Die Generalsanierung der Pfarrkirche St. Nikolaus in Haimhausen: Ein Projekt für die Erbauung und den Erhalt eines historischen Gotteshauses

Einleitung

Die Pfarrkirche St. Nikolaus in Haimhausen, Landkreis Dachau, durchlief in den Jahren 2014 bis 2021 eine umfassende Generalsanierung, die nach jahrzehntelangen Planungen und Arbeiten abgeschlossen wurde. Dieses bedeutende Bauprojekt markiert einen Meilenstein im Erhalt des historischen Wahrzeichens von Haimhausen. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten erfolgte am 10. Juli 2021 die feierliche Wiedereröffnung und Weihe durch den Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte des Renovierungsprojekts, die beteiligten Parteien, die Kostenstruktur und die Bedeutung für die Erhaltung des kulturellen Erbes in Haimhausen.

Historische Bedeutung der Pfarrkirche St. Nikolaus

Die Pfarrkirche St. Nikolaus weist eine reiche Geschichte auf, die bis in das 9. Jahrhundert zurückreicht. L den zur Verfügung stehenden Quellen wurde die Kirche um das Jahr 895 nach Christus erstmals urkundlich erwähnt. Sie diente ursprünglich als Herrschaftskirche der Wittelsbacher und später derer von und zu Haimhausen. Eine besondere Bedeutung hatte sie als Grablege der weiblichen Mitglieder der Hofmarksherrschaft aus diesem Geschlecht.

Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Kirche bauliche Veränderungen, wobei sie im Barockstil umgestaltet wurde. Ein markantes architektonisches Merkmal der Kirche ist das Scheyrer Kreuz mit zwei Querbalken auf dem Kirchendach, das die enge Verbindung zum Kloster Scheyern und dem ehemaligen Herrschaftssitz des Ursprungsgeschlechts der Wittelsbacher symbolisiert. Dieses Kreuz ist nicht nur ein religiöses Symbol, sondern auch ein historischer Verweis auf die politische und kulturelle Bedeutung der Kirche in der Region.

Der Renovierungsprozess: Von 2014 bis 2021

Die Generalsanierung der Pfarrkirche St. Nikolaus war ein langfristiges Projekt, das sich über sieben Jahre erstreckte. Diese extensive Bauzeit unterstreicht den Umfang und die Komplexität der Arbeiten, die notwendig waren, um das historische Gotteshaus zu erhalten und für zukünftige Generationen zu bewahren.

Die Sanierungsarbeiten umfassten offenbar die grundlegende Erneuerung verschiedener Bereiche des Kirchengebäudes. Obwohl die Quellen keine detaillierten Informationen zu den spezifischen Renovierungsmaßnahmen liefern, ist anzunehmen, dass sowohl die Fassade als auch das Dach instand gesetzt wurden. Ebenso wurden wahrscheinlich die Innenräume, die Heizungsanlage und die elektrischen Anlagen modernisiert, um den heutigen Anforderungen an Kirchenbauwerke gerecht zu werden.

Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf der Erhaltung des historischen Charakters der Kirche. Bei Sanierungsarbeiten an denkmalgeschützten Gebäuden wie der Pfarrkirche St. Nikolaus ist stets ein sensibler Umgang mit der Bausubstanz erforderlich, um die historische Substanz zu bewahren und gleichzeitig die Funktionalität zu verbessern.

Die Weihe der neuen liturgischen Elemente

Ein Höhepunkt der Renovierungsarbeiten war die Schaffung und Weihe neuer liturgischer Elemente. Im Zuge der Generalsanierung wurde ein neuer Zelebrationsaltar geschaffen, der von dem für die Generalsanierung des Gotteshauses verantwortlichen Münchner Architekten Ricco Johanson entworfen wurde. Die Ausführung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Kunstschmied Matthias Larasser-Bergmeister.

