Einleitung
Das Hallenbad in Baesweiler, errichtet 1972, weist einen hohen Heizenergieverbrauch von etwa 3.000 kWh/m²a bezogen auf die Wasserfläche auf. Eine Studie von RONGEN ARCHITEKTEN GmbH und Vika Ingenieure, finanziert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), untersucht die Sanierung auf Passivhausstandard mit dem Ziel einer CO₂-neutralen Nutzung. Die Sanierung umfasst Maßnahmen an Gebäudehülle, Haustechnik und Energieträgern, einschließlich innovativer WRG-Systeme mit Wärmepumpentechnik. Nach der Umsetzung wurden signifikante Einsparungen bei Gas, Wasser und Strom erzielt, was das Bad zu einem Vorbild für energieeffiziente Schwimmbäder macht. Die Kosten für die passivhausgerechte Sanierung belaufen sich auf rund 3,8 Mio. Euro, deutlich unter denen eines Neubaus mit 5,5 Mio. Euro.
Bestandsanalyse und Ausgangssituation
Das Hallenbad Baesweiler wurde 1972 gebaut und wird derzeit zu 80 % über ein Fernwärmenetz mit Biogas beheizt. Der Heizenergieverbrauch liegt bei ca. 3.000 kWh/m²a auf der Energiebezugsfläche der Wasserfläche. Die Studie beginnt mit einer vertieften Bestandsaufnahme, ergänzender Messungen und Detailanalysen sowie thermischen Gebäudesimulationen. Vor der Sanierung betrug der Stromverbrauch 850 kWh pro Quadratmeter Beckenfläche, und der Gasanteil war hoch.
Sanierungskonzept und Methoden
Das Sanierungskonzept zielt auf eine Reduzierung des Heizenergieverbrauchs auf unter 50 % ab, kombiniert mit 100 % erneuerbaren Energien für CO₂-Neutralität. Wesentliche Bereiche sind:
- Gebäudehülle: Integration von Passivhauskomponenten.
- Haustechnik: Untersuchung einer Verfahrenskombination aus 3-fach wirksamen WRG-Systemen (Wärmerückgewinnung > 85 %) mit integrierter Wärmepumpentechnik (Leistungsziffer > 6) in Zusammenarbeit mit Menerga.
- Energieträger: Vollständige Umstellung auf erneuerbare Quellen.
Die Arbeitsschritte umfassen:
- Grundlagen: Bestandsaufnahme, Messungen und Simulationen.
- Konzeptentwicklung: Maßnahmenpaket unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und gestalterischer Aspekte.
- Konkretisierung: Vorentwurf, Entwurf, Detailplanung mit PHPP-Berechnungen, dynamischen Simulationen, Lebenszyklusberechnungen, Emissionsbilanz und Kostenermittlung.
Durch dynamische Gebäudesimulationen wurden Varianten auf Passivhausniveau erarbeitet und mit dem Bestand sowie einer EnEV-2009-Variante verglichen.
Erreichte Einsparungen und Umweltauswirkungen
Die Sanierung führte zu einer Reduzierung des Wärmebedarfs um 92 % gegenüber dem Bestand. Im Vergleich zur EnEV-2009-Variante beträgt die Reduzierung dort 44 %. Weitere Erfolge:
| Ressource | Vor Sanierung | Nach Sanierung | Reduzierung |
|---|---|---|---|
| Wasserverbrauch | - | 21 m³/m² Wasserfläche | Unter Ziel von 24 m³/m² |
| Stromverbrauch | 850 kWh/m² Beckenfläche | 390 kWh/m² Beckenfläche | > 54 % |
| Gasanteil | Hoch | Stark gesenkt | - |
Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach nutzt die maximale statisch mögliche Fläche; der erzeugte Strom wird vollständig selbst verbraucht. Die Schwimmbadtechnik erreicht Werte, die besser als bei manchen Neubädern sind.
Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
Die Sanierungskosten inklusive funktionaler Verbesserungen liegen bei ca. 3,8 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung der Lebenszykluskosten ist sie bei mäßigen Energiepreissteigerungen wirtschaftlicher als der Bestand. Ab einer jährlichen Energiepreissteigerung von 4 % ist die Passivhausvariante günstiger als der Bestand; ab 5 % günstiger als EnEV-2009. Die Studie bestätigt die Machbarkeit einer passivhausgerechten, CO₂-neutralen Sanierung.
Fazit
Die Sanierung des Hallenbades Baesweiler demonstriert die Umsetzbarkeit einer CO₂-neutralen Passivhaussanierung für Bestandsbäder aus den 1970er Jahren. Mit Einsparungen von 92 % beim Wärmebedarf, reduziertem Wasserverbrauch auf 21 m³/m² und Strom auf 390 kWh/m² bei Kosten von 3,8 Mio. Euro dient es als Vorbild. Die Wirtschaftlichkeit steigt mit Energiepreissteigerungen, und die PV-Nutzung unterstützt die CO₂-Neutralität.