Einleitung
Emsflower, ein bedeutendes Gewächshausunternehmen und Erlebnispark im Emsland, befindet sich gegenwärtig in einer bedeutenden Expansionsphase. Das Unternehmen hat kürzlich mit einem umfangreichen Erweiterungsneubau begonnen, der die Produktionskapazitäten erheblich steigern und gleichzeitig nachhaltige Technologien implementieren soll. Dieser Artikel untersucht die aktuellen Bauprojekte, die innovativen Technologien sowie die nachhaltigen Praktiken, die bei Emsflower zum Einsatz kommen, und gibt Einblicke in die Verbindung zwischen moderner Gewächshausproduktion und visitor experience.
Das Erweiterungsprojekt in Emsbüren
Das derzeit größte Bauvorhaben bei Emsflower ist die Erweiterung der Gewächshausfläche um 13 Hektar in Emsbüren. Dieser Neubau ist bereits im Gange und markiert eine signifikante Investition in die Zukunft des Unternehmens. Laut Erwin Savenije wurde dieses Projekt Anfang des Jahres angekündigt und dient zunächst vor allem der Steigerung der Produktion von Beetpflanzen.
Besonders bemerkenswert an diesem Erweiterungsbau ist die Konzeption als Kombinationsgewächshaus. Im Gegensatz zu spezialisierten Gewächshäusern, die nur für bestimmte Pflanzenarten geeignet sind, ermöglicht diese Bauweise eine flexible Nutzung. Die bestehende Kapazität sowie die neue Erweiterung können sowohl für Beetpflanzen als auch für den Tomatenanbau genutzt werden. Diese multifunktionale Ausrichtung bietet Emsflower die Möglichkeit, auf veränderte Marktanforderungen flexibel zu reagieren.
Die Erweiterung ist nicht nur eine bloße Vergrößerung der Produktionsfläche, sondern spiegelt auch die strategische Ausrichtung des Unternehmens wider. Wie Erwin Savenije erklärt, steht dieser Neubau am Anfang weiterer möglicher Expansionsvorhaben: "Wenn dieser neue Komplex steht und gut funktioniert, schließe ich für die Zukunft auch andere Wege nicht aus. Man denke hierbei an den kommerziellen Salatanbau auf Wasser oder den ganzjährigen Anbau von verschiedenen Fruchtgemüsesorten."
Die Wahl des Standorts Emsbüren ist nicht zufällig. Das Emsland hat sich für Unternehmen zunehmend attraktiv entwickelt, obwohl die Möglichkeiten, Land zu kaufen, nicht mehr so einfach sind wie noch vor einigen Jahren. "Wir sind auch in der glücklichen Lage, dass wir noch Expansionsmöglichkeiten haben, auch wenn es nicht mehr so einfach ist, in unserer Region Land zu kaufen wie noch vor ein paar Jahren. In dieser Hinsicht merken wir durchaus, dass das Emsland für Unternehmen interessanter geworden ist", so Savenije.
Die Bauprojekte bei Emsflower demonstrieren die Bedeutung moderner Gewächshausarchitektur, die sowohl Produktionsziele als auch Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. Die Gestaltung der neuen Gewächshäuser muss Kompromisse zwischen Platzoptimierung, Energieeffizienz und idealen Wachstumsbedingungen für die Pflanzen finden.
Innovative Technologien in der Pflanzenproduktion
Bereits vor Beginn der Erweiterungsarbeiten setzte Emsflower auf innovative Technologien bei der Produktion von Topf- und Beetpflanzen. Das Unternehmen hat sich frühzeitig auf Automatisierung und robotergestützte Prozesse spezialisiert, um Effizienzsteigerungen und Qualitätsverbesserungen zu erreichen.
Ein zentrales Element dieser technologischen Ausrichtung sind Stecklingsroboter, die die Vermehrung von Pflanzen automatisieren. Diese Roboter übernehmen präzise Aufgaben wie das Setzten von Stecklingen in Anzuchtschalen, was eine hohe Wiederholgenauigkeit und gleichmäßige Pflanzenqualität gewährleistet. Parallel dazu kommen fortschrittliche Pflanzmaschinen zum Einsatz, die das Umpflanzen junger Pflanzen in größere Töpfe oder Beete übernehmen. Diese Automatisierungslösungen ermöglichen es, mit weniger Personal größere Mengen an Pflanzen zu produzieren, während gleichzeitig die körperliche Belastung der Mitarbeiter reduziert wird.
In der "Themenwelt Zukunft" können Besucher diese innovativen Technologien kennenlernen. Dieser Bereich des Parks ist speziell dafür konzipiert, neue Blumenzüchtungen sowie zukunftsweisende Erfindungen der Pflanzenzucht und -produktion zu präsentieren. Interaktive Ausstellungen und Demonstrationen geben Einblicke in die Forschungs- und Entwicklungsarbeit, die hinter den modernen Produktionsmethoden steht.
