Generalsanierung des Eisstadions Landshut: Modernisierung für den professionellen Eissport

Einleitung

Das städtische Eisstadion am Gutenbergweg in Landshut durchlief in den vergangenen Jahren eine umfassende Generalsanierung, die für rund 22 bis 23,3 Millionen Euro durchgeführt wurde. Das Projekt war dringend notwendig geworden, da der Bau den modernen Anforderungen an eine Sportstätte für Profi-Eishockey nicht mehr genügte. Die Betriebserlaubnis wäre im Sommer 2019 ausgelaufen und aufgrund der maroden Dachkonstruktion von den Statikern nicht mehr verlängert worden. Dieser Artikel beleuchtet die umfangreichen Maßnahmen, die durch drei Bauabschnitte realisiert wurden, um die Zukunft des Eissports in Landshut zu sichern und eine zeitgemäße Sportstätte zu schaffen.

Hintergrund der Sanierung

Das Landshuter Eisstadion stand vor existenziellen Herausforderungen. Die marode Dachkonstruktion war das dringendste Problem, das zur Schließung der Anlage hätte führen können. Wie der Oberbürgermeister anführte, stand die Stadt vor der Wahl, die Sanierung ohne weiteren Zeitverzug anzugehen oder das Eisstadion zu schließen – und damit das endgültige Aus für den Eissport in Landshut zu besiegeln.

Die Notwendigkeit der Sanierung ergab sich aus mehreren Faktoren: - Die Betriebserlaubnis wäre im Sommer 2019 ausgelaufen - Die Dachkonstruktion war marode und nicht mehr statisch sicher - Die technische Ausstattung entsprach nicht mehr modernen Standards - Energieeffizienz und Betriebssicherheit mus verbessert werden

Um den Spielbetrieb der Nachwuchsteams und der Profi-Mannschaft des EV Landshut möglichst reibungslos aufrechterhalten zu können, wurde die Sanierung über drei Bauabschnitte hauptsächlich in der spielfreien Zeit geplant.

Projektplanung und Organisation

Die Planung der Sanierung erforderte eine sorgfältige Abwägung zwischen den Notwendigkeiten der Bauarbeiten und den Anforderungen des laufenden Spielbetriebs. Die Lösung bestand darin, die Maßnahmen in drei klar definierte Bauabschnitte zu unterteilen, die primär während der spielfreien Zeit umgesetzt wurden.

Der erste Bauabschnitt begann Anfang Mai 2019 und konzentrierte sich auf die dringendste Maßnahme: den Austausch der maroden Dachkonstruktion. Für diese anspruchsvollen Arbeiten wurde das Unternehmen innovo Bau beauftragt, das mit der Aufstellung zweier Obendreherkräne mit Ausladungen von 70 m und 65 m betraut wurde. Diese spezialisierten Kräne ermöglichten es, die massiven alten Bauteile abzubrechen und neue Baumaterialien in das Stadion einzubringen, da sie das komplette Gebäude überdecken konnten.

Der Auftrag für diesen ersten Bauabschnitt belief sich auf 400.000 Euro und umfasste: - Baustelleneinrichtung - Maurerarbeiten - Verputzarbeiten - Beton- und Stahlbetonarbeiten

Erster Bauabschnitt: Dachkonstruktion und Grundsanierung

Der erste Bauabschnitt, der im Mai 2019 begann, konzentrierte sich auf die kritischste Baumaßnahme: den Austausch der maroden Dachkonstruktion. Die bestehende Dachstruktur wurde vollständig abgebrochen und durch eine dauerhafte, den klimatischen Hallenbedingungen angepasste Neukonzeption ersetzt.

Diese Maßnahme war nicht nur aus statischer Sicht notwendig, sondern bot auch die Gelegenheit, zeitgemäße Technik zu integrieren: - Moderne Licht- und Tontechnik - Ein neuer Videowürfel zur verbesserten Präsentation von Spielinhalten

Für diese aufwendigen Arbeiten wurden spezielle Baumaschinen eingesetzt. Zwei Obendreherkräne mit Ausladungen von 70 m und 65 m ermöglichten den effizienten Abbau der alten Konstruktion und den Einbau neuer Elemente, ohne die restliche Baustelle unnötig zu behindern.

