Einleitung
Die Corona-Pandemie hat das Leben vieler Menschen in Deutschland grundlegend verändert, auch im Bereich Wohnen und Renovierung. Während viele Hausbesitzer und Mieter ihre Wohnungen während dieser Zeit verschönert haben, waren gleichzeitig zahlreiche Einschränkungen zu beachten. Dieser Artikel beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen für Renovierungsarbeiten während der Pandemie, Hygienemaßnahmen im Handwerk, Materialbeschaffungsprobleme sowie veränderte Wohn- und Renovierungstrends in Deutschland.
Rechtliche Rahmenbedingungen für Renovierungen während Corona
Im Bereich Mietrecht gab es auch während der Corona-Pandemie keine gesonderten Regelungen speziell für Renovierungen. Es galten die allgemeinen gesetzlichen Vorgaben sowie bundesweite oder landesweite Vorschriften zur Corona-Pandemie. Grundsätzlich sollten Arbeiten, die nicht unbedingt notwendig sind, während der Pandemie aufgeschoben werden. Dies galt auch für Renovierungsmaßnahmen.
Die Durchführung von Renovierungen hing von den jeweils geltenden Kontaktbeschränkungen ab. In den meisten Bundesländern durfte während einer Ausgangssperre keine Hilfe durch haushaltsfremde Personen in Anspruch genommen werden. Dies schloss auch Freunde und Bekannte aus, die normalerweise bei Renovierungen helfen könnten.
In den Bundesländern mit lediglich Kontaktverbot waren Renovierungen jedoch weiterhin möglich, solange die vorgeschriebene Personenanzahl nicht überschritten und der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wurde. Die genauen Bestimmungen variierten je nach Bundesland und zum Teil auch je nach Inzidenzwerten, was die Planung von Renovierungsprojekten erschwerte.
Bei der Planung von Renovierungsarbeiten während der Pandemie war es daher wichtig, sich über die jeweils gültigen Vorschriften zu informieren, um zu wissen, was erlaubt oder durch Corona-Maßnahmen eingeschränkt war. Insbesondere bei der Inanspruchnahme von Fachbetrieben oder der Hilfe durch Dritte mussten diese Regeln beachtet werden.
Renovierung im Badezimmer: Hygienische Umsetzung und Sicherheit
Besonders im Fokus der Renovierungsüberlegungen während der Pandemie standen Badezimmer. Viele Bäder in deutschen Häusern und Wohnungen sind renovierungsbedürftig, doch gerade während der Corona-Pandemie wurden viele Arbeiten hinausgeschoben. Laut Helmut Bramann, Hauptgeschäftsführer beim Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), muss dies jedoch nicht sein: "Handwerkertätigkeiten an der Sanitärtechnik sind kontaktlos und hygienisch problemlos umsetzbar".
Für Einsätze beim Kunden galten im Handwerk strenge Vorschriften. Die Betriebe klärten vor dem Termin, ob sich jemand in angeordneter häuslicher Isolierung befindet. Grundsätzliche Hygieneregeln wurden von den Handwerkern ohnehin eingehalten. Dazu zählten der 1,5-Meter-Abstand, der Verzicht auf den Handschlag, das Husten und Niesen in die Armbeuge sowie die regelmäßige Händereinigung. "Ganz allgemein bemühen sich die Betriebe, direkte Kundenkontakte auf ein Mindestmaß zu reduzieren", so Bramann weiter.
Die Hygienemaßnahmen waren nicht nur für die Sicherheit der Handwerker und Kunden wichtig, sondern auch für die Aufrechterhaltung der Renovierungsaktivität trotz Pandemie. Durch diese strengen Regeln konnten Sanitärinstallateure und andere Fachbetriebe auch während strengerer Lockdown-Phase teilweise weiterarbeiten, während andere Gewerbe ihre Tätigkeit einstellen mussten.
Materialbeschaffung während der Pandemie
Ein weiteres Problem bei Renovierungen während der Corona-Pandemie war die Beschaffung von Material. In einigen Bundesländern waren Baumärkte weiterhin von coronabedingten Schließungen betroffen, was die Planung und Durchführung von Renovierungsprojekten erschwerte. Insbesondere für größere Projekte, bei denen spezifische Materialien benötigt wurden, konnte dies zu erheblichen Verzögerungen führen.
Die unvorhersehbaren Schließungen und Öffnungszeiten der Baumärkte und Fachgeschäfte erforderten eine besonders vorausschauende Planung von Renovierungsprojekten. Viele Hausbesitzer mussten ihre Projekte verschieben, weil benötigte Materialien nicht verfügbar waren oder die Geschäfte geschlossen waren.
Auch die Lieferketten waren teilweise beeinträchtigt, was die Verfügbarkeit bestimmter Baumaterialien weiter einschränkte. Dies führte dazu, dass manche Renovierungsprojekte teurer wurden oder auf andere Materialien ausgewichen werden musste, die möglicherweise nicht die erste Wahl gewesen wären.
Veränderungen im Wohn- und Renoverungsverhalten während der Pandemie
Eine Studie ergab, dass 80 Prozent der Deutschen während der Pandemie nichts an ihrer Wohnsituation verändert haben. Jeder Dritte Befragte gab sogar an, dass es sich in der Corona-Zeit bislang gelohnt habe, zur Miete zu wohnen.
Die Veränderungen im Wohnverhalten fanden hauptsächlich statt, weil viele Deutsche ihre Wohnungen verschönert haben und zu Heimwerkern geworden sind. Im Jahr 2020 haben etwa zehn Prozent der Befragten selbst investiert und den bestehenden Wohnraum verschönert. Das Verschönern war auch wichtiger für die Umfrageteilnehmer (17 Prozent gaben dies an) als das Vergrößern des Wohnraums (8 Prozent) durch einen Umzug in eine größere Wohnung oder die Erwägung, ins Grüne zu ziehen (7 Prozent).
