Einleitung
Der Bahnhof Lorsch, ein Durchgangsbahnhof der Preisklasse 6 an der Nibelungenbahn in Hessen, wird durch die DB AG umfassend modernisiert. Die Maßnahmen umfassen den Bau eines neuen Bahnsteigs an Gleis 2, die Verlegung von Stelldrähten für die alte Signaltechnik sowie die Erhöhung der Bahnsteige auf 55 cm im Jahr 2016. Diese Arbeiten dienen der Barrierefreiheit und der Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit. Im Rahmen des Programms „Zukunftsbahnhöfe 2025“ plant die DB InfraGO die Sanierung von 100 Bahnhöfen mit einheitlichen Qualitätsstandards, einschließlich besserem Wetterschutz, moderner Reisendeninformation und verbesserter Anschlussmobilität. Der Bahnhof Lorsch liegt zwischen Bensheim und Worms und bedient den Regionalverkehr der Linie RB 63 im Stundentakt.
Historische Entwicklung und Infrastruktur
Der Bahnhof Lorsch wurde um 1869 von der Hessischen Ludwigsbahn als Teil der Nibelungenbahn eröffnet, die Rosengarten mit Bensheim verbindet. Er verfügt über zwei Bahnsteiggleise und ist die einzige Kreuzungsmöglichkeit zwischen Bürstadt und Bensheim. Die Zugsicherung erfolgt seit 1906 mit ortsfesten Eisenbahnsignalen. Das mechanische Stellwerk der Bauart „Jüdel“ aus dem Jahr 1923 ist weiterhin in Betrieb; ein geplanter Anschluss an das elektronische Stellwerk in Weinheim 2006 wurde nicht umgesetzt.
Im westlichen Bahnhofsbereich wurden Abstell- und Ladegleise für den Güterverkehr entfernt und das Gelände überbaut. Eine eingleisige Verbindungsstrecke nach Heppenheim von 1903 wurde nach dem Zweiten Weltkrieg stillgelegt.
Renovierungsmaßnahmen 2016
Im ersten Halbjahr 2016 wurden umfangreiche Baumaßnahmen durchgeführt. Ein neuer Bahnsteig entstand an Gleis 2, wodurch der Mittelbahnsteig überflüssig wurde. Die Bahnsteige wurden auf 55 cm Höhe angehoben, um einen barrierefreien Zugang zu den Dieseltriebwagen der Baureihen 622 und 623 zu ermöglichen, die seit Dezember 2015 verkehren. Aufgrund der bestehenden alten Signaltechnik wurden die Stelldrähte neu verlegt und mit neuen Spannwerken versehen, damit Weichen und Signale weiterhin vom Fahrdienstleiter gesteuert werden können. Diese Anpassungen gewährleisten die Kompatibilität mit dem mechanischen Stellwerk.
Zukunftsbahnhöfe-Programm der DB
Im Rahmen des novellierten Bundesschienenwegeausbaugesetzes (BSWAG) 2024 werden Bahnhöfe der DB, einschließlich Gebäude und Umfeld, einheitlich saniert. Die DB InfraGO plant 2025 die Umgestaltung von 100 Bahnhöfen zu „Zukunftsbahnhöfen“ mit hohen Qualitätsstandards. Dazu gehören mehr Wetterschutz, neue Wartemöbel, moderne Reisendeninformation, erhöhte Barrierefreiheit, bessere Beleuchtung, attraktive Gestaltung und verbesserte Anschlussmobilität. Die Bahnhöfe sollen regionale Identität widerspiegeln. Insgesamt werden 2025 rund 950 von 5.400 Bahnhöfen modernisiert, um den Alterungsprozess der Infrastruktur zu stoppen. Die Zustandsnote verbesserte sich 2024 leicht von 3,09 auf 3,03.
2024 wurde die Kompetenzstelle Bahnhofsvorplatz und Anschlussmobilität gegründet, die Städte und Gemeinden bei Planung, Umsetzung und Finanzierung der Vorplätze berät, die meist kommunal im Eigentum sind.
Betriebliche Nutzung
Im Bahnhof Lorsch halten ausschließlich Regionalzüge der Linie RB 63 (Bensheim – Lorsch – Bürstadt – Worms Hbf) im Stundentakt. Zugkreuzungen finden vereinzelt in werktäglichen Hauptverkehrszeiten statt. Tarife gelten vom Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN), mit Übergangstarifen zum Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), dem Hessenticket sowie DB-Tarifen.
Fazit
Die Modernisierung des Bahnhofs Lorsch umfasst gezielte Baumaßnahmen wie Bahnsteigerhöhung und Signaltechnik-Anpassungen aus dem Jahr 2016 sowie das Potenzial der DB-weiten Zukunftsbahnhöfe-Initiative. Diese Projekte verbessern Barrierefreiheit, Komfort und Betriebsfähigkeit. Die Einbindung lokaler Kommunen und einheitliche Standards fördern nachhaltige Sanierungen. Die Daten basieren auf Berichten von 2016 und DB-Ankündigungen für 2025; aktuelle Umsetzungsdetails für Lorsch sind unklar.