Kaufland-Renovierungen: Von der Filialsanierung zur modernen Shopping-Mall

Einleitung

Kaufland, einer der führenden Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland, investiert kontinuierlich in die Modernisierung und Erneuerung seines Filialnetzes. Pro Jahr werden circa 40 Filialen in Deutschland modernisiert, um das bestehende Portfolio weiterzuentwickeln und die Attraktivität für Kunden aufrechtzuerhalten. Diese Modernisierungen umfassen nicht nur die Erneuerung der Verkaufsflächen, sondern auch die Installation energieeffizienter Technologien und die Umwandlung einzelner Standorte in moderne Einkaufszentren. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Kaufland-Renovierungen, von technischen Innovationen bis hin zur Entwicklung umfassender Shopping-Malls.

Der Modernisierungsprozess bei Kaufland

Die Modernisierung von Kaufland-Filialen ist ein durchdachter Prozess, der darauf abzielt, den laufenden Betrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. In der Regel werden innerhalb von sechs Monaten im laufenden Betrieb in verschiedenen Bauabschnitten die wichtigsten Elemente erneuert. Ein wesentlicher Bestandteil des Modernisierungsumfangs ist der Austausch von Kühlmöbeln und der dazugehörenden Technik. Pro Filiale werden circa 150 Meter Normal-Kühlmöbel – in diesen Möbeln werden Frischeartikel wie zum Beispiel Molkereiprodukte angeboten – und circa 95 Meter Tiefkühl-Kühlmöbel ausgetauscht.

Im Zuge des Austauschs werden in den meisten Fällen die Ladeneinrichtung neu angeordnet, das Kundenleitsystem erneuert und die Sortimente bei Bedarf neu strukturiert. Dabei legt Kaufland besonderen Wert darauf, dass Kunden und Mitarbeiter vor Ort weitestgehend von den Modernisierungsarbeiten verschont bleiben. Diese sorgfältige Planung ermöglicht es, dass die Filiale während der Arbeiten geöffnet bleiben kann, was für den Geschäftsbetrieb von entscheidender Bedeutung ist.

Die Modernisierung ist Teil einer umfassenden Strategie, um das Filialnetz kontinuierlich weiterzuentwickeln und die Attraktivität für Kunden auf einem hohen Niveau zu halten. Durch die Erneuerung der Infrastruktur und die Anpassung an aktuelle Trends im Einzelhandel soll sichergestellt werden, dass die Filialen auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben.

Energieeffizienz durch Wärmerückgewinnungssysteme

Ein zentraler Aspekt der Kaufland-Renovierungen ist die Integration energieeffizienter Technologien, insbesondere die Installation von Wärmerückgewinnungssystemen (WRG). Diese Systeme nutzen die Abwärme der neuen Kühlmöbel, um die jeweilige Filiale zu heizen. Dadurch wird die Abwärme, die bei Kühlprozessen anfällt, nicht ungenutzt an die Umgebung abgegeben, sondern effektiv zur Beheizung der Verkaufsräume genutzt.

Die Einführung dieser Wärmerückgewinnungssysteme trägt wesentlich zur Nachhaltigkeitsstrategie von Kaufland bei und ermöglicht signifikante Energieeinsparungen. Laut Unternehmensangaben können pro Filiale und Jahr circa 160.000 Kilowattstunden eingespart werden. Dies entspricht einer deutlichen Reduzierung der Energiekosten und der CO₂-Emissionen der Filiale.

Die WRG-Technologie ist nur ein Beispiel für Kauflands Engagement für Nachhaltigkeit im Rahmen der Renovierungen. Weitere Maßnahmen umfassen die Installation energieeffizienter Beleuchtungssysteme, die Optimierung der Gebäudehülle für bessere Wärmedämmung und die Nutzung erneuerbarer Energien. Diese Maßnahmen machen die modernisierten Filialen nicht nur wirtschaftlicher im Betrieb, sondern auch umweltfreundlicher.

