Einleitung
Die Arnulf-Klett-Passage, eine zentrale Verkehrsader des Stuttgarter Hauptbahnhofs, steht vor umfassenden Veränderungen. Als nicht nur für den reibungslosen Bahnhofsbetrieb entscheidend, sondern auch als wichtiger Verkehrsknotenpunkt und öffentlicher Raum, steht die Passage derzeit im Fokus von Sanierungs- und Erweiterungsplanungen. Die aktuellen Vorhaben sind untrennbar mit dem benachbarten Großprojekt Stuttgart 21 verbunden und zielen darauf ab, die Sicherheit, Barrierefreiheit und die räumliche Qualität der Passage zu verbessern. Dieser Artikel beleuchtet die geplanten Maßnahmen, die zeitliche Einordnung sowie die Herausforderungen bei der Umsetzung der Sanierung und möglichen Erweiterung der Klett-Passage.
Aktuelle Planungen für die Sanierung
Die Sanierung der Arnulf-Klett-Passage ist Teil eines umfassenden Konzepts zur Verbesserung der Verkehrsstruktur und der Sicherheit im Bereich des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Laut Angaben der Stadt Stuttgart soll die Passage nach Abschluss der Arbeiten als sicherer, lichtdurchfluteter und verkehrsberuhigter Freiraum nutzbar gemacht werden. Die Maßnahme wird von städtischer Seite als "aller höchster Zeit" bezeichnet und sollte unmittelbar nach Fertigstellung des Stuttgart 21-Projekts beginnen.
Die Planung umfasst mehrere zielelemente: - Verkehrsberuhigung des Arnulf-Klettplatzes - Sanierung der Passage mit Fokus auf Lichtdurchflutung - Schaffung barrierefreier Zugänge
Diese Zielsetzung wird sowohl in der städtischen Vorschlagsplattform als auch in der Presse thematisiert. Das Konzept sieht vor, den Platz primär für den Busverkehr, Fuß- und Radverkehr nutzbar zu machen, während der motorisierte Individualverkehr auf Bussen und Taxen beschränkt bleiben soll.
Allerdings zeigt sich, dass die Planung für den Umbau des Bahnhofsvorplatzes und der unterirdischen Verkehrsdrehscheibe dem ursprünglichen Zeitplan hinterherhinkt. Aus Sicht der SPD-Stadtratsfraktion wäre die Einrichtung einer eigenen Projektgesellschaft für das Vorhaben sinnvoll, um die Planungsprozesse effizienter zu gestalten und die bestehenden Verzögerungen abzubauen.
Zeitlicher Ablauf der Baumaßnahmen
Bereits im Frühjahr 2025 beginnen erste konkrete Bauarbeiten im Zusammenhang mit der Modernisierung der Klett-Passage. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, wird der mittlere Zugang zur Klett-Passage ab dem 17. März 2025 für voraussichtlich drei Wochen geschlossen. Dieser notwendige Schritt dient der Gewährleistung der Sicherheit von Reisenden und Passanten während der Bauarbeiten am Bonatzbau.
Anschließend, ab dem 7. April 2025, beginnt der Rohbau in der Großen Schalterhalle, die für etwa zwölf Monate nicht zugänglich sein wird. Wichtig ist, dass die Klett-Passage während der gesamten Baumaßnahme stets über den Bonatzbau erreichbar bleibt. Um Reisenden während dieser Zeit die Orientierung zu erleichtern, sind umfassende Beschilderungen und sogenannte "Baustellenbuddys" vorgesehen.
Diese bereits beschlossenen Maßnahmen stellen den Auftakt zu den größeren Sanierungsarbeiten dar, die nach Fertigstellung von Stuttgart 21 beginnen sollen. Der aktuelle Zeitplan unterstreicht die Dringlichkeit der Maßnahmen, gleichzeitig zeigt er aber auch die Notwendigkeit einer sorgfältigen Planung, um die Beeinträchtigungen für Reisende so gering wie möglich zu halten.
Erweiterungskonzepte für die Klett-Passage
Neben der Sanierung und Sicherheitsoptimierung wird auch eine räumliche Erweiterung der Klett-Passage diskutiert. Ein Vorschlag aus einem Diskussionsforum sieht eine Erweiterung der Passage nach Norden und Süden vor. Ziel ist es, bis zu zwei Stockwerke tiefe Bereiche mit einer Fläche von 15.000 bis 20.000 m² zu schaffen, die als vermietbare Fläche genutzt werden könnten. Diese Flächen könnten für Gewerbe, Gastronomie oder sogar Wohnraum genutzt werden.
Zusätzlich zu den räumlichen Erweiterungen plant die Stadt den Bau eines Fußgängertunnels, der von unten in die Bahnsteige des Stuttgart 21-Projekts führen soll. Dieser Tunnel könnte Schwingtüren und Feuerwehraufzüge beinhalten und so den Zugang für Menschen mit eingeschränkter Mobilität deutlich verbessern. Geplant ist, dass der Tunnel nach Osten in den Schlossgarten führen und langsam ansteigend verlaufen würde.
Die geplante Erweiterung der Passage würde sich südlich zwischen dem Schlossgartenhotel, der zugehörigen Tiefgarage und dem S21-Bahnhofstrog erstrecken. Nördlich der Passage wäre der Bereich zwischen dem Technikbau und dem Zeppelinhotel ein möglicher Bereich für eine Verlängerung, ggf. auch nach weiter Norden.
