Ein Projekt, das auf tausenden ehrenamtlichen Stunden, einer sorgfältigen Planung und einer klaren finanziellen Grundlage aufbaute, hat das Kirchengebäude am Buchberg in Bischofshofen neu belebt. Die Buchbergkirche, eine bedeutende Filialkirche im Bundesland Salzburg, wurde in mehreren Etappen generalsaniert und ist nun im neuen Glanz erstrahlt. Die Renovierungsarbeiten, insbesondere die Innenrestaurierung und die Erneuerung von Altar, Glocken und Dach, zeigen die fachliche wie finanzielle Kompetenz der Beteiligten. Sie reflektieren zudem die historische und architektonische Bedeutung des Gebäudes, das bis ins 11. Jahrhundert zurückgeht, als eine Burganlage existierte, und seit dem 14. Jahrhundert als Kirche genutzt wird.
Im Folgenden werden die Umsetzung der Renovierungsarbeiten, die finanzielle und personelle Unterstützung der Stadtgemeinde, der Kirchgemeinde sowie staatlicher und kirchlicher Institutionen, die eingesetzten Materialien und das kulturelle Profil der Buchbergkirche genauer betrachtet.
Geschichte der Buchbergkirche
Die Buchbergkirche, offiziell die Filialkirche hl. Primus und Felizian, belegt eine lange und prägende geschichtliche Bedeutung. Sie entstand in ihrer heutigen Form im 14. Jahrhundert, als auf Grundlage des romanischen Vorbilds, der auf den Nachwirkungen der mittelalterlichen Burganlage beruhenden Kapelle, ein gotischer Chor errichtet wurde, dessen Strebepfeiler bis heute erhalten sind, wie aus der Beschreibung in der Wikipedia hervorgeht [4].
Im 11. Jahrhundert befand sich am Standort der heutigen Kirche eine Burg des Geschlechts der Herren von Pochburgh. Diese Burganlage wurde im 13. Jahrhundert zerstört, doch die romanische Kapelle blieb stand. Diese Vorgeschichte macht deutlich, dass die Kirche nicht nur kirchlich, sondern auch stilkunst- und kulturhistorisch von großer Relevanz ist.
Die erste urkundliche Nennung der Kirche stammt aus dem Jahr 1370, doch aufgrund der nach 1200 anzusetzenden Außenfresken am Südfassade wurde die Entstehungszeit der Kirche auf um 1200 veranschlagt. Dies unterstreicht die mittelalterliche Herkunft und spricht für eine mehrstufige Entwicklung des sakralen Stätte, wobei die romanischen und gotischen Elemente noch deutlich verortet sind [4].
Chronologie der Renovierungen
Die Buchbergkirche hat einen langen Weg durch verschiedene Renovierungsphasen zurückgelegt. Nach der letzten umfassenden Sanierung, die 1980 durchgeführt wurde, fand die aktuelle Generalsanierung Anfang des 21. Jahrhunderts statt. Sie begann 2015 und endete 2023 mit der Weihe des neuen Altars und Ambos. Die Sanierung wurde dabei planvoll in Etappen umgesetzt.
Zunächst wurde das Kirchendach und der Turm vollständig erneuert. Die Nutzung von Lärchenschindeln zeugt nicht nur von ökologischen Überlegungen, sondern auch von einem Anchluss an traditionelle Materialien, die in der Region verbreitet sind [3].
Innen- und Außenrestaurierung
Bereits in den nächsten Schritten standen die Innen- und Außenrestaurierung im Mittelpunkt. Dies beinhaltete eine Substanzsicherung sowie die Gestaltung einer neuen ästhetischen Identität, die sowohl traditionell als auch zeitgemäß wirkt. Die Außenfassade sowie die Innenausstattung wurden anhand moderner aber fachgerechter Methoden sanierend restauriert [3].
Ein besonderes Problem stellte sich bei der Pflege der historischen Fresken dar. Zwar war der genaue Umfang der Arbeiten nicht direkt genannt, doch wird aus den Berichten deutlich, dass die Ausführung fachlich präzise und kunstwissenschaftlich sensibel erfolgte. Auch das Schutz- und Instandhaltungskonzept der Fresken stützte sich offenbar auf regionale sowie nationale Expertisen [2].
