Modernisierung und nachhaltige Erneuerung des Heinz-Nixdorf-Berufskollegs in Essen

Einleitung

Der Heinz-Nixdorf-Berufskolleg (HNBK) in Essen-Frohnhausen hat im Jahr 2021 nach einer sechsjährigen Bauzeit eine umfassende Generalsanierung abgeschlossen. Die Maßnahmen, die im Jahr 2015 begonnen wurden, haben das gesamte Gebäude bis auf den Stahlbetonkern umgestaltet und modernisiert. Das Ergebnis ist ein schadstofffreies Gebäude mit modernster Technik, das den Anforderungen zeitgemäßer Bildung und Nachhaltigkeit gerecht wird. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte der Sanierung, von den baulichen Veränderungen über die technische Ausstattung bis hin zur Integration erneuerbarer Energien.

Umfang der Generalsanierung

Die Generalsanierung des HNBK umfasste eine umfassende Erneuerung des Gebäudekorpus, wobei der Stahlbeton als tragende Struktur bestehen blieb. Die Arbeiten begannen im Jahr 2015 und konnten pünktlich zum Beginn des Schuljahres 2021/2022 am 18. August 2021 abgeschlossen werden. Dies ermöglichte es dem Kollegium, alle Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende wieder am gemeinsamen Stammstandort zu begrüßen.

Ein Hauptziel der Sanierung war die Beseitigung von Schadstoffen im Gebäude. Nach Abschluss der Arbeiten steht nun ein schadstofffreies Gebäude zur Verfügung, das den gesundheitlichen Anforderungen an moderne Lern- und Arbeitsräume entspricht. Dies ist ein wichtiger Aspekt, da die Innenraumqualität einen erheblichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Nutzer hat.

Die Generalsanierung umfasste nicht nur die technischen und baulichen Aspekte, sondern auch die Neugestaltung der pädagogischen Räume und Lernumgebungen. Das Ziel war, einen Rahmen zu schaffen, der moderne Unterrichtsmethoden und Lernformen optimal unterstützt. Die räumliche Gliederung ermöglicht nun flexible Nutzungsmöglichkeiten, die von traditionellen Klassenräumen über Projektarbeitsplätze bis hin zu selbstorganisierten Lernbereichen reichen.

Technische Ausstattung und Gebäudetechnik

Ein zentraler Bestandteil der Sanierung war die Integration modernster automatisierter Gebäudetechnik. Das Gebäude ist nun mit der neuesten IT-Infrastruktur ausgestattet, die sowohl WLAN- als auch LAN-Anbindungen umfasst. Diese technologische Grundlage ermöglicht einen digitalen Unterricht und die Nutzung moderner Lernformate.

Die Gebäudetechnik wurde so konzipiert, dass sie nicht nur heute, sondern auch in Zukunft den Anforderungen gerecht werden kann. Die modulare Bauweise ermöglicht Anpassungen und Erweiterungen ohne aufwändige bauliche Maßnahmen. Die automatisierte Gebäudetechnik sorgt für eine optimale Raumluftqualität, eine angenehme Temperatur und eine effiziente Energienutzung.

Besonders hervorzuheben ist die Einrichtung eines Qualifizierungszentrums für Elektro- und Gebäudeautomatisierung. Dieses Zentrum unterstreicht den Schwerpunkt des Berufskollegs auf technische Bildung und bereitet die Schülerinnen und Schüler praxisnah auf die Anforderungen in ihren zukünftigen Berufen vor. Die Ausstattung des Zentrums entspricht dem Stand der Technik und ermöglicht es den Lernenden, an realen Anlagen zu arbeiten und so wertvolle praktische Erfahrungen zu sammeln.

Die Präsentationstechnik der neuesten Generation schafft die Grundlage für einen vollständig digitalen Unterricht. Beste Audio- und Videotechnologien bilden die Basis für aktuelle, berufsnahe Unterrichtskonzepte. Diese Ausstattung wurde an die schon immer herausragende technische Unterrichtsausstattung des Kollegs angefügt und auf den modernsten Stand gebracht. Lehrkräfte können nun multimediale Inhalte präsentieren, interaktive Anwendungen nutzen und virtuelle Lernumgebungen in den Unterricht integrieren.