Der Altar sowie der Ambo, die Lesepult für die Verkündung, sind aus Tombak gefertigt, einer Bronzelegierung. Ihre Gestaltung zeichnet sich durch eine "sehr reduzierte Form" aus, was auf einen zeitgenössischen, schlichten und puristischen Designansatz hindeutet. Diese moderne Gestaltung in Kombination mit dem traditionellen Material Tombak schafft eine interessante Verbindung zwischen Tradition und Moderne im Kirchenraum.

Bei der feierlichen Wiedereröffnung der Kirche am 10. Juli 2021 weihte Kardinal Marx nicht nur den neuen Altar, sondern auch das Taufbecken und den Ambo. Zudem wurde das Ewige Licht wieder entzündet, ein wichtiges Symbol im christlichen Glauben, das die Gegenwart Gottes im Kirchenraum symbolisiert.

Die Feier selbst wurde als "große und überaus würdige Feier" beschrieben, als "denkwürdiger Pontifikalgottesdienst". Aufgrund der Coronapandemie konnte diese wichtige kirchliche Feier leider nur vor wenigen Gläubigen stattfinden, was die besondere Umständlichkeit der Zeit unterstreicht.

Kosten und Finanzierung des Renovierungsprojekts

Die Generalsanierung der Pfarrkirche St. Nikolaus war mit erheblichen finanziellen Aufwand verbunden. Die Gesamtkosten für das Projekt beliefen sich auf rund 6 Millionen Euro. Diese Summe wurde von verschiedenen Institutionen und Organisationen getragen, was die gemeinschaftliche Anstrengung zum Erhalt des historischen Gotteshauses verdeutlicht.

Die Finanzierungsstruktur setzte sich wie folgt zusammen:

  • Die Erzdiözese München und Freising trug den größten Anteil mit rund 4,78 Millionen Euro
  • Die Kirchenstiftung Haimhausen steuerte etwa 840.000 Euro bei
  • Die politische Gemeinde Haimhausen beteiligte sich mit rund 380.000 Euro

Diese Finanzierungsverteilung zeigt, dass die Erhaltung des Kirchengebäudes als gemeinsame Aufgabe von kirchlicher und kommunaler Ebene verstanden wird. Während die Erzdiözese als Hauptträger der Kirche den finanziellen Schwerpunkt setzte, leisteten auch die lokale Kirchengemeinde durch die Kirchenstiftung und die politische Gemeinde bedeutende Beiträge.

Die Höhe der Kosten unterstreicht den Umfang der Sanierungsarbeiten und die Notwendigkeit, in den Erhalt von historischen Baudenkmälern zu investieren. Solche Projekte erfordern spezialisierte Handwerker, sorgfältige Planung und oft aufwändige Techniken, um die historische Bausubstanz zu erhalten und gleichzeitig die notwendigen Modernisierungen vorzunehmen.

Die Rolle des Fördervereins bei der Erhaltung der Kirche

Neben den großen Sanierungsprojekten spielt der kontinuierliche Unterhalt und die ergänzende Ausstattung der Kirche eine wichtige Rolle für ihren Erhalt. Hier setzt der Förderverein für die Pfarrkirche Haimhausen an, der sich der Aufgabe verschrieben hat, das Wahrzeichen von Haimhausen auch für die Zukunft zu sichern.

Laut den zur Verfügung stehenden Quellen wird der "ergänzende Ausstattung der Pfarrkirche und deren notwendiger Unterhalt nie abgeschlossen sein", weshalb die Unterstützung durch den Förderverein auch in Zukunft notwendig bleibt. Der Verein leistet damit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Erhaltung des Kirchenbaus über die großen Sanierungsprojekte hinaus.

Eine besondere Initiative des Fördervereins ist der "Treffpunkt Kirche Haimhausen", der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Kirchenraum mit "konzertanten Meditationen" oder "meditativen Konzerten" erlebbar zu machen – mit dem Ziel, die Kirche mit "möglichst vielen Sinnen" erfahrbar zu gestalten. Diese Initiative verbindet den kulturellen und spirituellen Aspekt des Kirchenraums mit einer modernen, multisensorischen Erlebnispädagogik, die das Gotteshaus als Ort der Begegnung, Meditation und kulturellen Entfaltung etabliert.