In Bezug auf den Innenausbau wurden zudem elementare Bestandteile wie die Kirchenbänke und das Söll mit Holzfundamenten erneuert. Die Holzverarbeitung erfolgte – soweit sie in die Arbeiten einbezogen wurde – mit lokalen Händen oder anhand regionaltypischer Techniken [2].
Insgesamt zeichnet sich die Sanierungsarbeit durch eine klare Aufteilung der Maßnahmen in Etappen sowie durch die Auswahl handwerklich hochwertiger und authentischer Materialien aus. Bei der Außen- und Innenrestaurierung wurde Wert gelegt darauf, historische Strukturen zu erhalten, aber auch modernen Bedürfnissen gerecht zu werden.
Glocken- und Glockenstuhlsanierung
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Generalsanierung war die Sanierung des Glockenstuhls sowie der Läuanlage. Die Glocken selbst – zwei historische Exemplare aus dem 16. (700 kg schwer) und 17. Jahrhundert (65 kg schwer) – stammen aus Bronze und galten als wertvolle und akustisch einzigartige Bestandteile der Kirche.
Nach einer Reinigung wurden die beiden Glocken erneut in den Glockenstuhl eingebaut. Der Altar wurde am Sonntagabend in Gegenwart von Weihbischof Hans-Jörg Hofer samt Ambo (Redepult) und Osterkerzenleuchter neu geweiht [2].
Die Reinigung und Sicherung der historischen Glocken, insbesondere ihrer Funktion und Ausstrahlung, war eine technische Herausforderung, die handwerkliche sowie akustische Kompetenz erforderte. Die Glockenstuhlsanierung betraf nicht nur die konservatorische Pflege, sondern auch die Mechanik der Läuanlage, die auf Wartung und Sanierung stand [2].
Altar aus Regionalmarmor: Ein Symbol der Gemeinschaft
Mit Abstand das spektakulärste Element der Generalsanierung stellte der Marmoraltar dar, der aus einem vom Acker nebenan stammenden Findling gefertigt wurde. Mit rund 30 Tonnen war der Granit- oder Marmorstein zunächst unbekannt. Doch als Pfarrgemeinderat Leonhard Stock, der jahrzehntelang aktiv ist, auf die Idee kam, den Fels auszugraben, wurde schnell klar: Dieses Naturmaterial bot nicht nur eine beeindruckende optische Wirkung, sondern auch eine symbolische Verbindung zwischen Kirche und Umgebung.
Die Arbeitsschritte erfolgten in enger Zusammenarbeit mit dem bischofshofener Geologen Gert Furtmüller und vielen freiwilligen Helfern aus der Region. Nach sorgfältigem Aushub wurde der Stein transportiert und schließlich weiterbearbeitet – vor allem für die Herstellung von Altar, Ambo und Leuchter [2].
Der Stein vom "Arlstein", einem Zugehöft zum Oberbergbauern, wurde in mühevollen Arbeitsschritten, die auf ehrenamtlichem Engagement beruhten, für den Altar weitergeformt. Sein Einsatz in der Kirche symbolisiert nicht nur die lokale Identität und Arbeitskultur, sondern auch eine Investition in die Zukunft der Kirche als Leitbild einer sakralen und touristischen Attraktion [2].
Finanzierung der Sanierung
Die Kosten für die Generalsanierung beliefen sich auf etwa 550.000 Euro, wie aus diversen Quellen hervorgeht [1]. Die Kosten für Innenrestaurierung sowie die Erneuerung des Altars lagen nicht vollständig vor, doch wird deutlich, dass auch das Material, insbesondere der Marmorstein, nicht billig war. Dass die Kirche diese Umfang und Qualität der Renovierung betreiben konnte, verdankt sie der engen Unterstützung durch mehrere Instanzen:
Unterstützung aus kirchlicher, politischer und staatlicher Seite
Die Erzdiözese Salzburg, die Stadtgemeinde Bischofshofen, das Bundesdenkmalsamt sowie das Land Salzburg unterstützten das Projekt finanziell. Auf eine klare Aufteilung der Mittel wurde nicht eingegangen, doch liegt der Relevanz der Spendenbeiträge der Kirchen, der Stadt und Verbänden eine klare strategische wie ideologische Grundlage zugrunde [1].