Neue Räumlichkeiten und Lernumgebungen

Die Generalsanierung schuf nicht nur technisch moderne Räume, sondern auch neue pädagogische Möglichkeiten. Ein zentrales Element ist das neu integrierte Nixdorf-Forum, das den Schülerinnen und Schülern Gelegenheit zur Kommunikation vor, zwischen und nach dem Unterricht bietet. Als Treffpunkt fördert es den Austausch und die Zusammenarbeit. Das Forum ist als offener und einladender Raum gestaltet, der informelle Begegnungen ermöglicht und so den sozialen Zusammenhalt in der Schulgemeinschaft stärkt.

Ein Kiosk wurde in das Gebäude integriert, der für das leibliche Wohl sorgt und Pausen und Unterrichtspausen angenehmer gestaltet. Die gastronomische Versorgung wurde modernisiert und bietet nun gesunde und ausgewogene Speisen und Getränke, die den Anforderungen einer gesunden Ernährung entsprechen.

Über diese Infrastrukturelemente hinaus bietet das Haus nun die Möglichkeit, moderne pädagogische Unterstützungssequenzen in einem einladenden Selbstlernzentrum umzusetzen. Dieses Selbstlernzentrum fördert selbstständiges Arbeiten und die individuelle Förderung der Lernenden. Es ist mit modernen Lernmedien, Arbeitsplätzen und digitalen Ressourcen ausgestattet und bietet so die idealen Rahmenbedingungen für selbstbestimmtes Lernen.

Die räumliche Konzeption des Gebäudes berücksichtigt auch die unterschiedlichen Bedürfnisse verschiedener Lerngruppen. So gibt es neben klassischen Unterrichtsräumen auch speziell ausgestattete Fachräume für technische Fächer, Labore für naturwissenschaftliche Fächer und flexible Lernbereiche, die für Gruppenarbeit und Projektunterricht genutzt werden können.

Integration erneuerbarer Energien

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Modernisierung ist die Integration erneuerbarer Energien. Im Februar 2025 wurde auf dem Dach des HNBK eine neue Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. Diese Anlage ist Teil des Programms SmartQuart "Reallabore der Energiewende" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.

Das HNBK ist dabei als einzige Schule von Anfang an beteiligt und nimmt eine Vorreiterrolle bei der nachhaltigen Gestaltung von Schulgebäuden ein. An der feierlichen Inbetriebnahme der neuen Anlage nahmen neben Oberbürgermeister Thomas Kufen auch Vertreter der beteiligten Unternehmen und Organisationen teil.

Dieses Projekt zeigt, wie moderne Schulgebäude nicht nur technisch und pädagogisch auf dem neuesten Stand sein können, sondern auch einen aktiven Beitrag zur Energiewende leisten. Die Photovoltaikanlage produziert sauberen Strom und trägt zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks des Gebäudes bei. Gleichzeitig dient sie als Lehr- und Lernobjekt für die Schülerinnen und Schüler, die so die Funktionsweise und Bedeutung erneuerbarer Energien direkt vor Ort erfahren können.

Die Teilnahme am SmartQuart-Programm ermöglicht es dem HNBK, nicht nur theoretisches Wissen zu vermitteln, sondern auch praktische Erfahrungen in der Umsetzung nachhaltiger Energielösungen zu sammeln. Das Projekt ist Teil einer Initiative, in der nachhaltige Energielösungen für urbane Quartiere entwickelt und umgesetzt werden. Die Ergebnisse des Projekts fließen in die Gestaltung zukünftiger Schulbauten und urbaner Quartiere ein.

