Einleitung
Die Stadt Rheine steht vor einer bedeutenden städtebaulichen Entwicklung: Das ehemalige Hallenbad-Areal an der Hemelter Straße mit einer Fläche von rund 7.600 Quadratmetern wird nach der Schließung und dem Abriss des Altbaus neu konzipiert. Mit der Eröffnung des neuen Freizeitbades Aqua Reni am 27. Januar 2024 wurde das alte Hallenbad dauerhaft geschlossen, wodurch eine wertvolle Innenstadtläche für eine zukunftsfähige Umnutzung frei wurde. Die Rheiner Bäder GmbH als Eigentümerin des Grundstücks hat die Vermarktung des Areals über eine Konzeptvergabe ausgeschrieben, bei der nicht der höchste Preis, sondern die Qualität des städtebaulichen Gesamtkonzepts entscheidend ist. Dieser Prozess spiegelt Rheines Anspruch an qualitätsorientierte und nachhaltige Stadtentwicklung wider und bietet die Gelegenheit, das Areal als attraktives Wohnquartier nahe der Innenstadt zu gestalten.
Das Projekt im Überblick: Vom Hallenbad zum Wohnquartier
Das ehemalige Hallenbad-Areal in Rheine befindet sich südöstlich der Innenstadt direkt an der Ems und umfasst eine Fläche von etwa 7.600 Quadratmetern. Mit der Fertigstellung und Eröffnung des neuen Kombibades Aqua Reni am 28. Januar 2024 wurde das alte Hallenbad an der Hemelter Straße nach jahrzehntelangem Betrieb dauerhaft geschlossen. Der Abriss des Altbaus ist bereits erfolgt, wodurch eine leere, aber hochwertig gelegene Fläche für die Neuentwicklung entstanden ist.
Die Rheiner Bäder GmbH als Eigentümerin des Grundstücks hat sich für eine ungewöhnliche Vermarktungsstrategie entschieden: statt einer reinen Preisvergabe erfolgt die Vermarktung durch eine Konzeptvergabe. Bei diesem Verfahren werden anonym eingereichte Konzepte von einem Fachgremium bewertet, wobei die städtebauliche Qualität im Vordergrund steht. Interessierte Investoren und Projektentwickler haben die Möglichkeit, sich mit einem überzeugenden Konzept und einem angemessenen Preis zu bewerben.
Die Vermarktung erfolgt bis zum 23. September 2025 über den digitalen Vergabemarktplatz NRW. Der Gewinner des Auswahlverfahrens erhält das exklusive Vorkaufsrecht für das Grundstück. Im Anschluss an die Vergabe wird der Bebauungsplan für den Bereich angepasst, um die bisher als Gemeinbedarfsfläche (Hallenbad) ausgewiesene Fläche künftig für Wohnzwecke zu nutzen.
Der Neubau: Aqua Reni als moderne Sport- und Freizeiteinrichtung
Um das Verständnis für die Bedeutung des Projekts zu vertiefen, ist es wichtig, das neue Aushängeschild der Rheiner Bäderlandschaft – das Aqua Reni – genauer zu betrachten. Nach rund drei Jahren Bauzeit wurde das neue Freizeitbad im Januar 2024 eröffnet und stellt eine der größten Sport- und Freizeiteinrichtungen im Kreis Steinfurt dar.
Das Aqua Reni kombiniert verschiedene Badformen unter einem Dach und ist gleichzeitig Sportbad, Familienbad, Freizeitbad sowie Erholungs- und Gesundheitsbad. Die Anlage umfasst ein Sportbecken mit Sprunganlage, ein Mehrzweckbecken sowie ein separates Kursbecken. Besonders für Familien ist der eigene Kinderbereich mit Spraypark und dem innovativen "Living Floor" von vertigo systems interessant, der speziell auf die Bedürfnisse der jüngeren Badegäste zugeschnitten ist.
Ein weiteres Highlight des Aqua Reni ist der Rutschen-Turm, der eine Reifenrutsche und eine Turboslide von Klarer bietet. Diese modernen Rinnenelemente garantieren aufregende Fahrerlebnisse für Badegäste jeden Alters. Die Realisierung dieses Projekts war jedoch nicht ohne Herausforderungen zu bewerkstelligen: ursprünglich war die Eröffnung für das Frühjahr geplant, aufgrund von Lieferengpässen und damit einhergehenden Verzögerungen bei nachgelagerten Gewerken musste der Termin auf den Herbst verlegt werden.