Spenden und Eigenmittel der Pfarre
Neben den staatlichen und kirchlichen Mitteln spielten Spenden der Bevölkerung eine entscheidende Rolle. Die Pfarre investierte zudem Eigenmittel. Einzelne Spender wurden nicht namentlich genannt, doch wird deutlich, dass die Bevölkerung aufgefordert und motiviert wurde, ihr Engagement über die reine Beteiligung an der Arbeit hinaus finanziell zu tragen [1].
Ehrenamtliche Arbeit
Ein besonderer Aspekt der Sanierung ist das erhebliche ehrenamtliche Engagement. Tausende Stunden Arbeit, die von Locals geleistet wurden, ermöglichten die Sanierung. Von der Pflege der kirchlichen Werte bis hin zur konkreten Handwerksarbeit ist die Aktivität der ehrenamtlichen Helfer als tragende Kraft in das Projekt eingeflossen [1]. Dies zeigt insbesondere, wie Kirche im ländlichen Raum nicht nur geistlich, sondern auch stofflich und gesellschaftlich lebendig bleibt.
Kulturelle Bedeutung der Buchbergkirche
Ein Lieblingsort für Hochzeiten und Taufen
Die Buchbergkirche stellt mit ihrer außergewöhnlichen Lage über dem Salzachtal und der spektakulären Bergkulisse einen idealen Hintergrund für kirchliche sowie photographische Momente dar. Besonders beliebt ist sie als Ort für religiöse Feste wie Hochzeiten und Taufen.
In einem Jahr, in dem rund 50 Taufen und einige zwanzig Hochzeiten im Kirchraum stattfanden, zeigt sich die Aktivität der Kirche nicht nur als sakrale Stätte, sondern als zentraler Bestandteil der kulturellen Identität [1]. Besucher*innen aus Salzburg und Deutschland nutzen die Chance, in dieser unverwechselbaren Atmosphäre heiraten zu lassen.
Ein Treffpunkt für Spaziergeher und Hobbyfotografen
Weitere Gruppen der Bevölkerung nutzen die Kirche auch als Pilgerstätte, als Ruhe- und Kraftort sowie als landschaftlich beeindruckender Platz. Die Kirche bietet also nicht nur Glaubensräume, sondern auch soziale und kulturelle Räume, wodurch sie in der Region noch mehr in den Mittelpunkt gestellt wird [2].
Die Beliebtheit der Buchbergkirche hat in der Folge auch Auswirkungen auf die lokale und regionale Wirtschaft – insbesondere in Beziehung zu touristischen Angeboten und Fotografiedienstleistungen, die von der Kulisse der Kirche profitieren [5].
Materialverwendung und Nachhaltigkeit
Regionale Materialien anstelle von Import
Bei der Generalsanierung wurde bewusst auf regionale Materialien zurückgegriffen. Der Marmorstein, aus dem Altar und Ambos hergestellt wurden, stammt vom Arlstein, einer landwirtschaftlichen Anhöhe, und wurde von dort durch ehrenamtliche Arbeit in mühevollen Arbeitstechniken geborgen und verarbeitet [2].
Die Verwendung eigener Materialien, vor allem im ländlichen Rahmen, ist eine Form ökologischer und kulturell nachhaltiger Bauweise. Sie vermeidet Transportkosten und sorgt für eine engere Verbundenheit zwischen Gebäude und Umgebung.
Holzbauteile: Lärchenschindeln und Holzfundamente
Die Holzbauteile, allen voran die Dachschindeln aus Lärche, spiegeln die traditionelle Handwerkskunst der Region wider. Lärche ist eine nachhaltige Materialoption, das im Alpenraum verbreitet ist und eine hohe Widerstandskraft gegen Witterung bietet. Die Nutzung von Holzfundamenten für Kirchenbänke ist ein weiteres Beispiel für die Vorteile von regionaltypischen Konstruktionstechniken [3].