Die Arbeit des Fördervereins verdeutlicht, dass der Erhalt von historischen Kirchengebäuden nicht nur eine technische und finanzielle Herausforderung darstellt, sondern auch die aktive Beteiligung der Gemeinschaft erfordert. Solche Vereine spielen eine wichtige Rolle bei der Pflege des kulturellen Erbes und der Stärkung des lokalen Identitätsgefühls.

Bedeutung des Projekts für die Gemeinde Haimhausen

Die Fertigstellung der Generalsanierung der Pfarrkirche St. Nikolaus ist von großer Bedeutung für die Gemeinde Haimhausen. Das Kirchengebäude ist nicht nur ein religiöser Mittelpunkt, sondern auch ein historisches Wahrzeichen und kulturelles Erbe des Ortes.

Die Renovierung trug dazu bei, das Erscheinungsbild des Ortskerns zu prägen und die historische Bausubstanz zu erhalten. Gleichzeitig wurden durch die Modernisierung die Rahmenbedingungen für die kirchliche Nutzung verbessert, sodass das Gebäude auch in Zukunft seinen spirituellen und kulturellen Funktionen nachkommen kann.

Die politische Gemeinde mit Bürgermeister Peter Felbermeiner und seiner Vertreterin Claudia Kops an der Spitze zeigte sich nach Abschluss der Arbeiten erfreut, was die gute Zusammenarbeit zwischen kirchlicher und kommunaler Ebene unterstreicht. Solche Partnerschaften sind für erfolgreiche Sanierungsprojekte an historischen Gebäuden von entscheidender Bedeutung.

Fazit

Die Generalsanierung der Pfarrkirche St. Nikolaus in Haimhausen ist ein beeindruckendes Beispiel für den erfolgreichen Erhalt eines historischen Gotteshauses. Das Projekt, das sich von 2014 bis 2021 erstreckte, zeigt die Notwendigkeit auf, in die Erhaltung von Baudenkmälern zu investieren, wenn sie auch zukünftigen Generationen erhalten bleiben sollen.

Die Finanzierung durch die Erzdiözese München und Freising, die Kirchenstiftung und die politische Gemeinde verdeutlicht den gemeinschaftlichen Willen zum Erhalt des kulturellen Erbes. Die Schaffung neuer liturgischer Elemente durch Architekt Ricco Johanson und Kunstschmied Matthias Larasser-Bergmeister zeigt, wie zeitgenössische Kunst und Tradition in Einklang gebracht werden können.

Die Arbeit des Fördervereins für die Pfarrkirche Haimhausen unterstreicht, dass der Erhalt von historischen Gebäuden ein kontinuierlicher Prozess ist, der die Unterstützung der gesamten Gemeinschaft erfordert. Initiativen wie der "Treffpunkt Kirche Haimhausen" tragen dazu bei, den Kirchenraum als lebendigen Ort der Begegnung und Kultur zu erhalten.

Die renovierte Pfarrkirche St. Nikolaus steht nun wieder in neuem Glanz da und kann ihre Rolle als geistliches und kulturelles Zentrum von Haimhausen weiterhin erfüllen. Das Projekt zeigt, dass die Sanierung historischer Gebäude nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine gemeinschaftliche Aufgabe ist, die zum Erhalt der Identität und des kulturellen Erbes eines Ortes beiträgt.

Quellen

  1. Renovierung der Haimhauser Pfarrkirche St. Nikolaus abgeschlossen
  2. Kardinal Marx feiert in St. Nikolaus Haimhausen Altarweihe
  3. Kardinal Marx feiert in St. Nikolaus Haimhausen Altarweihe
  4. 2014 bis 2021 — grundlegende Renovierung der Pfarrkirche St. Nikolaus
  5. Förderverein Pfarrkirche Haimhausen

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