Einleitung
Renovierungsarbeiten im Eigenheim oder gewerblichen Gebäuden erfordern oft die Anwesenheit von Fachleuten und gemeinsames Arbeiten verschiedener Personen in engen Räumen. In diesem Kontext ist der Schutz vor Infektionskrankheiten wie COVID-19 von besonderer Bedeutung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts sowie andere Gesundheitsbehörden haben klare Empfehlungen zur COVID-19-Impfung veröffentlicht, die für verschiedene Personengruppen relevant sind. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung der Impfung im Kontext von Renovierungsarbeiten, erläutert die aktuellen Impfempfehlungen, bespricht die verfügbaren Impfstoffe und deren Sicherheit sowie die organisatorischen Aspekte der Impfung.
COVID-19-Impfempfehlungen für verschiedene Personengruppen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts hat differenzierte Empfehlungen für verschiedene Personengruppen veröffentlicht, die auch für Eigentümer und Fachkräfte im Bereich Renovierung relevant sind. Eine Grundimmunisierung plus eine Auffrischungsimpfung wird für Personen ohne Grunderkrankungen zwischen 12 und 59 Jahren empfohlen, einschließlich Schwangerer. Für einen guten und andauernden Schutz sollte das Immunsystem mindestens dreimal Kontakt mit Antigenen des Erregers haben, wobei mindestens zwei dieser Kontakte durch Impfungen erfolgen sollten.
Für Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf empfiehlt die STIKO eine Grundimmunisierung plus zwei Auffrischungsimpfungen. Dazu gehören: - Personen ab 60 Jahren - Personen ab 5 Jahren mit relevanten Grunderkrankungen wie Adipositas, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Immunschwäche oder Krebs - Menschen mit dem Down-Syndrom - Raucherinnen und Raucher - Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen - Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko für SARS-CoV-2, insbesondere medizinisches und pflegerisches Personal
Besonders hervorzuheben ist die Empfehlung für Personal in Gesundheitseinrichtungen mit direktem Patientinnen- oder Bewohnerinnenkontakt, das aufgrund der Tätigkeit in Umgebungen mit einem hohen Anteil an vulnerablen Personen und einem hohen Ausbruchspotenzial eine Personengruppe mit erhöhtem Infektionsrisiko darstellt. Mit der COVID-19-Impfung soll das arbeitsbedingte Infektionsrisiko gesenkt und die Infektionsübertragung auf das gefährdete Umfeld reduziert werden.
Für Personen im Alter von 18 bis 59 Jahren ohne Grunderkrankung gilt aus Sicht der STIKO eine Basisimmunität als ausreichend für einen Schutz vor schweren COVID-19-Verläufen. Eine Basisimmunität gegen SARS-CoV-2 gilt als erreicht, wenn mindestens drei SARS-CoV-2 Antigenkontakte (Impfung oder Infektion) erfolgt sind, davon mindestens einer durch eine Impfung. Eine serologische Abklärung möglicher Infektionen ist nicht erforderlich. Eine Infektion wird in der Regel nur dann als Antigenkontakt gewertet, wenn seit einer vorausgegangenen Impfung mindestens drei Monate vergangen sind. Umgekehrt soll eine Grundimmunisierung nach Infektion frühestens nach drei Monaten fortgeführt werden.
Bedeutung der Impfung für Renovierungsarbeiten
Bei Renovierungsarbeiten kommen verschiedene Fachkräfte zusammen und arbeiten oft in geschlossenen oder halbgeschlossenen Räumen, was eine potenziell höhere Ansteckungsgefahr birgt. Insbesondere wenn ältere oder vorerkrankte Personen im Haushalt leben, ist der Schutz durch eine COVID-19-Impfung besonders wichtig.
Die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf steigt mit Alter, bestehenden Vorerkrankungen und einem geschwächten Immunsystem. Daher ist die Impfung ein entscheidender Schutzfaktor, nicht nur für die Fachkräfte selbst, sondern auch für die Bewohner des Hauses. Renovierungsarbeiten können zu Stress und zusätzlicher Belastung führen, was das Immunsystem vorübergehend schwächen kann, weshalb ein vollständiger Impfschutz umso wichtiger ist.
Personen mit einem erhöhten Infektionsrisiko, wie zum Beispiel Handwerker, die in verschiedenen Haushalten arbeiten, sollten besonders auf einen aktuellen Impfschutz achten, um sich selbst und ihre Kunden zu schützen. Die Impfung reduziert nicht nur das persönliche Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, sondern trägt auch zur Reduzierung der Übertragung bei und schützt so vulnerable Personen im Umfeld.
