Einleitung
Die Landeshauptstadt Düsseldorf steht vor einer umfassenden Modernisierung ihrer öffentlichen Beleuchtung. Nachdem bereits in den linksrheinischen Stadtteilen Heerdt und Lörick die ersten historischen Gaslaternen erfolgreich auf umweltfreundliche LED-Technik umgerüstet wurden, ist nun der Stadtteil Hassels an der Reihe. Dieses ambitionierte Projekt hat zum Ziel, die über 13.600 Gaslaternen in der gesamten Stadt – mit Ausnahme der im Gartendenkmal Hofgarten – auf energieeffizienten Strombetrieb umzustellen. Die Umrüstung in Hassels beginnt im Juli 2025 und betrifft 292 Leuchten, die entweder mit Beibehaltung ihrer historischen Form auf LED umgerüstet oder durch moderne technische Straßenleuchten ersetzt werden. Dieses Vorhaben, das auf einem Ratsbeschluss vom September 2023 basiert, soll nicht nur die Energieeffizienz drastisch verbessern, sondern auch zur Reduzierung der Erwärmung des Stadtklimas beitragen. Insgesamt investiert die Stadt rund 2,4 Millionen Euro in die Modernisierung der Beleuchtung in Hassels, die bis voraussichtlich Herbst 2025 abgeschlossen sein soll.
Hintergrund des Projekts
Die Umrüstung der Gaslaternen in Düsseldorf ist Teil eines größeren städtischen Vorhabens, das sowohl ökologische als auch praktische Ziele verfolgt. Im September 2023 beschloss der Düsseldorfer Stadtrat mehrheitlich die Umstellung von nahezu allen 13.600 Gaslaternen im Stadtgebiet. Die einzige Ausnahme bildet der historische Hofgarten, dessen Gaslaternen als Teil des Denkmals erhalten bleiben. Dieser Beschluss folgt dem Trend vieler Großstädte, ihre historische Beleuchtung zu modernisieren, ohne dabei das Stadtbild vollständig zu verändern.
Die Entscheidung für die Umrüstung stieß jedoch nicht durchweg auf Zustimmung. Vor und während des Ratsbeschlusses kam es zu teils hitzigen Debatten, bei denen insbesondere Denkmalschützer Kritik am Vorhaben äußerten. Die Sorge um den Verlust des historischen Flairs und die Authentizität des Stadtbildes standen im Mittelpunkt der Kontroverse. Gleichzeitig betonte die Stadtverwaltung die Notwendigkeit, aufgrund von Klimazielen und steigender Energiekosten zu handeln.
Die Modernisierung in Heerdt und Lörick, die bereits begonnen wurde, dient als Pilotprojekt für die weiteren Umrüstungen in anderen Stadtteilen. Die positiven Erfahrungen aus diesen Bezirken fließen nun in die Planung für Hassels ein. Die Stadtverwaltung verfolgt dabei das Ziel, die Laternen weitgehend an ihren bisherigen Standorten zu belassen, nur dort wo die Barrierefreiheit oder die Situation an Einfahrten und im Parkraum verbessert werden muss, kann der bisherige Standort leicht abweichen.
Die Umrüstung in Hassels: Technische Details
Umfang der Arbeiten
Im Stadtteil Hassels sollen ab Juli 2025 insgesamt 292 Gaslaternen modernisiert werden. Die Arbeiten werden von den Stadtwerken Düsseldorf im Auftrag der Landeshauptstadt ausgeführt und voraussichtlich bis Herbst 2025 abgeschlossen sein. Die Finanzierung in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro erfolgt aus den im Haushalt eingestellten Mitteln für die öffentliche Beleuchtung. Wichtig ist, dass Anliegerbeiträge für diese Maßnahme nicht erhoben werden.
Die Umrüstung erfolgt in zwei unterschiedlichen Varianten, je nach Straßenabschnitt und Anforderungen an die Beleuchtung:
Beibehaltung der historischen Form: 176 Leuchten werden unter Beibehaltung ihrer historischen Gestaltung (Aufsatz- und Ansatzleuchten) auf LED-Technik umgerüstet. Diese Maßnahme zielt darauf ab, das historische Flair der Straßen zu erhalten, während gleichzeitig die Energieeffizienz drastisch gesteigert wird.
Ersetzung durch moderne Leuchten: In 116 Fällen werden die historischen Gaslaternen vollständig durch moderne technische Straßenleuchten ersetzt. Diese Maßnahme ist in Straßen vorgesehen, in denen erhöhte lichttechnische Anforderungen bestehen oder in denen die Leuchtentypen vereinheitlicht werden sollen.
