Neubau und Umstrukturierung der Feuerwehrwachen in Braunschweig – Planung und Auswirkungen

Einführung

Die Stadt Braunschweig ist seit einiger Zeit in der Umsetzung eines umfassenden Planungskonzepts zur Sicherheitssteigerung innerhalb der Stadt. Ein zentraler Baustein dieser Vorhaben ist der Neubau und die Verlagerung von Einsatz- und Technikfunktionen in neue Feuerwehrwachen, darunter die geplante Feuerwache Südwest in der Westerbergstraße. Ziel ist es, die Erreichbarkeit für die Stadtteile im Südwesten zu verbessern und zeitgleich den Brandschutz umfassender zu ermöglichen. Die aktuelle Fläche der Hauptwache steht außerdem unter Modernisierungsdruck, wobei eine Sanierung erst möglich sein wird, sobald der Neubau der Südwestwache abgeschlossen ist.

Durch die Einführung zusätzlicher Werkstätten und Logistikzentren wird das Gebäude nicht nur als Einsatzzentrum, sondern auch als zentraler Betriebsstandort für das Technikpersonal dienen. Die Planungsschritte für diese Projekte beinhalten nicht nur baulogistische, sondern auch akustische sowie technische Aspekte, weshalb separate Ausschreibungen für diese Themengebiete laufen.

Im Folgenden werden die Planungsstandards, die baulichen Anforderungen, die Funktionalitäten sowie die rechtlichen und organisatorischen Schritte des Baus der geplanten Feuerwache Südwest unter Berücksichtigung der vorgegebenen Daten detailliert analysiert.

Ausgangssituation und Planungsvorhaben

Die aktuelle Flächennutzung in Braunschweig ist bei der Feuerwehr so ausbalanciert, dass der Brandschutz in verschiedenen Stadtteilen im Rahmen von Notwendigkeiten gewährleistet werden kann. Dennoch liegt der momentane Schutzzielerreichungsgrad bei lediglich 64,8 Prozent, wie im Stadtratsbeschluss Ende letzten Jahres erwähnt wird. Ziel der Stadt ist es, diesen Wert über die nächsten Jahre zu verbessern und langfristig auf einen Schutzzielerreichungsgrad von 90 Prozent zu kommen.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist der Bau zweier weiterer Feuerwehrwachen geplant. Eine davon, die Feuerwache Nord, befindet sich noch in der konzeptionellen Vorbereitung. Der Fokus des Berichts liegt jedoch auf der Feuerwache Südwest, deren Bauverfahren bereits weit fortgeschritten ist.

Die Planung der Feuerwache Südwest sieht vor, zwölf Einsatzfunktionen von den bestehenden Standorten, der Hauptfeuerwache und der Feuerwache Süd, zur neuen Wache zu verlagern. Dabei handelt es sich um zehn Einsatzfunktionen mit Einsatzleitwagen, Drehleiter und Hilfeleistungslöschfahrzeug sowie sechs Einsatzfunktionen mit diversen Spezialfahrzeugen. Diese personellen und technischen Anpassungen sollen die Reaktionszeiten im Südwesten der Stadt缩短, was die Sicherheit der dort ansässigen Bevölkerung signifikant erhöhen würde.

Zusätzlich wird in der neuen Feuerwache Südwest auch die Technik- und Logistikstelle untergebracht. Das umfasst verschiedene Werkstätten, einschließlich der Kfz-Werkstatt, der Alarmwerkstatt, der Schlosserei, der Tischlerei, der Schlauchwerkstatt, der Atemschutzwerkstatt und der Bekleidungskammer. Insgesamt sind 50 Mitarbeitende im Einsatzbetrieb und 25 in der Technik- und Logistikabteilung an diesem Standort untergebracht.

Der Neubau dieser Wache ist somit nicht nur eine rein bauliche Maßnahme, sondern ein multidisziplinäres Vorhaben im Umfeld der Rettungs-, Schutz- und Gefahrenabwehr. Entsprechend umfangreich sind auch die technischen und gestalterischen Vorgaben, um sicherzustellen, dass alle Funktionen optimal erfüllt werden können.

