Sanierung und Entwicklung des Funkerbergs in Königs Wusterhausen: Historische Bedeutung meets moderne Technik

Einleitung

Der Funkerberg in Königs Wusterhausen ist eine von weither sichtbare Landmarke mit einer besonderen historischen Bedeutung. Als Wiege des deutschen Rundfunks sendete von hier im Jahr 1920 die erste Rundfunksendung in Deutschland. Heute wird das Areal umfassend saniert und entwickelt. Im Mittelpunkt steht die Sanierung des Sender- und Funktechnikmuseums, das nach Abschluss der Arbeiten im Frühjahr 2024 wiedereröffnet werden soll. Gleichzeitig werden Pläne für die Entwicklung eines Technologieparks vorangetrieben, der die Region als Standort für High-Tech-Unternehmen stärken soll. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Baumaßnahmen, die historische Bedeutung des Areals und die zukünftigen Entwicklungsperspektiven.

Historische Bedeutung des Funkerbergs

Der Funkerberg beschreibt eine circa 130 Hektar große Fläche im nordwestlichen Stadtgebiet von Königs Wusterhausen. Mit seiner Höhe von 210 Metern stellt er eine weithin sichtbare Landmarke dar. Nördlich grenzen an den Funkerberg die Autobahn A10 Berliner Ring und das A10-Center der Nachbargemeinde Wildau an.

Die kulturhistorische Bedeutung des Funkerbergs ist einzigartig. Hier, im damaligen Schenower Forst, wurde am 22. Dezember 1920 die erste Rundfunksendung in Deutschland ausgestrahlt. Dieser Meilenstein der Medien- und Kommunikationsgeschichte begründete den Ruf des Funkerbergs als Wiege des "Deutschen Rundfunks". Die denkmalgeschützten Senderhäuser sowie der 210 Meter hohe Sendemast, neben dem Schloss eines der Wahrzeichen Königs Wusterhausens, zeugen noch heute von den Anfängen des Deutschen Rundfunks.

Das Senderhaus 1, auf dem Funkerberg der heutigen Rundfunkstadt, wurde im Jahr 1916 in Betrieb genommen. Damals war nicht daran zu denken, dass dieser Ort einmal ein Museum als Wiege des Rundfunks werden würde. Die Ausstellungsflächen des Senderhauses 1 liegen heute in sechs verschiedenen Ebenen, die alle nur über Treppen erreichbar sind.

Im Jahr 2006 erwarb die Stadt Königs Wusterhausen dieses Areal von der Deutschen Telekom. Seitdem hat sich einiges getan. Meilensteine waren beispielsweise die Wiedereröffnung des Sender- und Funktechnikmuseums, die Sicherung des Senderhauses 1 als Museums- und Veranstaltungsstätte, die Bebauung des Wohngebietes Funkerberg 2 / Schulweg und der Ausbau der Straße zum Funkerberg, der im Sommer 2014 abgeschlossen wurde.

Sanierung des Sender- und Funktechnikmuseums

Das Sender- und Funktechnikmuseum auf dem Funkerberg wird derzeit umfassend saniert. Die umfangreichen Bauarbeiten begannen nach der Schließung des Museums und sollen im Frühjahr 2024 abgeschlossen werden. Anschließend ist die Wiedereröffnung geplant. Während der Bauphase bietet das Museum regelmäßige Entdeckertouren für angemeldete Besucher an.

Kern der Sanierung: Barrierefreier Zugang

Ein zentraler Aspekt der Sanierung ist die Schaffung eines barrierefreien Zugangs zum Museum. Nach ersten Überlegungen für eine "kleine" Lösung wurde im Jahr 2017 der Entschluss gefasst, das Senderhaus 1 umfassend zu betrachten. Dabei standen vor allem die Schaffung eines barrierefreien Zugangs im Fokus, sowie eine museumsunabhängige Nutzung von Kultursaal und Maschinensaal. Auch die Schaffung den heutigen Anforderungen entsprechender Sanitärbereiche und eines eigenen Kassenbereichs sind Teil der Umbaupläne.

Technische Umsetzung der Sanierung

Die technische Umsetzung der Sanierung ist komplex und erfordert präzise Planung und Ausführung. Kernstück der umfangreichen Sanierung ist der neue (barrierefreie) Eingangsbereich aus Glas. Dieser Glasbau wird derzeit fertiggestellt und in den nächsten Wochen soll der Fahrstuhl eingebaut werden, der die verschiedenen Ebenen des Museums barrierefrei erschließt.

Im Rahmen der Verjüngungskur des Sendehauses mussten insgesamt 120 Fenster unter Auflagen des Denkmalschutzes saniert oder ausgetauscht werden. Dies stellt eine besondere Herausforderung dar, da einerseits die Anforderungen des Denkmalschutzes beachtet werden müssen, andererseits aber auch moderne Standards für Energieeffizienz und Barrierefreiheit umgesetzt werden müssen.

Die Bauarbeiten umfassen auch die Umgestaltung der Innenräume. So soll in einem Raum speziell eine Audio-Werkstatt entstehen. Zudem werden neue Vitrinen für den Maschinensaal beschafft, die derzeit in Folie verpackt auf ihren Einsatz zur Wiedereröffnung warten.