Fallstudie: Biberach - Die Transformation zur modernen Shopping-Mall

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die Umwandlung eines traditionellen Kaufland-Standorts in ein modernes Einkaufserlebnis ist die Sanierung in Biberach. Das Biberacher Kaufland an den Oberen Stegwiesen 10, das bisher hauptsächlich als Supermarkt mit einigen kleinen Geschäften und dem Modecenter AWG fungierte, wird grundlegend saniert, um eine moderne Shopping-Mall zu schaffen. Die Eröffnung ist für Ende 2025 geplant.

Die Revitalisierung des Standorts umfasst zahlreiche Neuerungen, die die Aufenthaltsqualität für Kunden deutlich verbessern sollen. Hans-Jürgen Birk, Projektverantwortlicher und Geschäftsführer bei der Activ-Immobilien GmbH & Co. KG, erklärt: "Am Standort gibt es derzeit zu wenig Aufenthaltsqualität, und das werden wir auf jeden Fall nachhaltig ändern. Wir führen das Biberacher Kaufland mit zahlreichen Neuerungen weiter erfolgreich in die Zukunft."

Die Activ-Group aus Schemmerhofen investiert weit mehr als 20 Millionen Euro in das Großprojekt. Die Maßnahme umfasst die Ansiedlung neuer Geschäfte wie dm und Deichmann sowie die Eröffnung einer italienischen Gastronomie mit Außenbestuhlung. Parallel dazu werden auf dem Parkdeck Bauarbeiten für einen Neubau durchgeführt, in dem die Fitnessstudiokette Fitness First auf mehr als 1.600 Quadratmetern einziehen wird. Laut Prognose soll der Neubau Ende des Jahres übergeben und Fitness First im ersten Quartal 2025 eröffnen.

Die Umgestaltung des Parkdecks ist ein wesentlicher Bestandteil der Sanierung. Hier entstehen mehr als 260 großzügige Stellplätze mit einer Breite von 2,70 Metern. Das Parkdeck wurde komplett saniert und energetisch auf den aktuellen Stand gebracht, da es in der Vergangenheit undicht war und wertvolle Energie verloren ging. Für diese Arbeiten wurden mehr als drei Millionen Euro investiert.

Der Sonderpreis-Baumarkt, der sich aktuell in der Leipzigstraße befindet, wird in das umgestaltete Zentrum umziehen. Er wird eine größere Fläche von rund 900 Quadratmetern erhalten und gemeinsam mit der neuen Mall Ende 2025 eröffnen. Zusätzlich zieht die Bäckerei Schwarz aus Lindenberg mit einem 200 Quadratmeter großen Mall-Café ein, und es wird eine neue Vitamin- und Smoothie-Bar sowie ein Damenfriseur geben. Die bereits etablierten Geschäfte wie der asiatische Imbiss, die Feinkost-Theke, das Nagelstudio, der Barbershop, das Schmuckgeschäft und der Kiosk bleiben bestehen.

Ein besonderes Merkmal der neuen Shopping-Mall ist die veränderte Gestaltung des Eingangsbereichs. Der Eingang zum Kaufland wird in die Mall verlegt, was eine stärkere Integration des Supermarkts in das Gesamtkonzept des Einkaufszentrums ermöglicht. Auf der 3.650 Quadratmeter großen Einkaufsfläche werden ebenfalls Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt. Die Außenfassade wird neu gestaltet, die sanitären Anlagen erneuert und die Parkplätze saniert. Geplant ist mehr Grün, breitere Stellplätze und zehn zusätzliche Ladesäulen für Elektrofahrzeuge.

Hans-Jürgen Birk betont: "Wir wollen hier mehr Grün, breitere Stellplätze und zusätzlich zehn Ladesäulen für Elektrofahrzeuge installieren. Alles auf dem Areal wird künftig sehr kundenfreundlich angelegt und ich freue mich schon darauf, wenn wir die neue Shopping-Mall endlich eröffnen können."

