Einleitung
Die sechste Etage des legendären Berliner Kaufhauses des Westens (KaDeWe) stellt seit den 1920er Jahren ein besonderes Kapitel in der Geschichte des Berliner Einzelhandels dar. Kombiniert aus Feinschmeckerabteilung und Gastronomie war sie schon immer wegweisend und prägte das Einkaufserlebnis in Deutschland. Nach einer umfassenden Renovierung, die 2016 begann und schrittweise umgesetzt wird, erstrahlt die "Sechste" in neuem Glanz. Dieser Artikel beleuchtet die Umbaumaßnahmen, das Designkonzept sowie die Neugestaltung dieses besonderen Raums im Herzen Berlins.
Die Notwendigkeit der Renovierung ergab sich aus den extrem hohen Besucherzahlen, die eine grundlegende Neustrukturierung des in die Jahre gekommenen Luxuskaufhauses erforderlich machten. Mit täglich bis zu 50.000 Besuchern, in der Weihnachtszeit sogar bis zu 100.000, war die alte Gestaltung den Anforderungen nicht mehr gewachsen. Im Dezember 2018 wurde der erste Teil des großen Umbaus abgeschlossen, bei dem 2.000 Quadratmeter der Etage neu gestaltet wurden. Die restlichen 6.000 Quadratmeter werden schrittweise renoviert, um den laufenden Betrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.
Historische Bedeutung der "Sechsten"
Seit den 1920er Jahren beherbergt die sechste Etage des KaDeWe die Feinschmeckeretage, die zu den bekanntesten und angesehensten ihresgleichen in Europa zählt. Die Kombination aus Feinschmeckerabteilung und Gastronomie war ihrerzeit revolutionär und etablierte das Konzept des demokratischen Wandelns zwischen Feinkost und Restaurants. Dieses Konzept, das es Besuchern ermöglichte, frei zwischen den verschiedenen Angeboten zu wechseln, wurde bei der jüngsten Renovierung bewusst erhalten und weiterentwickelt.
Die historische Bedeutung der Etage spiegelt sich auch in den verwendeten Materialien wider, die an die Anfänge des KaDeWe anknüpfen und gleichzeitig eine moderne Interpretation traditioneller Werte darstellen. Die Materialwahl folgt dem Konzept der "Berlin Elegance" und zitiert das Erbe der Anfänge des Hauses: Gold, Messing, schwarz gebrannte Ziegelwände und ein Terrazzoboden aus Berliner Flusssand verbinden Tradition mit Moderne und demonstrieren Internationalität mit lokalem Bezug.
Renovierungsplanung und Umsetzung
Die Planung der Renovierung begann bereits 2016, als das renommierte Architekturbüro OMA unter der Leitung von Rem Koolhaas mit der Entwicklung eines Masterplans für die Sanierung und den Umbau des KaDeWe beauftragt wurde. Die Notwendigkeit einer umfassenden Neugestaltung ergab sich aus den extrem hohen Besucherzahlen und der damit verbundenen Belastung der alten Strukturen.
Täglich bis zu 50.000 Menschen, in der Weihnachtszeit sogar bis zu 100.000, besuchten die sechste Etage, was eine innere Neustrukturierung des in die Jahre gekommenen Luxuskaufhauses erforderlich machte. Die hohe Besucherfrequenz führte zu Abnutzerscheinungen und machte eine Modernisierung der Infrastruktur notwendig, um den gestiegenen Anforderungen an Komfort, Sicherheit und Ästhetik gerecht zu werden.
Die Umsetzung der Renovierung erfolgte schrittweise, um den laufenden Betrieb des Kaufhauses nicht zu beeinträchtigen. Im Dezember 2018 wurde der erste Teil des großen Umbaus abgeschlossen. Dabei wurden 2.000 Quadratmeter der Etage neu gestaltet und erstrahlen seitdem in neuem Licht. Die restlichen 6.000 Quadratmeter werden kontinuierlich renoviert, wobei jeweils Abschnitte fertiggestellt werden, während andere weiter genutzt werden.
Diese schrittweise Vorgehensweise erforderte eine detaillierte Planung und Organisation, um sicherzustellen, dass die Baustellenbereiche keine unzumutbaren Belastungen für die Kunden darstellten. Gleichzeitig mussten spezielle Schutzmaßnahmen getroffen werden, um die Qualität der Arbeiten während des laufenden Betriebs sicherzustellen.
Der Masterplan von Rem Koolhaas und OMA
Seit 2016 wird das KaDeWe nach einem Masterplan des renommierten Architekturbüros OMA unter der Leitung von Rem Koolhaas saniert und umgebaut. OMA, Office for Metropolitan Architecture, ist ein international tätiges Architekturbüro mit Sitz in Rotterdam, das für seine innovativen und wegweisenden Entwürfe bekannt ist. Die Zusammenarbeit mit Koolhaas, einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Architektur, unterstreicht den Anspruch des KaDeWe, nicht nur ein Einkaufserlebnis, sondern auch ein architektonisches Juwel zu sein.
Der Masterplan sieht eine grundlegende Neustrukturierung des Gebäudes vor, die den veränderten Bedürfnissen einer heterogenen Kundschaft Rechnung trägt. Dabei wird besonderer Wert auf die Verbindung von Tradition und Moderne gelegt, um den historischen Charakter des Hauses zu bewahren und gleichzeitig zeitgemäße Ansprüche an Design und Funktionalität zu erfüllen.
Ein zentraler Aspekt des Konzepts ist die Aufteilung des Gebäudes in vier Quadranten, die jeweils mit einem eigenen Eingang versehen sind und sich zu verschiedenen Straßen orientieren. Diese Neustrukturierung löste den bisherigen Hauptaufgang auf und schafft eine bessere Verteilung der Besucherströme. Jeder Quadrant wird von einem anderen namhaften Designer gestaltet, wodurch eine Vielfalt an ästhetischen Konzepten entsteht, die dennoch als Einheit wirken.
Die Aufteilung in Quadranten ermöglicht es auch, unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen und verschiedene gastronomische und kulinarische Konzepte umzusetzen. Diese Diversifikation trägt dazu bei, die Attraktivität des KaDeWe für ein breites Publikum zu erhalten und zu steigern.
Der QC6-Quadrant von studio karhard®
Für die Gestaltung des QC6-Quadranten war das Berliner Architekturbüro studio karhard® verantwortlich. Das Büro, gegründet von Thomas Karsten und Alexandra Erhard, hat sich auf anspruchsvolle Retail- und Gastronomieprojekte spezialisiert und zeichnet sich durch eine klare, moderne Ästhetik aus, die funktionale Aspekte mit emotionaler Wirkung verbindet.
Der QC6-Quadrant umfasst eine Fläche von 1.600 Quadratmeter und präsentiert sich seit der Renovierung hell, klar strukturiert und edel. Die Designer verwirklichten hier ihr Konzept der "Berlin Elegance", das traditionelle Elemente mit moderner Ästhetik verbindet. Durch die geschickte Kombination verschiedener Materialien und die klare Raumaufteilung entstand ein Raum, der sowohl dem historischen Charakter des Hauses gerecht wird als auch zeitgemäße Ansprüche an Design und Funktionalität erfüllt.
Die Fotografien des Quadranten, erstellt von Stefan Wolf Lucks, zeigen die erfolgreiche Umsetzung des Konzepts