Straßen mit Beibehaltung der historischen Form
In folgenden Straßen in Hassels wird die historische Leuchtenform erhalten und auf LED-Technik umgerüstet:
- Am Schönenkamp
- Bromberger Straße
- Dasselstraße
- Dirschauer Weg
- Dörnbergstraße
- Erlenweg Nord
- Ferdinandstraße
- Gnesener Straße
- Kiefernweg
- Langfuhrstraße
- Lärchenweg West
- Rotdornweg
- Schillstraße
- Stargarder Straße
- Tönisstraße
- Zoppoter Straße
In diesen Straßen wird das Stadtbild bewahrt, während gleichzeitig die Vorteile der LED-Technik genutzt werden. Die historischen Laternen erhalten ein neues, energieeffizientes Inneres, das das charakteristische Erscheinungsbild der Leuchten beibehält.
Straßen mit Ersetzung durch moderne Leuchten
In folgenden Straßen werden die historischen Modelle durch moderne technische Straßenleuchten ersetzt:
- Braunsberger Straße
- Erlenweg Süd
- Fröhlenstraße
- Hasselsstraße
- Heiligenhauser Straße
- Hoxbachstraße
- Lärchenweg Ost
- Süllenstraße
- Thorner Straße
Die Entscheidung für den Austausch der historischen Leuchten in diesen Straßen basiert auf verschiedenen Kriterien. In manchen Fällen bestehen erhöhte lichttechnische Anforderungen, in anderen Fällen geht es um die Vereinheitlichung der Leuchtentypen oder die Verbesserung der Beleuchtungssituation an kritischen Punkten wie Kreuzungen oder Fußgängerüberwegen.
Umwelt- und Wirtschaftlichkeitsaspekte
Energieeinsparung und Umweltschutz
Eine der zentralen Motivationen für die Umrüstung der Gaslaternen ist die signifikante Reduzierung von Energieverbrauch und Emissionen. Nach Angaben der Stadt können durch die Umstellung auf LED-Technik 98 Prozent der Emissions- und Verbrauchswerte pro Lichtpunkt eingespart werden. Diese drastische Reduzierung des Energieverbrauchs trägt direkt zur Erreichung der Klimaziele der Stadt bei und reduziert gleichzeitig die Betriebskosten der öffentlichen Beleuchtung.
Neben der direkten Energieeinsparung wird auch das Aufheizen des Stadtklimas reduziert. Gaslaternen erzeugen durch ihre Verbrennung Wärme, die insbesondere im Sommer zur Überhitzung der Stadt beiträgt. LED-Leuchten erzeugen im Vergleich deutlich weniger Wärme, was zu einer Verbesserung des Mikroklimas in den umgerüsteten Stadtteilen führt.
Wirtschaftlichkeit des Projekts
Die Umrüstung der Gaslaternen in Hassels kostet rund 2,4 Millionen Euro. Diese Investition wird sich langfristig durch die drastisch gesunkenen Betriebskosten amortisieren. LED-Leuchten haben eine deutlich längere Lebensdauer als Gaslaternen und benötigen deutlich weniger Wartung. Zudem entfallen die Kosten für den Gasbezug und die regelmäßige Wartung der Gasversorgungssysteme.
Die Finanzierung erfolgt aus dem Haushalt der Stadt Düsseldorf, speziell aus den Mitteln für die öffentliche Beleuchtung. Es werden keine Anliegerbeiträge erhoben, was die Akzeptanz des Projekts bei der Bevölkerung erhöht. Die Stadt rechnet damit, dass die Investition sich innerhalb einer überschaubaren Zeit durch die Einsparungen bei den Betriebskosten rentiert.
Umsetzung und Bürgerinformation
Bauplanung und Zeitplan
Die Umrüstung in Hassels beginnt im Juli 2025 und soll bis zum Herbst desselben Jahres abgeschlossen sein. Die Arbeiten werden von den Stadtwerken Düsseldorf durchgeführt, die über umfangreiche Erfahrung im Bereich der öffentlichen Beleuchtung verfügen. Die Bezirksvertretung 9 hat die Modernisierung und Umrüstung der Gasleuchten in ihrer Sitzung im Mai 2025 zugestimmt, was eine wichtige politische Absicherung des Projekts darstellt.