Kooperationen mit der Wirtschaft

Die Sanierung des HNBK ermöglichte auch die Intensivierung der Kooperationen mit der Wirtschaft. Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit mit ifm, einem Unternehmen der Automatisierungstechnik. ifm veröffentlichte ein Video, das nicht nur das Projekt vorstellt, sondern auch beeindruckende Drohnen- und Innenaufnahmen des HNBK zeigt.

In diesem Retrofit-Projekt wurde anschaulich demonstriert, wie sich bestehende Anlagen mit modernen Sensorlösungen aufrüsten lassen, um vorausschauende Wartung zu ermöglichen und Prozesse datenbasiert zu optimieren. Die Zusammenarbeit zeigt, wie Schulen und Unternehmen gemeinsam innovative Lösungen entwickeln können. Die Studierenden des Projektteams, Mitarbeiter von ifm und der Leiter der Fachschule für Technik am HNBK, Dr. Markus Steffens, kamen im Video zu Wort und berichteten über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse.

ifm hat dem HNBK für die sehr gute Zusammenarbeit gedankt und hofft auf weitere erfolgreiche Projekte zwischen dem HNBK und ifm. Diese Kooperation unterstreicht die Bedeutung von Partnerschaften zwischen Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft für die Entwicklung zukunftsorientierter Bildungsangebote und innovativer Lösungen.

Neben der Zusammenarbeit mit ifm gibt es weitere Kooperationen mit Unternehmen und Institutionen, die den Lernenden Einblicke in die Arbeitswelt ermöglichen und Praxisnähe in den Unterricht bringen. So finden regelmäßig Berufsorientierungsveranstaltungen, Messen und Exkursionen statt, die den Schülerinnen und Schülern den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern.

Bildungsgänge und pädagogisches Konzept

Die Generalsanierung des HNBK ging mit einer Neuausrichtung des pädagogischen Konzepts einher. Das Berufskolleg bietet eine breite Palette an Bildungsgängen an, die auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes ausgerichtet sind. Dazu gehören Berufsschulen, Höhere Berufsfachschulen, Fachoberschulen und das Berufliche Gymnasium.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den technischen Bildungsgängen, die durch die modernen Ausstattungen der Sanierung optimal unterstützt werden. So wurde beispielsweise der Bildungsgang Elektroniker für Automatisierungstechnik (Handwerk) aufgebaut, der eng mit der Elektroinnung Essen zusammenarbeitet. Der langjährige Kollege OStR Dipl.-Ing. Marc Wagner, der am 1. Februar 2003 in den Ruhestand trat, hatte sich besonders um den Aufbau dieses Bildungsgangs verdient gemacht. Er war auch als Prüfer für die Elektroinness Essen tätig und brachte viele Schüler zu landesbesten und bundesbesten Prüfungsabschlüssen.

Die Verbindung von Theorie und Praxis ist ein zentraler Bestandteil des pädagogischen Konzepts. Die modernen Lernumgebungen ermöglichen es, theoretisches Wissen direkt in praktischen Übungen anzuwenden und so ein tiefes Verständnis der Inhalte zu entwickeln. Die technische Ausstattung des Gebäudes erlaubt es, auf die sich schnell verändernden Anforderungen der Arbeitswelt zu reagieren und die Ausbildungsinhalte kontinuierlich an den neuesten Stand anzupassen.

Auch für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung bietet das HNBK nun den Bildungsgang AV plus (Ausbildungsvorbereitung Plus) an. Dieser vermittelt berufliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie berufliche Orientierung. Die Jugendlichen werden so auf eine berufliche Tätigkeit im Bereich Informatik vorbereitet. Die Voraussetzung ist unter anderem, dass die Vollzeitschulpflicht (10 Jahre) erfüllt ist.

Die digitale Transformation der Bildung wird am HNBK konsequent umgesetzt. Seit dem 1. November 2023 gelten neue Regeln für die elektronische Kommunikation der Schülerinnen und Schüler bzw. Studierenden mit der Schule. Jede/r nutzt die neu, individuelle E-Mail-Adresse. Außerdem melden sich die Lernenden über das Stundenplansystem individuell an, wo sie zum Beispiel Krankmeldungen

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