Ein entscheidender Erfolgsfaktor des Biberacher Projekts ist die 100-prozentige Vermietung aller Flächen. "Wir sind zu 100 Prozent vermietet und haben keinen Leerstand", sagt der Projektleiter. "Das ist für ein solches Projekt sehr wichtig."

Expansion durch Neueröffnungen und Umwandlungen

Neben der Modernisierung bestehender Filialen erweitert Kaufland sein Filialnetz in Deutschland kräftig durch zahlreiche Neueröffnungen in den Jahren 2024 und 2025. Diese Expansion umfasst moderne Neubauten, umgebaute ehemalige Real- oder Globus-Märkte und nachhaltige Zukunftsprojekte.

Im Jahr 2024 standen mehrere Neueröffnungen quer durch Deutschland auf dem Programm. Viele dieser Märkte entstanden durch die Übernahme ehemaliger Real-Hypermärkte, die innerhalb kurzer Zeit auf das Kaufland-Konzept umgestellt wurden. Andere waren komplette Neubauten oder Ersatz für alte Filialen.

Ein herausragendes Beispiel für die schnelle Umwandlung eines Real-Marktes in eine Kaufland-Filiale ist Standort Hallstadt bei Bamberg. Hier entstand mit der Blitz-Integration eines Real-Markts die 100. Kaufland-Filiale aus der Real-Übernahme – die Umbau-Teams benötigten nur eine Woche, um aus Real Kaufland zu machen. Ähnlich schnell wurden auch die Standorte Stuhr und Wülfrath innerhalb von zwei Wochen von Real auf Kaufland umgestellt.

In Goslar zog Kaufland innerhalb der Stadt um: Ein über 5.000 m² großer Neubau (ehemals Marktkauf) mit rund 700 Parkplätzen ersetzt den alten Markt und bietet jetzt ein Einkaufszentrum mit diversen Fachgeschäften. Mönchengladbach-Rheydt bekam nach siebenmonatigem Umbau eine moderne Kaufland-Filiale in zentraler City-Lage – inklusive Parkhaus und acht Selbstbedienungskassen.

Besonders hervorzuheben ist der Neubau in Tuttlingen (Baden-Württemberg), der im Oktober 2024 eröffnet wurde. Auf einer Verkaufsfläche von ca. 3.700 m² wurde ein neuer Kaufland für Tuttlingen geschaffen, der über 100 Mitarbeiter beschäftigt. Der Fokus lag hier auf Nachhaltigkeit und Kundenerlebnis mit energieeffizienter Technik und modernem Design.

Auch in Staßfurt (Sachsen-Anhalt) entstand im Februar 2024 ein neuer Kaufland mit einer Verkaufsfläche von ca. 4.400 m². Es handelt sich um einen Neubau, der das zweite Kaufland in Staßfurt darstellt. Der Markt verfügt über etwa 350 Parkplätze, 6 SB-Kassen und eine breite Mall mit Fachgeschäften wie Bäcker, Metzger, Asia-Imbiss, Lotto/Post und mehr.

Zukunftspläne für 2025 und darüber hinaus

Der Blick auf die geplanten Eröffnungen im 2. Halbjahr 2025 zeigt, dass Kaufland noch nicht am Ende seiner Expansion ist. Im Juni 2025 sollen unter anderem Brandenburg an der Havel (Beetzsee-Center) und Heiligenhaus (NRW) neue Filialen erhalten – beides ehemalige Real-Standorte. Ebenso sind Neueröffnungen in großen Städten wie Essen und Chemnitz angekündigt, wo Kaufland die zuvor von Globus übernommenen Real-Märkte schließlich selbst eröffnet.

