Veränderungen im Haspa-Netzwerk: Standortschließungen und Neuausrichtung in Hamburg

Einleitung

Die Hamburger Sparkasse (Haspa) durchläuft derzeit erhebliche Veränderungen in ihrem Filialnetz und Serviceangebot in Hamburg. Während die Haspa-Filiale in Wandsbek weiterhin ihren Betrieb aufrechterhält, gibt es bedeutende Entwicklungen bei anderen Standorten, insbesondere die geplante Neubebauung des ehemaligen Haspa-Gebäudes in Ohlstedt. Diese Veränderungen werfen Fragen zur Zukunft des stationären Bankings und der Versorgung mit Dienstleistungen im Stadtteil auf. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Entwicklungen im Haspa-Netzwerk, die Auswirkungen auf die lokale Infrastruktur und die geplanten Serviceänderungen für die Hamburger Bevölkerung.

Die Haspa-Filiale Wandsbek als wichtiger Standort

Die Haspa-Filiale in Wandsbek an der Lesserstraße 150 bleibt ein zentraler Anlaufpunkt für Kunden im Bezirk. Die Filiale bietet umfassende Bankdienstleistungen und ist mit moderner Technik ausgestattet, darunter Kontoauszugsdrucker, Geldautomaten mit Ein- und Auszahlfunktion sowie WLAN-Hotspot. Besonders hervorzuheben ist die barrierefreie Ausstattung einiger Geldautomaten mit Kopfhörer für audiovisuelle Unterstützung.

Die Öffnungszeiten der Filiale Wandsbek sind auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet: - Montag: 09:30 - 16:00 Uhr (Beratung: 08:00 - 20:00 Uhr) - Dienstag: 09:30 - 18:00 Uhr (Beratung: 08:00 - 20:00 Uhr) - Mittwoch: 09:30 - 16:00 Uhr (Beratung: 08:00 - 20:00 Uhr) - Donnerstag: 09:30 - 18:00 Uhr (Beratung: 08:00 - 20:00 Uhr) - Freitag: 09:30 - 16:00 Uhr (Beratung: 08:00 - 20:00 Uhr) - Samstag: Geschlossen (nach Vereinbarung) - Sonntag: Geschlossen

Die Geldautomaten der Filiale sind täglich von 06:00 bis 23:00 Uhr verfügbar, ensuring Kunden jederzeit Zugang zu Geldservices haben. Für persönliche Beratungsgespräche wird die Vereinbarung von Terminen über haspa.de/termin empfohlen.

Umstellung auf Einschichtbetrieb bei Bürgerämtern

Eine signifikante Veränderung betrifft die Zusammenarbeit zwischen Haspa und den Hamburger Bürgerämtern. Ab dem 15. November 2024 wird die Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke (BWFGB) die Öffnungszeiten von drei Standorten für Einwohnerangelegenheiten auf Einschichtbetrieb umstellen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, ein stabiles Personalmanagement zu gewährleisten und gleichzeitig ein effizientes Terminangebot zu schaffen.

Der Standort Rahlstedt wird von einem Zweischichtbetrieb auf einen Einschichtbetrieb umgestellt. Die BWFGB betont, dass diese Anpassung notwendig ist, um bei den im Haushaltsplan festgelegten Stellenvolumen eine stabile Personalbesetzung zu erreichen. Gleichzeitig sollen Vorteile für Notfallkunden geschaffen werden, die sehr kurzfristige Anliegen haben.

Außerhalb der neuen Öffnungszeiten des Standortes Rahlstedt stehen den Bürgerinnen und Bürgern weiterhin gut erreichbare Alternativen zur Verfügung. Der Standort Wandsbek bietet ein großes Terminangebot im Zweischichtbetrieb, und der Standort Barmbek-Uhlenhorst ist in unmittelbarer Nähe des U- und S-Bahnhofs Barmbek gut erreichbar. Darüber hinaus werden Serviceangebote durch das Mobile Team sowie die HASPA-Kooperationen und den Standort Allertal ergänzt.