Zweiter Bauabschnitt: Technische Modernisierung und Sicherheit

Nach der Fertigstellung der neuen Dachkonstruktion folgte der zweite Bauabschnitt, der sich auf die Modernisierung der technischen Infrastruktur und die Verbesserung der Sicherheit konzentrierte. Dieser Abschnitt wurde im März/April 2020 begonnen und konnte sogar früher als geplant starten, da das Coronavirus zu einem vorzeitigen Saisonende im deutschen Eishockey führte.

Die wichtigsten Maßnahmen in diesem Bauabschnitt waren:

Modernisierung der Kältetechnik

  • Installation energieeffizienter Kälteerzeugung
  • Nutzung von Abwärme zur Optimierung des Energieverbrauchs
  • Reduzierung der benötigten Kälteleistung durch Verkleinerung der Eisfläche von 30 m auf 28 m Breite

Erneuerung der Lüftungsanlage

  • Gewährleistung eines energieoptimierten Kaltluftsees über der Eisfläche
  • Verbesserte Luftqualität im gesamten Stadion

Sicherheitstechnische Ertüchtigung

  • Anpassung der Fluchtwege an moderne Standards
  • Installation einer neuen Bande
  • Neubau der Stehplatztribüne Ost

Zuschauerkapazität

  • Reduzierung der Gesamtkapazität von knapp 7.000 auf 4.448 Zuschauer
  • Davon 2.539 Sitzplätze und 1.909 Stehplätze
  • Diese Reduzierung diente der Gewährleistung eines nachhaltigen Betriebs

Beleuchtungssystem

  • Umstellung auf LED-Technik gemäß heutigen Standards
  • Verbesserte Energieeffizienz und längere Lebensdauer der Beleuchung

Dritter Bauabschnitt: Außenanlagen und Fassadengestaltung

Der letzte Bauabschnitt konzentrierte sich auf die Neugestaltung der Außenanlagen und die Verbesserung der Integration des Stadions in die umgebende Bebauung. Diese Maßnahmen waren besonders wichtig, da das Eisstadion an der Isar liegt und eine deutliche Wirkung für den Stadteingang hat.

Die Ziele dieser Maßnahmen waren: - Schaffung eines neuen Erscheinungsbildes für die Eishalle - Bessere Integration in das angrenzende Wohngebiet - Verbesserung der Immissionssituation (Lärmschutz etc.)

Im Juli 2020 wurden die ersten großen Fertigbauteile montiert, beginnend mit der Fassade an der Stirnseite des Stadions in Richtung Isar. Anschließend arbeitete man sich die Stehplatzseite entlang bis hin zur Geschäftsstelle voran. Diese schrittweise Vorgehensweise ermöglichte eine kontinuierliche Fortschritt der Arbeiten ohne größere Unterbrechungen.

Finanzierung und Förderung

Das umfangreiche Sanierungsvorhaben wurde durch verschiedene Finanzierungsquellen ermöglicht. Die Gesamtkosten des Projekts betrugen etwa 23,3 Millionen Euro. Eine wichtige Unterstützung kam vom Bund, der die Generalsanierung des Eisstadions am Gutenbergweg mit zwei Millionen Euro aus dem Topf des Programms "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" förderte.

Diese positive Förderzusage überbrachte Florian Oßner (CSU), direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Landshut-Kelheim, Oberbürgermeister Alexander Putz am 11. März unmittelbar nach dem entsprechenden Beschluss des Haushaltsausschusses des Bundestags.

Die Stadt Landshut als Bauherrin trug den Großteil der Kosten, konnte aber durch die Fördermittel des Bundes die Finanzierung des Projekts deutlich absichern. Die genaue Aufteilung der Finanzierung zwischen städtischen Mitteln und anderen Förderprogrammen wird in den Quellen nicht näher spezifiziert.

Technische Details und Spezifikationen

Das städtische Eisstadion Landshut besteht aus zwei Eisflächen mit unterschiedlichen Eigenschaften:

Halle 1

  • Geschlossene Eishalle
  • Eisfläche: 60 x 28 Meter

Halle 2

  • Überdachte, aber teils offene Halle
  • Eisfläche: 60 x 30 Meter

Die Modernisierung konzentrierte sich auf die Halle 1, in der die Eishockey-Heimspiele der DEL-2-Mannschaft der EVL Spielbetrieb-GmbH ausgetragen werden. Die Halle 2 dient hauptsätzlich dem Trainingsbetrieb und anderen Eissportaktivitäten.