Laut Unternehmensangaben plant Kaufland bis Ende Februar 2026 mindestens zehn weitere Filial-Neueröffnungen bundesweit – darunter Projekte in Städten wie Göttingen-Weende, Haßloch, Cuxhaven, Mülheim-Kärlich, Schwentinental, Osnabrück und Weingarten. Diese umfangreichen Expansionen und Modernisierungsmaßnahmen unterstreichen Kauflands Engagement, sein Filialnetz an die aktuellen Anforderungen des Einzelhandels und die Erwartungen der Kunden anzupassen.

Die Neueröffnungen und Umwandlungen folgen dabei klaren Prinzipien: moderne Architektur, energieeffiziente Technologie, hohe Kundenfreundlichkeit und die Integration in lokale Geschäftsviertel. Durch die Übernahme ehemaliger Real- und Globus-Standorte kann Kaufland schnell wachsen, während gleichzeitig bestehende Infrastruktur genutzt und modernisiert wird.

Technische Spezifikationen und Renovierungsumfang

Die Renovierungen und Neubauprojekte von Kaufland zeichnen sich durch klare technische Spezifikationen und einen umfassenden Renovierungsumfang aus. Bei den Modernisierungen bestehender Filialen stehen vor allem der Austausch von Kühlmöbeln und die Integration von Wärmerückgewinnungssystemen im Vordergrund. Pro Filiale werden circa 150 Meter Normal-Kühlmöbel und circa 95 Meter Tiefkühl-Kühlmöbel ausgetauscht, was eine erhebliche Investition in die Kühltechnik darstellt.

Bei der Umwandlung zu Shopping-Malls wie in Biberach erweitert sich der Umfang der Renovierungen erheblich. Hier werden nicht nur die Verkaufsflächen modernisiert, sondern auch die gesamte Infrastruktur des Geländes umgestaltet. Dazu gehören die Sanierung von Parkdecks mit Investitionen von über drei Millionen Euro, die Schaffung neuer Parkplatzflächen mit mehr als 260 Stellplätzen, die Installation von zehn Ladesäulen für Elektrofahrzeuge und die Neugestaltung der Außenanlagen mit mehr Grünflächen.

Die Verkaufsflächen der modernisierten Märkte variieren je nach Standort und Konzept. Während einige Filialen wie in Tuttlingen auf ca. 3.700 m² beschränkt sind, umfassen andere wie in Goslar über 5.000 m². Die Neueröffnung in Staßfurt verfügt über eine Verkaufsfläche von ca. 4.400 m². Bei allen Standorten wird jedoch besonderer Wert auf eine moderne und kundenfreundliche Gestaltung gelegt.

Ein weiteres wichtiges Element der Renovierungen ist die Integration zusätzlicher Dienstleistungen und Fachgeschäfte. In den modernisierten Filialen und Shopping-Malls finden sich neben dem eigentlichen Supermarkt oft Bäckereien, Metzgereien, Asia-Imbisse, Boutiquen, Dienstleistungsbetriebe und Gastronomieangebote. Diese Vielfalt soll den Aufenthalt für Kunden attraktiver machen und längere Verweildauern fördern.

Die technische Ausstattung der modernisierten Filialen umfasst neben den WRG-Systemen auch energieeffiziente Beleuchtung, moderne Kassensysteme mit Selbstbedienungsoptionen und fortschrittliche Sicherheitssysteme. Diese Maßnahmen dienen nicht nur der Steigerung der Energieeffizienz, sondern auch der Verbesserung des Einkaufserlebnisses für die Kunden.

Fazit

Kaufland betreibt mit seinen Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen eine umfassende Strategie, die sowohl auf die Erneuerung bestehender Filialen als auch auf die Expansion des Filialnetzes abzielt. Durch den Austausch von Kühlmöbeln, die Integration von Wärmerückgewinnungssystemen und die Modernisierung der Verkaufsflächen können Energiekosten gesenkt und die Attraktivität für Kunden gesteigert

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