Einleitung
Die Costa Victoria war ein bedeutendes Kreuzfahrtschiff der italienischen Reederei Costa Crociere, das eine wechselvolle Geschichte mit mehreren bedeutenden Renovierungen durchlief. Dieser Artikel beleuchtet die Renovierungsgeschichte des Schiffes von seiner Indienststellung im Jahr 1996 bis zu seinem Ende als Abwrackung in der Türkei 2021. Obwohl die verfügbaren Informationen spezifische Details zu Renovierungstechniken oder -materialien nicht umfassen, bietet die Chronik der Umbauten und Einsatzzwecke des Schiffes interessante Einblicke in die Lebensdauer eines Kreuzfahrtschiffes.
Geschichte und technische Daten der Costa Victoria
Die Costa Victoria wurde von 1994 bis 1996 als erstes von drei Schiffen dieser Baureihe beim Bremer Vulkan gebaut. Der Bau wurde von der zum Vulkan-Verbund gehörenden Lloyd-Werft in Bremerhaven fertiggestellt. Das Schiff wurde am 10. Juli 1996 an die Reederei Costa Crociere abgeliefert und kam unter italienischer Flagge mit Heimathafen Genua in Fahrt. Die offizielle Indienststellung erfolgte am 28. Juli 1996 in Venedig.
Das Schiff bot Platz für 2.394 Passagiere in 964 Kabinen und 20 Suiten, die sich über zwölf Passagierdecks verteilten. Davon verfügten 242 Kabinen und vier Suiten über einen eigenen Balkon. Die Besatzung des Schiffes bestand aus 790 Mann.
In Bezug auf die Abmessungen und Leistung war die Costa Victoria mit einer Länge von 252 m, einer Breite von 32 m, einem Tiefgang von 8 m und einer Vermessung von 75.166 BRZ zum Zeitpunkt der Ablieferung das größte in Deutschland gebaute Passagierschiff. Ihre Höchstgeschwindigkeit betrug 24 Knoten.
Die erste Renovierung im Jahr 2004
Eine bedeutende erste Renovierung erfuhr die Costa Victoria im Jahr 2004 bei der Lloyd-Werft. Während dieser grundlegenden Überarbeitung erhielt das Schiff auch Außenbalkone, was die Passagierkapazität und den Komfort erhöhte. Diese Renovierung stellte den ersten großen Umbau in der Geschichte des Schiffes dar und trug dazu bei, seine Lebensdauer und Attraktivität auf dem Kreuzfahrtmarkt zu verlängern.
Die zweite Renovierung in Singapur 2013
Im Oktober 2013 wurde die Costa Victoria erneut einer umfangreichen Renovierung unterzogen. Diese Arbeiten fanden bei der Sembawang-Werft in Singapur statt und kosteten 18 Millionen US-Dollar. Die Renovierung wurde innerhalb eines sehr engen Zeitraums von wenigen Wochen bis zum 11. November 2013 abgeschlossen. Die Details dieser Renovierung sind in den vorliegenden Quellen nicht näher beschrieben, aber die erheblichen Investitionen deuten auf bedeutende Verbesserungen oder Modernisierungen des Schiffes hin.
Einsatz auf dem asiatischen Kreuzfahrtmarkt
Nach der Renovierung 2013 wurde die Costa Victoria zeitweise auf dem asiatischen Kreuzfahrtmarkt eingesetzt, zusammen mit anderen Schiffen der Reederei wie der Costa Atlantica, der Costa Serena, der Costa Fortuna und der Costa neoRomantica. Für chinesische Gäste dienten Qingdao, Shanghai und Hongkong als Basishäfen, während für japanische und südkoreanische Gäste Fukuoka bzw. Busan die Ausgangspunkte bildeten.
Diese Einsatzphase auf dem asiatischen Markt spiegelt die globale Strategie der Kreuzfahrtbranche wider, Märkte außerhalb Europas und Nordamerikas zu erschließen. Die Anpassung des Schiffes an die Bedürfnisse asiischer Passagiere erforderte wahrscheinlich weitere Umbauten oder Serviceänderungen, die in den vorliegenden Quellen jedoch nicht näher beschrieben werden.
Rückkehr in den europäischen Markt und letzte Renovierung 2018
Im März 2018 wurde die Costa Victoria wieder auf dem europäischen Markt eingesetzt. L einer Quelle wurde das Schiff in diesem Jahr letztmals renoviert. Diese letzte Renovierung markierte einen Wendepunkt in der Geschichte des Schiffes, da es anschließend wieder für den europäischen Kreuzfahrtmarkt verfügbar war.
Nutzung als Unterkunft während der Universiade 2019
Ein besonderes Kapitel in der Nutzungsgeschichte der Costa Victoria war ihr Einsatz im Juli 2019 während der 30. Sommer-Universiade in Neapel. In dieser Zeit diente das Schiff als Unterkunft für rund 1.900 Athleten. Diese temporäre Nutzung als Hotelschiff zeigt die Vielseitigkeit großer Kreuzfahrtschiffe und ihre Fähigkeit, in Notsituationen oder bei Großveranstaltungen alternative Unterkunftskapazitäten bereitzustellen.
Ende der Dienstzeit und Abwrackung
Die Costa Victoria beendete im März 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie ihre letzte Kreuzfahrt. Anschließend lag das Schiff zunächst in Civitavecchia. Im Sommer 2020 wurde es an Genova Trasporti Marittimi verkauft und traf am 23. Juni 2020 im Hafen von Piombino ein.
Zunächst war ein Abbruch der Costa Victoria in Italien geplant. Nach Berichten über eine mögliche Nutzung als Wohnschiff und einer mehrere Monate andauernden Liegezeit wurde das Schiff jedoch im Januar 2021 zum Abbruch ins türkische Aliağa verkauft. Für die Überfahrt von Piombino in die Türkei wurde es in St Victoria umbenannt. Das Schiff verließ Piombino am 13. Januar 2021 im Schlepp der VOS Chablis und wurde am 28. Januar 2021 in Aliağa zum Abbruch gestrandet.
Fazit
Die Costa Victoria durchlief eine beeindruckende Lebensdauer mit mehreren bedeutenden Renovierungen, die ihre Funktionalität und Attraktivität über mehr als zwei Jahrzehnte erhalten sollten. Die Renovierung im Jahr 2004 bei der Lloyd-Werft, bei der das Schiff Außenbalkone erhielt, und die aufwändige Modernisierung 2013 in Singapur für 18 Millionen US-Dollar waren die größten Umbauten in der Geschichte des Schiffes.
Trotz dieser Investitionen konnte das Schiff letztlich nicht mit der Entwicklung der Kreuzfahrtbranche mithalten und wurde während der COVID-19-Pandemie außer Dienst gestellt. Die anschließende Entscheidung, das Schiff nach nur wenigen Jahren der Nutzung in der Türkei abwracken zu lassen, unterstreicht die wirtschaftliche Herausforderung, große Kreuzfahrtschiffe langfristig profitabel zu betreiben.
Die Geschichte der Costa Victoria zeigt eindrücklich, wie selbst große und mehrfach modernisierte Schiffe am Ende ihrer Lebensdauer oft nur noch als Schrott verwertet werden, was eine kritische Auseinandersetzung mit der Nachhaltigkeit der Kreuzfahrtbranche nahelegt.