Sanierung der Franziskanerkirche in Salzburg: Modernisierung eines tausendjährigen Kulturerbes

Einleitung

Die Franziskanerkirche Zu Unserer Lieben Frau in der Salzburger Altstadt stellt eines der bedeutendsten kulturhistorischen Bauwerke der Stadt dar. Mit Wurzeln, die bis ins frühe Christentum Salzburgs zurückreichen, zählt diese Kirche zu den denkmalgeschützten Objekten und steht unter besonderem Schutz. In den kommenden zwei Jahren wird das rund 1.000 Jahre alte Kloster generalsaniert, wobei Kosten in Höhe von elf Millionen Euro anfallen. Um dieses ehrgeizige Vorhaben zu finanzieren, hat der Franziskanerorden Benefizkonzerte initiiert. Die Renovierung betrifft nicht nur den barocken Gebäudeteil mit dem alten Kreuzgang, sondern auch die grundlegende Erneuerung der technischen Infrastruktur. Gleichzeitig soll die Anlage künftig besser für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, insbesondere durch den Einbau eines Lifts und die teilweise Öffnung des Klostergartens. Dieser Artikel beleuchtet die Geschichte der Kirche, die geplanten Sanierungsmaßnahmen und die Bedeutung des Projekts für den Erhalt des Salzburger Kulturerbes.

Geschichte und architektonische Bedeutung

Die Franziskanerkirche ist untrennbar mit der Stadtgeschichte Salzburgs verbunden. Ihre Geschichte reicht – ähnlich wie die des Salzburger Domes – bis in die Frühzeit des christlichen Salzburg zurück und wird sogar für älter gehalten als der Dombau des hl. Virgil. Ursprünglich trug die Kirche den Namen "Unsere Liebe Frau" und diente als Tauf- und Synodalkirche der Stadt, quasi die Kirche der Bürgerschchaft, die im Kontrast zur Kirche der Fürsterzbischöfe stand.

Die bauliche Entwicklung der Kirche lässt sich in mehrere Phasen unterteilen. Eine neue Weihe im Jahr 1223 lässt auf einen damals fertiggestellten Neubau schließen, wobei der heutige Langhausbereich bereits ins 12. Jahrhundert zurückreichen dürfte. Beim Stadtbrand von 1267 wurde die Marienkirche großteils zerstört. Nach 1408 wurde ein weitgehender Neubau erwogen, der wenige Jahre später unter Meister Hans von Burghausen begonnen und nach dessen Tod im Jahr 1432 von Stephan Krumenauer beendet wurde. Baulich besteht die Kirche aus zwei Teilen: der ursprünglich romanischen Langhaus-Basilika mit dem Kreuzrippengewölbe und daran anschließend einem feingliedrigen spätgotischen Chor mit Sternrippengewölbe. Besonders hervorzuheben ist der herrliche Hallenchor, der den wirkungsvollen Gegensatz von Licht und Dunkel schafft, der die Franziskanerkirche so besonders macht.

1592 übergab Wolf Dietrich von Raitenau die Kirche den neu ins Land gerufenen Franziskanern als Klosterkirche. Während des von Wolf Dietrich angestrebten Neubaus des Domes diente die Franziskanerkirche wieder als Pfarrkirche. 1614 wurden die Franziskaner von den pfarrlichen Pflichten enthoben, die sie seit 1592 ausübten. 1635 wurde schließlich Paris Lodron die Pfarrkirche vollständig dem Orden übergeben, worüber die Urkunde 1642 ausgestellt wurde.

Die Kirche beherbergt bedeutende Kunstschätze. Michael Pacher erhielt den Auftrag für den Hochaltar, an dessen Umsetzung er von 1495 bis zu seinem Tod 1498 arbeitete. Ursprünglich stammte der ganze Altar vom berühmten Künstler, aber nur die Madonna ist erhalten geblieben. Später krönte Fischer von Erlach die Kirche mit seinem Hochaltar in den Jahren 1709–1710, in dessen Gestaltung er die thronende Muttergottesfigur Michael Pachers einbezog. Die neun Kapellen des Chorumgangs wurden ebenfalls barockisiert.