Neben den Eishockey-Anlagen beheimatet die Sportanlage auch acht Kegelbahnen im Bereich des EVL e.V. und dient als Landesleistungszentrum des Bayerischen Eissport-Verbandes.

Nutzung und Betrieb nach der Sanierung

Nach Abschluss der Sanierung konnte das Eisstadion pünktlich zur Spielzeit 2021/2022 wiedereröffnet werden. Seit Herbst 2021 steht dem Eislaufverein eine in jeglicher Hinsicht zeitgemäße Sportstätte zur Verfügung.

Die Hauptnutzer der Eissportanlage sind:

Profibereich

  • DEL-2-Mannschaft der EVL Spielbetrieb-GmbH (Heimspiele)

Nachwuchsbereich

  • Eishockey- und Eiskunstlauf-Training und -Spiele des EVL e.V.

Breitensport

  • Landshuter Eishockey Hobbyliga
  • Öffentliche Publikumsläufe
  • Eiszeiten für Schulsport
  • Austragungsort für Stockschützensport

Die reduzierte Kapazität von 4.448 Zuschauern ermöglicht nachhaltige Betriebsbedingungen, während die modernisierte Technik und verbesserten Infrastruktureinrichtungen ein optimales Sportklima für Athleten und Zuschauer bieten.

Wiedereröffnung und Umbenennung

Das sanierte Eisstadion wurde am Samstag, 30. Oktober 2021, nach Abschluss der Generalsanierung mit einem Tag der Offenen Tür wieder in Betrieb genommen. Die feierliche Eröffnahme nahm Oberbürgermeister Alexander Putz gegen 13:30 Uhr mit geladenen Ehrengästen vor.

An der Eröffnungszeremonie nahmen unter anderem teil: - Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler als Vertreter der Staatsregierung - Landrat Peter Dreier - Zahlreiche Bundestags- und Landtagsabgeordnete aus der Region - Sport-Bürgermeisterin Jutta Widmann - Stadtrat Helmut Radlmeier

Im Rahmen des Tages der Offenen Tür konnte die Öffentlichkeit das renovierte Stadion erstmals besichtigen. Das Programm umfasste: - Präsentation der Jugendteams (U9, U11, U13) mit Trainingseinheiten und -spielen - Zweistündiger Publikumslauf, bei dem Interessierte das Eis im neuen Stadion testen konnten - Öffentliche Trainingseinheit der DEL2-Mannschaft des EV Landshut

Anschließend wurde das Eisstadion in "Fanatec Arena" umbenannt, was eine neue Ära für die traditionsreiche Sportstätte einläutete.

Fazit

Die Generalsanierung des Eisstadions Landshut stellt ein herausragendes Beispiel für die erfolgreiche Modernisierung einer Sportstätte dar, bei der dringend notwendige Sanierungsarbeiten mit der Aufrechterhaltung des Spielbetriebs abgestimmt wurden. Die dreiteilige Vorgehensweise ermöglichte eine schrittweise Modernisierung ohne vollständige Stillegung der Anlage.

Die wichtigsten Ergebnisse der Sanierung sind: - Beseitigung der baulichen Mängel, insbesondere der maroden Dachkonstruktion - Modernisierung der technischen Infrastruktur mit energieeffizienten Systemen - Verbesserung der Sicherheit und der Zuschauerkonditionen - Schaffung nachhaltiger Betriebsbedingungen durch Reduzierung der Kapazität - Verbesserte Integration in das städtebauliche Umfeld

Das Projekt zeigt, wie durch eine sorgfältige Planung und Umsetzung auch ältere Sportstätten den Anforderungen des modernen Sports angepasst werden können, ohne ihre Funktion als wichtige Sport- und Veranstaltungsorte zu verlieren. Die Fanatec Arena ist nun eine zeitgemäße Sportstätte, die dem EV Landshut eine langfristige Perspektive für den professionellen Eissport in der Region bietet.

Quellen

  1. innovo Bau - Umbau und Modernisierung Eisstadion
  2. Stadionwelt - Eisstadion Sanierung Landshut prüft Fördermittelantrag
  3. Landshut baut - Generalsanierung Eisstadion
  4. Landshut.de - Städtische Eissportanlage
  5. idowa - Eisstadion Landshut wird wiedereröffnet

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