Diese Zahlen zeigen, dass während der Pandemie viele Menschen ihr Augenmerk auf die Verbesserung des bestehenden Wohnraums legten, anstatt den Wohnort zu wechseln. Dies könnte darauf hindeuten, dass in Krisenzeiten das Zuhause als Rückzugsort und sicherer Hafen noch an Bedeutung gewonnen hat.
Umzüge und Wohnungsbesichtigungen während Corona
Auch das Thema Umzüge und Wohnungsbesichtigungen war während der Pandemie von besonderer Bedeutung. Grundsätzlich war ein Umzug erlaubt, die geltenden Vorschriften zu Kontaktsperren beinhalteten jedoch kein ausdrückliches Verbot, sondern deuteten an, dass ein Umzug nur dann stattfinden sollte, wenn dies unbedingt notwendig war. Dies konnte beispielsweise der Fall sein, wenn die Wohnung bereits gekündigt und übergeben worden war.
Die genauen Bestimmungen variierten je nach Bundesland:
- In Bayern, Brandenburg, Saarland und Sachsen durfte ein Umzug nur allein oder mit Angehörigen des Haushalts stattfinden.
- In Nordrhein-Westfalen waren nicht mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit erlaubt, und beim Umzug konnte man zu zweit oder mit Verwandten in gerader Linie, Ehegatten, Lebenspartnerinnen und Lebenspartnern sowie Personen aus der häuslichen Gemeinschaft umziehen.
- In Niedersachsen war ein Umzug nur mit Angehörigen oder Personen erlaubt, die in der Wohnung leben.
- In allen anderen Bundesländern durfte man mit Personen aus dem eigenen Haushalt und zusätzlich einer weiteren Person umziehen.
Bei Wohnungsbesichtigungen galten ähnliche Einschränkungen. Bei bestehenden Ausgangsbeschränkungen waren Besichtigungen nicht zulässig, da die Wohnung nur mit einem triftigen Grund verlassen werden durfte. Besichtigungen konnten nur in besonderen Ausnahmefällen möglich sein, beispielsweise wenn eine Wohnungslosigkeit drohte. In diesen Ausnahmen sollten die Besichtigungen nur als Einzelveranstaltung stattfinden, wobei Hygienevorschriften und Mindestabstand auf jeden Fall einzuhalten waren.
Bei geltendem Kontaktverbot waren Besichtigungen weiterhin möglich, jedoch nur bis zur von den Corona-Verordnungen angegebenen Personenzahl. Auch hier war der Mindestabstand stets zu beachten.
Zukunftstrends im Badezimmer
Die Pandemie hat auch die Entwicklung des Badezimmers beeinflusst. Das Badezimmer der Zukunft wird "smarter", da die Ansprüche an diesen sich weiter gravierend verändern. "Zum einen wird das Bad noch mehr als heute Gesundheitsstandort für Wellness und Pflege sein", erklärt Helmut Bramann. Barrierefreiheit, Features wie Dusch-WCs, höhenverstellbare Systeme am Waschtisch und WC sowie eine intelligente Lichtsteuerung für die Pflege oder mit automatischer Notrufauslösung stehen für diesen Trend.
Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass das Bad nicht mehr nur ein reiner Funktionsraum ist, sondern zunehmend als Ort der Entspannung, des Wellness und der Gesundheit wahrgenommen wird. Die Pandemie hat das Bewusstsein für Gesundheit und Hygiene geschärft, was sich auch in den Anforderungen an das Badezimmer niederschlägt.
Trend zum Wohnen im Grünen
Die Ergebnisse der Umfrage deuten auf ein steigendes Interesse am Wohnen im Grünen hin. Fast jeder zweite Befragte hat wahrgenommen, dass mehr Menschen aufs Land ziehen möchten. Dies bestätigt auch das Frühjahrsgutachten der Immobilienwirtschaft. Demnach wird der ländliche Raum als Wohnstandort zumindest teilweise und für bestimmte Gruppen der Gesellschaft wieder attraktiver.
"Die Corona-Pandemie verstärkt diesen Trend", teilt der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) mit. Die Erfahrungen aus der Pandemie haben viele Menschen dazu bewogen, über ihren Wohnort nachzudenken. Die Möglichkeit, mehr Platz zu haben, näher an der Natur zu sein und eventuell einen eigenen Garten zu besitzen, ist für viele während der Lockdowns und Beschränkungen noch attraktiver geworden.
Fazit
Die Corona-Pandemie hat den Renovierungs- und Wohnsektor in Deutschland nachhaltig verändert. Während viele Menschen ihre Wohnungen renoviert und verschönert haben, mussten sie gleichzeitig zahlreiche Einschränkungen und Hygienemaßnahmen beachten. Renovierungen, insbesondere im Badezimmerbereich, waren unter Einhaltung strenger Hygieneregeln weiterhin möglich. Gleichzeitig haben sich die Wohnbedürfnisse vieler Menschen verändert, mit einem gestiegenen Interesse an Wohnraum im Grünen und einer verstärkten Bedeutung des Heims als Rückzugsort.
Die Pandemie hat gezeigt, wie anpassungsfähig die Baubranche sein kann und wie wichtig klare rechtliche Rahmenbedingungen für die Durchführung von Renovierungsarbeiten während einer Krise sind. Auch wenn die Pandemie nun langsam abklingt, werden einige der während dieser Zeit gewonnenen Erkenntnisse und Trends das Wohnen und Renovieren in Deutschland nachhaltig prägen.