Einleitung
Die Sanierung und Modernisierung von Hallenbädern stellt eine der anspruchsvollsten Aufgaben im öffentlichen Bausektor dar. Bei gleichzeitigem Betrieb die notwendigen Umbaumaßnahmen zu realisieren, erfordert sorgfältige Planung, klare Zeitvorgaben und transparente Kostenaufstellungen. Die vorliegenden Quellen dokumentieren zwei exemplarische Projekte – die umfassende Sanierung des Caprima-Bades und die geplante Modernisierung des Hallenbades Burghausen – die zeigen, wie solche Vorhaben strukturiert werden. Beide Projekte verfolgen das Ziel, den aktuellen Standards und Besucheranforderungen gerecht zu werden, dabei aber auch nachhaltige und energieeffiziente Lösungen zu implementieren. Die Kostenrahmen liegen bei mehreren Millionen Euro, die Zeiträume erstrecken sich über mehrere Jahre, und die Maßnahmen umfassen sowohl bauliche Veränderungen als auch technische Modernisierungen. Dieser Artikel beleuchtet die Konzepte, Kosten und Zeitpläne für energieeffiziente Umbauten von Hallenbädern, basierend auf den Erfahrungen und Planungen dieser beiden Großprojekte.
Zeitliche Planung und Bauphasen
Die Sanierung von Hallenbädern erfordert eine detaillierte zeitliche Planung, um sowohl die Bauarbeiten effizient als auch den Betrieb des Bades so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Die beiden dokumentierten Projekte zeigen unterschiedliche Ansätze, wie mit diesen Herausforderungen umgegangen wird.
Das Caprima-Bad: Phasenweise Sanierung bei laufendem Betrieb
Die Sanierung des Caprima-Bades ist in mehrere Bauphasen unterteilt, um den Sommerbadbetrieb in den Jahren 2025 und 2026 aufrechterhalten zu können. Schon jetzt laufen erste Vorarbeiten, bei denen die Badewassertechnik provisorisch umgebaut wird.
Die Hauptbauphase beginnt im April 2025, wenn das Hallenbad für den Umbau geschlossen wird. Der Abriss des Hallendachs und der Technik erfolgt im Zeitraum von Mai bis September 2025. In dieser Zeit werden auch die Edelstahlbecken komplett erneuert (Januar bis Juni 2025).
Von September 2025 bis Juni 2026 konzentrieren sich die Arbeiten auf den Neubau des Daches. Parallel dazu wird die Badewassertechnik im Freibad von November 2025 bis April 2026 erneuert. Die Badewasser- und Haustechnik für das Hallenbad wird von November 2025 bis Juli 2026 komplett modernisiert.
Die Restarbeiten in der Schwimmhalle finden von August bis Dezember 2026 statt, mit der geplanten Inbetriebnahme des Hallenbades im November 2026. Die Außenanlagen und untergeordneten Bereiche werden bis April 2027 fertiggestellt.
Das Hallenbad Burghausen: Kompakter Zeitplan ohne Betriebseinschränkung
Im Gegensatz zum Caprima-Projekt wird das Hallenbad Burghausen während der gesamten Bauzeit geschlossen bleiben. Der geplante Zeitrahmen sieht einen Baubeginn Anfang Februar 2026 vor. Der Probebetrieb ist für das vierte Quartal 2027 vorgesehen, die Nutzungsaufnahme soll im Dezember 2027 erfolgen.
Diese kürzere, kompaktere Bauzeit von etwa zwei Jahren ermöglicht eine schnellere Modernisierung, birgt aber den Nachteil, dass während der gesamten Bauzeit kein Betrieb möglich ist. Für das Hallenbad Burghausen, das seit 1972 in Betrieb ist und 2007 um einen Erlebnisbereich und eine Saunawelt erweitert wurde, scheint dieser Ansatz jedoch sinnvoll, da eine Sanierung nicht mehr aufgeschoben werden kann.
Kostenrahmen und Finanzierungsstrategien
Die Sanierung von Hallenbädern ist mit erheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden, die transparent geplant und kontrolliert werden müssen. Die beiden dokumentierten Projekte zeigen unterschiedliche Kostenrahmen und Finanzierungsstrategien.
