungsbedürftig. Es befindet sich an der Ecke Turmstraße/Wüllnerstraße im Kernbereich der RWTH Aachen. Derzeit läuft ein Ausschreibungverfahren für BIM-Management-Dienstleistungen im Rahmen der Sanierung, ausgeschrieben vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Aachen (BLB Aachen). Der geschätzte Wert des Auftrags beträgt 84.033,61 EUR ohne MwSt. Die Sanierung berücksichtigt unter anderem Denkmalschutzanforderungen, Brandschutz, Barrierefreiheit, energetische Anforderungen und Schadstoffbelastungen. Das Projekt wird nach der Building Information Modelling-Methode (BIM) umgesetzt, wobei die Modellanforderungen in den Anlagen 14 bis 16 der BIM-Richtlinie des BLB NRW festgelegt sind.
Baugeschichte und Architektur des Audimax
Das Große Hörsaalgebäude wurde 1954 auf ehemaligem Eisenbahngelände errichtet, nach Reparaturen der Zerstörungen aus dem Zweiten Weltkrieg und im Kontext steigender Studentenzahlen während des Wirtschaftswunders. Die Planung leitete Oberregierungs- und Baurat Karl Schlüter von der Staatlichen Bauleitung. Das Gebäude umfasst Seitenflügel an Turmstraße und Wüllnerstraße sowie einen Mitteltrakt mit Hörsälen. Der Haupteingang ist zur Kreuzung der beiden Straßen ausgerichtet und weist auf der viergeschossigen Eingangsseite eine konkave Wölbung im Grundriss auf, die den Vorplatz einfasst. Die Rückseite ist konvex geschwungen. Die symmetrische Konzeption umfasst großzügige Verkehrsflächen für den reibungslosen Austausch von Hörsaalbesuchern. Die Hörsäle im rückwärtigen Mitteltrakt sind vor Straßenlärm geschützt. Zwei kleinere Hörsäle im Erdgeschoss bieten je 560 Plätze, der große Hörsaal (Auditorium Maximum) darüber 1.200 Plätze. Die Fassaden zeigen eine Kolossalgliederung durch über alle Geschosse durchgehende Pfeiler.
Sanierungsmaßnahmen und Anforderungen
Die Sanierung zielt darauf ab, die bestehende Gebäudesubstanz maximal auszuschöpfen, da das Gebäude aufgrund seiner Bedeutung erhalten bleiben soll. Es bleibt in seiner Funktion als Hörsaalgebäude für Fakultäten der RWTH Aachen, studentische Arbeitsbereiche und Kulturveranstaltungen genutzt. Betreiber ist die RWTH Aachen, Planungs- und Ausführungsleistungen erfolgen über das BLB. Zu berücksichtigende Aspekte umfassen:
- Barrierefreiheit
- Schadstoffbelastungen
- Denkmalschutzanforderungen
- Brandschutzanforderungen
- Energetische Anforderungen
Das Projekt folgt der BIM-Methode, mit detaillierten Anforderungen an Modelle und Bauteile in den genannten Anlagen der BIM-Richtlinie.
Ausschreibung für BIM-Management
Das Verfahren ist ein offenes Verfahren nach Richtlinie 2014/24/EU für Dienstleistungen (CPV: 71000000 – Dienstleistungen von Architektur-, Konstruktions- und Ingenieurbüros). Es handelt sich um Los LOT-0001 mit interner Kennung 005-25-00095 und Verfahrenskennung 0b88e27f-1da1-4b5a-9862-aa2140427947. Der Beschaffer ist das BLB NRW Aachen, ein öffentliches Unternehmen der allgemeinen öffentlichen Verwaltung. Erfüllungsort ist Wüllnerstraße 9, 52062 Aachen. Die Ausschreibung umfasst speziell das BIM-Management für die Sanierung.
Umgebung und städtebauliche Aspekte
Die Audimax-Kreuzung vor dem Gebäude ist zentral für den Campus-Mitte und das studentische Leben. Sie wird von starkem Fußgänger-, Rad- und Kfz-Verkehr geprägt, wobei der Kfz-Verkehr dominiert. Eine breit angelegte Verkehrsfläche durchschneidet den Campus. Pläne zur Umgestaltung zielen auf eine Verschiebung hin zu umweltfreundlicher Mobilität, Verbesserung der Aufenthaltsqualität und städtebauliche Integration als Bindeglied zwischen Innenstadt und Campus ab. Konkrete Maßnahmen umfassen:
- Neuaufteilung und Neugestaltung des öffentlichen Raums
- Sperrung der "kleinen Turmstraße" (zwischen Mensa und Intzestraße) mit städtebaulicher Nutzung der Fläche
- Direkte Infrastruktur für Fußverkehr (z. B. Audimax–Mensa, C.A.R.L.–Mensa)
- Komfortable, oberirdische Querungsmöglichkeiten
Diese Aspekte stammen aus einem Projekt von Uni.Urban.Mobil und sind nicht direkt mit der Gebäudesanierung verknüpft.
Fazit
Die Sanierung des Audimax in Aachen adressiert den Erhalt eines denkmalgeschützten Gebäudes aus 1954 unter Berücksichtigung strenger Anforderungen an Barrierefreiheit, Brandschutz, Energieeffizienz und Schadstoffe. Das BIM-Management als ausgeschriebener Dienstleistungsauftrag (84.033,61 EUR) gewährleistet eine modellbasierte Planung. Die Maßnahmen sichern die Nutzung als Hörsaal- und Kulturzentrum, während städtebauliche Verbesserungen der Umgebung die Campusqualität steigern könnten. Alle Angaben basieren auf offiziellen Ausschreibungsdaten und Gebäudekontextbeschreibungen.