Renovierung der Burgkirche Dreieichenhain: Ein Gemeindeprojekt mit visionärem Lichtplan

Einleitung

Die Renovierung der Burgkirche in Dreieichenhain ist ein beeindruckendes Gemeinschaftsprojekt, das nicht nur das kulturelle und spirituelle Zentrum der Region verändert, sondern auch ein Vorbild für kirchliche Sanierung und moderne Baukunst in historischen Gebäuden darstellt. Mit einem Fokus auf Architektur, Finanzierung und Gemeindeengagement zeigt sich, wie ein sorgfältig geplantes Renovierungsprojekt sowohl die baulichen als auch sozialen Herausforderungen meistern kann.

Die Burgkirche, eine historische Sehenswürdigkeit der Region, wurde in mehreren Phasen saniert. Der erste Bauabschnitt umfasste die Erneuerung des Bodens mit Sandsteinplatten, die Installation eines Anbaus mit Sakristei sowie die umfassende Sanierung der Decken und Wände. Der zweite Bauabschnitt, der bis heute andauert, beinhaltet die Umsetzung eines modernen Lichtkonzepts sowie die Finanzierung der Investitionen durch Spenden und Zuschüsse. Die kirchliche Gemeinde hat sich dabei als treibende Kraft erwiesen, wobei Pfarrer Markus Buss und Pfarrerin Barbara Schindler zentrale Rollen in der Organisation und der Kommunikation einnehmen.

In diesem Artikel wird die Renovierung der Burgkirche aus verschiedenen Perspektiven betrachtet – architektonisch, finanziell und sozial –, wobei ausschließlich auf Fakten zurückgegriffen wird, die in den bereitgestellten Quellen enthalten sind. Ziel ist es, einen umfassenden Überblick über die Renovierungsmaßnahmen, ihre Hintergründe und die Rolle der Gemeinde zu geben.

Architektonische Planung und Ausführung

Auswahl des Architekturbüros

Für die Renovierung der Burgkirche wurde das Frankfurter Architektenbüro Jourdan und Müller beauftragt. Das Büro hat bereits Erfahrung in der Sanierung historischer Fachwerkhäuser in Dreieichenhain gesammelt, was eine entscheidende Rolle bei der Auswahl spielte. Laut einer Veröffentlichung im Frankfurter Rundschau hat das Architektenteam eine klare Vision für die Erneuerung des Kirchengebäudes: „Die Burgkirche soll nach der Renovierung eine – wie keine“ werden, ein Motto, das auch in der Fundraising-Kampagne aufgegriffen wird.

Die Architekten entwickelten ein Konzept, das die historischen Elemente der Kirche bewahrt, aber gleichzeitig moderne Anforderungen an Barrierefreiheit, Beleuchtung und Raumnutzung erfüllt. Die Renovierung umfasste mehrere Bauabschnitte, wobei der erste Schwerpunkt auf der Sanierung des Bodens, der Wände und der Decken lag. Ein weiterer Schwerpunkt war der Anbau einer Sakristei, die die Kirche um rund 40 Quadratmeter erweiterte und eine behindertengerechte Toilette beinhaltete.

Der Anbau der Sakristei

Der Anbau der Sakristei ist ein bedeutender Teil der Renovierung. Laut einer Berichterstattung im Offenbacher Online-Portal war die Sakristei bereits im Jahr 2018 weitgehend fertiggestellt. Die neue Sakristei ist in moderner Bauweise errichtet, wobei die Verzierung und Materialien bewusst an die historische Kirche angepasst wurden. Beispielsweise sind die Sandsteinplatten, die im Kirchenschiff verlegt wurden, auch in der Sakristei zu finden. Zudem wurde eine moderne Betonfassade gewählt, die sich harmonisch in den Gesamtkomplex einfügt.

Die Sakristei bietet der Gemeinde zusätzlichen Platz, wodurch der Altarraum flexibler genutzt werden kann. Pfarrer Markus Buss betont, dass die Sakristei nun als „Stauraum für Gegenstände, die nicht dauernd gebraucht werden“ dienen kann. Dies hat nicht nur praktische Vorteile, sondern auch einen symbolischen: Die Kirche wird dadurch als ein Ort der Ordnung und Klarheit wahrgenommen.