Das Caprima-Bad: Klare Kostenbegrenzung mit 50 Millionen Euro
Die Gesamtkosten des Caprima-Projekts belaufen sich auf rund 50 Millionen Euro brutto (Kostengruppen 200-700). Dieser Kostenrahmen wurde vom Stadtrat bereits beschlossen und soll als Kostendeckel fungieren, um eine transparente und verlässliche Finanzierung des Vorhabens zu gewährleisten. Die Stadtverwaltung und der Stadtrat zeigten sich mit dem vorgelegten Konzept des Architekturbüros Leinhäupl + Neuber (ALN) aus Landshut zufrieden, nachdem ein anderes Büro bei der Planung gescheitert war, einen Umbau in einem angemessenen Kostenrahmen bei laufendem Sommerbetrieb und in einer entsprechenden Zeit zu realisieren.
Das Hallenbad Burghausen: Kostenreduktion durch Neuberechnung
Die ursprüngliche Kostenberechnung für das Hallenbad Burghausen lag bei 27.792.723,54 Euro netto. Die neue, vom Stadtrat beschlossene Berechnung weist mit 26.563.528 Euro netto eine Reduktion um rund 1,23 Millionen Euro aus. Diese Kostensenkung wurde notwendig, da die wirtschaftliche Lage der Stadt schwierig ist – man rechnet 2025 mit Gewerbesteuereinnahmen von 25 Millionen Euro, was im Vergleich zu den Vorjahren mit 35 Millionen Euro im Jahr 2024 und 87 Millionen Euro im Jahr 2023 ein erheblicher Rückgang ist.
Die Dringlichkeit der Sanierung wurde im Stadrat betont, da das Gebäude ab 1970 errichtet und 1972 eröffnet wurde. Eine Sanierung ist unumgänglich, da das Hallenbad baulich und technisch in die Jahre gekommen ist.
Konzepte für die Modernisierung der Schwimmhallen
Die Modernisierung von Schwimmhallen umfasst mehr als nur die Erneuerung der Bausubstanz. Es geht darum, die Funktionalität, Attraktivität und Nachhaltigkeit der Anlagen zu verbessern, um den aktuellen Besucheranforderungen gerecht zu werden.
Das Caprima-Bad: Trennung der Funktionen und Erweiterung des Angebots
Der zentrale Punkt des Umbaus des Caprima liegt in der Neugestaltung der Schwimmhalle, die verschiedene Neuerungen und Erweiterungen umfasst. Das bisherige Wellenbecken wird in zwei getrennte Bereiche aufgeteilt: ein 20 Meter langes Schwimmerbecken und ein 18 Meter langes Wellenbecken. Diese Aufteilung ermöglicht eine klare Trennung von sportlichen und unterhaltsamen Badeaktivitäten.
Zusätzlich wird ein neues Mehrzweckbecken geschaffen, das für verschiedene Anwendungen wie Schwimmkurse oder Aqua-Fitness genutzt werden kann. Auch das Heißbecken wird erneuert, um den Gästen weiterhin einen Ort der Entspannung zu bieten. Im Obergeschoss wird zudem eine Liegegalerie eingerichtet, die den Gästen eine Rückzugsmöglichkeit und einen ruhigeren Ort zur Erholung bietet.
Die bestehende Grotte wird zugunsten von mehr Liegeflächen entfernt. Es hat sich gezeigt, dass die bisherigen Liegekapazitäten nicht mehr ausreichend waren. Ein weiterer bedeutender Aspekt ist die Erweiterung der Schwimmhalle, um Platz für einen modernen Spraypark auf der Badeebene zu schaffen. Ein Spraypark ist ein Wassererlebnisbereich speziell für Kinder und Familien, in dem im Flachwasserbereich des Beckens verschiedene Wasserfontänen, Düsen, Wasserkanonen und andere Wasserspiele installiert werden.
Das Hallenbad Burghausen: Fokus auf überregionale Sportstätte
Für das Hallenbad Burghausen betonte der Erste Bürgermeister Florian Schneider die überregionale Relevanz als Trainings- und Wettkampfstätte sowie dessen Bedeutung für Familien, Senioren, Schulen und Vereine: "Das Burghauser Hallenbad ist weit mehr als eine Sportstätte – es ist ein Ort der Begegnung, des Sports und der Gesundheit sowie natürlich auch der Erholung." Die Sanierung ist somit eine Investition in die Zukunft der Stadt und der Region.