Die Kombination aus automatisierten Systemen und manueller Fachkompetenz bildet das Rückgrat der Produktionsstrategie von Emsflower. Während Roboter repetitive Aufgaben übernehmen, bleibt menschliches Fachwissen bei der Überwachung der Pflanzengesundheit, der Qualitätskontrolle und der Anpassung der Produktionsparameter essenziell.
Diese technologische Ausrichtung ermöglicht es Emsflower, sowohl auf dem Markt der Beetpflanzen als auch bei der Tomatenproduktion wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Investition in Automatisierungszentren reduziert langfristig die Produktionskosten und erhöht gleichzeitig die Qualität und Konsistenz der angebotenen Pflanzen.
Nachhaltige Energieversorgung: Das Emsflower BioPower Konzept
Ein herausragendes Merkmal des Emsflower-Konzepts ist die autarke Energieversorgung durch die "Emsflower BioPower" Anlage. Dieses System ermöglicht es dem Unternehmen, seinen gesamten Wärme- und Strombedarf ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe zu decken. Die Anlage nutzt unbehandeltes Holz aus der Landschaftspflege der Region – darunter Rückschnitte an Straßen und anderen öffentlichen Grünflächen – und verwandelt dieses nachwachsende Rohmaterial in Strom und Wärme für die Produktionsgewächshäuser.
Das Prinzip der Biomassenutzung ist ein zentraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie von Emsflower. Durch die Verwendung von Holzabfällen, die sonst entsorgt werden müssten, schafft das Unternehmen einen geschlossenen Stoffkreislauf und reduziert gleichzeitig seine CO2-Bilanz. Die Verbrennung des Holzes erzeugt sowohl elektrischen Strom für die Beleuchtung und Automatisierungssysteme als auch Wärme, die für die Beheizung der Gewächshäuse im Winter benötigt wird.
Die Integration der Energieerzeugung direkt am Produktionsstandort bietet mehrere Vorteile: Erstens werden Transportwege und damit verbundene Emissionen vermieden, da das Holz aus der unmittelbaren Umgebung stammt. Zweitens wird die Energieversorgung unabhängig von schwankenden Energiemärkten und Preisschwankungen. Drittens entstehen durch die Koppelung von Strom- und Wärmeerzeugung hohe Gesamtnutzungsgrade, was die Effizienz des Systems maximiert.
Das BioPower-Konzept ist ein Paradebeispiel für die Verbindung von landwirtschaftlicher Produktion und dezentraler Energieerzeugung. Es zeigt auf, wie moderne Gewächshausbetriebe ihre Energiebedürfnisse durch nachwachsende Rohstoffe decken und gleichzeitig zur Versorgung der Region mit erneuerbarer Energie beitragen können.
Nachhaltige Schädlingsbekämpfung und Wassermanagement
Neben der nachhaltigen Energieversetzung legt Emsflower besonderen Wert auf umweltfreundliche Praktiken in der Schädlingsbekämpfung und im Wassermanagement. Das Unternehmen verfolgt hier einen integrierten Ansatz, der den Einsatz chemischer Pestizide minimiert und stattdessen auf natürliche Kontrollmechanismen setzt.
Bei der Schädlingsbekämpfung setzt Emsflower so weit wie möglich Nützlinge ein. Diese biologische Schädlingsbekämpfung nutzt natürliche Feinde von Schädlingen, um deren Populationen zu kontrollieren. In den Gewächshäusern werden gezielt bestimmte Nützlingsarten ausgesetzt, die sich von Schädlingen wie Blattläusen, Spinnmilben oder Thripsen ernähren. Dieser Ansatz hat den Vorteil, dass er umweltverträglich ist und keine Rückstände auf den Pflanzen hinterlässt.
Um den Einsatz von Nützlingen zu optimieren, kommen Leimtafeln zum Einsatz. Diese fallenhaften Fallen sind an den Gewächshauswänden angebracht und fangen Schädlinge ein. Regelmäßige Kontrollen dieser Tafeln ermöglichen es den Mitarbeitern, den Befallsgrad genau zu überwachen und gezielt Nützlinge auszusetzen, wenn bestimmte Schädlingsschwellen erreicht sind. Dieses monitoringbasierte System reduziert unnötige Eingriffe und stellt sicher, dass Nützlinge nur dann eingesetzt werden, wenn sie tatsächlich benötigt werden.
Beim Wassermanagement konzentriert sich Emsflower auf die effiziente Nutzung dieser wertvollen Ressource. Bei der Pflanzenpflege geht erhebliche Wassermenge durch, weshalb das Unternehmen Wasser sparende Bewässerungstechniken einsetzt. Obwohl die genauen Details der Wassermanagementsysteme in den Quellen nicht näher beschrieben werden, ist anzunehmen, dass moderne Tropfbewässerungs- oder Recyclingsysteme zum Einsatz kommen, die den Wasserverbrauch minimieren und gleichzeitig eine präzise Versorgung der Wurzeln mit Wasser und Nährstoffen gewährleisten.