Lichtkonzept und Beleuchtung

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Renovierung ist das geplante Lichtkonzept. Laut Angaben aus dem FNP-Bericht hängen bereits nackte Glühbirnen von der Decke, aber bis Mitte des nächsten Jahres sollen die endgültigen Lampen installiert sein. Der Kirchenvorstand hat dafür ein weiteres Fundraising-Motto ins Leben gerufen, um die Kosten für die Beleuchtung zu finanzieren. Alleine im Advent 2017 konnten fast 30.000 Euro für dieses Projekt gesammelt werden, was den Gemeindenaher dennoch nicht ausreicht, um die Gesamtsumme zu erreichen.

Die Planung des Lichtkonzepts ist ein komplexes Projekt, das sowohl die funktionalen als auch die ästhetischen Anforderungen berücksichtigt. Ziel ist es, die Kirche durch eine angemessene Beleuchtung zu einem modernen, aber dennoch traditionellen Gotteshaus zu machen. Laut Pfarrer Buss hat die Gemeinde bei dieser Aufgabe bereits beeindruckende Resultate erzielt, und er betont: „Ich finde es großartig, wie verbunden die Menschen in Dreieichenhain mit ihrer Kirche sind.“

Finanzierung und Spendenkampagnen

Kostenrahmen und Zuschüsse

Die Renovierung der Burgkirche ist ein finanziell anspruchsvolles Projekt. Laut Berichten müssen die Kirchenmitglieder nach Abzug der Zuschüsse der Landeskirche etwa 500.000 Euro selbst aufbringen. Die Landeskirche trägt zwar einen Teil der Kosten, aber die Mehrheit der Investitionen muss durch Spenden finanziert werden.

Die Gesamtkosten für die gesamte Sanierung, einschließlich der Mittel der Landeskirche, bewegen sich aktuell auf die Marke von einer Million Euro. Dieser Betrag ist etwas höher als ursprünglich geplant, was auf unerwartete Herausforderungen auf der Baustelle zurückzuführen ist, wie beispielsweise die Entdeckung beschädigter Träger im Kirchenschiff. Laut Pfarrer Buss war diese Entdeckung eine Überraschung, die die Gesamtkosten erhöhte.

Fundraising-Maßnahmen

Um die benötigten Mittel zu sammeln, hat die Kirchengemeinde verschiedene Fundraising-Strategien entwickelt. Eine davon ist das Motto „Die Burgkirche: eine – wie keine“, das im Jahr 2018 eingeführt wurde. Dieses Motto ist nicht nur ein Slogan, sondern auch eine Aufforderung an die Gemeinde, sich aktiv an der Renovierung zu beteiligen.

Im Jahr 2018 fand beispielsweise ein Kerbsonntag statt, bei dem die Kirchengemeinde mit Kerbfahnen, Kerbborschen-Shirts und Haaner Nationalfarben geschmückt wurden. Pfarrer Markus Buss begrüßte die Festgemeinde und betonte die Bedeutung der Renovierung. Ein weiterer Höhepunkt war die Baustellenbegehung, bei der die Gemeinde einen Einblick in die Sanierungsarbeiten erhielt. Die Begehung war nicht nur eine Informationsveranstaltung, sondern auch eine Gelegenheit, um für die Renovierung zu spenden.

Ein weiteres Fundraising-Element war die Idee, „Pate für eine Bodenplatte in der Burgkirche zu werden“. Die Gemeinde wurde aufgefordert, Spenden abzugeben, um einzelne Bodenplatten zu „sponsoren“. Diese Aktion war ein Erfolg und hat dazu beigetragen, die Kosten für die Bodenverlegung zu finanzieren.

Spendenerfolge

Die Spendenerfolge sind beeindruckend. Laut Berichten konnten bereits mehr als 160.000 Euro gesammelt werden, wobei das Spendenergebnis im Jahr 2018 auf etwa 400.000 Euro angestiegen ist. Pfarrer Markus Buss und Pfarrerin Barbara Schindler sind zufrieden mit dem Fortschritt und danken den Spendern für ihre Unterstützung. Sie betonen, dass die Gemeinde in Dreieichenhain stark und engagiert ist und dass diese Spendenkampagnen nur möglich waren, weil die Menschen sich auf ihre Kirche beziehen.

Die Spendengelder werden transparent verwaltet, und die Gemeinde wird regelmäßig über den Finanzstatus informiert. Pfarrer Buss hat betont, dass die Transparenz ein entscheidender Faktor für das Vertrauen in das Projekt ist. Die Spendengelder fließen direkt in die Renovierungsarbeiten, und es gibt keine versteckten Kosten oder Abzüge.

