Umbau der Eifelhöhen-Klinik: Von Reha-Klinik zu altersmedizinischem Zentrum

Einleitung

Die Eifelhöhen-Klinik in Marmagen, ein markantes Gebäude in der Eifellandschaft, steht vor einer grundlegenden Transformation. Nach ihrer Schließung im Februar 2020 und der anschließenden Nutzung als Impfzentrum und Notunterkunft für Geflüchtete hat die Klinik nun einen neuen Investor gefunden. Das österreichische Unternehmen MedNation AG, das zuvor als Eifelhöhen-Klinik AG firmierte, hat das Gebäude erworben und plant eine umfassende Sanierung, um es in eine altersmedizinische Einrichtung mit Pflegebereichen und Wohneinheiten umzuwandeln. Dieser Wandel markiert nicht nur eine neue Ära für das historische Gebäude, sondern auch eine bedeutende Entwicklung für die Gemeinde Nettersheim und den Ort Marmagen. Die Pläne umfassen sowohl die Umnutzung des Klinikgebäudes selbst als auch die Entwicklung des umliegenden Geländes für Wohnzwecke.

Historie der Eifelhöhen-Klinik

Die Eifelhöhen-Klinik in Marmagen hat eine reiche Geschichte, die bis ins Jahr 1970 zurückreicht. Damals wurde sie als Naturparksanatorium Eifel GmbH gegründet. Die Bauarbeiten am sechsstöckigen Kliniktrakt begannen im Mai 1973 am Ortsrand von Marmagen, und bereits im September 1975 nahm die Reha-Klinik ihren Betrieb auf. Bei ihrer Eröffnung verfügte die Klinik über 311 Betten und konzentrierte sich auf die Fachrichtungen Innere Medizin, Orthopädie und Neurologie.

Über ihre gesamte Betriebszeit hinweg bis zur Schließung im Februar 2020 infolge eines Insolvenzantrags behandelte die Einrichtung etwa 150.000 Patienten. Die Klinik war ein wichtiger medizinischer Standort in der Region und prägte das Ortsbild von Marmagen nachhaltig.

Nach der Schließung fand das Gebäude vorübergehend neue Nutzungszwecke. Im Dezember 2020 richtete der Kreis Euskirchen das Gebäude als Impfzentrum vor. In den knapp zehn Monaten des Betriebs wurden hier 146.587 Impfdosen verabreicht, bevor das Impfzentrum im Oktober 2021 seine Tore schloss.

Seit Anfang 2023 diente das Gebäude als Notunterkunft für bis zu 750 Geflüchtete. Diese Nutzung war jedoch aufgrund baulicher Mängel nur mit Duldung durch den Kreis Euskirchen als Bauaufsichtsbehörde möglich. Der Mietvertrag für diese Nutzung lief Ende April 2025 aus, und eine Weitervermietung war nicht mehr möglich.

Interessant ist die Bewertung des Gebäudes in der Bilanz der MedNation AG. Da seit der Stilllegung der Klinik als Rehaklinik im Jahr 2019 keine Einnahmen aus Vermietungen mehr erzielt wurden, weist die Immobilie in der Bilanz nur einen Wert von 1 Euro auf. Dies spiegelt die wirtschaftliche Herausforderung wider, mit der viele Gesundheitsimmobilien derzeit konfrontiert sind.

Verkauf und neuer Besitzer

Im Jahr 2025 wurde die Eifelhöhen-Klinik an einen österreichischen Investor verkauft. Die MedNation AG, die zuvor als Eifelhöhen-Klinik AG firmierte, gab den Verkauf des Grundstücks und Gebäudes bekannt. Die Nachricht über den Verkauf kam für die lokale Politik in Nettersheim überraschend. Sowohl Bürgermeister Norbert Crump als auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerhard Mayer äußerten sich erstaunt über die rasche Abwicklung des Verkaufs.

Laut Mitteilung der MedNation AG wird das Unternehmen auch nach der erfolgten Sanierung des Gebäudes den Standort nicht wieder als Klinik betreiben. Stattdessen beabsichtigt der Käufer, dort eine altersmedizinische Einrichtung zu errichten. Nach Informationen der Kölner Stadt-Anzeiger beinhaltet die Formulierung "altersmedizinische Einrichtung" die Absicht, in der Eifelhöhen-Klinik sowohl Pflegebereiche als auch Wohneinheiten zu schaffen.