Technische Erneuerungen und Energieeffizienz
Ein zentraler Aspekt bei der Sanierung von Hallenbädern ist die Modernisierung der technischen Anlagen, um Energie zu sparen und die Betriebskosten zu senken. Die beiden Projekte zeigen unterschiedliche Ansätze, wie diese Ziele erreicht werden können.
Das Caprima-Bad: Umfassende technische Modernisierung
Die technische Ausstattung des Caprima wird umfassend modernisiert und erweitert, um den Badebetrieb effizient und nachhaltig zu gestalten. Wegen der vielen baulichen Neuerungen wird unter der Schwimmhalle ein neuer Technikkeller eingebaut, der die notwendigen Anlagen für die neuen Attraktionen beherbergen soll. Dort wird die gesamte Badewassertechnik im Untergeschoss erneuert. Ebenso wird die Haustechnik auf den neuesten Stand gebracht, um den Anforderungen eines modernen Badebetriebs gerecht zu werden.
Ein Großteil der Fassade sowie das Dach werden im Zuge des Umbaus erneuert, um energetische und optische Verbesserungen zu erzielen. Das Umbau umfasst auch den Abriss des alten Hallendachs im Sommer 2025, gefolgt vom Neubau des Daches bis Mitte 2026. Das Dach soll entweder großflächig begrünt oder mit einer Photovoltaikanlage versehen werden.
Energieeffizienz bei der Hallenbadsanierung
Ein attraktives Raumgestaltung ist wichtig, doch eine nachhaltige Energieeffizienz ist entscheidend für die Wirtschaftlichkeit eines Hallenbades. Mangelhafte Isolierung, fehlende Schwimmbadabdeckungen und veraltete Entfeuchtungsgeräte sind als Kostentreiber im Unterhalt von Schwimmbadhallen bekannt. Hier sollte bewusst investiert werden, um fortan enorme Kosten für Energie und Klimatechnik zu sparen.
Beispiele für energieeffiziente Lösungen sind:
Innovative Klima- und Lüftungstechnik: Eine gute Dampfsperre, die gleichzeitig eine top Isolierung für das Hallenbad bietet, in Verbindung mit einer energieeffizienten Lüftungstechnik ist das A und O bei der Schwimmhallensanierung. Dazu gehören Klimageräte mit Wärmerückgewinnungssystemen bis zu Luftschlitzschienen in hochwertiger Edelstahloptik.
Isolierende Schwimmbeckenabdeckung: Durch den Einsatz von verlässlichen Schwimmbeckenabdeckungen kann der Energieverlust erheblich reduziert werden.
Verlässliche Filter- und Dosiertechnik: Moderne Anlagen sparen Wasser und Chemikalien, senken die Betriebskosten und schonen die Umwelt.
Neugestaltung von Eingangs- und Umkleidebereichen
Neben der Schwimmhalle selbst werden auch die zugehörigen Bereiche wie Eingangsbereiche und Umkleideräume modernisiert, um den Gästen ein besseres Nutzungserlebnis zu bieten.
Das Caprima-Bad: Moderner und einladender Zugang
Der Eingangs- und Umkleidebereich des Caprima-Bades wird komplett erneuert, um den Gästen einen modernen und einladenden Zugang zu bieten. Diese Maßnahme ist Teil der umfassenden Sanierung, die darauf abzielt, das gesamte Bad moderner, vielseitiger und effizienter zu gestalten.
Das Hallenbad Burghausen: Fokus auf Nutzerfreundlichkeit
Auch beim Hallenbad Burghausen wird bei der Sanierung besonderer Wert auf die Neugestaltung der Eingangs- und Umkleidebereiche gelegt, um die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen und das Gesamterlebnis für die Besucher zu verbessern. Konkrete Details zu den geplantten Maßnahmen für diese Bereiche sind in den vorliegenden Quellen jedoch nicht genannt.
Neuerungen für Familien und Kinder
Ein wichtiger Aspekt bei der Modernisierung von Hallenbädern ist die Attraktivität für Familien und Kinder. Beide Projekte setzen hier unterschiedliche Schwerpunkte.