Die Kombination dieser nachhaltigen Praktiken – von der Energieerzeugung über die Schädlingsbekämpfung bis hin zum Wassermanagement – macht Emsflower zu einem Vorreiter in der umweltfreundlichen Gewächshausproduktion. Diese Ansätze nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft, da sie die Betriebskosten langfristig senken und gleichzeitig die Produktqualität verbessern.
Verbindung von Produktion und Besuchererlebnis
Emsflower verbindet die gewerbliche Pflanzenproduktion mit einem Besuchererlebnispark, das Einblicke in die Arbeitswelt des Gewächshauses gewährt. Dieser Ansatz schafft eine einzigartige Verbindung zwischen Landwirtschaft und Tourismus und ermöglicht es Besuchern, moderne landwirtschaftliche Praktiken hautnah zu erleben.
Den Mittelpunkt des Parks bilden das Spieleparadies und das Restaurant, drumherum liegen verschiedene Themengärten und Attraktionen. Das Schaugewächshaus zeigt Besuchern die Vielfalt der Pflanzenwelt, während der tropische Schmetterlingsgarten mit mehr als 1.000 freifliegenden Faltern aus Costa Rica und Malaysia beeindruckt. Der Tropengarten präsentiert außergewöhnliche Pflanzen und Tiere aus aller Welt und bietet so einen Kontrast zur kommerziellen Pflanzenproduktion.
Besonders im Winterhalbjahr zeigt Emsflower sein Können bei der Gestaltung besonderer Veranstaltungen. Jeden Freitag im November verwandelt sich der Tropengarten in ein "funkelndes Dschungelparadies mit Lichterketten, Kerzenschein und Laternen". Dieses "weihnachtliche Lichtermeer" ist bis 21:00 Uhr geöffnet und bietet Besuchern ein besonderes Erlebnis bei Einbruch der Dunkelheit. Ab 17:00 Uhr startet ein stimmungsvolles By-Night-Programm mit Duft von frisch gebackenen Waffeln, Marktständen mit handgemachten Produkten und winterlichen Snacks. Für Kinder gibt es besondere Highlights wie Kinderschminken und bunte Glitter-Tattoos.
Diese Veranstaltungen zeigen, wie Emsflower seine Infrastruktur – insbesondere die Gewächshäuser und tropischen Gärten – ganzjährig nutzen kann. Während die Sommermonate durch die Blütenpracht und die grünen Anlagen geprägt sind, bieten die Winterlichter eine alternative Attraktion, die Besucher auch in der kälteren Jahreszeit anlockt.
Der Eintritt zu Emsflower ist kostenpflichtig, wobei folgende Preise gelten: - Erwachsene: 12,00 € - Kinder (3-11 Jahre): 8,00 € - Ermäßigt: 8,00 €
Besonders erwähnenswert ist, dass Emsflower auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet ist, mit Ausnahme von 24. Dezember, 1. Weihnachtstag, Silvester und Neujahr. Diese Öffnungszeiten machen den Park zu einem ganzjährigen Ausflugsziel in der Region.
Fazit
Das Emsflower-Projekt zeigt eindrucksvoll, wie moderne Gewächhausproduktion mit Nachhaltigkeitsaspekten und Besuchererlebnissen verbunden werden kann. Der derzeit laufende Erweiterungsneubau von 13 Hektar Gewächshausfläche unterstreicht die Ambitionen des Unternehmens, seine Marktposition weiter auszubauen und gleichzeitig innovative Technologien zu implementieren. Die flexible Gestaltung als Kombinationsgewächshaus ermöglicht die Produktion sowohl von Beetpflanzen als auch Tomaten und bietet so eine breite Produktpalette.
Besonders hervorzuheben ist der nachhaltige Ansatz von Emsflower, der sich in mehreren Bereichen zeigt: Die autarke Energieversorgung über die BioPower-Anlage, der Einsatz biologischer Schädlingsbekämpfungsmethoden und das bewusste Wassermanagement demonstrieren, dass ökologische und wirtschaftliche Ziele Hand in Hand gehen können. Die Verbindung mit dem Besuchererlebnispark schafft zusätzliche Werte und trägt zur regionalen Wertschöpfung bei.
Die strategische Entscheidung, im Emsland zu expandieren, zeigt, dass die Region für Unternehmen immer attraktiver wird – trotz wachsender Herausforderungen bei der Verfügbarkeit von Land. Emsflower steht damit als Beispiel für moderne, nachhaltige Landwirtschaft, die Innovation, Umweltschutz und Besucherorientierung verbindet.