Bauliche Grundlagen und Flächennutzung

Die geplante Feuerwache Südwest auf der Westerbergstraße hat eine Nutzfläche (NUF) von etwa 9.180 Quadratmetern. Diese Nutzfläche wird in acht Funktionsbereiche unterteilt, von denen einige beheizte und andere unbeheizte Gebäudeteile umfassen. Ein weiterer Bereich, der Funktionsbereich A8 für Haustechnik, ist nicht in der NUF enthalten, wird aber in separater Planung berücksichtigt.

Insgesamt wird die Ausgestaltung des Gebäudes stark durch die verschiedenen Funktionen geprägt. Es handelt sich hier nicht nur um einen reinen Einsatzstützpunkt, sondern um einen integrierten Campus, der sowohl Arbeits-, Wartungs- als auch Lagerflächen erfordert. Die Planungsinhalte umfassen daher nicht nur eine moderne Einsatzbetriebswache, sondern auch ein Logistikzentrum mit mehreren spezialisierten Werkstätten und Lagerplätzen.

Die konkrete Aufteilung der Funktionen gewährleistet, dass alle technischen Vorgänge wie Fahrzeugwartung, Waffennachschub, Bekleidungsmanagement sowie Feuerwehrtechnik in direkter Nähe zum Einsatzort erfolgen können. Dies trägt zur Steigerung der Einsatzbereitschaft und Effektivität bei. Die Planung legt zudem großen Wert auf die räumliche Trennung von Einsatz, Technik und Logistik, um eine optimale Effizienz zu gewährleisten.

Im weiteren Planungsverlauf bleibt geprüft, ob technische Erfordernisse zur Anpassung der für die Technik vorgesehenen Fläche führen könnten. Dies bedeutet, dass das endgültige Raumprogramm noch nicht in jedes Detail festgelegt ist, sondern vornehmlich flexible Strukturen ermöglicht.

Beteiligte Planungsleistungen und rechtliche Schritte

Um den Neubau der Feuerwache Südwest planungstechnisch abzusichern, hat die Stadt Braunschweig mehrere Ausschreibungsverfahren initiiert. Eine davon befasst sich mit der Planung der Technischen Ausrüstung (TGA) gemäß § 55 HOAI 2021, wobei Anlagengruppen 1, 2, 3, 7 und 8 sowie Leistungsphasen 1 bis 8 berücksichtigt werden. Ein zweites Verfahren bezieht sich auf die Raum- und Bauakustik gemäß der Anlage 1.2 (zu § 3 Absatz 1) HOAI, ebenfalls umfassend in den Leistungsphasen 1 bis 7 sowie besonderen Leistungen der LPH 8.

Diese Ausschreibungen greifen verschiedene Aspekte des Projekts auf. Die TGA-Planung beinhaltet beispielsweise Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen (2), Sanitäranlagen (3), Energieversorgung (1), Schallschutz (8), Schneeräumung (3), Brandschutz (7) und vieles mehr. Die Raum- und Bauakustik hat hingegen vorrangig das Ziel, den Schallisolation sowie das Echtkontroll-Verhalten innerhalb des Gebäudes zu optimieren.

Ein weiteres Aspekt ist die rechtliche Grundlage für den Neubau. Parallel zum Ausschreibungsverfahren laufen aktuell noch die Flächennutzungsplanung und der Bebauungsplanverfahren. Die Stadt schätzt ein, dass die Rechtskraft dieser Planungen in der zweiten Jahreshälfte 2023 erwartet wird. Da der Ausschreibungsprozess von diesen rechtlichen Voraussetzungen abhängig ist, bleibt es möglich, dass der Vertragsabschluss vor Rechtskraft ein vorbehaltsbedingtes Zustimmungsrecht einbehält.

Sollten die Planungen im Endstadium nicht rechtskräftig werden, behält sich die Stadt Braunschweig vor, das Ausschreibungsverfahren gänzlich zurückzutreten. Dies spiegelt die starke Abhängigkeit des Vorhabens von den laufenden Bauleitverfahren wider.

Bauabläufe und Zeitplanung

Auf Grundlage aktuell verfügbaren Daten ist der Start des Neubauprojekts zwar noch nicht rechtskraftig festgelegt, doch werden Planungsschritte bereits vorbereitet. Die Stadtverwaltung spricht in einer aktuellen Pressemitteilung davon, dass der Neubau der Feuerwache Südwest bereits im Jahr 2024 beginnen könne. Dies setzt aber voraus, dass alle rechtlichen und planungsrelevanten Voraussetzungen bis dahin erfüllt sind.

