Einleitung
Die Renovierung von Holzoberflächen ist ein häufiges Projekt für Hausbesitzer und Handwerker gleichermaßen. Eine zentrale Rolle in diesem Prozess spielen Lasuren, die nicht nur das Aussehen des Holzes verbessern, sondern auch Schutz vor Witterungseinflüssen bieten. Insbesondere die Dünnschichtlasur hat sich aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften als beliebte Lösung für zahlreiche Renovierungsprojekte etabliert. Dieser Artikel beleuchtet die Eigenschaften, Anwendungsbereiche und Vorzüge von Dünnschichtlasuren im Kontext von Renovierungsarbeiten, basierend auf aktuellen Fachinformationen und praktischen Anwendungsempfehlungen.
Was ist eine Dünnschichtlasur?
Eine Dünnschichtlasur ist eine spezielle Holzschutzlasur, die durch ihre Eigenschaften und Anwendungsmethoden von anderen Holzbeschichtungen wie Dickschichtlasuren oder deckenden Farben unterscheidet. Im Gegensatz zu Dickschichtlasuren, die einen Festkörperanteil von über 35% aufweisen und einen sicht- und fühlbaren Film auf der Holzoberfläche bilden, dringt die Dünnschichtlasur tiefer in das Holzmaterial ein und hinterlässt nur eine dünne Schicht auf der Oberfläche.
Was landläufig einfach nur als "Lasur" bezeichnet wird, ist in der Regel eine Dünnschichtlasur. Diese Beliebtheim rührt daher, dass diese Lasuren unter Heimwerkern weit verbreitet sind und häufig zur Anwendung kommen. Die Dünnschichtlasur zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, die Maserungen und Strukturen des Holzes sichtbar zu lassen, während sie gleichzeitig einen Schutz bietet. Holz bleibt atmungsaktiv, da es nicht überdeckt wird, sondern von der Lasur durchdrungen wird.
Eigenschaften und Unterschiede zur Dickschichtlasur
Wirtschaftlichkeit und Verbrauch
Die Dünnschichtlasur ist sehr wirtschaftlich in der Anwendung. Die Verbrauchsmengen, wie zum Beispiel mit der Herbol Offenporig Pro-Décor Holzlasur, liegen bei etwa 75 ml/m² pro Beschichtung. Dies macht sie zu einer kostengünstigen Option für Renovierungsprojekte.
Die Reichweite variiert je nach Produkt und Untergrund: - Bei manchen Produkten: 7-12 qm/l auf gehobeltem Holz, 4-7 qm/l auf sägerauem Holz je Anstrich - Bei anderen Produkten: 8-10 qm/l auf gehobeltem Holz, 6-8 qm/l auf sägerauem Holz je Anstrich
Trockenzeiten und Verarbeitung
Die Trockenzeiten der Dünnschichtlasur sind sehr anwenderfreundlich. Produkte sind in der Regel: - Staubtrocken nach ca. 3-6 Stunden - Überarbeitbar nach 18 Stunden bis 1-2 Tagen, abhängig von Temperatur, Luftaustausch und Licht
Diese Eigenschaften ermöglichen es, Renovierungsprojekte zügig voranzubringen und effizient zu arbeiten. Das Auftragen selbst geht an und für sich schnell von der Hand, da Dünnschichtlasuren von wässriger Konsistenz sind und daher einfach zu verarbeiten.
Schutzfunktion und Haltbarkeit
Dünnschichtlasuren ziehen tief in das Material ein und sättigen das Holz. Durch das enthaltene, hochwertige Holzöl oder andere Inhaltsstoffe wie Uretanalkyd bieten sie Schutz gegen Feuchtigkeiten. Durch den stark aushärtenden Film kann sich kein Nährboden entwickeln, der bei diffusionsoffenen Anstrichen oft ein Problem darstellt.
Die Standzeit einer Dünnschichtlasur beträgt in der Regel 2-6 Jahre, je nach Bewitterung und Farbton. Dies erfordert jedoch eine regelmäßige Erneuerung des Anstrichs im Vergleich zu dickeren Beschichtungen.
Oberflächenfestigkeit
Einige Dünnschichtlasuren bieten eine sehr hohe Oberflächenfestigkeit, die dafür sorgt, dass der Anstrich eine enorme Schlag- und Stoßresistenz bekommt. Diese Eigenschaft ist beispielsweise im Bereich von Türen und Fenstern gewünscht.
Anwendungsbereiche der Dünnschichtlasur
Dünnschichtlasuren eignen sich nicht für alle Holzbauteile gleich gut. Ihre Verwendung hängt maßgeblich von den Anforderungen an das Bauteil ab, insbesondere was die Maßhaltigkeit betrifft.
