Einleitung
Die katholische Filialkirche St. Georg auf dem Auerberg bei Bernbeuren im Landkreis Weilheim-Schongau wurde nach einer zweijährigen Renovierungsphase wieder in Betrieb genommen. Die Arbeiten begannen Ende April 2017 und endeten mit der Wiedereinweihung am 28. April 2019. Die Sanierung umfasste statische Maßnahmen am Dachstuhl, der Empore und weiteren Bauteilen. Die Kosten stiegen von ursprünglich geplanten 315.000 Euro auf 905.000 Euro, was eine Neuaushandlung der Finanzierung erforderlich machte. Die Kirche liegt auf 1.055 Metern Höhe und bietet von ihrer Aussichtsplattform einen Panoramablick auf die umliegende Bergwelt sowie angeblich 230 bis 300 Ortschaften.
Baugeschichte und Architektur
Die Kirche entstand in romanischer Zeit als Gotteshaus für die umliegenden Höfe. Der älteste erhaltene Teil ist der romanische Satteldachturm im nördlichen Chorwinkel, der heute Zugang zur Aussichtsplattform auf dem Kirchendach gewährt. 1497 wurde der gewölbte Chor als fünfseitiges Achteck angefügt und mit einem spätgotischen Netzrippengewölbe überspannt. Die Schlusssteine zeigen den Heiligen Georg, eine Mitra und das Wappen des Augsburger Bischofs Johann von Werdenberg (im Amt 1469 bis 1486). Das einschiffige Langhaus ist breiter als das Presbyterium, flach gedeckt mit einer einfachen hölzernen Täferndecke, die kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand, und besitzt keine Strebepfeiler. Wände werden von Rundbogenfenstern durchbrochen; im Süden führt ein Vorzeichen in das Innere.
Wahrscheinlich stand im Mittelalter eine Vorgängerkirche aus Holz. In der Barock- und Rokokozeit wurde die Kirche umgestaltet und entwickelte sich zu einer Wallfahrtsstätte. Frühere Restaurierungen fanden 1955 und 1997 statt. Die Kirche birgt Ausstattungsstücke wie eine Muttergottes des Allgäuer Bildschnitzers Jörg Lederer und gilt aufgrund ihrer kunsthistorischen Bedeutung als besonders wertvoll.
Renovierungsmaßnahmen
Die Sanierung startete Ende April 2017 mit der Sperrung für Besucher und Pilger. Sie dauerte genau zwei Jahre und schloss mit der Weihe beim Georgiritt ab, der jedoch wegen Schneefalls abgesagt wurde. Die Wiedereinweihung erfolgte in einem Festgottesdienst mit Beteiligung lokaler Musikkapellen und Vereine.
Die Arbeiten umfassten eine umfassende statische Sanierung, insbesondere des Dachstuhls und der Empore, deren Schäden zunächst unterschätzt wurden. Allein Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten kosteten 410.000 Euro. Die Kirche erstrahlt nun in neuem Glanz, mit gereinigten Wänden, Säulen, Simsen und Böden. Helfende Hände aus Pfarrei und Ortsvereinen unterstützten die Innenraumreinigung. Die Deckenmalerei und der Hochaltar sind wieder frei sichtbar.
Kosten und Finanzierung
| Kostenposition | Betrag in Euro |
|---|---|
| Ursprünglich geplant | 315.000 |
| Endgültig | 905.000 |
| Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten | 410.000 |
Die Kostensteigerung resultierte aus größeren als erwarteten Schäden am Dachstuhl und der Empore. Eine Neuaushandlung der Finanzierung war notwendig. Spender, Firmen und Helfer wurden bei der Wiedereinweihung gewürdigt.
Fazit
Die Sanierung der St. Georgskirche demonstriert die Herausforderungen bei der Erhaltung historischer Sakralbauten: statische Maßnahmen am Dachstuhl und der Empore erforderten präzise Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten sowie eine Anpassung der Kostenplanung. Nach zwei Jahren Renovierung ist die Kirche wieder nutzbar und erfüllt ihre Funktion als Wallfahrtsort mit beeindruckender Aussicht. Die Beteiligung lokaler Helfer unterstreicht die Bedeutung von Gemeinschaftsarbeit bei solchen Projekten.