Der Verkauf wurde von der lokalen Politik grundsätzlich positiv aufgenommen. Gerhard Mayer, Fraktionsvorsitzender der SPD, äußerte sich erleichtert, dass es einen Käufer gibt, merkte jedoch an, dass in das Gebäude Millionen investiert werden müssten, schnell von mehr als 20 Millionen Euro. Guido Kurth, Fraktionschef der CDU, bewertete den Verkauf ebenfalls positiv: "Es ist wichtig, dass dort kein Lost Place entsteht. Für die Gemeinde ist es der richtige Schritt."

Andreas Winkler von der Bürgervereinigung Eifel bezeichnete den Verkauf als "sehr gute Nachricht für Marmagen und die Gemeinde Nettersheim". Er betonte, dass das oftmals ankündigte Szenario eines Leerstands wohl ausbleiben werde und dieser Schritt nicht nur die Zukunft des markanten Gebäudes sichere, sondern auch zahlreiche Chancen für die_region eröffne.

Zukünftige Nutzung: Altersmedizinische Einrichtung

Die Pläne für die zukünftige Nutzung der Eifelhöhen-Klinik konzentrieren sich auf die Schaffung einer altersmedizinischen Einrichtung. Diese Bezeichnung umfasst sowohl Pflegebereiche als auch Wohneinheiten, die eine ganzheitliche Versorgung älterer Menschen ermöglichen sollen. Der Investor plant, das Gebäude nach einer umfassenden Sanierung in diesem Sinne zu nutzen.

Die Konzeption einer solchen Einrichtung entspricht dem aktuellen Trend in der Gesundheitsbranche, der auf integrierte Versorgungsmodelle setzt, die medizinische Pflege mit betreutem Wohnen verbinden. Solche Einrichtungen ermöglichen es den Bewohnern, trotz eventueller Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich in einer vertrauten Umgebung zu leben, während sie gleichzeitig medizinische Versorgung erhalten.

Die Entscheidung für eine altersmedizinische Nutzung spiegelt auch die demografische Entwicklung in Deutschland wider. Laut ZIA Deutschland wird ein erheblicher Bedarf an neuen Pflegeplätzen prognostiziert, bis zu 322.000 bis zum Jahr 2040. Gleichzeitig stagniert der Neubau von Pflegeeinrichtungen seit Jahren, was die Bedeutung von Umnutzungsprojekten wie der Eifelhöhen-Klinik unterstreicht.

Die aktuelle Situation im Bereich der Gesundheitsimmobilien ist jedoch von Herausforderungen geprägt. Wie in den Unterlagen der MedNation AG erwähnt, stehen viele Betreiber vor dem Problem steigender Kosten und Personalmangel. Dennoch ist das Interesse an solchen Einrichtungen gestiegen, bedingt durch den demografischen Wandel und die stabilen Auslastungszahlen in der Pflege.

Für die Gemeinde Nettersheim stellt die geplante Nutzung der Eifelhöhen-Klinik als altersmedizinische Einrichtung eine wichtige Bereicherung dar. Bürgermeister Norbert Crump betonte die Bedeutung einer guten Vernetzung mit dem Ort Marmagen und erwähnte beispielsweise die Nutzung der Turnhalle. Er freue sich darüber, dass es zu einem Verkauf gekommen sei und nach seiner Kenntnis die Tinte unter dem Vertrag schon trocken sei. "Jetzt geht es darum, den Weg weiter gemeinsam zu gehen und im stetigen Austausch das Konzept weiterzuentwickeln."

Entwicklung des umliegenden Geländes

Die Pläne für die Eifelhöhen-Klinik umfassen nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch die Entwicklung des umliegenden Geländes. Das Areal rund um die ehemalige Klinik soll weiterentwickelt und zu großen Teilen zu Bauland gemacht werden. Der Gemeinderat hat bereits "Ja" zur Änderung des Flächennutzungsplanes gesagt, um diese Entwicklung zu ermöglichen.

Das Gelände der Eifelhöhen-Klinik ist bislang als Sonderbaufläche für medizinische Dienste ausgewiesen. Diese Klassifizierung soll für das Klinikgelände beibehalten werden, während die umliegenden Bereiche als Allgemeine Siedlungsbereiche für Wohnbebauung umgewidmet werden sollen. Diese Umwidmetung ermöglicht die Schaffung von Wohnhäusern auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Areal der früheren Klinik.

Ein wichtiges Detail bei der Planung ist das Tal zwischen Ort und Klinik, das als Biotop ausgewiesen ist und zudem schwer zu bebauen ist. Dieses Gebiet soll von der Bebauung ausgenommen bleiben und seine ökologische Funktion bewahren.

Die Änderung des Flächennutzungsplans soll möglichst schnell eingeleitet werden. Die Zustimmung der Bezirksregierung soll noch im selben Zeitraum beantragt werden. Bürgermeister Crump geht davon aus, dass bis die ersten Familien in die Häuser auf der Freifläche ziehen, noch drei bis fünf Jahre vergehen werden.