Für lange Zeit galt der romanisch-gotische Stil der Kirche als rückständig und entartet. Nur der "römische Stil" (Renaissance und seine Weiterentwicklung in Barock und Rokoko) galt als ästhetisch. So wollte zuletzt Erzbischof Colloredo die "unschöne" Kirche zur Gänze abreißen lassen und an deren Stelle eine "Rotunde in römischer Arth" als Hofkapelle und als Mausoleum der Erzbischöfe neu errichten. 1793 gab Colloredo diesen Plan jedoch wegen Unzulänglichkeiten von Bauarbeitern beim Abriss der nächstgelegenen Dietrichruh der Salzburger Residenz und aus allgemeinen "ökonomischen Gründen" wieder auf.

Das Sanierungsprojekt

Das über Jahrhunderte gewachsene Gebäudekomplex des Franziskanerklosters in der Salzburger Altstadt wird nun umfassend modernisiert. Die generalsanierung betrifft das gesamte Ensemble und soll in den kommenden zwei Jahren durchgeführt werden. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf beachtliche elf Millionen Euro, eine Summe, die durch Benefizveranstaltungen und öffentliche Förderung aufgebracht werden muss.

Bei der Sanierung handelt es sich um ein sehr umfangreiches Vorhaben, das weit über reine kosmetische Maßnahmen hinausgeht. Laut Experten sind die Arbeiten äußerst komplex und erfordern spezialisierte Fachkräfte. Besonders hervorzuheben ist der Umstand, dass die Grundmauern des Klosters aus der vor-franziskanischen Zeit rund tausend Jahre alt sind und mit besonderer Sorg behandelt werden müssen. Diese historischen Substanz stellt eine besondere Herausforderung für die Planung und Durchführung der Sanierungsarbeiten dar.

Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch mehrere Quellen. Einen wichtigen Beitrag leistet die Stadt Salzburg, die dem Salzburger Franziskanerkloster für seine Sanierung 740.000 Euro bewilligt hat. Diese Förderung erfolgte auf Antrag der KPÖ Plus im Kulturausschuss der Stadt. Dennoch bleibt ein erheblicher Betrag zu finanzieren, weshalb der Franziskanerorden Benefizkonzerte organisiert, um zusätzliche Spenden für die Klosterrenovierung zu sammeln.

Technische Aspekte der Renovierung

Die Sanierung des Franziskanerklosters betrifft verschiedene Bereiche des Gebäudekomplexes. Einerseits werden die historischen Bausubstanz saniert, andererseits wird die technische Infrastruktur auf den neuesten Stand gebracht. Von der Sanierung sind unter anderem der barocke Gebäudeteil mit altem Kreuzgang betroffen, aber auch Strom-, Heiz- und Wasserleitungen müssen vollständig erneuert werden.

Besonders anspruchsvoll ist die Sanierung des barocken Teils des Klosters, der mit dem alten Kreuzgang ein architektonisches Ensemble von besonderem historischem Wert bildet. Hier müssen moderne Anforderungen an Sicherheit und Komfort mit dem Erhalt des historischen Charakters in Einklang gebracht werden. Die Herausforderung besteht darin, denkmalgerecht zu sanieren, ohne den historischen Charakter des Baus zu beeinträchtigen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Sanierung ist die Erneuerung der technischen Infrastruktur. Die Strom-, Heiz- und Wasserleitungen des Klosters sind in die Jahre gekommen und müssen durch moderne, effiziente Systeme ersetzt werden. Diese Maßnahme ist nicht nur für den ordnungsgemäßen Betrieb des Klosters notwendig, sondern trägt auch zur Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bei.

Barrierefreiheit und öffentliche Nutzung

Ein zentrales Anliegen der Sanierung ist die verbesserte Zugänglichkeit der Klosteranlage für die Öffentlichkeit. Durch den Einbau eines Lifts sowie eines brandsicheren Stiegenhauses werden künftig Barrierefreiheit und Brandschutz gewährleistet. Diese Maßnahmen ermöglichen es auch mobilitätseingeschränkten Personen, die Räumlichkeiten des Klosters zu besuchen und die Kirche zu erleben.