Bauphasen und Zeitplan

Die Sanierung des Senderhauses 1 erfolgt in mehreren Phasen. Nach der Einrichtung der Baustelle und den ersten Vorbereitungsarbeiten, darunter das Aufstellen von Bohrgeräten und die Vorbereitung der Baustelle, begannen die eigentlichen Umbauarbeiten. Ein markantes Element der Baustelle war die große, blaue Anlage vor dem Senderhaus 1, die mehrere Monate die Baustelle prägte.

Besonders beeindruckend sind die Arbeiten an der ehemaligen Decke des Senderhauses 1, deren Teile in Quader von etwa 1,5 mal 2,5 Metern zerschnitten wurden. Diese Arbeiten erfordern präzises Handwerk und sorgfältige Planung, um die historische Bausubstanz zu erhalten und gleichzeitig die notwendigen Veränderungen für die neue Nutzung umzusetzen.

Derzeit (Stand Oktober 2023) sind die Arbeiten im vollen Gange. Die Wiedereröffnung des Museums ist für das Frühjahr 2024 geplant.

Zukünftige Entwicklung: Der Technologiepark

Neben der Sanierung des bestehenden Museums verfolgt die Stadt Königs Wusterhausen ambitionierte Pläne für die weitere Entwicklung des Funkerbergs. Im Bebauungsplan Funkerberg / Nordwest, der im Juli 2015 beschlossen wurde, ist die Bebauung und Erschließung des geplanten Technologieparks geregelt. Bereits im April 2014 hatten die Stadtverordneten die Entwicklung eines solchen Technologieparks auf dem 13,2 Hektar großen Gebiet östlich der B179 in Höhe der Autobahnabfahrt beschlossen.

Eine 2010 in Auftrag gegebene Potenzialstudie hatte ergeben, dass sich die Region um Königs Wusterhausen prinzipiell für die Ansiedlung von High-Tech-Firmen eignet. Als Schwerpunktbranchen wurden die Bereiche Luft- und Raumfahrt, Kommunikations- und Informationstechnik, Logistik / Telematik, Energietechnik und Life Science ermittelt. Auch im Standortentwicklungskonzept des Regionalen Wachstumskerns Schönefelder Kreuz ist der städtebaulich hochwertige Technologiepark verankert.

Die Entwicklung des Funkerbergs wird von zwei Gesellschaften betreut, die sich um die Entwicklung und Betreuung des Areals kümmern. Lassen Aussagen des Geschäftsführers eignen sich die Flächen des Funkerbergs gut für Musikevents und der Gewerbestandort sei attraktiv. Allerdings wird betont, dass für die Umsetzung der Pläne erhebliche finanzielle Mittel benötigt werden.

Wirtschaftliche und kulturelle Perspektiven

Die Entwicklung des Funkerbergs hat sowohl wirtschaftliche als auch kulturelle Dimensionen. Auf der einen Seite soll der Technologiepark neue Arbeitsplätze schaffen und die Region als Standort für innovative Unternehmen stärken. Auf der anderen Seite wird die kulturelle Bedeutung des Standorts durch die Sanierung des Museums und die Schaffung neuer Veranstaltungsflächen bewahrt und weiterentwickelt.

Die Kombination aus historischem Erbe und moderner Technologie schafft einzigartige Synergien. Das Sender- und Funktechnikmuseum dokumentiert die Entwicklung der Kommunikationstechnologie von den Anfängen bis heute, während der angrenzende Technologiepark die Zukunft dieser Technologie gestaltet. Diese Verbindung von Geschichte und Innovation macht den Funkerberg zu einem besonderen Ort.

Fazit

Die Sanierung und Entwicklung des Funkerbergs in Königs Wusterhausen ist ein beeindruckendes Beispiel für die gelungene Verbindung von historischer Bewahrung und moderner Nutzung. Die Sanierung des Sender- und Funktechnikmuseums schafft nicht nur barrierefreie Zugänge und moderne Ausstellungsräume, sondern bewahrt auch die einzigartige historische Bausubstanz. Gleichzeitig wird mit dem angrenzenden Technologiepark die Weite für zukünftige wirtschaftliche Entwicklung geschaffen.

Die Herausforderungen sind dabei nicht zu unterschätzen. Die Einhaltung der Denkmalschutzauflagen bei der Sanierung der 120 Fenster und die Schaffung barrierefreier Zugänge in einem historischen Bau mit sechs Ebenen erfordern besonderes Fachwissen und Sorgfalt. Auch die Finanzierung der umfangreichen Maßnahmen stellt die Stadt vor erhebliche Herausforderungen.

Dennoch zeigt die Entwicklung des Funkerbergs, wie historisch bedeutsame Orte für die Zukunft gerüstet werden können, ohne ihre Identität zu verlieren. Die geplante Wiedereröffnung des Museums im Frühjahr 2024 und die weitere Entwicklung des Technologieparks werden wichtige Meilensteine auf diesem Weg sein.

Quellen

  1. Museums-Sanierung, Kultur-Pläne und Würth-Baustelle: Wie geht es weiter auf dem Funkerberg?
  2. Das Sendermuseum Königs Wusterhausen – das ist der Stand der Bauarbeiten
  3. Entwicklung Funkerberg
  4. Die Sanierung des Senderhauses 1

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