Einleitung
Das Hermann-Weber-Bad in Eitorf stellt ein zentrales kommunales Einrichtungs dar, das für die Region von großer Bedeutung ist. Mit jährlich etwa 79.000 Besuchern dient es nicht nur dem Schul- und Vereinssport, sondern auch als Freizeitangebot für alle Altersklassen. Die hohe Besucherzahlen und die mediale Aufmerksamkeit, die das Großbauprojekt erregt hat, unterstreichen die Wichtigkeit dieser Einrichtung für die Gemeinde. Im Oktober 2017 begannen die umfassenden Sanierungsarbeiten, die das Bad grundlegend modernisieren sollen. Dieser Artikel beleuchtet die umfangreichen Maßnahmen, die technischen Herausforderungen, die neuen Konzepte und die zukünftige Ausrichtung des Schwimmbades.
Projektüberblick und Bedeutung
Das Hermann-Weber-Bad ist ein Herzstück der Gemeinde Eitorf und hat eine besondere Bedeutung für die Region. Es dient als multifunktionale Einrichtung, die sowohl dem Breitensport als auch der Freizeitgestaltung dient. Die konstant hohen Besucherzahlen von ca. 79.000 Nutzerinnen und Nutzern jährlich belegen die große Akzeptanz und das Interesse der Bevölkerung an dieser Einrichtung. Die Sanierung des Bades ist daher ein Projekt von hoher Priorität für die Kommune, das nicht nur die bauliche Substanz verbessert, sondern auch die zukünftige Nutzbarkeit und Attraktivität des Bades sicherstellt.
Die Erfahrung mit älterer Bausubstanz zeigt sich auch bei diesem Projekt, wie Architekt Rainer Quermann vom Architektenteam Monte Mare GmbH erklärt: "Die Erfahrung zeige, dass sich bei älterer Bausubstanz meist weitere kleine Baustellen auftun." Für solche unvorhergesehenen Situationen wurde in der Kalkulation ein Puffer von rund 300.000 Euro berücksichtigt. Von "tausend Kleinigkeiten" spricht Quermann, die nach und nach zum Vorschein kämen, die "kein Computerprogramm vorsehen könne, das sind alles händische Dinge." In vielen Fällen könne jedoch rasch reagiert und Abhilfe geschaffen werden.
Umfang der Sanierungsarbeiten
Die Sanierung des Hermann-Weber-Bades ist ein umfassendes Projekt, das verschiedene Bereiche des Gebäudes und seiner Infrastruktur betrifft. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:
- Komplette Entkernung des Gebäudes
- Entfernung der Technikausstattung im Untergeschoss
- Weitgehende Betoninstandsetzung
- Ausbau und Erneuerung der Rutsche
- Errichtung eines Anbaus für einen behindertengerechten Eingangsbereich
Besonders auffällig ist der vorgebaute Eingangsbereich, der das Erscheinungsbild des Bades grundlegend verändert. Nach Fertigstellung der Bodenplatte konnte hier mit der Errichtung der Wände begonnen werden. Diese Maßnahme verbessert nicht nur die Barrierefreiheit des Bades, sondern schafft auch eine neue, moderne Eingangszone.
Technische Herausforderungen und Lösungen
Die Sanierung des Schwimmbades stellte verschiedene technische Herausforderungen dar, die kreative Lösungen erforderten. Eine der größten Herausforderungen war die Verlegung der Lüftungsanlage. Die Lüftung für das Bad wurde aus dem Keller nach oben verlegt, aus mehreren Gründen:
- Platzgründe: Vorher waren manche Gänge so voll mit Technik, dass kaum Durchkommen möglich war und auch Deckenleuchten nicht mehr auswechseln werden konnten.
- Die neue Lüftungsanlage ist so groß – sie nimmt etwa zwei Drittel der Dachfläche der Turnhalle ein –, dass sie ausgelagert werden musste.
- Die neue Anlage liegt nun unter dem Dach, zentral zwischen Bad und Turnhalle, die von der Schwimmbad-Technik mit versorgt wird.
Diese Maßnahme schafft nicht nur mehr Platz für Werkstatt und Lagerraum, sondern verbessert auch die Effizienz der Lüftung und Wärmerückgewinnung.
Ein weiteres technisches Problem betraf die Fliesen im Spaßbad. Eigentlich sollten die alten Fliesen erhalten bleiben, wurden jedoch letztlich doch entfernt. Die Gründe für diese Änderung sind den Quellen nicht explizit genannt, lassen sich aber aus dem Kontext der umfassenden Sanierung ableiten.
Neue Gestaltung und Ausstattung
Die Sanierung brachte nicht nur technische Verbesserungen, sondern auch eine komplett neue Gestaltung und Ausstattung für das Bad mit sich:
- Die bisherigen Farbschemata mit Gelb und Blau wurden durch ein modernes Design mit grauen Fliesen und weißen Wänden ersetzt.
- Die neue Kassenzone schließt direkt an die Gemeinschaftsumkleiden an, was die Organisation von Schulklassen und Vereinen erheblich verbessert.
- Toiletten, Duschen, barrierefreie Sanitäranlagen und eine Kosmetikzone mit Haartrocknern komplettieren die neuen Umkleidebereiche.
- Die Umstrukturierung ermöglicht es, dass Schulklassen und Vereine nicht mehr durch die Einzelumkleiden geschleust werden müssen wie früher.