Geeignete Anwendungsbereiche
Dünnschichtlasuren werden meist im Freien und bei Bauteilen eingesetzt, die diesbezüglich eher unkritisch sind und bei denen es nicht auf die Maßhaltigkeit ankommt. Typische Anwendungsbereiche umfassen:
- Zäune
- Schindeln
- Außenverkleidungen mit offener Fuge
- Hochbeete
- Gartenmöbel
- Carports und andere weniger beanspruchte Holzbauteile
Nicht geeignete Anwendungsbereiche
Für Bauteile, bei denen Maßhaltigkeit wichtig ist, sind Dünnschichtlasuren weniger geeignet. Dazu gehören:
- Fenster
- Türen
- andere Bauteile, bei denen das Schwinden und Quellen des Holzes eine große Rolle spielt
Dünnschichtlasuren sind eher für untergeordnete Bauteile geeignet, bei denen das Schwinden und Quellen des Holzes nicht die entscheidende Rolle spielt. Für Fenster, Türen und alles, was wetterfest sein muss, sind Dickschichtlasuren besser geeignet, da sie ein dichtes und strapazierfähiges Finish bieten.
Innenbereich vs. Außenbereich
Während Dünnschichtlasuren primär für den Außenbereich empfohlen werden, gibt es auch spezielle Produkte wie die Hydrolasur 5.10, die als wasserverdünnbare Dünnschichtlasur für Decken und Wandelemente im Innenbereich geeignet ist. Diese bietet nicht nur einen seidenglänzenden Glanzgrad, sondern auch eine einfache Anwendung.
Vorbereitung der Holzoberfläche
Die richtige Vorbereitung der Holzoberfläche ist entscheidend für einen erfolgreichen Lasurauftrag und die Haltbarkeit des resultierenden Schutzes. Die folgenden Schritte sind für die meisten Dünnschichtlasuren relevant:
Reinigung der Oberfläche
Im ersten Schritt muss die Holzoberfläche gründlich gereinigt werden. Dazu gehört das Entfernen von Schmutz, Staub, Ölen und anderen Verschmutzungen. Hier bietet sich an, dies auch nass zu machen. So können sich die Fasern des Holzes aufstellen und man erzielt beim nachfolgenden Schleifen ein besseres Ergebnis.
Schleifen der Oberfläche
Das Holz muss gründlich geschliffen werden. Hierfür werden unterschiedliche Körnungen empfohlen: - 100/120 für den Vorschliff - 180 bis 220 für den Feinschliff
Das Schleifen erzeugt eine glatte Oberfläche, die für den Auftrag der Lasur ideal ist. Nach dem Schleifen muss das Holz von Staub und Schmutz befreit werden, am besten mit einem Staubsauger oder Besen.
Grundierung
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Imprägnierung des Holzes mit einem Holzschutz-Grund, besonders im Außenbereich, um es vor Pilzbefall zu schützen. Wenn die Lasur keine integrierte Grundierung enthält (sogenannte 2in1-Lasuren), ist ein separater Grundieranstrich erforderlich.
Für die Grundierung sollte das Holz nicht zu feucht und frei von Ölen oder Wachsen sein. Die Grundierung wird gleichmäßig mit einem Flächenstreicher oder einem speziellen Lasurroller aufgetragen. Für kleinere Flächen oder schwer zugängliche Stellen empfiehlt sich ein Pinsel.
Zwischenschliff
Nach dem Auftragen der Grundierung und deren ordentlicher Trocknung wird ein Zwischenschliff mit feinem Schleifpapier (Körnung um 180) durchgeführt. Anschließend wird der Schleifstaub gründlich entfernt.
Auftragen der Dünnschichtlasur
Nachdem die Holzoberfläche vorbereitet ist, kann die Dünnschichtlasur aufgetragen werden. Der Prozess ist relativ einfach, erfordert jedoch einige grundlegende Kenntnisse und Techniken:
Werkzeugauswahl
Für das Auftragen der Dünnschichtlasur werden folgende Werkzeuge benötigt: - Ein geeigneter Pinsel zum Lasieren (etwas breiter als normale Pinsel) - Alternativ: Flächenstreicher oder Lasurroller für größere Flächen - Schleifpapier der Körnungen 100/120 und 180/220
Die Wahl des richtigen Pinsels ist wichtig: - Bei wasserbasierten Lasuren sollte ein Pinsel mit synthetischen Fasern verwendet werden - Bei lösungsmittelbasierten Lasuren eignet sich auch ein Pinsel aus Naturborsten recht gut
Auftragetechnik
Beim Auftragen der Dünnschichtlasur ist darauf zu achten, dass das Holz nicht zu feucht und frei von Ölen oder Wachsen ist. Die Lasur sollte gleichmäßig mit einem Flächenstreicher oder einem speziellen Lasurroller aufgetragen werden. Für kleinere Flächen oder schwer zugängliche Stellen empfiehlt sich ein Pinsel.
Die richtige Vorgehensweise ist: 1. Beginnen bei den Stirnseiten, Kanten und Ecken 2. Arbeiten Sie sich zu den größeren Flächen vor 3. Achten Sie auf eine gleichmäßige Verteilung der Lasur
Anzahl der Anstriche
Je nach Produkt und Untergrund sind ein oder zwei Anstriche empfohlen: - Bei Verwendung eines Produkts mit integrierter Grundierung: zwei Lasuranstriche - Bei separater Grundierung: ein Grundieranstrich und ein Lasuranstrich
Nach dem Auftragen des ersten Anstrichs kann bei Bedarf ein weiterer Anstrich folgen, nachdem der erste vollständig getrocknet ist.