Besonderheit des Altarmaterials
Das Altargebilde, gefertigt aus Marmor, ist nicht nur optisch auffallend, sondern auch ein Werk aus Naturstein, das in Form und Materialität unverwechselbar ist. Der Stein, der von einem kleinen Acker neben der Kirche stammt und durch eine Initiative ausgelost wurde, zeigt zudem die Kombination aus künstlerischem, technischem und religiösem Engagement [2].
Abschluss und Festgottesdienst
Die Generalsanierung fand 2023 einen Höhepunkt und wurde mit einem Festgottesdienst auf dem dritten Oktobersonntag begangen. In diesem Rahmen weihte Weihbischof Hans-Jörg Hofer den neugefertigten Altar sowie das neue Ambus. Zudem wurden Reliquien eingeschlossen, was dem Ritual eine besondere sakrale Tiefe und Historizität verleiht [2].
Musikalisch wurde das Ereignis durch die Kirchenchorleistungen und das Spiel der Bauernmusik unterstützt. Für viele Betrachter*innen war dieser Tag ein Meilenstein in der Geschichte der Kirche und ein Impuls für die Zukunft weiterer Sanierungsprojekte und kirchlicher Aktivitäten [1].
Kritische Bewertung der Quellenlage
Die hier vorgestellten Fakten stammen hauptsächlich aus lokalen, regionalen und kirchlichen Quellen. Die Zeitungen Meinbezirk [1], ORF.at [2], SN.at [3] sowie die Webpräsenz „salzburgerland.com“ [5] liefern fachlich sinnvolle und auch kontextualisierte Berichte zur Generalsanierung der Buchbergkirche. Die Wikipedia [4] dient hauptsächlich dazu, die historische Entwicklung der Kirche zu erläutern. Insoweit gibt es keine Widersprüche zwischen den inhaltlichen Darstellungen der einzelnen Quellen [1-5].
Bemerkenswert ist die besonders ausführliche Berichterstattung, die in Quelle [2] zum Vorschein kommt, sowie der klare und sachliche Ton in Quelle [3]. Beides bestätigt die Professionalität und das Engagement, das in das Projekt gesteckt wurde. Quelle [5], die auch zur touristischen Strahlkraft der Kirche beiträgt, betont die Bedeutung des Projekts für die regionale Kultur und Wirtschaft.
Fazit
Die Generalsanierung der Buchbergkirche in Bischofshofen ist ein herausragendes Beispiel für die Vereinigung kirchlicher Tradition, handwerklicher Expertise und finanzieller Unterstützung aus mehreren Institutionen. Gleichzeitig zeigt sich die starke Rolle ehrenamtlicher Helfer, die die Gemeinschaftsarbeit über mehrere Jahre hinweg aufrechterhielten und so einen entscheidenden Impuls für die Erhaltung der Kirche als Kulturstätte einer Region gaben.
Die Investition in historische Schätze der Baukunst wie die Buchbergkirche ist nicht nur eine künstlerische oder kulturgewichtige Anstrengung, sondern zugleich ein Weg, Nachhaltigkeit in der baulichen Erhaltung voranzutreiben. Vor allem, wenn moderne Techniken auf traditionelle Materialien treffen, entsteht ein besonderes kulturelles wie auch bauliches Erlebnis. In der Buchbergkirche ist dies deutlich spürbar und sichtbar.
Durch die Nutzung regionaler Materialien, die Pflege historischer Strukturen und den klugen finanziellen Austausch zwischen Kirchgemeinde, Kirchenleitung, Stadt und Land wird das Gebäude am Buchberg als ein wertvolles Ensemble erstrahlt. Es ist nicht nur eine sakrale Stätte, sondern auch ein Ort, der die Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft positiv bereichert.
Die Buchbergkirche ist daher nicht nur als Ziel der Renovierung zu begreifen, sondern auch als ein Meisterwerk, das die Vielfalt und Komplexität eines solchen Projekts widerspiegelt – und das so vieles über die Bedeutung der Kirche in der heutigen Welt aussagt.