Verfügbare Impfstoffe und deren Zusammensetzung
Für die Saison 2025/2026 sind in Deutschland mehrere Impfstoffe zugelassen, die sich als sicher und wirksam erwiesen haben. Aktuell sind an die Omikron-Sublinien JN.1, KP.2 und LP.8.1 adaptierte mRNA-Impfstoffe von Pfizer/Biontech (Comirnaty), der an LP.8.1 adaptierte mRNA-Impfstoff von Moderna (Spikevax) sowie der proteinbasierte Impfstoff von Novavax (Nuvaxovid) in der Variantenanpassung JN.1. verfügbar.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 15. Mai 2025 eine Empfehlung zur Stammanpassung für die Zusammensetzung der COVID-19-Impfstoffe für die Saison 2025/2026 veröffentlicht. Demnach sollte bei der Variantenanpassung der monovalenten Impfstoffe ein Antigen aus der Omikron-Subvariante JN.1, KP.2 oder LP.8.1 verwendet werden. Die European Medicines Agency (EMA) hat am 16. Mai 2025 empfohlen, die COVID-19-Impfstoffe für die Impfkampagne 2025/2026 auf die Variante LP.8.1 abzustimmen, da die bisherigen Daten darauf hindeuten, dass die gezielte Anpassung an LP.8.1 dazu beitragen wird, die Wirksamkeit der Impfstoffe aufrechtzuerhalten.
Bis zur Verfügbarkeit der LP.8.1-angepassten Impfstoffe könnten die Impfstoffe gegen die Stämme JN.1 oder KP.2 für die Impfkampagnen im Jahr 2025 weiterhin in Betracht gezogen werden.
Bei der Auswahl des Impfstoffs sind bestimmte Empfehlungen zu beachten. Bei Personen im Alter von 12 bis unter 30 Jahren sowie bei Schwangeren soll Spikevax aufgrund eines erhöhten Risikos für Myo- bzw. Perikarditis nicht eingesetzt werden. Für alle anderen Personen werden zugelassene mRNA- und proteinbasierte Impfstoffe mit einer jeweils von der WHO empfohlenen Variantenanpassung empfohlen.
Nebenwirkungen und Sicherheitsaspekte
Wie bei jeder Impfung können auch bei der COVID-19-Impfung Nebenwirkungen auftreten. Diese sind meist mild und vorübergehend. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen: - Schmerzen an der Einstichstelle - Müdigkeit und Kopfschmerzen - Muskelschmerzen - Leichtes Fieber
Häufig schmerzt oder rötet sich die Einstichstelle nach einer Impfung. Um lokalen Beschwerden vorzubeugen, wird empfohlen, den Arm, in den geimpft wird, locker und entspannt nach unten hängen zu lassen und die Einstichstelle anschließend mit einem Coolpack zu kühlen.
Bei einer Impfung setzt sich der Körper aktiv mit dem Impfstoff auseinander, da sie darauf abzielt, dass Antikörper und Gedächtniszellen gebildet werden. Dieser Prozess kann daher vorübergehend Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Muskelschmerzen auslösen. Einige Geimpfte entwickeln grippeähnliche Symptome wie Schüttelfrost, Gelenkschmerzen, Übelkeit oder auch Fieber.
Echte Nebenwirkungen wie eine allergische Reaktion oder eine Sinusvenenthrombose treten extrem selten auf. Mögliche Risikofaktoren wie eine Thromboseneigung werden bei jedem Aufklärungsgespräch vor der Impfung abgefragt, um durch die gezielte Auswahl des Impfstoffes das Risiko einer unerwünschten Reaktion zu minimieren. Eine allergische Sofortreaktion (anaphylaktischer Schock) tritt bereits wenige Minuten nach der Impfung auf, weshalb geimpfte Personen noch etwa 15 bis 30 Minuten unter ärztlicher Beobachtung bleiben.
Noch immer lassen sich manche Menschen nicht gegen das SARS-CoV-2-Virus impfen, weil sie sich vor sogenannten Spätfolgen fürchten. Diese Angst ist jedoch unbegründet, wie aus den offiziellen Empfehlungen hervorgeht.
Impforganisation und Zugang zu Impfungen
Die Organisation der COVID-19-Impfung in Deutschland ist auf verschiedenen Ebenen verankert. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und die Bundesländer sind für die Planung und Verteilung nach Einführung eines geeigneten Impfstoffs zuständig. Die Verantwortung für die Durchführung der Impfungen liegt bei den jeweiligen Bundesländern, die ihrerseits die Auftragsverwaltung bis in die Kreisverwaltungen delegieren.
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist ein wichtiger Partner bei der Durchführung der bundesweiten Corona-Impfkampagne und unterstützt die Bundesländer und den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) bei der Umsetzung der Impfkampagne. Dabei stehen die DRK-Landes- und Kreisverbände sowie der Verband der Schwesternschaften in Kontakt mit den zuständigen Behörden in den Ländern.