Nach dem Auftrag
Vergessen Sie nicht, gleich nach dem Auftragen den Pinsel (oder die Rolle, je nachdem, mit was Sie gearbeitet haben) umfassend zu reinigen. Bei wasserbasierten Lasuren reicht das Auswaschen mit Wasser. Bei lösungsmittelbasierten Lasuren ist die Verwendung der entsprechenden Lösungsmittel erforderlich.
Vor- und Nachteile von Dünnschichtlasuren
Vorteile
- Maserungen und Strukturen des Holzes bleiben sichtbar
- Holz bleibt atmungsaktiv, da es nicht überdeckt wird
- Zieht tief in das Material ein und sättigt das Holz
- Sehr einfach und relativ rasch zu verarbeiten
- Wirtschaftlich in der Anwendung (niedriger Verbrauch)
- Kurze Trockenzeiten ermöglichen schnelle Fortführung der Arbeiten
- Einfache Handhabung und Reinigung der Werkzeuge (bei wasserbasierten Produkten)
- Gute Eindringtiefe ins Holz bietet Schutz vor Feuchtigkeit
- Durch den aushärtenden Film entwickelt sich kein Nährboden für Pilze
Nachteile
- Weniger widerstandsfähig als deckende Holzschutzmittel
- Keine Überdeckung von Mängeln im Holz möglich
- Regelmäßige Erneuerung des Anstrichs erforderlich
- Eher nur für nicht maßhaltige Bauteile geeignet
- Geringere Standzeit im Vergleich zu Dickschichtlasuren
- Bei Verwendung im Außenbereich häufiger Wartungsbedarf
Produkte und Marken im Überblick
Auf dem Markt gibt es verschiedene Dünnschichtlasur-Produkte von unterschiedlichen Herstellern, die sich in ihren Eigenschaften und Anwendungsbereichen unterscheiden können:
Hydrolasur 5.10
Die Hydrolasur 5.10 ist eine wasserverdünnbare Dünnschichtlasur, die speziell für Decken und Wandelemente entwickelt wurde. Sie bietet: - Einen seidenglänzenden Glanzgrad - Einfache Anwendung - Eine große Farbpalette für individuelle Gestaltungsmöglichkeiten - Langlebigen Schutz und edle Optik
Produkte mit chinesischem Holzöl
Einige Dünnschichtlasuren enthalten hochwertiges chinesisches Holzöl, das durch den tiefen Einzug ins Holz vor Feuchtigkeiten schützt. Diese Produkte: - Haben eine Standzeit von 3-6 Jahren, je nach Bewitterung und Farbton - Machen die Lasur zu einem idealen Grundierer für einen späteren Anstrich mit deckender Farbe - Sorgen durch die hohe Oberflächenfestigkeit für eine enorme Schlag- und Stoßresistenz - Enthalmen Uretanalkyd und sind extrem wasserabweisend
Preisbeispiele
Die Preise für Dünnschichtlasuren variieren je nach Marke, Inhaltsmenge und Produktqualität: - Ein 0,9-Liter-Set kann je nach Produkt zwischen 19,89 € und 23,22 € kosten - Der Preis pro Liter beträgt somit zwischen 22,10 € und 25,80 €
Fazit
Dünnschichtlasuren sind eine bewährte Lösung für die Renovierung von Holzoberflächen, insbesondere bei Bauteilen, bei denen die Maßhaltigkeit keine entscheidende Rolle spielt. Ihre Fähigkeit, die natürliche Holzstruktur sichtbar zu lassen, während sie gleichzeitig Schutz vor Witterungseinflüssen bietet, macht sie zu einer beliebten Wahl für zahlreiche Anwendungsbereiche wie Zäune, Schindeln, Gartenmöbel und Hochbeete.
Die einfache Handhabung, die kurzen Trockenzeiten und die wirtschaftliche Anwendung machen Dünnschichtlasuren auch für Heimwerker attraktiv. Die richtige Vorbereitung der Oberfläche, die Auswahl des geeigneten Werkzeugs und die korrekte Auftragetechnik sind entscheidend für ein erfolgreiches Renovierungsergebnis.
Für Bauteile, bei denen eine höhere Widerstandsfähigkeit und Maßhaltigkeit erforderlich sind, wie Fenster oder Türen, sind jedoch Dickschichtlasuren die bessere Wahl. Die regelmäßige Erneuerung von Dünnschichtlasuren im Außenbereich ist ein Aspekt, der bei der Planung von Renovierungsprojekten berücksichtigt werden sollte.
Insgesamt bieten Dünnschichtlasuren eine vielseitige und wirtschaftliche Lösung für die Renovierung von Holzoberflächen, wenn die spezifischen Anforderungen des Materials und des Anwendungsbereichs beachtet werden.