Zukunft der Kirchen in Kelsterbach: Umstrukturierung und Nachnutzungsplanung

Einleitung

Die katholische Kirche in Kelsterbach befindet sich mitten in einem umfassenden Reformprozess, der die Gemeindestruktur und die Nutzung der kirchlichen Gebäude grundlegend verändert. Dieser Wandel betrifft vor allem die beiden Kirchenstandorte im Ort: die Herz-Jesu-Kirche und die St. Markus-Kirche. Während die St. Markus-Kirche als zukünftige Hauptkirche der Gemeinde erhalten bleiben soll, wird die Herz-Jesu-Kirche nach einer Fusion der Pfarreien ihre Funktion verlieren. Dieser Beitrag beleuchtet die aktuellen Entwicklungen, die geplanten Veränderungen und die zukünftige Nutzung der kirchlichen Immobilien in Kelsterbach.

Kirchenstruktur und Reformprozess

Die katholische Kirchengemeinde in Kelsterbach durchläuft derzeit einen tiefgreifenden Strukturwandel, der Teil eines größeren Reformprozesses der katholischen Kirche ist. Dieser Prozess führt zur Umstrukturierung der pfarrlichen Organisation und zur Neuordnung der kirchlichen Immobilien.

Fusion der Pfarreien

Ein zentraler Aspekt dieser Reform ist die Zusammenlegung der Pfarrei Herz Jesu in Kelsterbach mit den katholischen Gemeinden in Raunheim und Rüsselsheim. Diese Fusion ist für Anfang 2026 geplant und stellt eine bedeutende Veränderung für die kirchliche Landschaft in der Region dar. Die Konsequenz dieser Neuordnung ist, dass die Herz-Jesu-Kirche in Kelsterbach bereits jetzt für reguläre Gottesdienste nicht mehr genutzt wird.

Die St. Markus-Kirche als zukünftiges Zentrum

Im Gegensatz zur Herz-Jesu-Kirche wird die St. Markus-Kirche in der Walldorfer Straße die zentrale Kirche der künftigen fusionierten Gemeinde bleiben. Sie übernimmt damit die Rolle der Hauptkirche für die gesamte Kirchengemeinde in Kelsterbach. Die Bedeutung dieses Standorts wird durch verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen unterstrichen, die in den kommenden Jahren stattfinden sollen.

Das Herz-Jesu-Areal: Planung für die Zukunft

Mit der Aufgabe der Herz-Jesu-Kirche entsteht die Frage nach der zukünftigen Nutzung des gesamten Areals. Die Stadt Kelsterbach hat bereits erste Weichen für die Nachnutzung gestellt und plant einen Bebauungsplan, der eine städtebaulich und verkehrlich verträgliche Entwicklung des Grundstücks sicherstellen soll.

Das Grundstück und seine Merkmale

Das Herz-Jesu-Areal umfasst eine Fläche von etwa 2240 Quadratmetern. Auf diesem Grundstück befinden sich nicht nur die Kirche selbst, sondern auch eine Pfarrwohnung. Diese Pfarrwohnung wird mit dem Ausscheiden von Pfarrer Franz-Josef Berbner in den Ruhestand ebenfalls nicht mehr benötigt, was die Notwendigkeit einer neuen Nutzungskonzeption unterstreicht.

Ziele des Bebauungsplans

Der Bürgermeister von Kelsterbach hat sich für die Aufstellung eines Bebauungsplans ausgesprochen, der mehrere wichtige Ziele verfolgt:

  1. Erhalt des repräsentativen Charakters: Die Kirche soll als repräsentatives Gebäude erhalten bleiben. Dies unterstreicht die kulturhistorische Bedeutung des Bauwerks für das Stadtbild.

  2. Regelung der Verkehrsanbindung: Der Plan soll die Festlegung von ausreichenden und geeigneten Flächen für Stellplätze und Nebenanlagen regeln. Dies ist besonders wichtig, um die Verkehrsanbindung der zukünftigen Nutzung sicherzustellen.

  3. Erhalt von Freiflächen: Ein weiteres Ziel ist der Erhalt von unversiegelten Freiflächen. Diese haben ökologische Bedeutung und tragen zur Aufwertung des Wohnumfelds bei.

  4. Nutzung für den Gemeinbedarf: Es soll festgelegt werden, dass das Areal auch weiterhin für den Gemeinbedarf genutzt wird. Diese Vorgabe sicherstellt, dass die Immobilie der Öffentlichkeit und den Bedürfnissen der Gemeinde erhalten bleibt.

St. Markus-Kirche: Aktivitäten und Veranstaltungen

Während die Herz-Jesu-Kirche ihre Funktion verliert, bleibt die St. Markus-Kirche als zentrales religiöses und kulturelles Zentrum Kelsterbachs aktiv. Die Kirche beheimatet verschiedene Veranstaltungen und Aktivitäten, die das Gemeindeleben prägen.

Nacht der offenen Kirche

Ein jährliches Highlight im Veranstaltungskalender der Gemeinde ist die "Nacht der offenen Kirche". Für den 8. November 2025 ist bereits eine weitere Auflage dieses Events geplant, das um 18:00 Uhr in der St. Markus-Kirche beginnen wird. Diese Veranstaltungen bieten der Bevölkerung die Möglichkeit, das kirchliche Gebäude kennenzulernen und an spirituellen und kulturellen Angeboten teilzunehmen.