Die Entwicklung des umliegenden Geländes bietet die Möglichkeit, den Ort Marmagen besser einzubinden und neue Wohnmöglichkeiten zu schaffen. Gleichzeitig soll das Gebäude der ehemaligen Eifelhöhenklinik weiterhin Einrichtungen aus den Bereichen Gesundheit und Soziales beherbergen. Dazu könnten betreute Wohngruppen oder ärztliche Versorgungszentren entstehen. Nach der Idee des Bürgermeisters müssten dafür bald Investoren gesucht werden.

Die Umwandlung des Geländes bietet auch die Chance, die Infrastruktur des Ortes zu verbessern. Durch die Bebauung auf dem ehemaligen Klinikgelände könnte eine bessere Anbindung des Ortsteils Marmagen erreicht werden, was die Lebensqualität für die Anwohner erhöht.

Reaktionen aus Politik und Bevölkerung

Der Verkauf der Eifelhöhen-Klinik und die geplanten Nutzungsänderungen stießen in der Politik und Bevölkerung überwiegend auf positive Resonanz. Sowohl die lokale Politik als auch Vertreter der Bürgervereinigung äußerten sich grundsätzlich positiv über die Entwicklung.

Bürgermeister Norbert Crump zeigte sich vom Verkauf an einen österreichischen Investor überrascht, wie viele andere Politiker auch. Gleichzeitig bewertete er die Nachricht jedoch als sehr positiv: "Es ist eine sehr gute Nachricht, die aber für mich auch überraschend kam. Dass es so schnell mit dem Verkauf gegangen ist, war so nicht abzusehen." Crump betonte die Bedeutung des Verkaufs für die Zukunft des Gebäudes und die Gemeinde.

Sebastian Schubert, Geschäftsführer der UNA und Gegenkandidat von Bürgermeister Crump bei der Kommunalwahl, äußerte ebenfalls positive Aussagen. Die UNA begrüße grundsätzlich die Weiterentwicklung der Eifelhöhen-Klinik. Man habe deutlich gemacht, dass dort keine Bauruine entstehen solle, sondern eine nachhaltige Nutzung mit einem Mehrwert für die Bevölkerung in Marmagen und der ganzen Gemeinde. "Von der Mitteilung der MedNation AG waren wir überrascht, sehen der Entwicklung aber positiv entgegen", sagt Schubert: "Es ist nun an der Gemeinde, weitere Informationen einzuholen und den Rat und die Bevölkerung über die Pläne des Investors zu informieren."

Andreas Winkler von der Bürgervereinigung Eifel sah im Verkauf eine positive Entwicklung für die Region. Er betonte, dass der Verkauf zahlreiche Chancen für die_region eröffne und die Zukunft des markanten Gebäudes sichere. Gleichzeitig bleibe natürlich abzuwarten, wie die künftige Entwicklung im Detail aussehe.

Gerhard Mayer, Fraktionsvorsitzender der SPD, äußerte den Wunsch nach schnellstmöglichen Informationen von der Verwaltung. "Es waren mal Investoren da, die sind aber nie wieder aufgetaucht", so Mayer: "In das Gebäude müssen Millionen investiert werden. Da sprechen wir schnell von mehr als 20 Millionen Euro. Aber für die Gemeinde ist es gut, dass es einen Käufer gibt."

Die MedNation AG ließ Anfragen zum Verkauf der Eifelhöhen-Klinik unbeantwortet, was die Transparenz der Informationen zunächst einschränkte. Dennoch zeigte sich die lokale Politik bestrebt, die Bevölkerung über die Pläne des Investors zu informieren. Um die Pläne des neuen Investors zu erörtern, hat der Bürgermeister eine Sondersitzung des Gemeinderats für den 29. Juli einberufen. Er wolle versuchen, die Käufer der Eifelhöhen-Klinik zur Sitzung einzuladen, damit dieser sein Konzept vorstellen könne.

Zeitplan und Herausforderungen

Die Entwicklung der Eifelhöhen-Klinik und ihres Umfelds folgt einem bestimmten Zeitplan, mit einigen wichtigen Meilensteinen. Die Mietverträge für die aktuelle Nutzung als Notunterkunft für Geflüchtete laufen im April 2025 aus, was den Übergang zu neuen Nutzungen ermöglicht.

Die Zustimmung zur Änderung des Flächennutzungsplans wurde bereits vom Gemeinderat erteilt. Die Beantragung der Zustimmung bei der Bezirksregierung soll noch im selben Zeitraum erfolgen. Danach wird die Änderung rechtlich wirksam und ermöglicht die Bebauung der Flächen für Wohnzwecke.

