Denkmalgerechte Sanierung der Augustusbrücke in Dresden: Technische Details und Bauausführung

Einleitung

Die Augustusbrücke in Dresden wurde nach massiven Schäden durch das Elbhochwasser im Juni 2013 denkmalgerecht instandgesetzt. Die Sanierungsarbeiten starteten 2017 und umfassten den Ersatzneubau des Brückenbogens 1 am Widerlager Altstadt, die Erneuerung von Verkehrs- und Straßenbahnanlagen sowie die Sanierung von Sandsteinflächen. Auftraggeber waren das Dresdner Straßen- und Tiefbauamt, die Dresdner Verkehrsbetriebe sowie weitere Medienträger. Die Ausführung übernahm die Hentschke Bau GmbH, unter anderem mit Beteiligung der Rhomberg Sersa Gleisbau GmbH für Gleisbauarbeiten im Volumen von 300.000 EUR. Die Bauzeit erstreckte sich von April 2017 bis 2021, wobei Teilarbeiten bis August eines Jahres andauerten.

Baugeschichte und Ausgangssituation

Die aktuelle Augustusbrücke wurde zwischen 1907 und 1910 als Reihe unbewehrter Dreigelenkbögen in Beton neu errichtet, ausgeführt von den Firmen Philipp Holzmann und Dyckerhoff & Widmann. Das Bauwerk umfasst neun Bögen mit lichten Weiten von 17,6 bis 39,3 Metern, eine Gesamtlänge von etwa 390 Metern und eine Breite von 18 Metern (25 Meter in Pfeilerkanzeln). Der Kern besteht aus Stampfbeton, die Ansichtsflächen der Bögen und Pfeiler sind mit Sandstein verkleidet. Für den Bau wurden 41.000 Kubikmeter Beton verbaut. Die lichte Durchfahrtshöhe beträgt bei höchstem schiffbarem Wasserstand 6,92 Meter.

Das Hochwasser 2013 verursachte schwere Schäden, darunter massive Beeinträchtigungen der Struktur. Vor Sanierungsbeginn wurden Bereiche auf und unter der Brücke gesperrt, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Arbeiten erfolgten in halbseitiger Bauweise, um Fuß- und Radverkehr aufrechtzuerhalten.

Sanierungsmaßnahmen am Brückenbauwerk

Die Sanierung basierte auf dem Planfeststellungsbeschluss vom 21. Februar 2017 und umfasste folgende Kernarbeiten:

  • Ersatzneubau und Sanierung der Bögen und Pfeiler: Vollständiger Ersatzneubau des Brückenbogens 1 (erster Bogen auf Altstädter Seite über dem Terrassenufer) mit Beton, dessen Erscheinungsbild dem historischen Beton von 1910 entspricht. Ergänzende Stahlbetonplatten für alle anderen Bögen und Pfeiler als Grundlage für neue Abdichtungssysteme. Ersatz des Füllbetons im achten Bogen auf Neustädter Seite. Sanierung aller Ansichtsflächen aus Sandstein, einschließlich verformter Gehwegbrüstungen. Erneuerung ausgebrochener Fugen, schonende Reinigung der Oberflächen und Austausch starker Beschädigungen durch neue Vierungen (Sandsteinverblendungen).

  • Abdichtung und Trockenlegung: Trockenlegung der Hinterfüllbereiche durch neue Dichtungen, da zuvor Wasser ungehindert eindringen konnte. Die Brücke musste vorarbeitsbedingt austrocknen.

  • Betonlieferungen: Die Hentschke Bau GmbH bezieht rund 4.000 m³ Transportbeton von Cemex, unter anderem für den Farbbeton im Sandstein-Look.

Baumaßnahmen wie Gerüsterrichtung und Einkleidung der Stirnseiten (Seiten zum Wasser und Ufer) ermöglichten präzise Reparaturen von Abplatzungen und Fugen.

Erneuerung der Verkehrs- und Gleisanlagen

Die Verkehrsanlage wurde grundhaft ausgebaut:

Leistungsbereich Details
Gleisbau Rückbau von Schwellengleis; Neubau von Schwellengleis und Feste Fahrbahn Bauart DVB AG inklusive Zusammenhangsarbeiten; 136 MF-Schweißungen (Oberbauschweißungen).
Entwässerung Rückbau und Neubau von 3 Anschlüssen Schienenentwässerungskästen; Rückbau und Neubau von Entwässerungsanlagen.
Elektro- und Versorgungsanlagen Tiefbauarbeiten für Bahnstrom-, Fernmelde-, Weichen-, Niederspannungs-, Mittelspannungs- und Blitzschutzanlagen; Rück- und Neubau aller Elektroeinspeisungen.
Sonstiges Koordinierung von Gewerken und Dritten; Baustelleneinrichtung, -sicherung und -beräumung; Vermessungsleistungen; Markierungsarbeiten; Entsorgungsleistungen.

Gehwege und Fahrbahn wurden erneuert, der elbseitige Gehweg im Schloßplatzbereich verbreitert. Die elbaufwärts liegende Seite wurde im August eines Vorjahres freigegeben, Arbeiten an der elbabwärts liegenden Hälfte folgten.

Bauorganisation und Zeitlicher Ablauf

Die Sanierung erfolgte phasenweise: Im April 2017 Start, voraussichtlich Frühjahr 2020 Abschluss (laut einer Quelle), tatsächliche Fertigstellung 2021. Arbeiten am Brückenbogen II (erster Bogen über Elbe auf Altstädter Seite) zogen sich bis August. Behördliche Abstimmungen mit Straßen- und Tiefbauamt sowie Schifffahrtsamt regelten Hochwasserschutz, Bauablauf und Umfang. Einschränkungen für Fußgänger resultierten aus Baustellen.

Fazit

Die Sanierung der Augustusbrücke demonstriert eine komplexe denkmalgerechte Instandsetzung nach Hochwasserschäden, mit Fokus auf strukturelle Wiederherstellung, Abdichtung und Modernisierung der Verkehrsflächen. Schlüssel waren der Ersatzneubau kritischer Bögen mit historisch angepasstem Beton, umfassende Sandsteinreparaturen und der Ausbau von Gleis- sowie Versorgungsanlagen. Die halbseitige Bauweise minimierte Verkehrsbehinderungen, die Gesamtbauzeit betrug vier Jahre.

Quellen

  1. Rhomberg Sersa Gleisbau GmbH - Projekt Augustusbrücke
  2. Baulinks - Denkmalgerechte Sanierung der Dresdner Augustusbrücke
  3. Dresden.de - Sanierung Augustusbrücke
  4. Tag24 - Arbeiten an der Augustusbrücke dauern bis August
  5. Saechsische.de - Wann wird die Augustusbrücke fertig
  6. Wikipedia - Augustusbrücke

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