Die Stadtverwaltung legt Wert darauf, dass die Arbeiten so koordiniert werden, dass sie die Anwohner so wenig wie möglich beeinträchtigen. Die Umrüstung erfolgt in Abschnitten, um die Belastung für Anwohner und Verkehr möglichst gering zu halten. Der genaue Zeitplan für einzelne Straßenabschnitte wird in Kürze online veröffentlicht, um eine transparente Planung zu ermöglichen.
Bürgerinformation und Kommunikation
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die umfassende Information der Bürgerinnen und Bürger. Noch vor dem Baustart werden die Anwohner über die anstehenden Arbeiten informiert. Diese Information erfolgt vor Ort durch Aufkleber an den Laternenmasten, die erneuert werden müssen.
Der blaue Aufkleber enthält einen QR-Code, der auf weitere Informationen und Hintergründe der Umrüstung sowie auf die zuständigen Ansprechpartner verweist. Zusätzlich werden die Anwohner vor Ort durch eine rote Banderole gebeten, während der Bauphase keine Fahrräder mehr an die betroffenen Laternenmasten anzuschließen. Diese Maßnahme ist notwendig, um die Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten und Beschädigungen an den neuen Leuchten zu vermeiden.
Die Detailplanung der Arbeiten wird in Kürze online gestellt, um eine zusätzliche Informationsquelle für interessierte Bürger zu schaffen. Die Stadtverwaltung betont die Wichtigkeit einer transparenten Kommunikation, um mögliche Verständnisprobleme oder Bedenken der Anwohner frühzeitig ansprechen zu können.
Anpassungen der Standorte
In der Regel sollen die Laternen an ihrem bisherigen Standort bleiben. Nur in Ausnahmefällen, wenn die Barrierefreiheit verbessert werden soll oder wenn die Situation an Einfahrten oder im Parkraum angepasst werden muss, kann der bisherige Standort leicht abweichen. Diese Standortanpassungen werden im Vorfeld der Arbeiten sorgfältig geplant und mit den Anwohnern kommuniziert, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Die Stadtverwaltung legt Wert darauf, dass solche Anpassungen nur in begründeten Fällen erfolgen und dass das Stadtbild dabei möglichst wenig beeinträchtigt wird. Die Planung erfolgt in enger Abstimmung mit den Bezirksvertretungen und den zuständigen Fachstellen der Stadtverwaltung.
Fazit
Die Umrüstung der Gaslaternen in Düsseldorf-Hassels repräsentiert ein wichtiges Projekt zur Modernisierung der öffentlichen Infrastruktur mit ökologischen und praktischen Vorteilen. Durch die Umstellung von 292 historischen Gaslaternen auf energieeffiziente LED-Technik können 98 Prozent der Emissions- und Verbrauchswerte eingespart werden, was einen wesentlichen Beitrag zur Klimazielen der Stadt leistet. Gleichzeitig wird das Aufheizen des Stadtklimas reduziert, was insbesondere im Sommer zu einer Verbesserung des Mikroklimas beiträgt.
Die Durchführung des Projekts erfolgt differenziert: Während in 16 Straßen die historische Form der Laternen beibehalten und nur die Technik auf LED umgestellt wird, erfolgen in 9 Straßen der Austausch durch moderne technische Leuchten. Diese Unterscheidung ermöglicht es, sowohl den Erhalt des historischen Stadtbildes als auch die Erfüllung moderner lichttechnischer Anforderungen in Einklang zu bringen.
Die Finanzierung in Höhe von 2,4 Millionen Euro erfolgt aus städtischen Mitteln, ohne dass Anlieger zur Kasse gebeten werden. Die Arbeiten werden von den Stadtwerken Düsseldorf durchgeführt und voraussichtlich bis Herbst 2025 abgeschlossen sein. Die Bürgerinformation erfolgt durch Aufkleber mit QR-Codes und rote Banderolen, die vor dem Baustart angebracht werden.
Die Umrüstung der Gaslaternen ist Teil eines umfassenden städtischen Konzepts, das ökologische Nachhaltigkeit mit der Pflege des historischen Erbes verbindet. Die Erfahrungen aus Hassels werden in die weiteren Umrüstungsphasen in anderen Stadtteilen einfließen, um einheitliche und effiziente Standards für die gesamte Stadt zu entwickeln. Dieses Projekt zeigt, wie moderne Technologie genutzt werden kann, um das Stadtbild zu erhalten und gleichzeitig die Lebensqualität für die Bürger zu verbessern.