Einleitung
Die Deutsche Bahn führt in Nordrhein-Westfalen eine umfassende Modernisierung ihres maroden Schienennetzes durch. Diese Maßnahmen sind Teil einer bundesweiten Strategie, die darauf abzielt, die Infrastruktur zu erneuern und zu digitalisieren. Besonders betroffen ist die wichtige Verkehrsachse zwischen Köln und Hagen, die für ein Drittel der fünfmonatigen Bauzeit für Züge vollständig gesperrt werden soll. Diese Sanierung ist jedoch nur ein Teil eines größeren Plans, bis 2035 bundesweit rund 40 Hauptstrecken zu erneuern. In Nordrhein-Westfalen allein sind zehn dieser Projekte geplant. Dieser Artikel gibt einen detaillierten Überblick über die geplanten Sperrungen, die durchzuführenden Arbeiten und die Auswirkungen auf die Reisenden.
Die Sanierung der Strecke Köln-Hagen
Umfang und Zeitplan der Sperrung
Die Bahnstrecke zwischen Köln und Hagen, eine der wichtigsten Verkehrsachsen in Nordrhein-Westphalen, wird ab Februar 2026 umfangreich saniert. Anders als bei vielen kleineren Baustellen, bei denen oft noch ein Zugverkehr auf einem Gleis möglich war, wird es bei dieser Maßnahme größtenteils zu Vollsperrungen kommen. Betroffen ist der Abschnitt zwischen Hagen Hauptbahnhof und dem Bahnhof Köln-Mülheim.
Die Sperrung für den Fernverkehr wird voraussichtlich fünf Monate dauern, vom 6. Februar bis zum 10. Juli 2026. Im Nahverkehr kommt es in rund einem Drittel der Sperrungszeit zu Einschränkungen. Konkret bedeutet das, dass die Strecke für alle Züge insgesamt acht Wochen lang vollständig gesperrt sein wird, und zwar in folgenden Zeiträumen:
- bis 20. Februar 2026
- März bis 3. April 2026
- Mai bis 12. Juni 2026
In allen anderen Zeiträumen ist der Verkehr auf der S-Bahn-Strecke möglich, während der Fernverkehr komplett entfällt. Während der Vollsperrungszeiträume kommen Ersatzbusse zum Einsatz.
Durchgeführte Bauarbeiten
Für die Sanierung der rund 65 Kilometer langen Strecke investiert die Deutsche Bahn 800 Millionen Euro. In dieser Summe sind folgende Maßnahmen enthalten:
- Modernisierung von 80 Kilometer Gleisen
- Erneuerung von 28 Weichen
- Sanierung von 30 Kilometer Oberleitungen
- Bau zusätzlichen Schallschutzes
- Modernisierung von zwölf Bahnhöfen
Die Bahnhöfe, die modernisiert werden, befinden sich zwischen Leverkusen und Schwelm. Ausgenommen von den Arbeiten sind der Hagener Hauptbahnhof und der Bahnhof Köln-Mülheim. Bei der Modernisierung der Bahnhöfe werden verschiedene Maßnahmen umgesetzt:
- Erstellung barrierefreier Einstiegsmöglichkeiten
- Austausch maroder Aufzüge
- Erneuerung von Dächern
- Anpassung der Bahnsteige auf ein barrierefreies Maß
- Installation moderner LED-Beleuchtung statt des bisherigen Neon-Lichts
- Modernisierung von Bahnsteigdächern und Anzeigen
Die Deutsche Bahn hat nach eigenen Angaben ein modernes, einheitliches Designkonzept für die Bahnhöfe sowie für Unterführungen an den Haltepunkten entwickelt.
Weitere geplante Bahnbaustellen in Nordrhein-Westfalen
Die Sanierung der Strecke Köln-Hagen ist Teil eines größeren Renovierungsprogramms der Deutschen Bahn in Nordrhein-Westfalen. Bis 2035 will die Bahn bundesweit rund 40 Hauptstrecken erneuern und digital aufrüsten. Zehn dieser Projekte betreffen Nordrhein-Westfalen.