Bezüglich der weiteren Projektabläufe ist festzustellen, dass der Neubau der Feuerwache Nord erst nach Abschluss der Südwestwache geplant ist. Dies liegt unter anderem daran, dass verschiedene Funktionsbereiche der Hauptfeuerwache nach Fertigstellung der neuen Standorte in die neuen Wachen verlagert werden können. Vorher ist die Sanierung der Hauptfeuerwache nicht sinnvoll, da der alte Standort weiterhin für den laufenden Betrieb benötigt wird.

Ebenfalls in Konzeptskizzen festgehalten wird, dass es in der zweiten Stufe des Verfahrens zur Technischen Ausrüstung um die Erstellung von Grobkonzepten geht. In diesem Schritt erhält jede Bieterseite eine Entgeltzahlung für die Erstellung einer Skizze im Umfang von 3.000 Euro netto. Dies ist ein Hinweis darauf, dass der ausgeschriebene Planungsauftrag über mehrere Stufen verläuft und verschiedene Konzepte verglichen werden, bevor eine Bauplanung begonnen wird.

Die zeitliche Planung und die Abhängigkeit von weiteren rechtlichen Voraussetzungen bedeuten, dass das Projekt der Feuerwache Südwest nicht mit Sicherheit für das Jahr 2024 fixiert werden kann, jedoch im Planungssystem der Stadt stark in dieser Richtung angestoßen wurde.

Projektstruktur und Finanzierungsperspektiven

Die Finanzierung des Projektes ist noch nicht vollständig transparent. Es gibt keine konkreten Budgetangaben, wohl aber Hinweisen darauf, dass die Stadt Braunschweig ein multidisziplinäres Projekt konzipiert, das nicht nur finanziell breit angelegt, sondern auch stark auf Koordination und Integration angewiesen ist.

Einzelne Projektsegmente, wie die TGA-Planung, Raum- und Bauakustik sowie die Flächenorganisation, werden aufgeteilt in separate Ausschreibungen, was darauf hindeutet, dass diese Projekte über mehrere Projektverantwortliche und Finanziers gehen könnten. Allerdings gibt es keine Angaben über Fördermittel von Regierungsseiten oder dritter Finanziers, weshalb angenommen werden muss, dass das Projekt über die kommunale Kasse gedeckt wird.

Dass die Stadt sich in einem strukturierten Planungsverfahren bewegt, spricht ebenfalls für eine sorgfältige Budgetplanung. Die getroffenen Maßnahmen spiegeln dabei einen breiten technologischen und logistischen Aufwand wider, der nur über einen langfristigen Finanzierungsplan realisiert werden konnte.

Die Aufteilung der Budgets im Rahmen dieser Ausschreibungen ist jedoch unklar, da keine Zahlen über die Gesamtprojektkosten veröffentlicht wurden. Weder die einzelnen Leistungen im HOAI-Rahmen noch die Preiserwartungen werden durch die veröffentlichten Dokumente transparent gemacht.

Aufgabenfelder der Feuerwehr in der geplanten Wache

Die Feuerwehrbedarfsplanung und die aktuellen Umsetzungsschritte belegen, dass die geplante Wache Südwest mehr als nur eine notwendige räumliche Anpassung ist. Sie wird vielmehr eine zentrale Operationsbasis bilden, die in der Lage ist, eine breite Palette an Rettungs- und Schutzfunktionen abzudecken.

Die geplante Unterbringung von zehn Einsatzfunktionen mit Einsatzleitwagen, Drehleiter und Helpfahrzeugen bedeutet, dass die Wache Südwest in der Lage sein wird, bei Bränden, Rettungsoperationen, Unfällen sowie Katastrophensituationen schnell und effektiv eingesetzt zu werden. Dazu kommen sechs verschiedene Spezialfahrzeuge, die auf individuellen Anforderungen im Einsatz abgestimmt sind. Dieser Ausbau ist notwendig, da die jetzige Betriebsstruktur mit den Anforderungen an moderne Feuerwehren nicht mehr Schritt halten kann.