Für die Umnutzung des Klinikgebäuses selbst ist eine umfassende Sanierung erforderlich. Diese Sanierungsarbeiten werden voraussichtlich erhebliche Investitionen erfordern, die laut Schätzungen der lokalen Politik schnell über 20 Millionen Euro liegen könnten. Der genaue Zeitplan für die Sanierung und die anschließende Inbetriebnahme der altersmedizinischen Einrichtung ist derzeit noch nicht bekannt.

Bürgermeister Crump geht davon aus, dass bis die ersten Familien in die Häuser auf der Freifläche ziehen, noch drei bis fünf Jahre vergehen werden. Dieser Zeitrahum berücksichtigt die Planungs-, Genehmigungs- und Bauphase für die neuen Wohngebäude.

Die Entwicklung des Projekts steht vor mehreren Herausforderungen. Eine der größten Herausforderungen ist die Finanzierung der Sanierung des Klinikgebäudes. Die geschätzten Kosten von über 20 Millionen Euro stellen eine erhebliche finanzielle Hürde dar, die der Investor bewältigen muss.

Eine weitere Herausforderung ist die Sicherstellung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Nutzung des Gebäudes. Die altersmedizinische Einrichtung muss die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung adressieren und gleichzeitig wirtschaftlich betrieben werden können. Dies erfordert sorgfältige Planung und Konzeption.

Auch die Integration der neuen Einrichtungen in die lokale Infrastruktur stellt eine Herausforderung dar. Die Versorgung der neuen Bewohner mit Dienstleistungen und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr müssen sichergestellt werden.

Darüber hinaus muss bei der Sanierung des Klinikgebäudes auf den Erhalt des baulichen Erbes geachtet werden. Das markante sechsstöckige Gebäude ist ein prägender Teil des Ortsbildes von Marmagen und sollte bei der Umnutzung seine charakteristische Erscheinung behalten.

Fazit

Der Verkauf der Eifelhöhen-Klinik in Marmagen an die MedNation AG und die geplante Umnutzung zu einer altersmedizinischen Einrichtung mit Pflegebereichen und Wohneinheiten markieren einen bedeutenden Wendepunkt in der Geschichte des Gebäudes. Nach ihrer Zeit als Rehaklinik, Impfzentrum und Notunterkunft für Geflüchtete erhält das Gebäude eine neue Bestimmung, die den demografischen Entwicklungen in Deutschland Rechnung trägt.

Die Entwicklung des Projekts umfasst sowohl das Klinikgebäude selbst als auch das umliegende Gelände. Während das Gebäude als Sonderbaufläche für medizinische Dienste erhalten bleiben und zu einer altersmedizinischen Einrichtung umgewandelt werden soll, sollen die umliegenden Bereiche als Allgemeine Siedlungsbereiche für Wohnbebauung ausgewiesen werden. Die Entwicklung bietet die Chance, den Ort Marmagen besser einzubinden und neue Wohnmöglichkeiten zu schaffen.

Die Reaktionen auf die Pläne sind überwiegend positiv. Sowohl die lokale Politik als auch Vertreter der Bürgervereinigung sehen im Verkauf eine positive Entwicklung für die Region. Die Sicherung der Zukunft des markanten Gebäudes und die Vermeidung eines Leerstands werden als wichtige Vorteile der Entwicklung angesehen.

Dennoch stehen die Entwicklungen vor erheblichen Herausforderungen, insbesondere bei der Finanzierung der Sanierung des Klinikgebäudes. Die geschätzten Kosten von über 20 Millionen Euro stellen eine erhebliche finanzielle Hürde dar.

Insgesamt bietet die Umnutung der Eifelhöhen-Klinik eine vielversprechende Perspektive für die Gemeinde Nettersheim und den Ort Marmagen. Die Schaffung einer altersmedizinischen Einrichtung und neuer Wohnmöglichkeiten kann die Lebensqualität in der Region verbessern und eine nachhaltige Entwicklung des Areals ermöglichen. Die weitere Entwicklung des Projekts wird zeigen, ob die geplanten Visionen in die Realität umgesetzt werden können.

Quellen

  1. Eifelhöhen-Klinik verkauft: Neues Pflegeprojekt für Marmagen geplant!
  2. Eifelhöhen-Klinik ist an Investor verkauft
  3. Eifelhöhenklinik schließt als Flüchtlingsunterkunft
  4. Wohnhäuser rund um die ehemalige Eifelklinik Marmagen möglich

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