Die Allzuständigkeit der Standorte ermöglicht es den Bürgerinnen und Bürgern, in jedem Standort des Hamburg Service vor Ort von ihnen gewünschte Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Diese Flexibilität ermöglicht es, Behördengänge gut mit Einkäufen oder dem Berufsweg zu verbinden.

Neubebauung des ehemaligen Haspa-Gebäudes in Ohlstedt

Eine der bedeutendsten Veränderungen im Haspa-Netzwerk ist die geplante Neubebauung des ehemaligen Haspa-Gebäudes in Hamburg-Ohlstedt an der Ecke Alte Dorfstraße/Brunskrogweg. Das Gebäude soll abgerissen und durch mehrere größere Wohngebäudekomplexe ersetzt werden. Dieser Beschluss wurde vom Regionalausschuss Walddörfer einstimmig in geänderter Fassung beschlossen.

Das bisherige Haspa-Gebäude hatte eine besondere Bedeutung für den Stadtteil. Die gesamte Erdgeschossebene war ausschließlich für die Haspa und mehrere Ladengeschäfte reserviert. Zu diesen Geschäften gehörten seit Bestehen des Gebäudes unter anderem ein Friseur, ein Schreibwarengeschäft, eine Bäckerei, ein Modegeschäft und ein Optiker. Im Obergeschoss, das gleichzeitig das Dachgeschoss bildete, befanden sich insgesamt 6 Wohnungen, von denen zwei für eine Zahnarztpraxis reserviert waren. Die vier übrigen Wohnungen wurden an Ohlstedter Bürger vermietet.

75 % des Gebäudes standen somit für die Sparkasse, mehrere Ladengeschäfte im Erdgeschoss und eine Zahnarztpraxis im Obergeschoss für die Ohlstedter Bürger zur Verfügung. Das Gebäude war hauptsächlich als Geschäftshaus gebaut und genutzt worden und galt als das eindeutig größte und zentrale Geschäftshaus in Ohlstedt – quasi das "Ohlstedter Einkaufszentrum".

Auswirkungen auf die Infrastruktur und Versorgung in Ohlstedt

Mit dem Abriss des Haspa-Gebäudes würden diese Einkaufsmöglichkeiten für die Ohlstedter Bürger ersatzlos entfallen, wenn die neu zu erbauenden Gebäude ausschließlich zu Wohnzwecken genutzt würden. Diese Entwicklung wäre besonders gravierend, da durch das Stilllegen der Schlachterei, die ebenfalls abgerissen und durch ein Wohngebäude ersetzt werden soll, bereits vor einigen Jahren ein weiteres Geschäft in Ohlstedt verloren gegangen ist.

Ohlstedt würde durch den ersatzlosen Wegfall der bisherigen Ladengeschäfte im ehemaligen Haspa-Gebäude kurz davor sein, ein reines Schlafdorf zu werden, ohne weitere Geschäfte. Der Stadtteil würde auf einen Schlag mehr als die Hälfte seiner bisherigen Ladengeschäfte verlieren. Nach der Umsetzung der Pläne würden in Ohlstedt nur noch das Landhaus Ohlstedt und der Wanderer (beide Gaststätten), eine Apotheke, ein Elektriker und der Bahnhofskiosk verbleiben.

Für die Ohlstedter Bürger bedeutete dies, dass sie für jeden Einkauf, selbst für die einfachsten Dinge des täglichen Bedarfs, in die benachbarten Orte fahren müssten, also nach Bergstedt, Ammersbek oder Duvenstedt. Diese Option wäre für ältere und gehbehinderte Menschen keine Alternative, da die Geschäftszentren in diesen Orten von Ohlstedt etwa 3 km entfernt sind und mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nur sehr mühsam zu erreichen sind.