Die Geschäftsführerin der Rheiner Bäder GmbH, Dorothee Heckhuis, erläuterte die Situation: "Einige Dinge haben wir nicht in unserer Hand, weshalb wir die Eröffnung leider verschieben müssen." Sie betonte jedoch, dass die Freibadsaison wie gewohnt Anfang Mai beginnen werde und auch das Hallenbad Rheine bis zur Eröffnung des Neubaus für Besucher geöffnet bleibe.
Die Bauarbeiten am Aqua Reni schritten trotz der Verzögerungen stetig voran. Die äußeren Baugerüste konnten abgebaut, die Fassade vollständig verklinkert und die Fenster eingesetzt werden. Auch die beiden Röhrenrutschen wurden installiert, während die Fliesenarbeiten und die Arbeiten an den Hubböden noch ausstanden. Gleichzeitig waren die Maler bereits damit beschäftigt, den Innenbereich farblich zu gestalten.
Die Konzeptvergabe: Kriterien und Ablauf
Die Konzeptvergabe für das ehemalige Hallenbad-Area stellt eine innovative Vermarktungsstrategie dar, die über eine reine Preisvergabe hinausgeht. Bei diesem Verfahren werden die eingereichten Konzepte anonym von einem Fachgremium bewertet, das aus Vertretern der Stadtverwaltung und der Rheiner Bäder GmbH besteht.
Die Bewertung der Konzepte erfolgt nach mehreren Kriterien, die über die reinen finanziellen Aspekte hinausgehen. Im Vordergrund stehen städtebauliche, nutzungsstrukturelle, wohnungsmarktpolitische und klimaschutzbezogene Gesichtspunkte. Die Rheiner Bäder GmbH legt besonderen Wert auf nachhaltige und ortsverträgliche Planungen, die langfristig einen Mehrwert für die Stadt Rheine und ihre Bewohner schaffen.
Interessierte Investoren und Projektentwickler können sich bis zum 23. September 2025 digital über den Vergabemarktplatz NRW bewerben. Die Bewerbung erfolgt durch die Einreichung eines anonymen Konzepts, das die Vision für die zukünftige Nutzung des Areals darlegt. Der Preis bildet zwar einen Teil der Bewertung, ist jedoch nicht das alleinige Entscheidungskriterium.
Nach Ablauf der Bewerbungsfrist wird das Fachgremium alle eingegangenen Konzepte nach den genannten Kriterien bewerten. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Rheine GmbH trifft letztendlich die Entscheidung, welches Konzept den Zuschlag erhält und damit das exklusive Vorkaufsrecht für das Grundstück sichert.
Die städtebauliche Vision: Ein zukunftsfähiges Wohnquartier in Innenstadtnähe
Das ehemalige Hallenbad-Areal bietet aufgrund seiner Lage südöstlich der Innenstadt und der direkten Anbindung an die Ems besondere Potenziale für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung. Die Rheiner Bäder GmbH und die Stadtverwaltung setzen bei der Konzeptvergabe bewusst auf nachhaltige und qualitätsorientierte Planungsansätze, die das Areal als attraktives Wohnquartier etablieren sollen.
Die Umwidmung der Fläche von einer Gemeinbedarfsfläche zu einem Wohngebiet markiert einen wesentlichen städtebaulichen Wandel. Der Bebauungsplan für den Bereich wird im Anschluss an die Vergabe in enger Abstimmung mit dem ausgewählten Investor angepasst, um die rechtlichen Grundlagen für die Wohnnutzung zu schaffen.
Die Rheiner Bäder GmbH betont in ihrer Ausschreibung die "attraktive Lage der Fläche südöstlich der Innenstadt, unmittelbar an der Ems", die eine "ideale Möglichkeit zu einer vielversprechenden Investition in die Zukunft" biete. Die Nähe zur Innenstadt und die gute Anbindung an die Infrastruktur des Stadtgebiets sollen dabei wesentliche Standortvorteile für zukünftige Bewohner darstellen.
Die städtebauliche Entwicklung des Areals wird sich am Leitbild der nachhaltigen Stadtentwicklung orientieren. Dabei spielen Faktoren wie eine durchmischte Nutzung, eine hohe Qualität des öffentlichen Raums und die Integration ökologischer Aspekte eine wichtige Rolle. Die Konzepte der Bewerber sollen aufzeigen, wie das Areal nicht nur Wohnraum, sondern auch einen Mehrwert für die gesamte Stadt schaffen kann.