Aktuell laufen bereits Arbeiten zwischen Emmerich und Oberhausen, wobei diese Verbindung für 80 Wochen gesperrt sein soll. Diese Strecke ist eine zentrale Transportverbindung für Güter zwischen Rotterdam und Genua.
Weitere geplante Baustellen in der Region sind:
- Ab Juli 2026: Strecke Troisdorf–Unkel
- 2028: Strecke Hagen–Unna–Hamm
- 2028: Linke Rheinstrecke Köln–Bonn–Koblenz
Diese Maßnahmen sind notwendig, da die Infrastruktur veraltet ist und zu vielen Verspätungen und Ausfällen führt. Die Bahn verspricht sich durch die umfangreichen Sanierungen eine deutliche Reduzierung von Störungen und damit einhergehenden Verspätungen.
Auswirkungen auf die Reisenden
Umleitungen und Ersatzverkehr
Die Vollsperrung der Strecke Köln-Hagen hat erhebliche Auswirkungen auf den Fern- und Nahverkehr. Der ICE-Fernverkehr zwischen Köln und Dortmund wird während der Sperrung durch das Ruhrgebiet umgeleitet. Dadurch sind die Hauptbahnhöfe in Wuppertal und Solingen vorübergehend vom Fernverkehr abgeschnitten.
Für die Nahverkehrslinien der S- und Regionalbahnen haben die Planer einen Ersatzverkehr mit modernen Bussen entworfen. Einige Ersatzbusse sind Direktlinien, andere fahren wie gewohnt alle Haltepunkte auf der Strecke an. Die Takte des Ersatzverkehrs liegen zwischen zehn und 60 Minuten.
Reisende müssen jedoch mit längeren Reisezeiten rechnen: Die Fahrt von Wuppertal nach Köln mit dem Ersatzbus dauert während der Sperrung etwa dreimal so lange wie sonst. Die Deutsche Bahn plant eine Informationskampagne, um die Reisenden über die Umleitungen und Änderungen zu informieren.
Weitere kurzfristige Sperrungen
Neben den langfristigen Sanierungen gibt es auch kurzfristige Sperrungen, die den Bahnverkehr beeinflussen. So wird der Kölner Hauptbahnhof vom 14. bis zum 24. November 2025 für zehn Tage gesperrt. In diesem Zeitraum halten dort fast nur noch S-Bahnen, während Regional- und Fernverkehr gesperrt sind.
Die Bauarbeiten finden in den späten Abendstunden an Weichen und Oberleitungen statt. Für Bahnreisende im Norden von Rheinland-Pfalz hat dies massive Folgen: Viele Züge werden umgeleitet, einige fallen sogar aus. Auf der linken Rheinseite werden Regionalzüge von Brühl aus nach Neuss umgeleitet, zum Beispiel der RE5. Betroffen sind auch die RB26, die RB27 und der RE8, der zwischen Linz am Rhein und Köln-Ehrenfeld ausfällt.
Konkret bedeutet das für die Reisenden:
- RE5 wird über Neuss umgeleitet und hält nicht Düsseldorf-Benrath, Leverkusen Mitte, Köln-Mülheim, Köln Messe/Deutz, Köln Hbf; dafür hält er in Neuss, Dormagen, Sechtem und Roisdorf
- RE 8 fällt aus zwischen Linz am Rhein und Köln-Ehrenfeld
Weitere Baumaßnahmen in der Region
Neben den großen Bahnprojekten gibt es zahlreiche kleinere Baumaßnahmen, die den Verkehr beeinträchtigen können. Die Regionetz GmbH, ein regionaler Energieversorger, führt verschiedene Arbeiten an Versorgungsleitungen durch:
- In der Hofenbornstraße (ab voraussichtlich 10. November 2025) werden Stromversorgungsleitungen erneuert, die Maßnahme dauert rund vier Monate.