Seit September 2021 übernehmen in vielen Regionen die Hausärzte und mobilen Impfteams die Aufgabe, vereinzelt auch Impfzentren. Für die Planung und Durchführung von Renovierungsarbeiten kann es daher sinnvoll sein, den aktuellen Impfstatus bei Hausärzten zu klären und bei Bedarf eine Impfung zu vereinbaren. Die Kosten der Corona-Impfung werden in Deutschland in der Regel vollständig von der Krankenkasse übernommen.
Auffrischungsimpfungen und Virusvarianten
Da der Impfschutz mit der Zeit nachlässt, sind Auffrischungsimpfungen (Booster) wichtig, um den Schutz gegen COVID-19 aufrechtzuerhalten. Die STIKO empfiehlt die erste Auffrischung sechs Monate nach der Grundimmunisierung und eine zweite Auffrischung für ältere Menschen und Personen mit hohem Risiko.
Regelmäßige Booster sind besonders wichtig angesichts neuer Virusvarianten. Auch die neue Corona-Impfung gegen spezifische Varianten wird empfohlen, da diese besser auf die aktuell zirkulierenden Viren abgestimmt sind. Für die Saison 2025/2026 sind Impfstoffe verfügbar, die an die Omikron-Sublinien JN.1, KP.2 und LP.8.1 angepasst sind.
Personen aus den Risikogruppen können auf die Auffrischimpfung verzichten, wenn sie immungesund sind und sich im Laufe des Jahres mit SARS-CoV-2 infiziert haben. Die Impfentscheidung soll individuell nach ärztlicher Beratung erfolgen, wobei das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf gegenüber dem Nutzen der Impfung und möglichen Nebenwirkungen abgewogen wird.
Besondere Personengruppen bei Renovierungsarbeiten
Bei Renovierungsarbeiten kommen verschiedene Personengruppen zusammen, die unterschiedliche Empfehlungen zur Impfung berücksichtigen sollten:
Handwerker und Dienstleister Personen, die im Baugewerbe arbeiten, haben oft Kontakt mit vielen verschiedenen Menschen und arbeiten in verschiedenen Umgebungen. Sie stellen aufgrund ihrer Tätigkeit eine Personengruppe mit erhöhtem Infektionsrisiko dar, ähnlich wie medizinisches und pflegerisches Personal. Eine Impfung kann das arbeitsbedingte Infektionsrisiko senken und die Infektionsübertragung auf das gefährdete Umfeld reduzieren.
Eigentümer und Bewohner Eigentümer, die Renovierungsarbeiten in ihrem eigenen Zuhause durchführen lassen, sollten besonders dann auf einen aktuellen Impfschutz achten, wenn im Haushalt vulnerable Personen leben, wie ältere Menschen oder Personen mit Grunderkrankungen. Die Impfung schützt nicht nur die eigenen Gesundheit, sondern auch die der Familienmitglieder.
Schwangere und Gebärfähige Frauen Für Frauen im gebärfähigen Alter und Schwangere ohne Grunderkrankung gilt eine Basisimmunität als ausreichend. Bei dieser Personengruppe sollte jedoch Spikevax aufgrund eines erhöhten Risikos für Myo- bzw. Perikarditis nicht eingesetzt werden. Die Impfentscheidung sollte individuell nach ärztlicher Beratung erfolgen.
Fazit
Die COVID-19-Impfung spielt eine wichtige Rolle beim Schutz von Eigentümern, Fachkräften und Bewohnern während Renovierungsarbeiten. Sie reduziert nicht nur das persönliche Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, sondern schützt auch vulnerable Personen im Umfeld. Die STIKO empfiehlt differenzierte Impfstrategien für verschiedene Personengruppen, wobei besonders ältere Menschen, Personen mit Grunderkrankungen und medizinisches Personal geschützt werden sollen.
Für die Saison 2025/2026 sind verschiedene Impfstoffe verfügbar, die an aktuelle Virusvarianten angepasst sind. Die Impfung ist in der Regel gut verträglich, und mögliche Nebenwirkungen sind meist mild und vorübergehend. Die Organisation der Impfung erfolgt durch verschiedene Akteure, wobei Hausärzte und mobile Impfteams in vielen Regionen die Hauptverantwortung übernommen haben.
Da der Impfschutz mit der Zeit nachlässt, sind regelmäßige Auffrischungsimpfungen besonders wichtig, um den Schutz aufrechtzuerhalten. Für die Planung von Renovierungsarbeiten sollte daher auch der Impfstatus der beteiligten Personen berücksichtigt werden, um ein sicheres Arbeitsumfeld für alle Beteiligten zu gewährleisten.