Verkehrskonzept und Verkehrsberuhigung
Ein zentraler Bestandteil der Planungen ist die Neuordnung des Verkehrsflusses um und durch die Klett-Passage. Das vorgesehene Konzept sieht vor, den Kurt-Georg-Kiesinger-Platz, die gesamte Schillerstraße, den Arnulf-Klett-Platz und die unterirdische Klett-Passage in ein harmonisches Gesamtkonzept für Fußgänger zu integrieren. Ziel ist es, einen reibungslosen Übergang von der Königstraße zum Tiefbahnhof und dem dahinterliegenden Quartier zu schaffen.
In diesem Konzept ist der motorisierte Individualverkehr nur noch in Form von Bussen und Taxen vorgesehen. Alle anderen motorisierten Fahrzeuge sollen aus diesem Bereich ferngehalten werden. Diese Verkehrsberuhigung soll nicht nur die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer erhöhen, sondern auch die Qualität des öffentlichen Raums verbessern.
Ein Bürgerantrag auf der städtischen Plattform unterstreicht die Dringlichkeit dieser Maßnahmen und appelliert an die Stadt, die Planungen schnellstmäßig aufzunehmen, damit nach Fertigstellung von Stuttgart 21 die Bauarbeiten direkt beginnen können und keine unnötige Zeit mit Diskussionen verschwendet wird.
Sicherheitsaspekte und Barrierefreiheit
Die Sanierung der Klett-Passage adressiert mehrere Sicherheits- und Zugänglichkeitsaspekte. Einerseits sollen Vorfälle wie Drogenhandel oder Gewalttaten reduziert werden, andererseits muss die Passage für alle Nutzer sicher und nutzbar gemacht werden.
Ein wichtiger Aspekt ist die barrierefreie Gestaltung der Passage. Der geplante Fußgängertunnel mit Feuerwehraufzügen und die allgemeine Neugestaltung der Zugänge sollen die Passage für Menschen mit eingeschränkter Mobilität besser zugänglich machen. Gleichzeitig soll die verbesserte Beleuchtung das Sicherheitsgefühl für alle Nutzer erhöhen.
Die Diskussion um mögliche Erweiterungen der Passage zeigt, dass auch die ökonomische und soziale Funktion der Passage neu definiert werden muss. Die geplanten Gewerbe- und Gastronomieflächen könnten dazu beitragen, die Passage zu einem belebten und sichereren Ort zu machen, der rund um die Uhr genutzt wird.
Herausforderungen bei der Umsetzung
Die Umsetzung der Planungen für die Klett-Passage steht vor mehreren Herausforderungen. Eine der größten ist die Abhängigkeit von der Bestandsinfrastruktur, insbesondere von den U-Bahn-Tunneln, die den Bau einer neuen Passage oder eines Tunnels erschweren könnten.
Ein weiteres Problem sind die bereits erwähnten Verzögerungen im Planungsprozess. Die SPD-Stadtratsfraktion kritisiert, dass die Planung für den Umbau des Bahnhofsvorplatzes und der unterirdischen Verkehrsdrehscheibe dem Zeitplan hinterherhinkt. Um diese Probleme zu lösen, wird die Einrichtung einer eigenen Projektgesellschaft diskutiert, die die Planungsprozesse effizienter gestalten könnte.
Zudem müssen die Bauarbeiten so koordiniert werden, dass der Bahnbetrieb und die Erreichbarkeit des Hauptbahnhofs während der gesamten Dauer der Maßnahmen sichergestellt bleiben. Die bereits für 2025 geplanten Teilsperrungen des mittleren Zugangs und der Großen Schalterhallen zeigen, dass dies eine komplexe logistische Herausforderung darstellt.
Fazit
Die Sanierung und mögliche Erweiterung der Arnulf-Klett-Passage sind ein zentraler Bestandteil der zukünftigen Entwicklung des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Die Passage ist nicht nur eine Verkehrsknotenstelle, sondern auch ein Symbol für die Qualität des öffentlichen Raums in der Innenstadt.
Die aktuellen Planungen und Vorschläge zeigen, dass es sowohl bauliche als auch soziale Herausforderungen zu bewältigen gibt. Zum einen ist eine optimierte Zugänglichkeit und barrierefreie Gestaltung notwendig, um die Passage für alle Nutzer sicher und nutzbar zu machen. Zum anderen sind Sicherheitsvorkehrungen unerlässlich, um Vorfälle wie Drogenhandel oder Gewalttaten zu reduzieren. Die Diskussion um mögliche Erweiterungen der Passage zeigt, dass auch die ökonomische und soziale Funktion der Passage neu definiert werden muss.
Während die Notwendigkeit der Maßnahmen unbestritten ist, stehen die Planungen vor erheblichen Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Einhaltung von Zeitplänen und die Koordination mit dem Stuttgart 21-Projekt. Die Einrichtung einer Projektgesellschaft könnte hierbei ein wichtiger Schritt sein, um die Verzögerungen abzubau und die Maßnahmen zügig umzusetzen.
Letztlich wird die erfolgreiche Umsetzung der Sanierung und Erweiterung der Klett-Passage einen entscheidenden Beitrag zur Qualität des öffentlichen Raums in Stuttgart und zur Funktion des Hauptbahnhofs als moderner Verkehrsknotenpunkt leisten.