Forderungen und Lösungsansätze der Bezirksversammlung

In Reaktion auf diese Entwicklung hat die Bezirksversammlung Wandsbek die zuständigen Fachämter, Gremien und Ausschüsse aufgefordert, die Situation zu begutachten und die notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Insbesondere wird gefordert, dass in den neu zu erbauenden Gebäuden an der Ecke Alte Dorfstraße/Brunskrogweg in der Erdgeschossebene an der Straßenseite wieder mehrere Ladengeschäfte geplant und eingerichtet werden.

Zusätzlich hat der Bezirksamtsleiter gebeten, an die Hamburger Sparkasse und an den Investor heranzutreten und um eine Fortführung des Bankautomaten auch in der neuen Bebauung oder alternativ im Bahnhof Ohlstedt zu bitten. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass den Ohlstedter Bürgern weiterhin grundlegende Bankdienstleistungen vor Ort zur Verfügung stehen.

Ausweitung und Neuausrichtung von Haspa-Kooperationen

Neben den Standortschließungen und Neubebauungen gibt es auch positive Entwicklungen im Kooperationsnetz der Haspa. So wird die HASPA-Kooperation in Curslack ausgeweitet und eine neue Kooperation in Horn auf jeweils zwei Öffnungstage pro Monat eingerichtet. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Serviceangebote für die Bevölkerung in diesen Stadtteilen zu verbessern.

Die Haspa setzt zunehmend auf digitale und mobile Dienstleistungen. Mit der Haspa Direktberatung für Privat- und Firmenkunden können sich Kunden von Montag bis Samstag von 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr ganz bequem von unterwegs beraten lassen. Darüber hinaus bietet die Haspa über 1.400 Finanzexperten, aus denen Kunden ihren passenden Berater auswählen können.

Fazit

Die Veränderungen im Haspa-Netzwerk spiegeln einen breiten Trend im Bankensektor wider: die Reduzierung von Filialflächen bei gleichzeitiger Ausweitung digitaler Serviceangebote. Während die Haspa-Filiale in Wandsbek weiterhin als vollwertiger Standort mit umfassenden Beratungsleistungen erhalten bleibt, stehen andere Standorte vor erheblichen Veränderungen. Die geplante Neubebauung des ehemaligen Haspa-Gebäudes in Ohlstedt stellt eine besondere Herausforderung für die lokale Infrastruktur dar, da sie den Verlust eines Großteils der verbleibenden Ladengeschäfte in dem Stadtteil bedeutet.

Die Forderungen der Bezirksversammlung Wandsbek, Ladengeschäfte in den neuen Gebäuden zu integrieren und einen Bankautomaten zu erhalten, zeigen die Bedeutung dieser Infrastruktur für den Alltag der Bevölkerung. Gleichzeitig zeigt die Ausweitung der Kooperationen in Curslack und Horn, dass die Haspa bestrebt ist, ihre Präsenz in anderen Stadtteilen zu stärken.

Die Umstellung auf Einschichtbetrieb bei Bürgerämtern und die verstärkte Nutzung digitaler Dienstleistungen deuten darauf hin, dass die Haspa und die Hamburger Verwaltung ihre Dienstleistungen an veränderte Kundenbedürfnisse und Nutzungsmuster anpassen. Diese Entwicklung erfordert eine sorgfältige Abwägung zwischen Effizienzzielen und der Aufrechterhaltung einer flächendeckenden Versorgung mit grundlegenden Dienstleistungen.

Quellen

  1. Neubebauung ehemaliges Haspa-Gebäude in Hamburg-Ohlstedt und Wegfall der Ladengeschäfte im Haspa-Gebäude Ecke Alte Dorfstraße Brunskrogweg
  2. Beabsichtigte Umstellung von drei Standorten Einwohnerangelegenheiten auf Einschichtbetrieb ab 15. November 2024 sowie Ausweitung HASPA Kooperation in Curslack und neuer Kooperation in Horn
  3. Hamburger Sparkasse Filiale Wandsbek
  4. Haspa Filialverzeichnis

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