Umbau in Hamm-Rhynern: Aus Finke wird Höffner - Bauprojekt mit Bedingungen

Einleitung

Der Standort des Möbelhauses Finke in Hamm-Rhynern befindet sich seit Mitte 2019 in einem umfassenden Transformationsprozess. Nach der Übernahme durch die KHG-Gruppe von Kurt Krieger, die bereits im Herbst 2018 erfolgte, wurde das Projekt ins Leben gerufen, das traditionsreiche Möbelhaus in ein modernes Höffner-Einkaufszentrum umzuwandeln. Dieser Umbau stellt nicht nur architektonische und bauliche Herausforderungen dar, sondern ist auch mit erheblichen Investitionen und politischen Entscheidungen verbunden. Die vorliegenden Informationen beleuchten den aktuellen Stand des Projekts, die Bedingungen für seine Realisierung sowie die wirtschaftlichen und städtebaulichen Implikationen.

Hintergrund des Projekts

Die Geschichte des Finke-Standorts in Hamm-Rhynern ist untrennbar mit der Übernahme durch die Höffner-Gruppe verbunden. Im Herbst 2018 übernahm Höffner das Paderborner Unternehmen Finke, was den Startschuss für die Umwandlung des Rhynerner Standorts gab. Bereits im Sommer 2019 wurde mit einem Abverkauf der Finke-Ware begonnen, um den Bestand vor der geplanten umfangreichen Renovierung zu reduzieren. Ende August 2019 folgte dann die Schließung der beiden Verkaufshäuser, um mit den umfangreichen Umbauarbeiten beginnen zu können.

Das Investitionsvolumen für die Renovierung wird als "zweistelliger Millionenbetrag" beschrieben, was auf ein erhebliches finanzielles Engagement hindeutet. Nach Abschluss der ersten Bauphase konnte das Hauptgebäude bereits drei Monate später wiedereröffnet werden. Interessanterweise wurde das ehemalige Carré-Gebäude nach der Renovierung nicht mehr als Verkaufsfläche genutzt, sondern ausschließlich als Lager umfunktioniert.

Aktueller Stand der Baugenehmigung

Ein wesentlicher Meilenstein für das Projekt wurde erreicht, als die Baugenehmigung für das Möbelzentrum Finke in Rhynern an der Autobahn 2 rechtskräftig wurde. Dies bestätigte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann auf Anfrage des Westfälischen Anzeigers. Die rechtskräftige Genehmigung beseitigt die letzten rechtlichen Hürden für den Baubeginn und ermöglicht die planmäßige Fortführung des Projekts.

Die Tatsache, dass die Baugenehmigung nun unanfechtbar ist, unterstreicht die formalen Voraussetzungen für die umfangreichen Umbau- und Neubaumaßnahmen, die auf dem Gelände durchgeführt werden sollen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die Realisierung der Pläne der KHG-Gruppe, die mit erheblichen Investitionen und einer Umwandlung des Standorts verbunden sind.

Die Bedingungen von Kurt Krieger für die Projektfortführung

Obwohl die Baugenehmigung erteilt ist und ursprünglich Pläne für einen umfangreichen Umbau bestanden, hat Kurt Krieger, Inhaber der KHG-Gruppe und Eigentümer von Höffner, Bedingungen für die Fortführung des Projekts in Hamm-Rhynern gestellt. Diese Bedingungen könnten dazu führen, dass die ursprünglichen Plane komplett verworfen werden.

Laut Berichten des Westfälischen Anzeigers will Krieger 40 bis 50 Millionen Euro investieren und 150 neue Arbeitsplätze schaffen. Allerdings knüpft er diese Investition an die Erweiterung des Geländes um ein drittes, zusätzliches Gebäude. Dieses Gebäude soll laut den Angaben 44 Meter hoch, 100 Meter lang und 40 Meter breit werden. Diese Dimensionen würden eine signifikante bauliche Veränderung des vorhandenen Komplexes darstellen und stößen bei der ansässigen Bevölkerung auf Ablehnung.

Ein weiteres zentrales Element der Bedingungen von Krieger ist sein Drängen auf ein "positives Votum für die Erweiterungspläne" seitens der Politik. Sollte dieses politische Votum nicht positiv ausfallen, hat Krieger angekündigt, den Standort nach dem am 1. Juni beginnenden Ausverkauf geschlossen zu lassen. Diese Androhung verdeutlicht die Verhandlungsposition des Investors und die politische Dimension des Projekts.

Die geplante Umwandlung von Finke zu Höffner

Die ursprünglichen Pläne für den Standort in Hamm-Rhynern sahen vor, das Gebäude nach umfangreicher Renovierung im Herbst als neues Höffner-Haus wiederzueröffnen. Parallel dazu war vorgesehen, den Carré-Markt zu schließen und stattdessen einen Preisrebell zu eröffnen. Diese Pläne könnten jedoch aufgrund der von Krieger gestellten Bedingungen über den Haufen geworfen werden.

Die Umwandlung von Finke zu Höffner ist bereits äußerlich sichtbar, da der neue Name in großen weißen Buchstaben auf rotem Grund an der Fassade angebracht wurde. Diese visuelle Veränderung markiert den Beginn der Transformation des Möbelhauses und unterstreicht die bereits eingeleitete Neuausrichtung des Standorts.

Die Umwandlung betrifft nicht nur die Namensgebung und das äußere Erscheinungsbild, sondern auch die Sortimentsgestaltung und die Kundenansprache. Höffner positioniert sich als modernes Möbelhaus mit einem breiten Sortiment und attraktiven Preisen, was eine grundlegende Neuausrichtung des bisherigen Finke-Konzepts darstellt.