Mit der Verlagerung der Technikabteilung, die sich aus Kfz- und Werkstätten zusammensetzt, in die neue Wache wird sich zudem die allgemeine Einsatzbereitschaft verbessern. Reparaturen können schneller abgearbeitet werden, und die Lagerlogistik für Bekleidung, Ausrüstung und Werkzeug kann effizienter organisiert werden. Dies bedingt, dass der Planungsaufwand auch auf die Logistikplanung und Instandhaltungsmöglichkeiten innerhalb des Gebäudes stark ausgerichtet ist.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die technische Ausstattung mit neuen Rettungs- und Bekämpfungsgeräten. Hier wird die Kette von Technik, Wartung und Einsatz weiter verknüpft, sodass die Rüstungskette ohne Einschränkungen funktionieren kann.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Die Umsetzung des Projekts erfordert nicht nur den Einsatz umfassender Technik und moderner Architektur, sondern auch eine breite Anpassung an gesellschaftliche und umweltschützende Vorgaben.

Die Integration moderner Haustechnik und eine gut geplante Raum- und Bauakustik suggerieren, dass die Bauausführung eine angemessene Balance zwischen Effizienzbedarfen und Schutz der Umwelt einhält. Zudem ist die Nutzung von modernen Energiespargedanken und Nachhaltigkeitskonzepten starker Bestandteil der aktuellen HOAI-Anforderungen, weshalb anzunehmen ist, dass ein hohes Maß an Energieeffizienz innerhalb der Planung vorkommt.

Soziale Aspekte sind ebenfalls bedeutsam. Mit der Integration und Verlagerung von Technikfunktionen wird ein zusammengeschnittener und zentraler Betriebsstandort entstehen, der Arbeitsbedingungen verbessert und Vernetzung ermöglicht. Der geplante Nutzen dieser Maßnahme hängt direkt mit der Verbesserung der Sicherheitslage im Südwesten der Stadt zusammen, somit auch einer erhöhten Lebensqualität der dortigen Bewohnerschaft ab.

Die Auswirkungen der geplanten Wache im Vorfeld sind somit nicht nur reine technische oder finanzielle: sie tragen auch soziale und stadtplanerische Komponenten in sich, die die gesamte Region positiv beeinflussen können.

Fazit

Die geplante Neubau sowie die Umstrukturierung von Feuerwehrwachen in Braunschweig, speziell die Feuerwache Südwest in der Westerbergstraße, ist ein aufwendiges Vorhaben, das sowohl bauliche als auch organisatorische Herausforderungen mit sich bringt. Ziel der Maßnahme ist die Verbesserung der Einsatzbereitschaft, die Schaffung moderner und zentralisierter Arbeits- und Rettungsbedingungen sowie die Steigerung der Sicherheitsstandards für die Stadtbevölkerung.

Die aktuelle Planungsphase der TGA, Raum- und Bauakustik sowie die Bebauungsplanverfahren zeigen, dass die Stadt Braunschweig einen strukturierten Plan zur Umsetzung verfolgt. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob der geplante Baubeginn im Jahr 2024 – abhängig von rechtlichen und planerischen Vorbereitungen – tatsächlich zu einem Baubeschluss führt.

Durch die geplante Integration der Technikstelle ist die Wache nicht nur als Einsatzzentrum, sondern auch als Logistik- und Wartungszentrum anzusehen. Dieser Mehraufwand hat zwar finanzielle und zeitliche Kosten zur Folge, ermöglicht langfristig aber eine stabile und moderne Brandschutzstruktur in der Stadt.

Auch soziale und umweltbezogene Aspekte spielen eine Rolle, wobei der Schwerpunkt des Projekts klar auf der technischen und strategischen Verbesserung der Rettungseinsätze liegen bleibt. Insgesamt ist die Feuerwache Südwest ein Baustein, der die Zukunftsfähigkeit der Braunschweiger Feuerwehr sichert und die Voraussetzungen für einen modernen, effektiven Brandschutz奠定了.

Quellen

  1. Neubau Feuerwache Südwest Braunschweig – TGA & HLS
  2. Neubau Feuerwache Südwest Braunschweig – Raum- und Bauakustik
  3. Zusätzliche Feuerwachen in Braunschweig – Planungen sollen beginnen
  4. Bau der Feuerwache Süd-West in Braunschweig könnte 2024 beginnen

Ähnliche Beiträge