Darüber hinaus soll die altehrwürdige Klosteranlage künftig von der Öffentlichkeit besser genutzt werden können. Der Klostergarten, der als wichtige Grünfläche in der Salzburger Altstadt dient, soll ab und zu öffentlich zugänglich gemacht werden. Ziel ist es, dass die neuen Veranstaltungsräume und der Klostergarten künftig besser für öffentliche Anlässe nutzbar gemacht werden – zum Beispiel für die Tage der Archive, den Welterbetag oder für die Lange Nacht der Museen.

Die Magistratsabteilung der Stadt Salzburg wird auf Beschluss des Kulturausschusses Gespräche mit Vertretern des Klosters führen, um die Umsetzung dieser Öffnungskonzepte zu koordinieren. Dies unterstreicht das Bestreben, das Kloster stärker in das kulturelle Leben der Stadt zu integrieren und es einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Fundraising und Gemeinschaftsbeteiligung

Um die Kosten von elf Millionen Euro für die Sanierung aufbringen zu können, hat der Franziskaner Benefizkonzerte organisiert. Der Auftakt fand am 29. Juli mit einem Konzert des Organisten Markus Stepanek mit Werken von Johann Sebastian Bach bis Mozart und Beethoven statt. Ein weiteres Highlight war das "Orgel Surround" am 2. August, bei dem alle drei Orgeln der Kirche gespielt wurden. Noch bis 23. August fanden zudem die 42. Internationalen Orgelkonzerte in der Franziskanerkirche statt, bei denen internationale Organisten aus Russland, Deutschland und Italien gastierten.

Diese Veranstaltungen dienen nicht nur der kulturellen Bereicherung des Publikums, sondern auch der Mittelbeschaffung für die dringend notwendige Sanierung. Die Organisation solcher Konzerte zeigt das Engagement des Ordens, die Finanzierung des Projekts durch die aktive Einbindung der Salzburger Bevölkerung zu sichern.

Die Franziskanerkirche ist bereits heute ein Ort der seelsorgerischen Arbeit und des kulturellen Lebens. Die Kirche bietet einen verstärkten Beichtdienst an – täglich fünf Stunden stehen die drei Franziskaner zur Verfügung. Längerfristig trägt die Sanierung dazu bei, diese wichtige Funktion weiter zu stärken und die Räumlichkeiten für die Seelsorge und kulturelle Veranstaltungen attraktiver zu gestalten.

Fazit

Die Sanierung der Franziskanerkirche in Salzburg ist ein Projekt von großer historischer und kultureller Bedeutung. Das tausendjährige Klosterensemble, das zu den denkmalgeschützten Objekten der Stadt zählt, benötigt dringend eine umfassende Erneuerung, um seine Funktion als Ort der Seelsorge, Kultur und Begegnung auch in Zukunft erfüllen zu können. Mit Kosten von elf Millionen Euro handelt es sich um ein ehrgeiziges Vorhaben, das durch die Kombination öffentlicher Förderung, privater Spenden und des Engagements des Franziskanerordens realisiert wird.

Die Sanierung betrifft nicht nur die historische Bausubstanz, sondern auch die technische Infrastruktur des Klosters. Gleichzeitig wird durch den Einbau barrierefreier Zugänge und die teilweise Öffnung des Klostergartens die öffentliche Nutzung des Ensembles verbessert. Dies unterstreicht die Bedeutung des Projekts nicht nur für den Erhalt des Kulturerbes, sondern auch für die Weiterentwicklung des Ortes als lebendiger Teil des Salzburger Stadtlebens.

Die Sanierung der Franziskanerkirche ist somit mehr als nur eine bauliche Maßnahme – sie ist die Investition in die Zukunft eines historischen Ortes, der seit Jahrhunderten das geistliche und kulturelle Leben der Stadt prägt und weiter prägen wird.

Quellen

  1. Franziskaner sammeln Spenden für Renovierung
  2. Franziskanerkirche
  3. Franziskanerkirche Zu Unserer Lieben Frau
  4. Renovierung des Franziskanerklosters
  5. Franziskanerkirche Salzburg: Wo Stadtseelsorge großgeschrieben wird
  6. Franziskanerkirche (Salzburg)

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