Soziale und kulturelle Bedeutung der Renovierung

Gemeindeengagement

Die Renovierung der Burgkirche ist nicht nur ein bauliches Projekt, sondern auch ein soziales Ereignis. Die Kirchengemeinde hat sich aktiv an der Planung und Umsetzung beteiligt. Die Mitglieder organisieren Fundraising-Events, helfen bei der Sanierung und spenden Gelder. Diese Beteiligung zeigt, wie stark die Beziehung zwischen den Gemeindemitgliedern und ihrer Kirche ist.

Die Kirchengemeinde hat auch kulturelle Aspekte in die Renovierung integriert. So wurden Lieder aus dem evangelischen Gesangbuch neu getextet, um sie an das lokale Kulturfest „Haaner Kerb“ anzupassen. Diese Anpassung war ein Erfolg, und sie zeigte, wie die Kirche nicht nur als spiritueller Ort, sondern auch als kulturelles Zentrum wahrgenommen wird.

Die Kerb und die Renovierung der Burgkirche sind eng miteinander verbunden. Pfarrer Buss betont, dass die Renovierung bis zum 300. Jubiläum der Burgkirche und der 300. Kerb abgeschlossen sein soll. Dieses Datum ist ein weiterer Anreiz für die Gemeinde, sich an der Finanzierung zu beteiligen.

Veranstaltungen und Empfänge

Die Renovierung der Burgkirche hat auch zu mehreren öffentlichen Veranstaltungen geführt. Ein Highlight war der Empfang im Gemeindehaushof, bei dem die „Haaner Dippegucker“ für das leibliche Wohl sorgten. Die Gäste konnten sich mit Bauhelmen fotografieren lassen und Postkarten ausfüllen, um ihre persönliche Botschaft zu hinterlassen, warum die Burgkirche „eine wie keine“ ist.

Diese Veranstaltungen haben nicht nur zur Finanzierung beigetragen, sondern auch die Beziehungen zwischen den Gemeindemitgliedern gestärkt. Die Kirche wird als ein Ort der Begegnung und des Zusammenhalts wahrgenommen, was wiederum die Motivation erhöht, das Projekt zu unterstützen.

Fazit

Die Renovierung der Burgkirche in Dreieichenhain ist ein beeindruckendes Beispiel für eine gelungene Sanierung historischer Gebäude durch eine engagierte Gemeinde. Die Architekten Jourdan und Müller haben ein Konzept entwickelt, das sowohl die historischen Elemente der Kirche bewahrt als auch moderne Anforderungen erfüllt. Der Anbau der Sakristei und das geplante Lichtkonzept sind zentrale Bestandteile des Projekts, die die Funktionalität und Ästhetik des Gotteshauses verbessern.

Die Finanzierung des Projekts ist auf Spenden angewiesen, und die Gemeinde hat sich als treibende Kraft erwiesen. Durch kreative Fundraising-Ideen, wie das Motto „Die Burgkirche: eine – wie keine“ und die Aktion „Pate für eine Bodenplatte“, konnten bereits mehrere hunderttausend Euro gesammelt werden. Die Transparenz und das Engagement der Kirchgemeinde haben dazu beigetragen, das Vertrauen der Spendern zu gewinnen.

Sozial und kulturell hat die Renovierung der Burgkirche die Gemeinde zusammengeschweißt. Veranstaltungen wie der Kerbsonntag und die Baustellenbegehung haben die Beziehungen zwischen den Mitgliedern gestärkt und gleichzeitig das Bewusstsein für die Bedeutung der Kirche als kulturelles Zentrum geschärft.

Die Burgkirche ist nicht nur ein religiöses Zentrum, sondern auch ein Symbol für das Zusammenleben der Menschen in Dreieichenhain. Die Renovierung ist ein Projekt, das von der Gemeinde getragen wird und die Zukunft der Kirche sichert. Mit den geplanten Arbeiten bis zum 300. Jubiläum der Burgkirche und der 300. Kerb wird die Kirche in ein neues Kapitel ihrer Geschichte eingehen, das von Gemeinschaft, Engagement und Vision geprägt ist.

Quellen

  1. Burgkirche: eine – wie keine
  2. Burgkirche wird saniert
  3. Dreieich: Renovierung der Burgkirche – Anbau mit Sakristei ist fertig gestellt
  4. Pate für eine Bodenplatte in der Burgkirche werden

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