Adventliche Lichteraktion

Ein weiteres traditionelles Ereignis ist die adventliche Beleuchtung der St. Markus-Kirche. Am 1. Adventssonntag, dem 30. November 2025, wird die Kirche ab 17:30 Uhr erneut in "stimmungsvolles weihnachtliches Licht getaucht". Diese Veranstaltung bereitet die Gemeinde auf die Weihnachtszeit vor und schafft einen besonderen Rahmen für die Adventszeit.

Kirchenkaffee nach dem Gottesdienst

Zur Stärkung des Gemeindelebens hat die Kirche ein neues Angebot eingeführt: das "Kirchenkaffee" nach dem Gottesdienst. Diese informelle Zusammenkunft bietet den Gemeindemitgliedern die Möglichkeit, sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Solangeformate tragen wesentlich zum Zusammenhalt der Gemeinschaft bei.

Sozialer Einsatz: Unterstützung der Oblaten

Seit mehreren Jahren unterstützt der Arbeitskreis Soziales der katholischen Kirchengemeinde Kelsterbach in Zusammenarbeit mit Caritas Kelsterbach ein Projekt der missionarischen Ordensgemeinschaft Oblaten (OMI). Dieses Engagement unterstreicht das soziale Engagement der Gemeinde und ihre Verbundenheit mit globalen Anliegen.

Kommunikation und Information der Gemeinde

Die katholische Kirchengemeinde in Kelsterbach legt Wert auf transparente und regelmäßige Information ihrer Mitglieder und der interessierten Öffentlichkeit. Dafür werden verschiedene Kanäle genutzt.

"Herz-Jesu aktuell"

Die Gemeinde veröffentlicht regelmäßig den Newsletter "Herz-Jesu aktuell", der über aktuelle Entwicklungen, Veranstaltungen und Themen informiert. So ist bereits eine Ausgabe für den Zeitraum vom 1. bis 30. November 2025 angekündigt, die interessierte Leser im PDF-Format herunterladen können.

Informationen des Pastoralraums

Neben lokalen Nachrichten veröffentlicht die Gemeinde auch Informationen auf der Homepage des Pastoralraums. Diese Plattform dient der Information über Themen, die nicht nur für Kelsterbach, sondern für den gesamten Pastoralraum von Interesse sind. Dadurch wird eine überörtliche Vernetzung und Informationssicherung gewährleistet.

Herausforderungen und Perspektiven

Die Umstrukturierung der kirchlichen Immobilien in Kelsterbach birgt sowohl Herausforderungen als auch Chancen für die Stadt und die Gemeinde.

Herausforderungen

  1. Umgang mit leerstehenden Immobilien: Die Aufgabe der Herz-Jesu-Kirche stellt die Frage nach einer sinnvollen Nachnutzung, die sowohl den denkmalpflegerischen Anforderungen als auch den Bedürfnissen der Stadt entspricht.

  2. Finanzierung der Maßnahmen: Die Umsetzung eines Bebauungsplans und die eventuelle Umnutzung der Kirche erfordern erhebliche finanzielle Mittel, die sowohl von kirchlicher als auch von kommunaler Seite aufgebracht werden müssen.

  3. Beteiligung der Öffentlichkeit: Bei der Planung der Nachnutzung ist eine breite Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger wichtig, um Akzeptanz für die neuen Konzepte zu schaffen.

Perspektiven

  1. Erhalt von Kulturgut: Durch den Erhalt der Herz-Jesu-Kirche als repräsentatives Gebäude wird ein wichtiges Stück der lokalen Baukultur und Geschichte bewahrt.

  2. Neue Nutzungskonzepte: Das Areal bietet die Möglichkeit, innovative Lösungen für öffentliche und gemeinwohlorientierte Nutzungen zu entwickeln, die der gesamten Gemeinde zugutekommen.

  3. Stärkung des Gemeinwesens: Die Sicherstellung einer Nutzung für den Gemeinbedarf trägt zur Stärkung des sozialen Gefüges in Kelsterbach bei und fördert das zivilgesellschaftliche Engagement.

Fazit

Die katholische Kirche in Kelsterbach befindet sich an einem entscheidenden Wendepunkt ihrer Geschichte. Während die St. Markus-Kirche als zukünftiges Zentrum der Gemeinde gestärkt wird, muss die Herz-Jesu-Kirche nach ihrer Aufgabe eine neue Bestimmung finden. Die geplante Aufstellung eines Bebauungsplans zeigt, dass sowohl die Stadtverwaltung als auch die Kirche Wert auf eine sorgfältige und durchdachte Nachnutzung legen. Die Ziele, den repräsentativen Charakter des Gebäudes zu erhalten, die Verkehrsanbindung zu regeln, Freiflächen zu erhalten und eine Nutzung für den Gemeinbedarf sicherzustellen, sind wichtige Weichenstellungen für die Zukunft des Areals. Gleichzeitig bleibt die St. Markus-Kirche mit ihren vielfältigen Aktivitäten ein lebendiges Zentrum des Gemeindelebens. Die Herausforderungen der Umstrukturierung bieten die Chance, die kirchlichen Immobilien in Kelsterbach zukunftsfähig zu gestalten und so einen Beitrag zum Erhalt des kulturellen Erbes und zur Stärkung des Gemeinwesens zu leisten.

Quellen

  1. OL Wittich - Kirchenumbau in Kelsterbach
  2. Bistum Mainz - Pfarrei Kelsterbach
  3. Bistum Mainz - St. Markus Kirche Kelsterbach
  4. Bistum Mainz - Nachrichten der Pfarrei Kelsterbach

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