Wirtschaftliche Bedeutung und Arbeitsplatzperspektiven

Das Projekt in Hamm-Rhynern hat erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für die Region. Die von Kurt Krieger angekündigten Investitionen von 40 bis 50 Millionen Euro stellen ein signifikantes Wirtschaftsvolumen dar, das positive Effekte für die lokale Wirtschaft haben wird. Noch wichtiger ist die Schaffung von 150 neuen Arbeitsplätzen, was einen deutlichen Beitrag zur Stärkung des Arbeitsmarktes in Hamm und Umgebung leisten würde.

Die Schaffung neuer Arbeitsplätze ist insbesondere im Einzelhandelsbereich von großer Bedeutung, da dieser traditionell viele Arbeitsplätze bietet. Die neuen Stellen könnten sowohl in der Verkaufsfläche als auch in den erweiterten Lagerbereichen des ehemaligen Carré-Gebäudes entstehen.

Städtebauliche Aspekte und Widerstand in der Bevölkerung

Das geplante zusätzliche Gebäude mit den Dimensionen von 44 Metern Höhe, 100 Metern Länge und 40 Metern Breite stößt bei der Bevölkerung auf Ablehnung und wird bereits jetzt als "Dorn im Auge" wahrgenommen. Diese Reaktion verdeutlicht die Spannung zwischen wirtschaftlichen Interessen und städtebaulichen Belangen sowie die Erwartungshaltung der Anwohner an die Gestung des Ortsbildes.

Die Dimensionen des geplanten Neubaus wären für die Umgebung nicht unbedeutend und könnten das Stadtbild nachhaltig verändern. Dies erklärt den Widerstand in der Bevölkerung und die politische Sensibilität des Themas. Die KHG-Gruppe muss bei der Realisierung ihrer Pläne also nicht nur die baurechtlichen Vorgaben beachten, sondern auch die städtebaulichen Belange und die Akzeptanz in der Bevölkerung berücksichtigen.

Politische Dimension des Projekts

Die politische Dimension des Projekts wird durch die Forderung von Kurt Krieger nach einem "positiven Votum für die Erweiterungspläne" seitens der Politik deutlich. Diese Forderung unterstreicht die politische Sensibilität des Vorhabens und die Notwendigkeit einer breiten politischen Unterstützung für die Umsetzung der Pläne.

Die Stadt Hamm steht vor der Herausforderung, die wirtschaftlichen Vorteile des Projekts – hohe Investitionen, neue Arbeitsplätze – mit den städtebaulichen Belangen und den Bedenken der Bevölkerung in Einklang zu bringen. Die politische Entscheidung wird daher maßgeblich über die Zukunft des Standorts in Hamm-Rhynern entscheiden.

Zeitlicher Ablauf des Projekts

Der Zeitplan für das Projekt in Hamm-Rhynern folgt einer klaren Chronologie:

  1. Sommer 2019: Beginn des Abverkaufs der Finke-Ware
  2. Ende August 2019: Schließung der beiden Verkaufshäuser für die Umbauarbeiten
  3. 1. Juni 2020: Beginn des Räumungsverkaufs
  4. Herbst 2020: Geplante Wiedereröffnung als Höffner-Haus (ursprünglicher Plan)
  5. Unbestimmter Zeitpunkt: Entscheidung über die Erweiterungspläne und den Bau des dritten Gebäudes

Dieser Zeitplan zeigt, dass das Projekt bereits seit fast zwei Jahren läuft und sich aktuell in einer entscheidenden Phase befindet. Die politische Entscheidung über die Erweiterungspläne wird darüber entscheiden, ob der ursprüngliche Zeitplan eingehalten werden kann oder ob es zu Verzögerungen kommt.

Fazit

Das Umbauprojekt des ehemaligen Finke-Möbelhauses in Hamm-Rhynern zu einem modernen Höffner-Einkaufszentrum steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Während die Baugenehmigung für den Hauptstandort rechtskräftig ist und die bauliche Umwandlung bereits begonnen hat, hängt die weitere Entwicklung entscheidend von den politischen Entscheidungen über die Erweiterungspläne ab. Die von Kurt Krieger gestellten Bedingungen – insbesondere der Bau eines zusätzlichen Gebäudes und das positive Votum der Politik – könnten dazu führen, dass die ursprünglichen Pläne überarbeitet werden müssen.

Das Projekt hat erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für die Region durch die angekündigten Investitionen von 40 bis 50 Millionen Euro und die Schaffung von 150 neuen Arbeitsplätzen. Gleichzeitig stößt die geplante Erweiterung auf Widerstand in der Bevölkerung, was die politische Dimension des Vorhabens unterstreicht.

Die weitere Entwicklung des Projekts wird maßgeblich von den politischen Entscheidungen abhängen und zeigt die Spannung zwischen wirtschaftlichen Interessen und städtebaulichen Belangen. Unabhängig von der Entscheidung über die Erweiterungspläne wird die Umwandlung von Finke zu Höffner das Erscheinungsbild des Standorts in Hamm-Rhynern nachhaltig verändern und die Möbelhandelslandschaft in der Region prägen.

Quellen

  1. Krieger stellt Bedingungen für den Verbleib in Hamm-Rhynern
  2. Baugenehmigung rechtskräftig: Finke vor Baustart
  3. Finke in Hamm-Rhynern: Höffner-Umbau nur unter Bedingungen
  4. Höffner statt Finke: Eröffnung steht unübersehbar bevor

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