Diese Maßnahmen verbessern nicht nur die Funktionalität des Bades, sondern auch die Ästhetik und das Nutzungserlebnis für die Badegäste.
Kostenstruktur und Finanzierung
Die Sanierung des Hermann-Weber-Bades ist ein kostspieliges Projekt mit einem Gesamtvolumen von rund 8 Millionen Euro. Dieser Betrag umfasst nicht nur die Sanierung des Schwimmbades selbst, sondern auch die Sanitäranlagen der angrenzenden Turnhalle. Die Finanzierung des Projekts erfolgt aus mehreren Quellen:
- Ca. 3,2 Millionen Euro kommen aus der Förderung durch das Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur".
- Der verbleibende Betrag wird von der Gemeinde Eitorf getragen.
Der Erste Beigeordnete Karl Heinz Sterzenbach zeigt sich zuversichtlich, dass der Kostenrahmen eingehalten werden kann. Architekt Rainer Quermann bestätigt, dass für unvorhergesehene Kosten ein Puffer von rund 300.000 Euro berücksichtigt wurde, um auf mögliche Überraschungen bei der Sanierung älterer Bausubstanz reagieren zu können.
Zeitplan und Planungsüberlegungen
Der Zeitplan für die Sanierung des Hermann-Weber-Bades hat sich im Laufe des Projekts mehrfach angepasst:
- Ursprünglich war der Baubeginn im Oktober 2017.
- Die Wiedereröffnung war zunächst für Ende 2018 geplant.
- Später wurde die Fertigstellung für Ende 2019 angekündigt.
Diese Verzögerungen sind bei Sanierungsprojekten älterer Gebäude nicht ungewöhnlich, da oft unvorhergesehene Probleme auftreten, wie Architekt Quermann erklärt. Trotz dieser Herausgabe bleibt die Verwaltung zuversichtlich, dass das Projekt erfolgreich abgeschlossen wird.
Nach der Fertigstellung ist eine feierliche Wiedereröffnung geplant. Michaela Lehmacher von der Gebäudewirtschaft wünscht sich außer einer offiziellen Feierstunde eine Art Bürgerfest im Bad bei freiem Eintritt, um die Bevölkerung an der Freude über die neu gestaltete Einrichtung teilhaben zu lassen.
Eintrittspreise und Eitorf-Pass
Ein wichtiges Anliegen für die Gemeinde war es, das Hermann-Weber-Bad auch nach der Sanierung als familienfreundliche Einrichtung zu erhalten. Aus diesem Grund werden die Eintrittspreise nur geringfügig steigen. Der Eitorf-Pass bleibt weiterhin gültig, was für viele Familien eine finanzielle Erleichterung darstellt.
Diese Entscheidung unterstreicht das Bestreben der Gemeinde, das Bad auch nach der kostspieligen Sanierung für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich zu halten und die soziale Komponente der Einrichtung zu bewahren.
Zukünftige Wartungsplanung
Neben der Sanierung wird auch die zukünftige Wartung des Bades sorgfältig geplant. Aus den Quellen geht hervor, dass turnusmäßige Revisionsarbeiten erforderlich sind, die nur bei entleerten Becken und stillstehender Anlage möglich sind. Die Schließungszeiten für diese Arbeiten wurden bereits festgelegt:
- Vom 2. Dezember 2024 bis einschließlich 1. Januar 2025
- Vom 1. Dezember 2025 bis einschließlich 1. Januar 2026
Diese planmäßigen Schließungszeiten ermöglichen es dem Badpersonal, notwendige Wartungsarbeiten durchzuführen, ohne die Besucher unangemessen zu stören. Die Betreiber des Hermann-Weber-Bades wünschen den Badegäste in diesem Zusammenhang bereits im Voraus ein frohes Weihnachtsfest und einen gesunden Start ins neue Jahr.
Fazit
Die Sanierung des Hermann-Weber-Bades in Eitorf ist ein umfassendes Modernisierungsprojekt, das die zentrale Bedeutung dieser Einrichtung für die Gemeinde unterstreicht. Mit Investitionen von rund 8 Millionen Euro, davon 3,2 Millionen Euro aus Bundesfördermitteln, wurde eine grundlegende Erneuerung der Bausubstanz, der Technik und der Ausstattung vorgenommen.
Die Herausforderungen bei der Sanierung älterer Bausubstanz wurden durch sorgfältige Planung und einen Puffer für unvorhergesehene Kosten gemeistert. Die Neugestaltung des Eingangsbereichs, die Umstrukturierung der Umkleidebereiche und die Verlegung der Lüftungsanlage verbessern nicht nur die Funktionalität, sondern auch das Nutzungserlebnis für die Badegäste.
Die Entscheidung, die Eintrittspreise nur geringfügig zu erhöhen und den Eitorf-Pass beizubehalten, zeigt das Bemühen der Gemeinde, das Bad als familienfreundliche Einrichtung zu erhalten. Die planmäßigen Wartungspausen in den Jahren 2024/2025 und 2025/2026 sichern die langfristige Funktionsfähigkeit und Sicherheit des Bades.
Mit der geplanten Wiedereröffnung Ende 2019 wird das Hermann-Weber-Bad als modernes, barrierefreies und energieeffizientes Schwimmbad für die Bürgerinnen und Bürger von Eitorf sowie die gesamte Region zur Verfügung stehen.