Das Caprima-Bad: Spraypark und Wasserrutsche
Eine wesentliche Neuerung für das Caprima-Bad ist der geplante Spraypark, ein Wassererlebnisbereich speziell für Kinder und Familien. Im Flachwasserbereich des Beckens werden verschiedene Wasserfontänen, Düsen, Wasserkanonen und andere Wasserspiele installiert, um den jüngsten Besuchern attraktive Spiel- und Erlebnismöglichkeiten zu bieten.
Eine weitere wesentliche Neuerung wird auch außen weithin sichtbar sein: Das Caprima erhält eine Wasserrutsche mit 80 Metern Länge für den Innenbereich. Dazu wird an der Westseite der Schwimmhalle ein Rutschenturm errichtet. Das bisherige Pultdach auf der südlichen Seite der Schwimmhalle wird durch ein Flachdach ersetzt, das als Dachterrasse genutzt werden kann. Diese neue Fläche schafft zusätzliche Aufenthaltsbereiche im Freien.
Das Hallenbad Burghausen: Erlebnisbereich nach der Sanierung
Das Hallenbad Burghausen wurde bereits 2007 um einen Erlebnisbereich und eine Saunawelt erweitert. Die geplante Sanierung wird diesen Bereich modernisieren und attraktiver gestalten. Ein Foto in den Quellen zeigt, wie das Erlebnisbecken nach der Sanierung aussehen könnte. Die genauen Neuerungen für Familien und Kinder sind in den vorliegenden Quellen jedoch nicht detailliert beschrieben.
Fazit
Die Sanierung und Modernisierung von Hallenbädern ist ein komplexes Vorhaben, das sorgfältige Planung, klare Zeitvorgaben und transparente Kostenaufstellungen erfordert. Die beiden dokumentierten Projekte zeigen unterschiedliche Ansätze, wie mit diesen Herausforderungen umgegangen werden können.
Beide Projekte verfolgen das Ziel, die Badeanlagen moderner, vielseitiger und effizienter zu gestalten, um den aktuellen Standards und Besucheranforderungen gerecht zu werden. Dabei werden sowohl bauliche Veränderungen als auch technische Modernisierungen berücksichtigt, um die Attraktivität für verschiedene Nutzergruppen zu erhöhen und gleichzeitig die Betriebskosten durch energieeffiziente Lösungen zu senken.
Die Kostenrahmen liegen bei mehreren Millionen Euro, die Zeiträume erstrecken sich über mehrere Jahre. Während das Caprima-Bad bei laufendem Betrieb saniert wird, um den Sommerbadbetrieb aufrechterhalten zu können, wird das Hallenbad Burghausen während der gesamten Bauzeit geschlossen bleiben, um die Modernisierung zügig voranzutreiben.
Die Modernisierung der Schwimmhallen umfasst mehr als nur die Erneuerung der Bausubstanz. Es geht darum, die Funktionalität, Attraktivität und Nachhaltigkeit der Anlagen zu verbessern. Beim Caprima-Bad wird beispielsweise das bisherige Wellenbecken in zwei getrennte Bereiche aufgeteilt, um eine klare Trennung von sportlichen und unterhaltsamen Badeaktivitäten zu ermöglichen. Zusätzlich wird ein neues Mehrzweckbecken geschaffen und ein moderner Spraypark für Kinder und Familien installiert.
Ein zentraler Aspekt bei der Sanierung von Hallenbädern ist die Modernisierung der technischen Anlagen, um Energie zu sparen und die Betriebskosten zu senken. Dazu gehören innovative Klima- und Lüftungstechnik, isolierende Schwimmbeckenabdeckungen und verlässliche Filter- und Dosiertechnik.
Die Neugestaltung von Eingangs- und Umkleidebereichen sowie die Schaffung attraktiver Angebote für Familien und Kinder sind ebenfalls wichtige Elemente der Modernisierung, um die Gesamtattraktivität der Badeanlagen zu erhöhen.
Insgesamt zeigen die beiden Projekte, dass die Sanierung von Hallenbädern eine Investition in die Zukunft ist, die nicht nur den Besuchern, sondern auch der Stadt als Ganzes zugutekommt, indem sie wichtige Infrastruktureinrichtungen für Sport, Gesundheit und Erholung erhält und weiterentwickelt.