Einleitung
In Deutschland ist der Erwerb von Wohneigentum für viele Familien ein wichtiger Schritt in die finanzielle Unabhängigkeit und eine sichere Zukunft. Steigende Zinsen und hohe Baukosten erschweren es jedoch insbesondere Familien mit geringen und mittleren Einkommen, diesen Traum zu verwirklichen. Die Bundesregierung hat verschiedene Förderprogramme ins Leben gerufen, um Familien bei der Schaffung und Modernisierung von Wohneigentum zu unterstützen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die aktuellen Fördermöglichkeiten für Familien im Bereich Renovierung und Modernisierung von Immobilien.
Aktuelle Förderprogramme für Familien
Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) hat im Juni 2023 das Förderprogramm "Wohneigentum für Familien" (WEF) gestartet, das zum 16. Oktober 2023 verbesserte Konditionen erhalten hat. Dieses Programm richtet sich an Familien mit geringen und mittleren Einkommen, die Wohneigentum schaffen oder modernisieren möchten.
Antragsberechtigt sind Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt und einem maximal zu versteuernden Jahreseinkommen von 90.000 Euro (zzgl. 10.000 Euro für jedes weitere minderjährige Kind im Haushalt). Haushalte, die über ein höheres jährlich zu versteuerndes Einkommen als 90.000 Euro verfügen, keine minderjährigen Kinder haben, bereits Wohneigentum besitzen oder das Wohngebäude nicht selbst nutzen wollen, sind bei diesem Programm nicht antragsberechtigt.
Die Förderung erfolgt über zinsverbilligte Kredite, die abhängig von der Förderstufe und der Anzahl der Kinder zwischen 170.000 und 270.000 Euro betragen. Damit sind über 75 Prozent der Haushalte in Deutschland antragsberechtigt, wie das Bundesministerium der Finanzen (BMF) berechnet hat.
Für Haushalte, die die Voraussetzungen für das WEF-Programm nicht erfüllen, steht das klimapolitisch ambitionierte Förderprogramm Klimafreundlicher Neubau (KFN) für den Neubau von Gebäuden zur Verfügung, welches im März 2023 an den Start gegangen ist.
Förderung für Renovierung und Modernisierung bestehender Gebäude
Für Familien, die ein bestehendes Gebäude erwerben oder modernisieren möchten, bietet das Bundesförderprogramm verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung.
Zuschüsse und Darlehen
Bei der Modernisierung bzw. energetischen Modernisierung eines bestehenden Gebäudes können Familien Darlehen bis zu 85 % der Gesamtkosten erhalten, jedoch nicht mehr als 75.000 Euro. Zusätzlich wird für jedes zum Haushalt gehörende Kind oder Menschen mit Behinderungen ein Zuschuss in Höhe von 3.000 Euro gewährt.
Beispiel: Bei einem Haushalt mit 2 Kindern beträgt die Gesamtförderung 90.000 Euro Darlehen und 6.000 Euro Zuschuss.
Die Förderleistungen können kumuliert werden, sofern sie sich auf unterschiedliche bestimmbare förderfähige Kosten beziehen. Im Fall einer Kumulierung werden Zuschüsse jedoch nur für eine Maßnahme gewährt.
| Anzahl der Kinder | Maximales Darlehen | Zuschuss pro Kind | Gesamtzuschuss |
|---|---|---|---|
| 0 | 75.000 € | - | - |
| 1 | 75.000 € | 3.000 € | 3.000 € |
| 2 | 75.000 € | 3.000 € | 6.000 € |
| 3 | 75.000 € | 3.000 € | 9.000 € |
Landesbürgschaft
Als zusätzliche Förderung ist eine Bürgschaftsübernahme möglich. Dadurch kann die Gesamtfinanzierung gesichert und ein nachrangiges Darlehen zu den Zinskonditionen eines erststelligen Darlehens gewährt werden. Die Landesbürgschaft kann besonders für Familien mit geringerer Eigenkapitalausstattung von Vorteil sein, da sie die Kreditwürdigkeit verbessert und bessere Konditionen ermöglicht.
Anforderungen an die energetische Modernisierung
Die energetische Modernisierung umfasst Maßnahmen, die über eine Einzelmaßnahme hinausgehen und das Ziel verfolgen, einen höherwertigen energetischen Standard zu erreichen. Dazu gehören insbesondere:
- Nachträgliche Wärmedämmung der Gebäudewände, des Daches, der Kellerdecke oder von erdberührten Außenflächen beheizter Räume
- Fenster und Außentürenerneuerung
- Erneuerung von Heizungstechnik
- Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energieträger
Nach der energetischen Modernisierung muss der Wohnraum mindestens das energetische Niveau eines KfW-Effizienzhauses 70 erreichen. Dieser Standard stellt sicher, dass der Energiebedarf des Gebäudes deutlich unter dem eines konventionell gebauten Hauses liegt und langfristig zu signifikant geringeren Energiekosten führt.
Die energetische Modernisierung kann verschiedene Vorteile bieten:
- Reduzierung der Heizkosten durch verbesserte Wärmedämmung
- Erhöhung des Immobilienwerts
- Verbesserung des Wohnkomforts durch gleichmäßigere Temperaturen
- Beitrag zum Klimaschutz durch reduzi