- In der Maarstraße in Würselen (ab Ende Oktober 2025) werden Gasversorgungsleitungen und Hausanschlüsse erneuert, die Arbeiten dauern circa drei Monate.
- Am Steinkaulplatz in Aachen (ab 20. Oktober 2025) werden Versorgungsleitungen im Vorfeld einer geplanten Baumaßnahme der Stadt Aachen bearbeitet, die Maßnahme soll fünf Wochen dauern.
- Im Brander Feld in Aachen (Ende Oktober 2025) beginnt der Ausbau des Fernwärmenetzes.
Zusätzlich gab es in letzter Zeit mehrere Wasserrohrbrüche, die zu kurzfristigen Straßensperrungen führten, wie in der Hauptstraße in Würselen und in der Klosterstraße in Herzogenrath.
Vorteile der Renovierungsmaßnahmen
Die umfangreichen Renovierungsmaßnahmen der Deutschen Bahn und anderen Infrastrukturbetreibern haben mehrere Vorteile:
Erhöhte Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit: Durch die Erneuerung der maroden Infrastruktur sollen sich Störungen und damit einhergehende Verspätungen deutlich reduzieren.
Barrierefreiheit: Die Modernisierung der Bahnhöfe schafft barrierefreie Einstiegsmöglichkeiten und macht die Stationen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zugänglicher.
Verbesserter Komfort: Die Installation moderner LED-Beleuchtung und die Modernisierung von Bahnsteigdächern und Anzeigen verbessern die Reiseerfahrung für die Fahrgäste.
Nachhaltigkeit: Der Ausbau des Fernwärmenetzes, wie im Brander Feld in Aachen, unterstützt den Übergang zu nachhaltigen Wärmeversorgungssystemen.
Zukunftsfähigkeit: Die Digitalisierung und Aufrüstung der Strecken macht das Netz für zukünftige Anforderungen gerüstet und erhöht die Effizienz des Bahnverkehrs.
Fazit
Die umfangreichen Renovierungsmaßnahmen an der Bahnstrecke Köln-Hagen und anderen Strecken in Nordrhein-Westfalen sind notwendig, um die marode Infrastruktur zu modernisieren und die Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs zu erhöhen. Die Sperrungen und Einschränkungen sind für die Reisenden zwar unangenehm, jedoch ein notwendiges Übel, um langfristig eine bessere und zuverlässigere Bahnverbindung zu gewährleisten.
Die Deutsche Bahn investiert 800 Millionen Euro in die Sanierung der 65 Kilometer langen Strecke zwischen Köln und Hagen. Neben der Erneuerung von Gleisen, Weichen und Oberleitungen werden zwölf Bahnhöfe modernisiert und barrierefrei gestaltet. Ähnliche Projekte sind auf anderen wichtigen Strecken in Nordrhein-Westfalen geplant, darunter die Verbindungen Emmerich-Oberhausen, Troisdorf-Unkel, Hagen-Unna-Hamm und die Linke Rheinstrecke Köln-Bonn-Koblenz.
Auch kleinere Baumaßnahmen von Energieversorgern wie der Regionetz GmbH tragen zur Modernisierung der Infrastruktur bei, wenn sie auch kurzfristig zu Einschränkungen führen können. Die Vorteile dieser Investitionen – erhöhte Pünktlichkeit, mehr Barrierefreiheit, verbesserter Komfort und eine zukunftsfähigere Infrastruktur – überwiegen die vorübergehenden Unannehmlichkeiten für die Reisenden.
Quellen
- Generalsanierung: Bahnstrecke Köln-Hagen wird teilweise voll gesperrt
- Köln: Bahnstrecke wird für fünf Monate gesperrt - diese Linien fallen aus
- Totalsperrung in NRW angekündigt: Deutsche Bahn legt Strecke 5 Monate still
- Baumaßnahmen
- Rheinland-Pfalz Kölner Hauptbahnhof gesperrt: Was das für Bahnreisende im Norden von RLP heißt