Der Prozess der Umnutzung: Vom Abriss zur Bebauung
Die Umnutzung des ehemaligen Hallenbad-Areals folgt einem mehrstufigen Prozess, der mit der Schließung und dem Abriss des Altbaus begonnen hat. Nach der Eröffnung des Aqua Reni am 27. Januar 2024 wurde das alte Hallenbad dauerhaft geschlossen, woraufhin der Abriss der bestehenden Bauten erfolgte.
Derzeit befindet sich das Grundstück im Zustand einer "grünen Wiese", bereit für die Neuentwicklung. Die Rheiner Bäder GmbH hat als Eigentümerin die Vermarktung des Areals über die Konzeptvergabe ausgeschrieben, die bis zum 23. September 2025 läuft. Nach Abschluss des Auswahlverfahrens und der Vergabe an den erfolgreichen Investor wird der Bebauungsplan für den Bereich angepasst, um die Wohnnutzung zu ermöglichen.
Der ausgewählte Investor erhält das exklusive Vorkaufsrecht für das Grundstück und kann anschließend mit der konkreten Planung und Umsetzung des Wohnquartiers beginnen. Die Stadt Rheine wird dabei enge in die Entwicklung eingebunden, um sicherzustellen, dass das Ergebnis den städtebaulichen Vorstellungen und Qualitätsansprüchen der Stadt entspricht.
Die Bedeutung für die Stadtentwicklung Rheines
Die Umnutzung des ehemaligen Hallenbad-Areals ist ein wichtiges Projekt für die Stadtentwicklung Rheines. Es geht dabei nicht nur um die Vermarktung eines Grundstücks, sondern um die Schaffung eines neuen, lebendigen Stadtquartiers in Innenstadtnähe.
Die Rheiner Bäder GmbH betont in ihrer Ausschreibung den Anspruch der Stadt an "qualitätsorientierte Stadtentwicklung", der durch dieses Projekt verwirklicht werden soll. Das neue Wohnquartier soll nicht nur Wohnraum schaffen, sondern auch einen Beitrag zur Aufwertung des gesamten Stadtgebiets leisten.
Die Konzeptvergabe bietet dabei die Möglichkeit, innovative und zukunftsfähige Planungsansätze zu fördern. Durch die Bewertung der Konzepte nach städtebaulichen Kriterien anstatt nach dem reinen Preis können qualitativ hochwertige und nachhaltige Lösungen identifiziert werden, die langfristig einen Mehrwert für die Stadt und ihre Bewohner schaffen.
Fazit
Die Umnutzung des ehemaligen Hallenbad-Areals in Rheine stellt ein bedeutendes städtebauliches Projekt dar, das mit der Schließung des alten Hallenbads und der Eröffnung des neuen Aqua Reni im Januar 2024 seinen Ausgangspunkt genommen hat. Die Rheiner Bäder GmbH hat die Vermarktung des rund 7.600 Quadratmeter großen Grundstücks durch eine innovative Konzeptvergabe ausgeschrieben, bei der die städtebauliche Qualität im Vordergrund steht.
Bis zum 23. September 2025 haben Investoren und Projektentwickler die Möglichkeit, sich mit überzeugenden Konzepten zu bewerben. Der Gewinner des Auswahlverfahrens erhält das exklusive Vorkaufsrecht für das Grundstück, das anschließend aus der Gemeinbedarfsfläche in ein Wohngebiet umgewidmet wird.
Durch diesen Prozess entsteht die Gelegenheit, ein zukunftsfähiges Wohnquartier in Innenstadtnähe zu schaffen, das nachhaltige und ortsverträgliche Planungsansätze umsetzt. Die direkte Lage an der Ems und die Nähe zur Innenstadt bieten dabei besondere Potenziale für eine hochwertige Bebauung, die einen Mehrwert für die gesamte Stadt Rheine darstellt.
Die Konzeptvergabe spiegelt den Anspruch der Stadt Rheine an qualitätsorientierte und nachhaltige Stadtentwicklung wider und bietet die Möglichkeit, das Areal als attraktives Wohnquartier neu zu gestalten. Mit der Umsetzung des ausgewählten Konzepts wird ein weiterer Beitrag zur städtebaulichen Entwicklung Rheines geleistet, der die Lebensqualität für die Bürger nachhaltig verbessert.